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Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen.
Am 4.2.
- 1902: * Manuel Álvarez Bravo (+ 2002); mexikanischer Fotograf
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Schönheit und Zerstörung: „Die letzte Jagd“ von Peter Beard
Peter Beard ist gleichermaßen Fotograf und Abenteurer. Gleichermaßen, das heißt, dass beides einander bedingt: Keine Fotografie ohne Abenteuer und kein Abenteuer ohne Fotografie. Die Früchte dieses abenteuerlustig-fotografischen Lebens kann man jetzt in einem bei Taschen erschienen, opulenten Fotoband bestaunen:

„Die letzte Jagd“ ist eine ausschließlich in Schwarzweiß fotografierte Hommage an den afrikanischen Kontinent, an die Tierwelt Afrikas, aber auch an die Menschen, denen sich Beard stets verbunden gefühlt hat. Das Buch ist nicht neu, im Gegenteil: Schon 1965 wurde es erstmals veröffentlicht, einige Jahre später dann überarbeitet. Die jetzt erschienene Reproduktion macht den Band zu einem erschwinglichen Preis wieder verfügbar mit vielen autobiografischen Texten Beards, ergänzt um ein Vorwort des Reiseschriftstellers Paul Theroux.


Doch verlieren wir einige Worte über die außergewöhnliche Biografie Beards: 1938 in New York geboren, war Beard Mitte der 50er Jahre erstmals in Afrika, um sich 1961 in der Nähe Nairobis auf einer Ranch niederzulassen und im Tsavo National Park zu fotografieren. Sein Lebensthema wurde die Schönheit und die Zerstörung der Tierwelt. „The End of the Game, „Die letzte Jagd“, war zum Zeitpunkt seines Erscheinens ein Skandal: Noch nie hatte jemand den brutalen Hungertod von Elefanten so erschütternd dargestellt.
Beard ist eine ambivalente, spannende Figur: Er war ein Freund von Francis Bacon, Andy Warhol, Truman Capote, Tanja Blixen, Mick Jagger oder Jackie Onassis, ganz dem New Yorker Jetset zugetan, Dauergast im „Studio 54, Künstler, Abenteurer, Naturschützer, Weltreisender und Lebemann und zudem noch Modefotograf für die „Vogue“ - der Mann, der die Karriere des schwarzen Supermodels Iman in Gang brachte. Auch als Fotograf war Beard äußerst vielseitig: Er fotografierte Porträts, fertigte Collagen an, führte opulent-bunte Foto-Tagebücher führte ein Leben auf der Überholspur zwischen Jetset und Wildnis. Um zu resümieren: „Die Fotos von den sterbenden Elefanten sind die besten, die ich je gemacht habe.“
Der jetzt erschienene Band versammelt Beards Fotografien, vor allem seine Studien der Nilpferd- und Elefantenbestände, mit historischem Bildmaterial. Das Buch ist eine großartige Bildgeschichte Ostafrikas und erinnert an einen der ungewöhnlichsten Naturfotografen des 20. Jahrhunderts, der vor kurzem auch in der Berliner Galerie „Camera Work“ mit einer Ausstellung geehrt wurde und der bisweilen denkwürdige Sätze von sich gibt.
„Ich persönlich glaube nicht, dass die Fotografie eine Kunst ist“, sagte Beard etwa einmal in einem Interview. „Dazu ist sie zu technisch und zu einfach. Fotografie ist nicht mehr als ein Hobby. Sie kann mitunter künstlerische Aspekte beinhalten. Ich habe meiner 10jährigen Tochter beigebracht zu fotografieren. Sie macht die gleichen Fotos wie ich!“
(Marc Peschke)

Peter Beard
Die letzte Jagd (bei amazon.de)
Gebunden. 288 Seiten
Taschen Verlag 2008
ISBN 3836505312
EUR 29,99
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