Suchen
Meine Vorstellung eines guten Fotos: es ist scharf und von einer berühmten Person.
TOP-MELDUNGEN
BENUTZERANMELDUNG
AKTUELLE FORENTHEMEN
WEITERE MELDUNGEN
- ProCamera v2.9 fürs iPhone
- Die Brutalität des Faktischen
- 3D - der Endlosschleife zweiter Teil
- fotoespresso 3/2010
- Prototyp: Cinemizer OLED
- Feuer in der Erde
- Multifunktionsgeräte Pixma MG5150 und Pixma MG5250 von Canon
- Foto- und Filmdrucker: Pixma iP4850 von Canon
- Cosina tritt Micro Four Thirds bei
- In der Pipeline: Canon EF 4,0/500 IS II USM und 4,0/600 IS II USM
- Dritte Auflage: Neue 1,4x- und 2x-Telekonverter von Canon (aktualisiert)
- PlayTouch Zi10 von Kodak
- Bessere Teleaufnahmen bei weniger Gewicht: Canon 2,8/300 L IS II USM und 2,8/400 L IS II USM (aktualisiert)
- Aputures Trigmaster löst vieles aus
- Canon EF 4,0-5,6/70-300 L IS USM: Kompakt und vielseitig – das neue Telezoomobjektiv von Canon (aktualisiert)
- Runde Bilder für die EOS: EF 4,0/8-15 L Fisheye USM (aktualisiert)
- Flexibler Bildschirm für flexible Kamera: Canon EOS 60D (aktualisiert)
- Voigtländer Nokton 0,95/25 mm MFT
- High-Dynamic-Range-Software von Nik Software
- Flachbettscanner CanoScan LiDE 110 und LiDE 210
Schönheit und Zerstörung: „Die letzte Jagd“ von Peter Beard
Peter Beard ist gleichermaßen Fotograf und Abenteurer. Gleichermaßen, das heißt, dass beides einander bedingt: Keine Fotografie ohne Abenteuer und kein Abenteuer ohne Fotografie. Die Früchte dieses abenteuerlustig-fotografischen Lebens kann man jetzt in einem bei Taschen erschienen, opulenten Fotoband bestaunen:

„Die letzte Jagd“ ist eine ausschließlich in Schwarzweiß fotografierte Hommage an den afrikanischen Kontinent, an die Tierwelt Afrikas, aber auch an die Menschen, denen sich Beard stets verbunden gefühlt hat. Das Buch ist nicht neu, im Gegenteil: Schon 1965 wurde es erstmals veröffentlicht, einige Jahre später dann überarbeitet. Die jetzt erschienene Reproduktion macht den Band zu einem erschwinglichen Preis wieder verfügbar mit vielen autobiografischen Texten Beards, ergänzt um ein Vorwort des Reiseschriftstellers Paul Theroux.


Doch verlieren wir einige Worte über die außergewöhnliche Biografie Beards: 1938 in New York geboren, war Beard Mitte der 50er Jahre erstmals in Afrika, um sich 1961 in der Nähe Nairobis auf einer Ranch niederzulassen und im Tsavo National Park zu fotografieren. Sein Lebensthema wurde die Schönheit und die Zerstörung der Tierwelt. „The End of the Game, „Die letzte Jagd“, war zum Zeitpunkt seines Erscheinens ein Skandal: Noch nie hatte jemand den brutalen Hungertod von Elefanten so erschütternd dargestellt.
Beard ist eine ambivalente, spannende Figur: Er war ein Freund von Francis Bacon, Andy Warhol, Truman Capote, Tanja Blixen, Mick Jagger oder Jackie Onassis, ganz dem New Yorker Jetset zugetan, Dauergast im „Studio 54, Künstler, Abenteurer, Naturschützer, Weltreisender und Lebemann und zudem noch Modefotograf für die „Vogue“ - der Mann, der die Karriere des schwarzen Supermodels Iman in Gang brachte. Auch als Fotograf war Beard äußerst vielseitig: Er fotografierte Porträts, fertigte Collagen an, führte opulent-bunte Foto-Tagebücher führte ein Leben auf der Überholspur zwischen Jetset und Wildnis. Um zu resümieren: „Die Fotos von den sterbenden Elefanten sind die besten, die ich je gemacht habe.“
Der jetzt erschienene Band versammelt Beards Fotografien, vor allem seine Studien der Nilpferd- und Elefantenbestände, mit historischem Bildmaterial. Das Buch ist eine großartige Bildgeschichte Ostafrikas und erinnert an einen der ungewöhnlichsten Naturfotografen des 20. Jahrhunderts, der vor kurzem auch in der Berliner Galerie „Camera Work“ mit einer Ausstellung geehrt wurde und der bisweilen denkwürdige Sätze von sich gibt.
„Ich persönlich glaube nicht, dass die Fotografie eine Kunst ist“, sagte Beard etwa einmal in einem Interview. „Dazu ist sie zu technisch und zu einfach. Fotografie ist nicht mehr als ein Hobby. Sie kann mitunter künstlerische Aspekte beinhalten. Ich habe meiner 10jährigen Tochter beigebracht zu fotografieren. Sie macht die gleichen Fotos wie ich!“
(Marc Peschke)

Peter Beard
Die letzte Jagd (bei amazon.de)
Gebunden. 288 Seiten
Taschen Verlag 2008
ISBN 3836505312
EUR 29,99
Zum Thema:
- Kult-Kalender Pirelli 2009
- Diplomatie und Zufall: Die Portraits von Peter Rigaud
- Im Nebensächlichen das Typische: Peter Rigaud fotografiert Wien
- Paradise Now
- Tiefschwarze Schatten: „Deep Black“ von Peter Schlör
- Peter Bialobrzeski: Urban Structures; Hamburg
- Zart und verletzlich: Verschwindende Landschaften
- Schweizer Klassiker: Theo Frey
- Was Du siehst
- Frühe Fotografie in Indien
- Nur für Fans: Ein Fotobuch über R.E.M.
- Das große Buch der Indianer


