Gestellte Personenfotos sind Scheißdreck.

— Fred Herzog

Am 24.5.

  • 1941: * Wolfgang Cullmann (Cullmann Foto Audio Video GmbH)

BENUTZERANMELDUNG

Neuer Bildsensor verspricht bessere Fotos bei geringerem Energieverbrauch

Wissenschaftler der Universität Rochester wollen Technologien für neue Bildsensoren entwickelt und patentiert haben, die dereinst Kameras in Hemdenknopfgröße ermöglichen könnten, die dann auch noch jahrelang mit einer Batterie laufen. Ein entsprechender Prototyp soll demnächst gebaut werden:

Laut einer Pressemeldung der University of Rochester haben die beiden Professoren Mark Bocko und Zeljko Ignjatovic einen „bahnbrechenden Chip“ entwickelt, der bessere Digitalbilder bei geringerem Energieverbrauch liefern soll. Dazu könnten zwei neue Technologien beitragen:

Zum einen ist es den Forschern nach eigenen Angaben gelungen, die Analog-Digital-Wandlung klein und leistungssparend direkt bei jedem einzelnen Pixel des CMOS-Chips zu platzieren. Das ist per se nichts Neues, ging aber bislang zu Lasten der aktiven Sensorfläche. Die Professoren wollen nun einen Weg gefunden haben, durch Mehrfachabtastung (oversampling) eines „Sigma-Delta-Analog-Digital-Wandlers“ (was immer das ist) die notwendigen Transistoren auf drei pro Pixel zu minimieren, so dass knapp die halbe Pixeloberfläche zur Lichtaufnahme bleibt bzw. Pixel und Sensoren kleiner werden können. Weiterhin soll der Sensor 50mal weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Schaltungsdesigns und einen Kontrastumfang von 1:100.000 bewältigen können - statt bislang 9-10 EV das wären immerhin 16-17 EV.

Zum anderen wollen Bocko und Ignjatovic mit der sogenannten „Focal Plane Image Compression“ (sinngemäß Schärfeebenen-Komprimierung) - einer besonderen Anordnung der Fotodioden - einen Weg gefunden haben, das resultierende Bild mit bis zu lediglich 1% der bislang notwendigen Rechenleistung zu komprimieren und so Rechenzeit und damit Strom zu sparen.

Die Forscher wollen jetzt einen Prototypen bauen, der beide Entwicklungen kombiniert und wenn das erfolgreich ist, soll die Technik zuerst in drahtlosen Überwachungskameras genutzt werden.

Die Pressemeldung im englischen Wortlaut: Breakthrough Chip Delivers Better Digital Pictures For Less Power

Das sind Aussichten, die den engagierten Fotografen nicht unbedingt laut jubeln lassen. Mini-Kameras sind extrem schlecht bedienbar und jahrelange Betriebsbereitschaft ist nett, aber nicht wirklich notwenig. Das klingt weniger nach etwas, worauf Fotografen schon lange gewartet haben (die warten auf weitere und preiswertere Vollformatchips), als nach etwas, das die Begehrlichkeiten von Datensammlern wecken könnte: Dein Hemdenknopf weiß alles über dich - und dein Hosenknopf verrät es.

Interessant (für Fotoapparate) erscheint weniger der geplante Prototyp denn das neue Schaltungsdesign, das größere lichtempfindliche Pixel verspricht und einfacher aufgebaut ist; das könnte mittelfristig weniger Rauschen, höhere Dynamik (Belichtungsspielraum) und einfachere, kostengünstigere Fertigung bedeuten.

(thoMas)

Ich würde schon jubeln

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 15. Dezember 2005 - 09:39

Einige der Spezifikationen sind genau das, was den Fotosensoren einen entscheidenden Entwicklungssprung bringen würde. Allein der enorm verbesserte Dynamikumfang wäre Gold wert! Doch dass ein solcher Chip die Batterielebensdauer von Kameras auf ein Jahr o. ä. erhöhen würde, wird trotz der Fortschritte bei diesem Chip Wunschdenken bleiben. Schliesslich gibt es auch noch andere Stromfresser, die erstmal gebändigt werden müssen (Display, hallo?). Jede Verlängerung der Batterielebensdauer ist dennoch sehr willkommen.

Bleibt abzuwarten, ob und wann dieses neue CMOS-Design in digitalen Fotokameras zum Einsatz kommt. Spricht ja prinzipiell nichts dagegen, einen solchen Chip als Vollformatsensor herzustellen. Obwohl ich nicht glaube, dass wirklich jeder auf Vollformat wartet. Frag mal die Nikon-User. :-)

Warum so negativ? Man sieht d

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 15. Dezember 2005 - 12:47

Warum so negativ? Man sieht doch, daß man trotz aller Unkenrufe die Chips auch wesentlich weiter entwickeln kann. Da iat die Eliminierung von Chiprauschen nur noch eine Frage der Zeit. Die knappe Verdoppelung der Empfindlichkeit deutet eh darauf hin, daß dann Kompaktkameras, die heute ab 200 und 400 ISO rauschen, die Werte bekommen, die heute die R1 und DSLR haben. Dann werden kompakte rauschfreie Superzoomkameras ganz logisch die schon antike Technik der DSLR verdrängen. Man denke sich eine FZ30 mit so einem Dynamikchip ohne Rauschen...

Beiden Kommentatoren.....

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 15. Dezember 2005 - 17:56

.....möchte ich empfehlen, nach dem Aufwachen aus dem langen "fachlichen" Koma nicht allzusehr enttäuscht zu sein. Es wird sich dann kaum etwas geändert haben. Gibt es doch den riesigen Unterschied zwischen technisch und industriellem Machbarem. Die erwartungsvolle Freudigkeit der Pixelfetischischten wird wohl herbe im Nirvana landen. Physik hat ihre Grenzen. Aber dies kennen wir schon aus analogen Zeiten. Trotzdem – schön dass es noch Träumer gibt.

Tja, das ist schön ähnlich

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 15. Dezember 2005 - 22:12

Tja, das ist schön ähnlich wie die Kommentare, als die Eisenbahn eingeführt wurde. Die Kühe sollten angeblich tot umfallen, wenn ein Zug mehr als 30 km/h fährt. Heute fahren normale ICE schon 300 als Standard und keine Kühe sind bisher getötet worden.
Soviel zur Physik und deren Einschätzung.

Tja, die Kuh und die Eisenbahn

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 16. Dezember 2005 - 00:29

Und sonst kein Text !!!