Obwohl viele Maler und Bildhauer leichtfertig über das „Machen von Fotos“ reden, wird man feststellen, dass nur sehr wenige jemals ein fotografisches Werk zustande bringen; ihnen fehlt die Kunstfertigkeit, das technische Wissen, und, vor allem, die Praxis.

— Ralph Waldo Emerson

BENUTZERANMELDUNG

Netzhaut-Projektor von Brother

Foto der Retina-Projektionsbrille von BrotherDas japanische Unternehmen Brother Industries, Ltd. arbeitet an einer Retina-Projektionsbrille, sprich, einem Anzeigesystem, das Bilder direkt auf die Netzhaut des Auges projiziert:

Das sogenannte „retinal imaging display“ (RJD) nutzt eine Projektionstechnologie mit gebündeltem Licht, das für die Augen ungefährlich sein soll, wobei das Lichtbündel mit hoher Geschwindigkeit bewegt wird, um die Folgebilder zu erzeugen. Die Technologie fußt auf den Laserdruck- und Piezo-Technologien des Unternehmens.
 

Funktionsschema der Retina-Projektionsbrille von Brother

Retina-Brille samt Illustration, wie sich das Sichtfeld dem Betrachter darstellt

 
Für den Betrachter wirken die auf die Netzhaut projizierten Bilder (800x600 Pixel), als existierten sie vor ihm, wobei das eigene Sichtfeld nicht eingeschränkt wird. Die Bildwirkung entspricht laut Brother einer Projektionsfläche von 40 Quadratzentimetern (16 Quadratzoll) in 1 m Entfernung. Man könne damit private Dokumente jederzeit auch öffentlich einsehen, oder beispielsweise Operationshandbücher lesen und dabei die Hände freibehalten.

Dem Unternehmen ist es nun nach eigenen Angaben gelungen, einen ersten Prototypen zu fertigen, der die Machbarkeit des Systems unter Beweis stellt. Brother will das System im Jahr 2010 der kommerziellen Verwertung zuführen.

Siehe auch: Brother Develops Mobile Spectacle-type Wearable Retinal Imaging Display

(thoMas)
 

Ja, das ist natürlich

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 22. Oktober 2009 - 14:38

auch für Fotografen sehr interessant.
Man kann sich vorstellen, dass dieses RJD entweder auf ein "Headset", oder aber direkt auf eine Brille geklipst wird und per schneller Funkschnittstelle von der Kamera die LiveView-Daten bekommt und im Auge projeziert. Kein umständliches Fokussieren mehr über einen fest installierten Sucher, Nase quetschen, nur die Hälfte von dem Bildausschnitt sehen bei Brillenträgern usw. Vor allem kann man da sich in der Menge bewegen, alles beobachten, was außerhalb eines Bildausschnittes passiert und den Überblick behalten. Gerade bei vielschichtigen Situationen, beispielsweise bei Veranstaltungen, dürfte so ein Display Gold wert sein.

Interessant

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 22. Oktober 2009 - 14:44

hoffentlich ungefährlich für die Netzhaut. Ich sehe auch schon etliche
neue Geschäftsmodelle, die sich da auftun. Z.B. für die Werbebranche
oder die Computerspielbranche, Bücher- und Zeitschriftenbranche,
oder eine neue TV-Handy-Brille oder eine TV-Handy-Foto-Video-PC-EBook-Brille,
oder einfach nur als eine Art Kopfhörer fürs Auge.

Häh?

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 22. Oktober 2009 - 15:30
Zitat:

Die Bildwirkung entspricht laut Brother einer Projektionsfläche von 40 Quadratzentimetern (16 Quadratzoll) in 1 m Entfernung. Man könne damit private Dokumente jederzeit auch öffentlich einsehen, oder beispielsweise Operationshandbücher lesen und dabei die Hände freibehalten.

Irgendetwas kann da nicht stimmen!

40 Quadratzentimeter, das wäre nichtmal ganz ein Bild von 6cm x 7cm und das dann noch in 1 Meter Entfernung? Da soll man dann irgendetwas lesen können?
Bei der Bildgröße wären auch 800x600 Pixel völlig sinnbefreit, unser Auge schafft da nichtmal mehr 200x150.

Vielleicht sind

Bild von Redaktion photoscala
Eingetragen von
Redaktion photoscala
(Ehrengast)
am Donnerstag, 22. Oktober 2009 - 17:23

650 Quadratzentimeter ja logischer? (ca. 33x20 cm) Denn ich glaube fast, da oben habe ich einen Umrechnungsfehler von Quadratzoll zu -Zentimeter gemacht.

(thoMas)

Jetzt ist die Verwirrung komplett!

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 22. Oktober 2009 - 18:51
Redaktion photoscala schrieb:

650 Quadratzentimeter ja logischer? (ca. 33x20 cm) Denn ich glaube fast, da oben habe ich einen Umrechnungsfehler von Quadratzoll zu -Zentimeter gemacht.

(thoMas)

Irgendwie auch nicht, weil 1 Zoll = 2,56cm und somit 1 Quadratzoll = 6,55 cm² ergäbe bei 16 derselbigen welchen dann 105 cm² und somit dann knapp über 8x12cm, bei 1 Meter Entfernung irgendwie auch noch nicht so praxistauglich und mit 800x600 Pixel der totale Overkill ?

Ja wie denn nun? Für mich die entscheidende Frage zwischen einer Prototypenspielerei in den Kinderschuhen und einem quasi serienreifen Revolutionsprodukt!

Man stelle sich das mal per Funk an live-View oder HD-Video-DSLR vor.

Es wären 103,2cm², oder

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 22. Oktober 2009 - 22:22

Es wären 103,2cm², oder rund 10cm im Quadrat.

Aber wenn die Brother Simulation korrekt ist, liegt der Fehler wohl bei Brother. Die meinen wohl: 16Zoll im Quadrat, oder 16x16"

Wenn ich das richtig sehe,

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 22. Oktober 2009 - 18:34

wird der eigentliche optische Strahl in einer externen Box erzeugt, der dann über das optische Modul an der Brille die Strahlen über eine Optik direkt in das Auge projeziert.

Da wäre es schon noch mal nachdenkenswert, ob es da nicht einen einfacheren Weg gibt. Z. B. als Aufstecksucher für die Brille über ein Headsetdisplay, zusammen mit einem Mini-TFT, so wie ihn Epson jetzt auf den Markt bringt. Das Display hat die gleiche Auflösung wie das RJD, man muss dann allerings schon direkt in das Display "bewusst" schauen. Zusammen mit einem großen, abgedunkelten Okular, wäre mir das sympatischer. Außerdem ist das von der Technik her für meine Begriffe leichter und einfacher zu realisieren. Jedenfass sehe ich mittel- bis langfristig in der Entwicklung digitaler Kameras solche flexiblen optischen Schnittstellen.

Operationshandbücher?

Bild von fotoni
Eingetragen von
fotoni
(Inventar)
am Freitag, 23. Oktober 2009 - 19:51

Ob das wirklich gemeint war? Vielleicht meinen die einfach Bedienungsanleitungen ganz allgemein...