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Schaufenster und Fassaden

Foto Stephan Vanfleteren, Thys Opticien Agfa, Brussels, 2004Lange Zeit machte der belgische Fotograf Stephan Vanfleteren ein Geheimnis um sein Projekt „Façades & Vitrines“, an dem er während der letzten zehn Jahre arbeitete – jetzt kann die Hamburger Galerie Hilaneh von Kories diese Arbeiten präsentieren:

Die Galerie Hilaneh von Kories informiert:

Stephan Vanfleteren

Façades & Vitrines

Ausstellung: 07. März bis 06. Juni 2014
 

Foto Stephan Vanfleteren, Hygiene des pieds, 2005

Stephan Vanfleteren, Hygiene des pieds, 2005

 
Die Galerie Hilaneh von Kories zeigt vom 07. März bis zum 06. Juni 2014 die jüngste Werkserie von Stephan Vanfleteren. An dem Projekt „Façades & Vitrines“ hat der belgische Fotograf zwar während der letzten zehn Jahren gearbeitet, doch machte er lange Zeit aus dieser Arbeit ein Geheimnis, in das er nur wenige Vertraute einweihte. Und er überrascht mit Farbaufnahmen! Der für seine schwarzweißen melancholischen Stimmungsbilder und wunderbaren Porträts bekannte Vanfleteren kommt in dieser Serie dafür ganz ohne Menschen aus: auf unzähligen Reisen und Streifzügen durch Belgien fotografierte er Geschäftsfassaden, die wie aus der Zeit gefallen scheinen. In Kleinstädten und Dörfern, aber auch in Städten wie Brüssel oder Antwerpen fand er seine Motive. Kleine selbständige Geschäfte standen dabei im Mittelpunkt seines Interesses. Darunter sind Lebensmittelläden, Bäckereien oder Schlachtereien ebenso zu finden, wie Fachgeschäfte für Kameratechnik, Schuhe oder auch Sexshops. Nicht zu vergessen die kleinen Cafés und Kneipen, die genauso individuell gestaltet wurden. Die Beschriftungen und Namen der Geschäfte, die häufig noch gemalten Reklameschilder und Werbetafeln ergeben zusammen mit den von den Spuren der Zeit stark mitgenommenen Fassaden ein spezielles Gesamtbild, das vom Charme der Vergangenheit lebt. Stephan Vanfleteren hat ein besonders Gespür für die Poesie der Vergänglichkeit. Die Details seiner Fotografien, die abblätternden Farben, verwitterte Materialien und Plakatabrisse, die Alltagspatina und vor allem die daraus erwachsene besondere Farbigkeit sind von ihm in stimmigen Fassadenporträts festgehalten worden.
 

Foto Stephan Vanfleteren, ABC Cinema, Brussels, 2006

Stephan Vanfleteren, ABC Cinema, Brussels, 2006
 
 
Foto Stephan Vanfleteren, Chaussures Antoine, Brussels, 2004

Stephan Vanfleteren, Chaussures Antoine, Brussels, 2004

 
Vanfleterens Fotografien sind eine ganz persönliche Inventarisation und Dokumentation des unwiederbringlichen Verlustes der lokalen Geschäfts- und Händlertradition in einer sich immer schneller globalisierenden Welt. In Zeiten, in denen die Innenstädte und Fußgängerzonen zunehmend veröden und von den immer gleichen Ladenketten dominiert werden, hat Vanfleteren den persönlichen, inhabergeführten Geschäften ein Denkmal gesetzt.

Mit fotografischen Mitteln wendet er sich gegen eine fortschrittsgläubige Gesichtslosigkeit und rückt das Einzigartige, Skurrile in den Blickpunkt. Auch und gerade mit dem Wissen, dass es verschwinden wird. „Au Tout Va Bien“ ist auf der Fassade noch zu lesen, doch die Rollläden sind verschlossen, die frühere Nutzung scheint aufgegeben. Die Aufnahme wird bei Vanfleteren zu einer abstrakten Komposition aus Fassadenteilen, die nichts über das dahinter liegende Ladengeschäft verraten. Leere Schaufenster, vernagelte Eingänge, oft scheinen die Fassaden als Zeugen der vergangenen Geschäftigkeit nur noch auf den Abriss zu warten. Doch manchmal leben sie noch und trotzen der Veränderung, wie zum Beispiel das kleine Schuhgeschäft „Au Palais de la Pantoufle“ in Brüssel, das mit rührender Behaglichkeit und unverwüstlicher Schaufenstergestaltung auf Kundschaft wartet. 38 ausgewählte Fotografien sind nun in der Galerie Hilaneh von Kories zu sehen: Momente der Vergänglichkeit als einzigartige Sammlerstücke der Gegenwart.
 

Foto Stephan Vanfleteren, Thys Opticien Agfa, Brussels, 2004

Stephan Vanfleteren, Thys Opticien Agfa, Brussels, 2004

 
Aus der Werkserie entstand auch ein besonderes Künstlerbuch, das im März des letzten Jahres in der Buda-Fabrik im belgischen Kortrijk präsentiert wurde. Eine spektakuläre Installation, denn jeder einzelne Band aus der Auflage mit 666 Exemplaren ist mit einem Bleimantel versehen, in den Titel und Editionsnummer geprägt sind. Diese Bücher waren Baumaterial für ein ganzes Haus: ein Denkmal für die verschwindende Fassadenkultur, die Vanfleteren fotografisch dokumentiert hatte. Im Inneren wurden dann einzelne Fotografien präsentiert. Während der laufenden Ausstellung sollte das Haus langsam wieder abgetragen werden, und jeder Käufer hätte einen Baustein, sein persönliches Exemplar, aus der Installation herausnehmen können. Doch diese Idee ließ sich nicht mehr umsetzen, schon bei der Vernissage waren alle Bücher verkauft und sind bereits heute gesuchte Raritäten.

Stephan Vanfleteren (Jahrgang 1969) gehört zu den renommiertesten Fotografen Belgiens. Nach seinem Fotografie-Diplom an der Kunsthochschule Sint-Lukas in Brüssel begann 1993 seine Karriere als freiberuflicher Fotograf. In seiner oft radikalen schwarzweißen Bildsprache arbeitet er sowohl für belgische, als auch für internationale Zeitungen und Magazine (u.a. The New York Times, Le Monde, Paris Match, Die Zeit). Sein Blick richtet sich weit über Belgiens Grenzen hinaus, um faszinierende Menschen und Landschaften zu fotografieren. Seine typische Schwarzweiß-Fotografie, meist in der Mischung aus Melancholie und Nostalgie, ist zu seinem Markenzeichen geworden, sie zeigt sich in Serien aus der ganzen Welt: Bilder aus Kolumbien, den USA, Äthiopien, dem Kosovo, Afghanistan. Sein scharfes Auge für die Besonderheiten des Alltags brachte ihm etliche Ehrungen und Auszeichnungen (u.a. World Press Photo Awards, Henri Nannen Preis 2011). Vanfleterens Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen präsentiert und in vielen Büchern veröffentlicht: neben „BELGICUM“ u.a. „Flandrien“, „Tales of a Globalizing World“, „Portret 1989-2009“ oder „Elvis & Presley“.

Die Ausstellung „Belgicum“ präsentierte die Galerie Hilaneh von Kories bereits von November 2011 bis März 2012 mit großem Erfolg.
 
 
Ausstellung:
Façades & Vitrines – Fotografien von Stephan Vanfleteren
7. März 2014 bis 6. Juni 2014
Di. - Fr. 14:00 - 19:00 u.n.V.

Galerie Hilaneh von Kories
Stresemannstr. 384a im Hof
22761 Hamburg
 

(thoMas)
 

SCHADE!

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 07. März 2014 - 16:04

So eine Arbeit schreit förmlich nach einem verzeichnungsfreien Objektiv!

Vielleicht auch

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 07. März 2014 - 16:52

nach "unverzeichneten" Fassaden ... aber selbst bei miesesten Scherben gäb's heutzutag keine Ausreden mehr. 8-)

Nichts begriffen

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 07. März 2014 - 17:04

Für das Bild ist es völlig unerheblich ob alle Linien gerade sind.

Zustimmung

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 08. März 2014 - 18:21

Ich denke auch, dass es bei diesen Bildern nicht drauf ankommt. Das passt so. Bei strenger Geometrie und Architekturfotografie, die von perfekten Linien lebt, wäre das vermutlich anders.

Super!

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 09. März 2014 - 20:23

Genau, dozieren wichtigtuerisch über Verzeichnung und Korrekturen, aber sie selber produzieren nur langweilige Motive. Herr Vanfleteren hat gezeigt, worauf es ankommt!

Gast schrieb:

Für das Bild ist es völlig unerheblich ob alle Linien gerade sind.

Verzeichnung

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 11. März 2014 - 08:27

Komisch nur, dass Stephan Vanfleteren zufällig mit Nikon-Objektiven fotografiert, dass unser Peter zu dieser Einschätzung kommt.

...abgesehen davon, kippen

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 07. März 2014 - 21:33

...abgesehen davon, kippen auch alle Bilder nach rechts. Aber bei gaaaaaaaaaaanz großer Kunst macht das wahrscheinlich nichts aus. ;-)

Gast schrieb: kippen auch

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 08. März 2014 - 18:23
Gast schrieb:

kippen auch alle Bilder nach rechts.

Oh. Nicht perfekt, obwohl die Korrektur so einfach wäre? Dann könnte es beabsichtigt sein, den Fehler nicht zu korrigieren.

Ebv tuts auch

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 08. März 2014 - 00:13
Gast schrieb:

So eine Arbeit schreit förmlich nach einem verzeichnungsfreien Objektiv!

Genau. Oder etwas beschäftigung mit ebv.

Aber gegen die gnadenlose langweile dieser platt abgelichteten bilder hilft das auch nix.

SCHADE...EHER DEINE ANMERKUNG ZU LESEN!

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 08. März 2014 - 02:31

WIR LEBEN STÄNDIG IN UNSERER GESELLSCHAFT MIT BEOBACHTUNG AUF FEHL UND TADEL, ANSTATT WIR UNS MAL DIE GUTE SEITE HERAUSSUCHEN...DENN ICH FINDE DIE IDEE GUT. LEIDER SIND SOLCHE FASSADEN IMMER WENIGER ANZUSCHAUEN, UMSO ÄRGERLICHER SOLCH EINE BEMERKUNG ZU ERNTEN, ALS WÜRDE DIE BILDSPRACHE ENTSCHEIDEND DAZU BEITRAGEN, WENN SIE KOMPLETT ENZERRT WÄRE...ES GIBT TECHNIKVERLIEBTE UND ES GIBT FOTOGRAFEN...DIE NEHMEN EINE KAMERA UND FOTOGRAFIEREN UND LABERN NICHT DIE BILDER ANDERER SCHLECHT...SORRY...MUSSTE MAL GESAGT WERDEN! WEITERMACHEN...TSCHÜSS!

Das Tüpfelchen auf dem "i" fehlt

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 08. März 2014 - 20:50

Ist ja gut! Die Bilder sind nicht schlecht oder gut oder irgendwas. Das darf jeder selbst entscheiden. Ich sagte nur, dass gerade bei diesen Motiven die perfekt angewandte Fototechnik das Tüpfelchen auf dem "i" gewesen wäre! Aber das gilt nur für mich und alle, die es genauso sehen. Die Anderen dürfen auch mit ihrer Meinung glücklich sein. Alles in Ordnung!

Ach was, das bißchen

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 08. März 2014 - 10:45

Ach was, das bißchen Verzeichnung - dem, der nicht genießen und träumen kann, nützt auch die teuerste Hifianlage und der teuerste Fotoapparat nichts.

Der Rolleiflexer

Es lebe der spießbürgerliche Kommentar!

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 08. März 2014 - 13:01

Ich bin auch immer wieder höchst indigniert, wenn ich mir Bilder von Monet, Picasso oder Mondrian ansehe. Man kann nichts erkennen, alles irgendwie schräg, unscharf, mit falschen Farben... Wenn ich die Kommentare hier (wieder einmal) lese, dann wird mir klar, dass Spießbürgertum immer noch das bestimmende Merkmal ist, um die Mehrheit der Bevölkerung umfassend und zu zutreffend zu charakterisieren.

Aber nein, da gibt es noch etwas, das auf gar nicht weniger der Kommentatoren hier zutreffen könnte:
http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article124805830/Online-Trolle...
Vor 75 Jahren in der ..., heute online!

Loll.

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 09. März 2014 - 00:58
Gast schrieb:

http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article124805830/Online-Trolle-neigen-zu-Sadismus-und-Psychopathie.html

Danke für den Artikel. Ich hatte schon lange den Verdacht, dass ich ziemlich krank sein muss, hier zu posten.

So richtig !

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 09. März 2014 - 10:21
Gast schrieb:

Ich bin auch immer wieder höchst indigniert, wenn ich mir Bilder von Monet, Picasso oder Mondrian ansehe. Man kann nichts erkennen, alles irgendwie schräg, unscharf, mit falschen Farben... Wenn ich die Kommentare hier (wieder einmal) lese, dann wird mir klar, dass Spießbürgertum immer noch das bestimmende Merkmal ist, um die Mehrheit der Bevölkerung umfassend und zu zutreffend zu charakterisieren.

Aber nein, da gibt es noch etwas, das auf gar nicht weniger der Kommentatoren hier zutreffen könnte:
http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article124805830/Online-Trolle...
Vor 75 Jahren in der ..., heute online!

Jetzt hast du es uns Spießbürgern aber mal so richtig gegeben, du Held!

Schade drum !

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 09. März 2014 - 10:14

Die an sich sehr gute Idee solche Fassaden abzulichten und zu zeigen wird durch die unfassbar unzulängliche Korrektur des verwendeten Objektivs vollkommen zunichte gemacht.
Als Fotograf hätte man das wissen müssen !

Bezeichnende Diskussion

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 09. März 2014 - 13:20

Einerseits ist es Usus, in der Architektur Verzeichnungen und stüzende Linien entweder technisch von vorneherein zu vermeiden oder sie nachträglich elektronisch zu entfernen. Auch ich habe eine Langzeitseie dieser Art über Jahre zusammengetragen und bin dabei so verfahren.
Andererseits ist die Diskussion hier, vom ersten beitrag, an bezeichnend für die Unfähighkeit der technikfetischisten im Umgang mit allem Bildhaften und die ersatzweise Fokussierung auf den rein technischen Aspekt, auf den Herstellunsgprozess, also Methoden, Geräte und Verfahren.
Am besten weil am deutlichstenzum Ausdruck gebracht mit der Ansicht ohne korrekte Korrektur habe der oFtograf "alles zunichte gemacht".
Das hat er natürlich nicht, er hat lediglich die Usancen eine Genres beiseite gelassen.
Und das schmälert seine Idee, seinen Aufwand und seine Auswahl nicht, die diese Serie kennzeichnen. DAZU könnte man sich sehr eingehend unterhalten, aber dazu müsste man auch was mit Fotografie als bildhaften Ergebnis zu tun haben wollen, nicht nur mit Daten und Prozessen. Will man aber nicht.Da hat man keine Ahnung davon, und es gibt auch keine Vergleichsdaten dazu, die man sich un dioe Ohren hauen könnte.
Auch hier entlarven sich ein paar"ernsthafte Amateure" wieder als die hoffnungslose Kaste von Technikfetischisten, die unglücklicherweise ihre Libido auf Knipsapparate gerichtet haben und überall beim Plappern ganz vorne dabei sind obwohl ihnen Bilder, wie man hier sieht, letzlich völlig egal sind.

Vollkommen zunichte.

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 09. März 2014 - 15:56
Gast schrieb:

... unfassbar unzulängliche Korrektur des verwendeten Objektivs

Nicht die Kamera, der Fotograf macht das Bild. Also war der Fotograf krumm und nicht das Objektiv.

Alternative

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 12. März 2014 - 22:49

Besser krumm - als spiessig und dumm!

Gast schrieb:
Gast schrieb:

... unfassbar unzulängliche Korrektur des verwendeten Objektivs

Nicht die Kamera, der Fotograf macht das Bild. Also war der Fotograf krumm und nicht das Objektiv.

Ist doch OK!

Eingetragen von
Gast
am Montag, 10. März 2014 - 17:40

Paperlapappp...

Gast schrieb:

Die an sich sehr gute Idee solche Fassaden abzulichten und zu zeigen wird durch die unfassbar unzulängliche Korrektur des verwendeten Objektivs vollkommen zunichte gemacht.
Als Fotograf hätte man das wissen müssen !