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Polaroid kommt unter den Hammer
Polaroid wird nach dem Willen eines amerikanischen Konkursrichters am 30. März 2009 meistbietend versteigert. Das US-Beteiligungsunternehmen PHC Acquisitions hat bereits im Vorfeld Interesse angemeldet:
Polaroid, ein einst - neben Kodak - namhafter und bedeutender US-Fotokonzern, hat sich unter dem Mehrheitsaktionär Petters Group Worldwide zu einem elektronischen Gemischtwarenhandel unter dem Markennamen „Polaroid“ entwickelt. Ob DVD-Player, Fernseher oder Sonnenbrille, Tom Petters, der Vorstandsvorsitzende der Petters Group, orderte die Waren in Billiglohnländern und etikettierte die Produkte mit dem, besonders in den USA hoch angesehenen, Markennamen „Polaroid“. Im Februar 2008 zieht sich Polaroid aus dem Geschäft mit den Sofortbildkameras zurück. Eine neue Ära soll mit dem mobilen Drucker Polaroid PoGo eingeläutet werden. Im Dezember 2008 muss das Unternehmen im Zuge des Betrugsfalls um Tom Petters Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des amerikanischen Insolvenzrechts anmelden: Petters ist pleite; Polaroid wird verkauft.
Das US-Beteiligungsunternehmen PHC Aquisitions, ein Tochterunternehmen von Genii Capital, Luxemburg, will für Polaroid 42 Mio. US-Dollar (ca. 32,5 Mio. €) bieten. Genii Capital ist auch an Zink Imaging beteiligt, deren Technologie im Polaroid PoGo genutzt wird. PHC ist vor allem am Markennamen „Polaroid“ und an den Patenten interessiert. Der Zwangsverwalter der Petters Group, Dough Kelley, zeigt sich mit der Entscheidung des Konkursrichters zufrieden, ist Polaroid doch eines der wenigen Vermögensteile der Petters Group. Zwei Petters-Gläubiger scheiterten mit einer Anfechtung des Startpreises vor dem Konkursgericht. Petters hatte im Jahr 2005 426 Millionen US-Dollar (329,5 Mio. €) für Polaroid gezahlt. Sovereign Bancorp schätzt allein den Wert des Markennamens auf 300 Millionen US-Dollar (siehe Polaroid gets court OK to sell itself at auction).
Neben PHC werden auch anderen Investorengruppen Interesse an Polaroid nachgesagt. Die Bietphase beginnt am 26. März und endet mit der Auktion am 30. März 2009.
(agün)
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