BENUTZERANMELDUNG

Made in Germany, aber nicht in Deutschland hergestellt

Das Gütesiegel „Made in Germany“ sei in Gefahr, meinen viele Branchenverbände, darunter auch SPECTARIS für die optische Industrie. Hintergrund ist ein Vorstoß der EU, nur noch jenen Produkten das Qualitätssiegel zuzugestehen, die zu mindestens 45 % auch in Deutschland gefertigt wurden – dabei seien doch Entwicklung und Konzeption das Entscheidende:

Presseinformation von SPECTARIS vom 27.01.12:

„Made in Germany“ in Gefahr

Änderung an Kriterien für die Auszeichnung mit dem Qualitätslabel bedeutet Imageverlust und mehr Bürokratie

Der Branchenverband SPECTARIS warnt vor den massiven Auswirkungen einer Verschärfung der Kriterien für das „Made in Germany“-Label auf die Imaging- und Fotoindustrie. Bisher richtet sich die Auszeichnung mit dem Label nach dem letzten wesentlichen Be- oder Verarbeitungsort. Die Europäische Union plant nun, von diesem Vorgehen abzuweichen und einen in Deutschland gefertigten Anteil von mindestens 45 Prozent zu fordern. Dabei ist für das Label jedoch die Konzeption und Qualität des Gesamtproduktes und nicht die Herkunft der Einzelteile entscheidend. Die Änderung der so genannten Warenursprungsregelung hätte zudem einen erheblichen Bürokratie- und Kostenaufwand für die Unternehmen zur Folge.

Gerade für die klein- und mittelständischen Unternehmen aus der Imaging- und Fotobranche bietet die Ursprungsangabe „Made in Germany“, welches im Ausland für besondere Qualität steht, einen Wettbewerbsvorteil. „Der Großteil der SPECTARIS-Unternehmen lässt in Deutschland produzieren – dennoch gibt es Schlüsselkomponenten z.B. elektronische Bauteile, deren Beschaffung in Deutschland ausgeschlossen ist, da die Herstellung ausschließlich im Ausland stattfindet. Zudem bedingt der internationale Wettbewerb die Prüfung alternativer Produktionsstandorte, um diverse Wettbewerbskriterien wie Preise, Lieferzeit und -flexibilität erfüllen zu können. Gleichwohl stehen die Produkte für deutsche Qualität, da die Entwicklung des Gesamtkonzeptes, die Qualitätsstandards und Serviceleistungen aus Deutschland stammen“, so Tobias Weiler, Geschäftsführer des Industrieverbandes SPECTARIS. Dieser Aspekt darf bei der Definition von „Made in Germany“ nicht außer Acht gelassen werden.

Aktuell ist die Diskussion um das Label „Made in Germany“ entbrannt, da der so genannte Zollkodex modernisiert werden soll. In diesem Kodex legt die EU die zollrechtlichen Vorschriften fest, die für die Einfuhr und Ausfuhr von Waren zwischen der Gemeinschaft und Drittländern gelten. Um eine Gefährdung von „Made in Germany“ zu vermeiden, sind alle Dachverbände bereits auf breiter Front aktiv geworden – da das Thema neben der Fotobranche auch andere wichtige Industriezweige in Deutschland umfasst. Die Aktivitäten der Verbände waren bisher auf nationaler Ebene erfolgreich:

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat sich schriftlich an den zuständigen EU-Kommissar gewandt und eine Beibehaltung der aktuellen Reglung gefordert. Brüssel hat bisher eingelenkt und berichtet, dass die Änderungen nur auf importierte Waren abzielen sollen – eine Trennung wird jedoch schwer einzuhalten sein und die Folgen selbst einer solchen Änderung können Auswirkungen auf den Handel haben. Somit fordert SPECTARIS die Beibehaltung der aktuellen Regelung und wird sich im Interesse seiner Mitglieder weiter auf Bundes- und EU-Ebene dafür einsetzen, um „Made in Germany“ gerade für den Mittelstand erhalten zu können. Der Verband fordert ein gemeinsames Vorgehen und Kräftebündeln der gesamten Fotobranche, um gegen die geplante Regelung vorzugehen.

 
 
Kurzkommentar dazu: So verwässert man auf längere Sicht ein wertvolles Gütesiegel und beschädigt jene Hersteller, die tatsächlich in Deutschland produzieren, weil auch ihr „Made in Germany“ dann fragwürdig erscheint. Ich plädiere für ein „Engineered in Germany“ für jene, die nicht hier produzieren, deren Produkt aber auf maßgeblicher Entwicklungsarbeit hierzulande beruht.

Siehe auch: Made in Germany - Ursprungsbezeichnung und Qualitätsbegriff
 

(thoMas)
 

„Made in Germany“ in Gefahr!?

Bild von Hififan
Eingetragen von
Hififan
(Inventar)
am Freitag, 27. Januar 2012 - 14:07

Sehe ich ganz anders! Da wo „Made in Germany“ draufsteht sollte sie auch wieder drin sein! In diesem seltenen Falle hat die EU meine volle Zustimmung!
Es sollte dazu gezwungen werden bei nicht zu Teilen in Deutschland gefertigten aber konstruierten Produkten maximal "Designed in Germany" oder auch „Engineered in Germany“ drauf zuschreiben! Das währe reell!

Genau so

Bild von doso
Eingetragen von
doso
(Liebhaber)
am Freitag, 27. Januar 2012 - 14:12
Hififan schrieb:

Sehe ich ganz anders! Da wo „Made in Germany“ draufsteht sollte sie auch wieder drin sein! In diesem seltenen Falle hat die EU meine volle Zustimmung!
Es sollte dazu gezwungen werden bei nicht zu Teilen in Deutschland gefertigten aber konstruierten Produkten maximal "Designed in Germany" oder auch „Engineered in Germany“ drauf zuschreiben! Das währe reell!

...meine 100% Zustimmung.

Krampf

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 27. Januar 2012 - 14:11

Und wie geht man mit Produkten um, die in Deutschland von auslaendischen Arbeitskraeften zusammengebastelt werden?

ganz entspannt, denn auch

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 27. Januar 2012 - 14:49

ganz entspannt, denn auch die zahlen Steuern, tragen hier zur Wirtschaft bei, und ermöglichen damit Leistungen für alle, die hier leben und arbeiten (Bildung, Kultur Infrastruktur, ...)

Daneben

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 29. Januar 2012 - 12:54
Gast schrieb:

Und wie geht man mit Produkten um, die in Deutschland von auslaendischen Arbeitskraeften zusammengebastelt werden?

Da hat mal wieder einer das Thema aber auch so gar nicht verstanden...

Wie...

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 29. Januar 2012 - 19:25

kann man bloss so derart

Gast schrieb:

Und wie geht man mit Produkten um, die in Deutschland von auslaendischen Arbeitskraeften zusammengebastelt werden?

am Kern eines Themas vorbeiargumentieren? Krampf, in der Tat...

Sein

Eingetragen von
Gast
am Montag, 30. Januar 2012 - 07:37

Krampf ... 8-)

Bratwurstproblem

Eingetragen von
uncas
(Neuankömmling)
am Freitag, 27. Januar 2012 - 14:22

Den Nürnberger Rostbratwürsten soll das "Nürnberg" aberkannt werden, weil in Nürnberg nur ein Bruchteil der benötigten Schweine leben. Die Därme kommen eh aus China. Welche Rohstoffe gibts denn noch aus Deutschland?

Und der

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 27. Januar 2012 - 15:16

Münchener Weißwurst sollte das 'Wurst' aberkannt werden ... 8-)

Das wird Leica

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 27. Januar 2012 - 14:24

aber hart treffen...

Gast schrieb: aber hart

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 27. Januar 2012 - 17:28
Gast schrieb:

aber hart treffen...

Warum?
Die mechanischen Bauteile kommen aus dem Leica Werk in Portugal, der Sensor aus USA und die Software und Elektronik aus Deutschland (Jenoptik).
Zusammenbau und Endkontrolle finden auch in Deutschland statt.
Bei den Objektiven kommt sogar fast alles aus Deutschland.

Gast schrieb: aber hart

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 27. Januar 2012 - 22:21
Gast schrieb:

aber hart treffen...

Wieso? Trotz des Werks in Portugal fertigt Leica auch vieles in Solms. Einfach mal vorbeifahren und eine Werksführung mitmachen. Die machen kein Geheimnis draus, wie sie dort arbeiten.

Leica made by Panasonic

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 28. Januar 2012 - 11:24

...und von Panasonic kommen nur die kompletten Kameras, einschließlich der Objektive mit irreführenden Bezeichnungen. Zur Beruhigung: Vielleicht wird noch die Bedienungsanleitung in Deutschland gedruckt.

Gast schrieb:
Gast schrieb:

aber hart treffen...

Wieso? Trotz des Werks in Portugal fertigt Leica auch vieles in Solms. Einfach mal vorbeifahren und eine Werksführung mitmachen. Die machen kein Geheimnis draus, wie sie dort arbeiten.

Lieber eine Panasonic "Made in Japan" (oder China)

Eingetragen von
Gast
am Montag, 30. Januar 2012 - 09:29
Gast schrieb:

...und von Panasonic kommen nur die kompletten Kameras, einschließlich der Objektive mit irreführenden Bezeichnungen. Zur Beruhigung: Vielleicht wird noch die Bedienungsanleitung in Deutschland gedruckt.

Gast schrieb:
Gast schrieb:

aber hart treffen...

Wieso? Trotz des Werks in Portugal fertigt Leica auch vieles in Solms. Einfach mal vorbeifahren und eine Werksführung mitmachen. Die machen kein Geheimnis draus, wie sie dort arbeiten.

die funktioniert als eine LEICA "Made in Germany" die andauernd nach Solms zum CS muss!

Nun ja, zumindest die sehr häufig nötige und sehr lange Bearbeitungszeiten in Anspruch nehmende Fehlerbehebung ist bei LEICA garantiert "Made in Germany". :-(

Gast schrieb: ...und von

Eingetragen von
Gast
am Montag, 30. Januar 2012 - 14:51
Gast schrieb:

...und von Panasonic kommen nur die kompletten Kameras, einschließlich der Objektive mit irreführenden Bezeichnungen.

Du hast aber schon verstanden, daß es um die Pana-Leicas gerade NICHT geht? Die sind ohnehin schon immer als "Made in Japan" gelabelt.

Und Leica?

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 27. Januar 2012 - 14:29

Was soll aus denen werden wenn die reichen Chinesen begreifen, dass das Zeugs aus China kommt und in Teutsschland nur zusammengeklebt wird?

Zustimmung thoMas

Bild von OhWeh
Eingetragen von
OhWeh
(Inventar)
am Freitag, 27. Januar 2012 - 14:41

"Kurzkommentar dazu: So verwässert man auf längere Sicht ein wertvolles Gütesiegel und beschädigt jene Hersteller, die tatsächlich in Deutschland produzieren, weil auch ihr „Made in Germany“ dann fragwürdig erscheint. Ich plädiere für ein „Engineered in Germany“ für jene, die nicht hier produzieren, deren Produkte aber auf maßgeblicher Entwicklungsarbeit hierzulande beruht."

Auf meinen Continental-Sommerreifen steht "Engineered in Germany". Auf einem meiner Kochtöpfe steht "Made in Switzerland" auf dem späteren Exemplar (gleiches Modell) steht nur noch "Designed in Switzerland", denn inzwischen läßt die Firma in Deutschland fertigen.

Auf vielen Markenprodukten steht ja inzwischen "Made by MARKENNAME" Da weiß man dann . Made in Billiglohnland. (Rösle z.B. um mal beim Beispiel Küche zu bleiben)

OhWeh

Zustimmung

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 27. Januar 2012 - 14:59

sehe ich genau so: was drauf steht soll auch drin sein.

Dann kann jeder entscheiden was er kaufen möchte: ein Produkt das vorwiegend hier konsturiert UND gebaut wurde (made) oder ein Produkt das hier nur konsturiert (engineered) wurde. der Verbraucher entscheidet dann, im In- wie im Ausland. Hier wird der Nutzen für die Deutsche Wirtschaft womöglich überwiegen, das 'Made in Germany' bekommt einen exklusiveren Stellenwert. Schliesslich hat das Label mit seiner, von England betriebenen, Einführung uns auch nicht geschadet und damals stimmte die Bezeichnung ja auch noch.

Man stelle sich vor

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 27. Januar 2012 - 15:14

'Made in Germany' wäre keine leere Hülle mehr, sondern ganz reale Realität: Vollbeschäftigung. Weniger, dafür qualitätsvollere Produkte. Und Menschen, die sich das auch wieder leisten können - und wollen ...

Wo ist Germany?

Eingetragen von
no_photo_please
(Inventar)
am Freitag, 27. Januar 2012 - 16:04
Gast schrieb:

'Made in Germany' wäre keine leere Hülle mehr, sondern ganz reale Realität: Vollbeschäftigung. Weniger, dafür qualitätsvollere Produkte. Und Menschen, die sich das auch wieder leisten können - und wollen ...

Der Hauptfeind dieser Idee ist wohl das internationale Profitgangstertum. Diese Kreise, die die Welt "globalisieren", führen den "Totalen Krieg" mit anderen Mitteln. Gegen die Welt. Und Germany ist da nur EIN Kampfplatz.

MfG

____________________________
Wissen ist Macht.

[Francis Bacon, 1561 - 1626]

Der Hauptfeind dieser Ideen

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 28. Januar 2012 - 19:01

- die an sich nur besagen, dass globales Denken und lokales Handeln ineinandergreifen sollten - sind selbstgefällig dumme Politiker, und die blinde Arroganz jener, die wirklich die Macht hätten, die Dinge zu lenken ...

Die vermeintliche Dummheit hat Methode

Eingetragen von
no_photo_please
(Inventar)
am Sonntag, 29. Januar 2012 - 15:42
Gast schrieb:

- die an sich nur besagen, dass globales Denken und lokales Handeln ineinandergreifen sollten - sind selbstgefällig dumme Politiker, und die blinde Arroganz jener, die wirklich die Macht hätten, die Dinge zu lenken ...

In bestimmten Sphären der Macht und des Geldes handeln viele Menschen nicht mehr sozial oder gerecht. Denn diese Leute sagen sich: "Ich bin gottgleich, muss ich mich jetzt wirklich noch um die armen Millionen Würste da unten kümmern? Warum bin ICH denn ganz oben? Weil Gott MICH gerufen hat, Herr über die Schafe zu sein." Zudem haben solche Leute immer ein Problem, das gleiche übrigens, das Menschen im gewöhnlichen Arbeitsprozess haben, wenn ihnen die Chance zum Aufstieg möglich ist: Wenn sie sich nicht im wesentlichen so verhalten, wie die Mischpoke, die sie gerufen hat, werden sie wieder zurück in die Masse getreten. Dann wird sich schon irgend ein Ar***loch finden, das sich konform verhält.

Schaut mal unseren BP an: Der klammert sich nicht ohne Grund an die Macht...

MfG

__________________________
Wissen ist Macht.

[Francis Bacon, 1561 - 1626]

Bei DEM

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 29. Januar 2012 - 16:10

garantierten Ruhestands-Genuss, den er als gedienter BP lukrieren darf, macht er sich wohl noch gern und ausreichend lang zum Klammeraffen ... wenn ihn nicht noch einer aus der Mischpoke ungnädig zurück tritt. 8-)

Dummheit

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 29. Januar 2012 - 17:01

hat nie Methode. Sie ist das genaue Gegenteil davon.
So zum Beispiel auch dort, wo sich die Soldaten des Kapitalsmus ständig selbst in die Knie schießen, und daraus messerscharf den Endsieg des Kapitalismus ableiten.
Aber diese "Methode" ist uns als Deutsche auch von anderen Spastikern jeglicher Ismen wohl vertraut ...

Bravo! Als älterer

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 27. Januar 2012 - 19:17

Bravo! Als älterer Fotofachverkäufer und Fotograf, der stolz verkauft und benutzt hat, was hier mal entwickelt und auch produziert wurde, möchte ich auch ein Stück zurückrudern aus dieser oberflächlichen, scheissegalen gewordenen Gesellschaft!

Was ist entscheidend?

Eingetragen von
no_photo_please
(Inventar)
am Freitag, 27. Januar 2012 - 15:55

Eine interessante Frage...

Entwickelt oder hergestellt...: Am Ende entscheidet doch die Gebrauchsqualität darüber, wieviel wert ein Gütesiegel ist.
Es gibt genug alltägliche Beispiele, die zeigen, dass Marken, auf die man sich mal verlassen hat, eher von ihrem Mythos profitieren.

Es spielt für mich persönlich keine Rolle, ob "Made in xxx!" etwas bedeutet - am Ende des Tages kaufe ich die Produkte die sich als am besten und verlässlichsten herausgestellt haben. Egal wo sie entwickelt oder von wem sie produziert wurden.
Die 70-er sind vorbei...

MfG

_____________________________________________
Wissen ist Macht.

[Francis Bacon, 1561 - 1626]

Süß

Eingetragen von
Grüßender
(Hausfreund)
am Freitag, 27. Januar 2012 - 16:00

Wozu der ganze Streit um das kleine, niedliche Siegel "made in [hier Staat einfügen]"? Nicht nur Großkonzerne wie VW, "Daimler-Benze" & Co produzieren weltweit auch zahlreiche Mittelständler. In Europa redet man vom zusammenwachsen eines Kontinents am Ende gar zu sowas wie einem neuen Staat. Was dann wohl aus "Made in Germany" wird?

Diese Titel sollten in einer globalisierten Welt mehr als überflüssig sein, heucheln sie doch sowieso nur falsche Tatsachen vor: ein Sakko "Made in Germany" wird doch gern in unter einer Stunde irgendwo auf der Welt genäht. Die größte Zeit geht dann hierzulande dafür drauf, Knöpfe von Hand anzunähen, nur um am Ende auch wirklich "Made in Germany" einsticken zu können.

Sowas braucht doch wohl kein Mensch. Auch Mittelständler (hoffentlich) nicht!

Europäische Union

Eingetragen von
Globres
(Liebhaber)
am Freitag, 27. Januar 2012 - 16:16

Es gibt auch die Herkunftsauszeichnung "Made in EU". Wer erbringt nun die 45%? Vielleicht handgefertigt im Werksunterricht von der EU Kommission?
Globres

Made in Germany

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 27. Januar 2012 - 18:17

Hier eine wahre Begebenheit:

Auf einem üppig motorisierten Audi A 6 waren vom Hersteller 4 Hochgeschwindigkeitsreifen eines namhaften Herstellers aufgezogen. Alle 4 von einer der bekanntesten deutschen Marken. Die Halterin des Fahrzeuges pflegte seine Leistungsfähigkeit durchaus zu nutzen: Lange Autobahnfahrten mit Geschwindigkeiten bis 250 km/h hatten wiederholt stattgefunden.
Eines Tages bemerkte ich zufällig bei einem dieser Reifen - er war zu diesem Zeitpunkt höchstens 2 Jahre alt - einen längeren Riß, über 10 cm lang, 1-2 Millimeter breit, dort wo die profilierte Lauffläche in die Seitenwand übergeht als wollte die Lauffläche von der Reifenwand abplatzen. Besorgt prüfte ich die übrigen Reifen. Bei zwei weiteren fand ich ebenfalls solche Risse, einer sogar schon 15 cm lang. Ein einziger der 4 Reifen war ohne Riß.

Zu meiner Verwunderung fand ich "im Kleingedruckten" auf der Reifenflanke, daß dieser berühmte deutsche Reifenhersteller anscheinend ein Werk in Japan betreibt oder von einem japanischen Reifenhersteller zuliefern läßt: "Made in Japan". Es stand auf jedem der drei schadhaften Reifen. Auf dem 4. Reifen, dem ohne Riß, stand an der betreffenden Stelle: "Made in Germany".

Diese Beobachtung war natürlich nicht "statistisch signifikant", dennoch machte sie mich sehr nachdenklich.

Nun,

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 28. Januar 2012 - 11:11

ich will die "wahre Begebenheit" nicht in Abrede stellen. Sie erstaunt mich aber doch: Habe ich Japan doch als ein Land kennengelernt, in dem Deutschland als Vorbild gilt, das es zu übertreffen gilt. Besonders was Qualitätsmanagement/-kontrolle angeht, die in Japan mit einem gewissen "Fanatismus" betrieben wird. Wie oft habe ich den Spruch, vorgetragen mit stolz geschwellter Brust, in den verschiedensten Formulierungen gehört: "Deutschland ist Spitze, und wir haben's geschafft, in der 5. Nachkommastelle einen kleinen Tick besser zu sein." Und auch von Deutschen Hightechunternehmen habe ich schon das Eingeständnis gehört, dass man sich nach Jahren erfolgloser Ursachenforschung dann vertrauensvoll an die Japanischen Partner gewandt hat -- und die einem direkt die Ursache des Problems (Lippenstift) nennen konnten...

Von daher: Sind Sie sicher, dass da "Made in Japan" drauf stand? Oder war's eher "Made in Paramudistan?"

Made in xxx ist eh obsolet...

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 27. Januar 2012 - 16:33

Made in Germany, ist doch heute, in den Tagen der Globalisierung eh obsolet. Am Ende macht doch nur noch das Design/Konstruktion und Qualitätskontrolle einen Unterschied.

Selbst in sowas banalem wie einem Becher Erdbeeryoghurt stecken heute viele Tausend Kilometer Transportwege von Zulieferungen. Nachzulesen z.B. hier: http://www.uni-kassel.de/beckenbach/files/pdfs/lehre/stoffstromoekonomik...

Wieviele Kilometer und Überschreitungen von Landesgrenzen stecken erstmal in sowas komplexem wie ein Auto? Oder ein Computer? Oder einer Kamera? Mit welchem Recht piniselt z.B. Leica "Made in Germany" auf die Knipse, wenn sie aus Einzelteilen aus aller Herren Länder zusammengeklebt ist?

Genau das war auch der Auslöser der Diskussion: Wenn Stahlseile in China hergestellt werden und in Nordkorea nur verschraubt werden, ist das dann ein Cinesisches oder Nordkoreanisches Produkt? http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/made-in-germany-industrie-fuerchte...

Kennzeichnungspflicht...

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 27. Januar 2012 - 16:58

Wer denkt das ich mich als Fotograf von einem Made in XXX anregen oder abhalten lasse das jeweils beste Gerät zu kaufen oder nicht zu kaufen der irrt. Das einzige was ausschlaggebend ist, ist die Verfügbarkeit und der Service der hinter der Anschaffung steht.

Bei sofort abschreibbaren Wirtschaftsgütern zählt das Preis – Leistungsverhältnis. Erfüllt es seinen Zweck werde ich es benutzen. Steht China darauf ist das zwar weniger schön, aber dann waren die eben schneller oder billiger. Was mich ärgert ist höchstens der Ideen Klau und die Selbstvertändlichkeit mit der der Diebstahl begangen wird. Da fehlt jegliches Unrechtsbewusstsein. Da wird auch noch gesagt der Kopierte soll doch darauf stolz sein das er kopiert wird!! So etwas schlägt dem Fass den Boden aus.

Das ist mit Made in „Sonstwo“ auch nicht zu bekämpfen. Für mich würde eine zwingend vorgeschriebene Kennzeichnung mit Haftungsadresse des Herstellers reichen. Wenn man damit jeden der unseriösen Gangster an den Hammelbeinen greifen kann ist allen geholfen. Man kann sehen wo der Artikel hergestellt (Zulieferteile eingeschlossen) wurde und wer verantwortlich ist.

Wenn ich mir in Deutschland bei einem Blitzgerät aus dem Ami Land einen Stromschlag einfange dann ist der Produzent des Blitzgerätes schuld und nicht der Verkäufer in den Niederlanden wo ich es gekauft habe. Mit der Haftungskennzeichnung eine einfache Sache. Wer sich keine Kennzeichnung beschaffen kann ist in der EU vom Verkauf seiner Produkte ausgeschlossen.

Damit sind zwei Fliegen mit einer Klatsche erschlagen.

Gütesiegel

Eingetragen von
DingDongDilli
(Inventar)
am Freitag, 27. Januar 2012 - 21:05

Diese ganzen Gütesiegel mit "Made in..." sind doch sowieso nur noch eine Reminiszenz aus den tiefsten Zeiten des Protektionsismus, wo jedes vom Nationalstolz getriebene Land seine Produkte als die Besten hielt und sich vom internationalen Wettbewerb abschotten wollte. So nach dem Motto "Fremde Produkte schlecht, einheimische Produkte gut"... Ich kann mich noch gut erinnern, wie in den 70/80er-Jahren über japanische Autos hergezogen wurde; zum großen Teil dieselben "Argumente" werden jetzt gegen Autos aus chinesischer Produktion wiederverwendet. So wiederholt sich die Geschichte...

Jedenfalls sind heute Autos bzw. allgemein Produkte aus japanischer Produktion über jeden Zweifel erhaben (und schneiden sogar in manchen Sicherheitstests oder bei den Abgaswerten besser ab als deutsche Autos) und die chinesischen Produkte geniessen über einen immer besseren Ruf. Umgekehrt ist die "gute deutsche Wertarbeit" schon längst nicht mehr das was sie mal war; ein Gütesiegel sagt also rein gar nichts mehr über die Qualität eines Produktes aus...

Na ja

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 27. Januar 2012 - 21:52

es soll schon mal Zeiten gegeben haben, als Made in Germany wenigstens außerhalb von Deutschland tatsächlich als Gütesiegel galt. Nicht zuletzt, wenn man dort den unmittelbaren Vergleich zu anderem Mad hatte ...

Wenn das Gütesiegel

Bild von Hififan
Eingetragen von
Hififan
(Inventar)
am Freitag, 27. Januar 2012 - 22:16
DingDongDilli schrieb:

Umgekehrt ist die "gute deutsche Wertarbeit" schon längst nicht mehr das was sie mal war; ein Gütesiegel sagt also rein gar nichts mehr über die Qualität eines Produktes aus...

auch dem Synonym entspricht wofür es im Ursprung stand ist doch alles beim Alten, oder auch heute wieder seinen Ursprung wert! Ja wenn das Wort wenn nicht währ! Es beinhaltet aber auch die Wiederentdeckung alter Tugenden, mit denen die wenigsten heute etwas anfangen können.
Dazu gehören
- Aufrichtigkeit
- Bescheidenheit
- Disziplin
- Fleiß
- Gerechtigkeitssinn
- Toleranz
- Ordnungssinn
- Pflichtbewusstsein
- Pünktlichkeit
- Zuverlässigkeit
- und viele andere in Deutschland untergegangenen Tugenden

(Danke Wiki für die Unterstützung.)

Statt dessen herrschen Korruption und Perfidität das einem schlecht werden kann!

Deutschland schafft sich ab

Eingetragen von
DingDongDilli
(Inventar)
am Samstag, 28. Januar 2012 - 08:24
Hififan schrieb:

- und viele andere in Deutschland untergegangenen Tugenden

Allerdings. Und leider.

Zitat:

Statt dessen herrschen Korruption und Perfidität das einem schlecht werden kann!

Ja. Aber das klingt mir jetzt zu sehr danach, als ob der Werteverlust nur in den Chefetagen stattfinden würde. Ganz unten ist es aber auch nicht viel besser. Fügen wir also noch Faulheit, Dummheit, Spaßmentalität, Schlamperei sowie Vulgarität hinzu – und dann sind wir uns einig...

Nein nein,

Bild von Hififan
Eingetragen von
Hififan
(Inventar)
am Samstag, 28. Januar 2012 - 10:38
DingDongDilli schrieb:

Ja. Aber das klingt mir jetzt zu sehr danach, als ob der Werteverlust nur in den Chefetagen stattfinden würde. Ganz unten ist es aber auch nicht viel besser. Fügen wir also noch Faulheit, Dummheit, Spaßmentalität, Schlamperei sowie Vulgarität hinzu – und dann sind wir uns einig...

das war schon genau so gemeint, bis hinunter zum Letzten Glied dieser Gesellschaft! In allen Bevölkerungsschichten ist Perfidität Volkssport Nummer 1!!!

Der Fisch

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 28. Januar 2012 - 16:58

fängt IMMER am Kopf zu stinken an ...

DingDongDilli und Hififan haben Deutschland abgeschafft!

Bild von Der Spaniel
Eingetragen von
Der Spaniel
(Inventar)
am Samstag, 28. Januar 2012 - 18:33
DingDongDilli schrieb:
Hififan schrieb:

- und viele andere in Deutschland untergegangenen Tugenden

Allerdings. Und leider.

Zitat:

Statt dessen herrschen Korruption und Perfidität das einem schlecht werden kann!

Ja. Aber das klingt mir jetzt zu sehr danach, als ob der Werteverlust nur in den Chefetagen stattfinden würde. Ganz unten ist es aber auch nicht viel besser. Fügen wir also noch Faulheit, Dummheit, Spaßmentalität, Schlamperei sowie Vulgarität hinzu – und dann sind wir uns einig...

Och, arme Deutsche. Alles am Ende. Alles vorbei. Jetzt geht es bergab mit Deutschland. Gut, daß ihr vorher noch Bescheid gegeben habt.

Nix mehr mit preußischen Tugenden.

Alles für die Katz.

Und dabei hat sich die Herrenrasse doch so viel Mühe gegeben.

Der Spaniel. Wau!

P.S.: Sitzt ihr beiden nur vor der Glotze, oder geht ihr auch mal vor die Tür? Arbeiten, soziales Leben und so?

Hififan schrieb:

Bild von Der Spaniel
Eingetragen von
Der Spaniel
(Inventar)
am Samstag, 28. Januar 2012 - 09:32
Hififan schrieb:
DingDongDilli schrieb:

Umgekehrt ist die "gute deutsche Wertarbeit" schon längst nicht mehr das was sie mal war; ein Gütesiegel sagt also rein gar nichts mehr über die Qualität eines Produktes aus...

auch dem Synonym entspricht wofür es im Ursprung stand ist doch alles beim Alten, oder auch heute wieder seinen Ursprung wert! Ja wenn das Wort wenn nicht währ! Es beinhaltet aber auch die Wiederentdeckung alter Tugenden, mit denen die wenigsten heute etwas anfangen können.
Dazu gehören
- Aufrichtigkeit
- Bescheidenheit
- Disziplin
- Fleiß
- Gerechtigkeitssinn
- Toleranz
- Ordnungssinn
- Pflichtbewusstsein
- Pünktlichkeit
- Zuverlässigkeit
- und viele andere in Deutschland untergegangenen Tugenden

(Danke Wiki für die Unterstützung.)

Statt dessen herrschen Korruption und Perfidität das einem schlecht werden kann!

Ja ja, kennt man alles von Sarrazin und NPD. Heute ist alles schlecht, früher war alles besser, vor allem zwischen 1933-1945, da konnten die Deutschen ihre Tugenden so richtig ausleben.

Deutschland und seine Tugenden sind dem Untergang geweiht, gelle!

Du träumst von einem Zustand, den die "Deutschen" nie inne hatten. Aber verkürzte und stark vereinfachende Darstellungen sind ja deine Spezialität.

Der Spaniel. Wau!

P.S.: Und überhaupt wird viel zu wenig Deutsch in Deutschland gesprochen!

Ich weiss nicht in welche Kategorie Sie gehören

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Eingetragen von
Hififan
(Inventar)
am Samstag, 28. Januar 2012 - 11:26

aber bei Ihrer Paranoia würde ich mich einweisen lassen! Oder aber Sie sind der Blindeste und Höhrigste BRD Bürger den es gibt!

Nachtrag: Nein ich würde Ihre Familie ob Ihrer politischen Meinung nicht zu Fischfutter verarbeiten lassen! Ja nicht einmal ein Haar krümmen!

Ja Sarrazin hat in vielen Punkten Recht! Aber im nicht Demokratischen Deutschland sind in Anbetracht der Geschichte solche Fakten von der Regierung wegen nicht erwünscht und werden im Keim erstickt bzw lächerlich diskutiert!

Hififan schrieb: aber bei

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Der Spaniel
(Inventar)
am Samstag, 28. Januar 2012 - 13:38
Hififan schrieb:

aber bei Ihrer Paranoia würde ich mich einweisen lassen! Oder aber Sie sind der Blindeste und Höhrigste BRD Bürger den es gibt!

Nachtrag: Nein ich würde Ihre Familie ob Ihrer politischen Meinung nicht zu Fischfutter verarbeiten lassen! Ja nicht einmal ein Haar krümmen!

Ja Sarrazin hat in vielen Punkten Recht! Aber im nicht Demokratischen Deutschland sind in Anbetracht der Geschichte solche Fakten von der Regierung wegen nicht erwünscht und werden im Keim erstickt bzw lächerlich diskutiert!

So, da haben wir endlich des Pudels Kern.

Deutschland ist nicht demokratisch? "Fakten" hat der liebe Sarrazin also in sein Schmierbuch geschrieben. Nicht vielleicht populistische Hetze, damit sich sein Buch möglichst erfolgreich verkauft? Und seine Äußerungen wurden im Keim erstickt? Kann man sein Werk also nicht mehr kaufen? In Deutschland gibt es also kein Recht auf freie Meinungsäußerung mehr, welches selbst den Pennern von der NPD und deren geistiger Gefolgschaft erlaubt, ihre Dümmlichkeit bei jeder Gelegenheit zu präsentieren?

Und ich bin paranoid?

Der Spaniel. Wau!

Ich weiß nicht in welchen

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Eingetragen von
Hififan
(Inventar)
am Samstag, 28. Januar 2012 - 15:21

Gesellschaftskreisen Sie sich bewegen, aber in der Ihren ist man scheinbar mit Blindheit geschlagen.
Bleiben Sie mal schön Regierungstreu, das passt schon!

Hififan schrieb:

Bild von Der Spaniel
Eingetragen von
Der Spaniel
(Inventar)
am Samstag, 28. Januar 2012 - 18:26
Hififan schrieb:

Gesellschaftskreisen Sie sich bewegen, aber in der Ihren ist man scheinbar mit Blindheit geschlagen.
Bleiben Sie mal schön Regierungstreu, das passt schon!

"Aber in der Ihren?" ;-)

Du hast nichts verstanden. Du machst es dir immer schön einfach, gelle? Übrigens, den Gesellschaftskreisen, in denen ich mich bewege, gehören mündige Bürger an, die weder populistischen Rattenfängern auf den Leim gehen, noch der Regierung alles abnehmen. Mit Regierungstreue hat mein voriger Kommentar nicht im geringsten etwas zu tun - den hast Du noch nicht einmal ansatzweise verstanden. Aber deine simplen Reaktionen zeigen nur eins, dass du dem Thema nicht gewachsen bist.

Hier ein Link für dich: http://www.bpb.de

Vielleicht ist noch etwas zu retten. Ist wahrscheinlich aber auch nur Regierungspropaganda, oder?

Der Spaniel. Wau!

Zwischenfrage

Eingetragen von
DingDongDilli
(Inventar)
am Samstag, 28. Januar 2012 - 15:30
Der Spaniel schrieb:

"Fakten" hat der liebe Sarrazin also in sein Schmierbuch geschrieben. Nicht vielleicht populistische Hetze, damit sich sein Buch möglichst erfolgreich verkauft?

Bevor wir weiterdiskutieren: Haben Sie Sarrazins Buch gelesen? Ich meine jetzt nicht auszugsweise (also die von der Skandal-/Boulevardpresse aus dem Kontext heraus gerissenen Sätze), sondern integral...

Bellen

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Gast
am Samstag, 28. Januar 2012 - 18:05
DingDongDilli schrieb:
Der Spaniel schrieb:

"Fakten" hat der liebe Sarrazin also in sein Schmierbuch geschrieben. Nicht vielleicht populistische Hetze, damit sich sein Buch möglichst erfolgreich verkauft?

Bevor wir weiterdiskutieren: Haben Sie Sarrazins Buch gelesen? Ich meine jetzt nicht auszugsweise (also die von der Skandal-/Boulevardpresse aus dem Kontext heraus gerissenen Sätze), sondern integral...

Seit wann können Hunde lesen?

DingDongDilli schrieb: Der

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Der Spaniel
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am Samstag, 28. Januar 2012 - 18:08
DingDongDilli schrieb:
Der Spaniel schrieb:

"Fakten" hat der liebe Sarrazin also in sein Schmierbuch geschrieben. Nicht vielleicht populistische Hetze, damit sich sein Buch möglichst erfolgreich verkauft?

Bevor wir weiterdiskutieren: Haben Sie Sarrazins Buch gelesen? Ich meine jetzt nicht auszugsweise (also die von der Skandal-/Boulevardpresse aus dem Kontext heraus gerissenen Sätze), sondern integral...

Ich habe die Erstausgabe gelesen.

Der Spaniel. Wau!

Skepsis

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DingDongDilli
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am Samstag, 28. Januar 2012 - 19:24
Der Spaniel schrieb:

Ich habe die Erstausgabe gelesen.

Wenn Ihnen das Buch wirklich bekannt ist, dann kann ich Ihre Kritik erst recht nicht nachvollziehen. Denn Sarrazin kann nicht geschrieben haben, dass früher alles besser war – ganz einfach weil er fast keine Vergleiche mit Früher zieht. Das überlässt er der Interpretation des Lesers. Ausserdem sind seine Analysen (er wertet im Buch eigentlich nur statistische Daten aus) seltenst wertend; von menschenverachtenden/fremdenfeindlichen Äusserungen kann erst recht nicht die Rede sein...

DingDongDilli schrieb: Der

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Der Spaniel
(Inventar)
am Sonntag, 29. Januar 2012 - 08:47
DingDongDilli schrieb:
Der Spaniel schrieb:

Ich habe die Erstausgabe gelesen.

Wenn Ihnen das Buch wirklich bekannt ist, dann kann ich Ihre Kritik erst recht nicht nachvollziehen. Denn Sarrazin kann nicht geschrieben haben, dass früher alles besser war – ganz einfach weil er fast keine Vergleiche mit Früher zieht. Das überlässt er der Interpretation des Lesers. Ausserdem sind seine Analysen (er wertet im Buch eigentlich nur statistische Daten aus) seltenst wertend; von menschenverachtenden/fremdenfeindlichen Äusserungen kann erst recht nicht die Rede sein...

Schön doof, wer das glaubt.

Kurzes Zitat aus der Einleitung:

Dass Sarrazins Vorgehen nicht wissenschaftlichen Standards entspricht, zeigt sich
auch an der mangelhaften Differenzierung zwischen verschiedenen Gruppen, den
damit einhergehenden Aussagen und den daraus resultierenden Schlussfolgerungen.
Ein Beispiel für die verwirrende Begriffspraxis ist das Hin- und Herspringen zwischen
‚muslimischen Migranten‘, ‚Menschen mit muslimischem Migrationshintergrund‘,
‚Türken‘, ‚türkischen Migranten‘, ‚Menschen mit türkischem Migrationshintergrund‘:
Mal müssen ‚Türken und Araber‘ stellvertretend für alle ‚muslimischen Migranten‘
herhalten, mal wird „Menschen mit muslimischem Migrationshintergrund“ pauschal
eine arabische oder türkische Herkunft zugewiesen. Dass Thilo Sarrazin es mit der
Wissenschaft nicht allzu ernst meint, zeigt er, wenn er in seinem Buch auf Seite 297
wissenschaftliche Ergebnisse zum Thema Kriminalität aus dem „Integrationsbericht
2009“ zitiert6 und sie folgendermaßen kommentiert: „Bei diesem Geschwurbel wird
offenbar empirische Wissenschaft mit politischer Theologie verwechselt. […] Die
Autoren sollten einmal den Polizeikommissar Florian Södding auf einem Streifengang
durch den Stadtteil Wedding im Bezirk Mitte begleiten.“7 Oder wenn er eine Quelle
aus der Berliner Morgenpost sehr subjektiv wiedergibt: „82 000 Menschen leben
dort, die Hälfte mit türkischem und arabischem Migrationshintergrund. Die Gewalt,
darunter 104 Übergriffe auf Polizisten in einem Jahr, kommt fast ausschließlich aus
der Gruppe der Migranten“ - Die Quelle sieht im Original folgendermaßen aus: „Von
den 82.114 Menschen in dem Bezirk hat mindestens jeder Zweite einen
Migrationshintergrund. Im vorigen Jahr gab es 104 Übergriffe gegen Polizisten, allein
in Söhrings Revier.“

Kann man aber auch alles anders sehen:

Sichtbare Dynamik der Bildungsverläufe

Die konsequent vertretene These Thilo Sarrazins, dass speziell bei der Gruppe der
Muslime in Deutschland keine positive Entwicklung der Bildungssituation zu
konstatieren sei, was er auf kulturelle Grundmuster der Sozialisation zurückführt,
findet keine Entsprechung im statistischen Datenmaterial und ist damit empirisch
nicht haltbar. Die Dynamik des Bildungserfolges ist über die Generationenfolge
klar erkennbar und müsste in eine Zukunftsprognose als solche mit einfließen.
Bildungsanstieg bei zweiter Generation
Empirisch ist nachweisbar, dass bei sämtlichen Zuwanderungsgruppen mit
muslimischem Migrationshintergrund, die Angehörigen der zweiten Generation
deutlich häufiger als ihre Elterngeneration das deutsche Schulsystem mit einem
Schulabschluss verlassen. Dies widerspricht der These Sarrazins, dass es
hinsichtlich der Bildungsabschlüsse von Personen mit muslimischem
Migrationshintergrund auch über die Generationenfolge hinweg keine positive
Entwicklung gäbe.

Personen mit türkischem Migrationshintergrund liegen zurück, aber Dynamik
des Bildungsaufstiegs am höchsten

Laut Mikrozensus 2008 haben in der Gruppe der Personen mit türkischem
Migrationshintergrund 22,4% der Bildungsinländer einen höheren
Bildungsabschluss, das heißt, Abitur oder Fachabitur. Die erste Generation der
Gastarbeiter hatte hingegen nur zu 3% einen höheren Bildungsabschluss. Dies ist
ein Bildungsanstieg von ca. 650%; bei Zugrundelegung der MLD-Daten des
Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist es sogar ein Anstieg von
ca. 800%, obwohl gerade Personen mit türkischem Migrationshintergrund von
Sarrazin als besonders lernunfähig dargestellt wurden.
Höhere Bildungsaspiration bei Familien mit türkischem Migrationshintergrund
Sarrazin unterstellt dieser Gruppe auch Lernunwilligkeit. Dennoch wird gerade
Familien mit türkischem Migrationshintergrund eine höhere Bildungsaspiration
im Vergleich zu Familien ohne Migrationshintergrund beim gewünschten
Schulabschluss Abitur attestiert.

Angleichung der Bildungssituation im Zeitverlauf

Die PISA-Studie 2009 stellt infolge eines stetigen Bildungsanstieges bei
Jugendlichen mit Migrationshintergrund einen Rückgang der Disparitäten
zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergund fest. Zugleich wird
herausgestellt, dass im Erhebungszeitraum bei Jugendlichen ohne
Migrationshintergrund kaum Kompetenzsteigerungen zu verzeichnen sind.
Deutlicher Anstieg bei der beruflichen Qualifikation im Generationenverlauf
Während bei der ersten Generation der Menschen mit türkischem
Migrationshintergrund der Anteil der unqualifizierten Berufsabschlüsse bei 68%
lag, sank er bereits bei der nachfolgenden Generation auf 27%.
Zahl von Hartz IV-Bezügen bei Personen mit türkischem Migrationshintergrund
höher, aber niedriger als dargestellt
Hier sind Schwächen innerhalb der Gruppe der Personen mit türkischem
Migrationshintergrund zu beobachten, die laut Mikrozensus 2008 zu 9,5% ihren
Lebensunterhalt überwiegend aus Hartz-IV bestreiten, während dies bei der
Bevölkerung ohne Migr.hintergrund nur zu 3,5% zutrifft. Dennoch steht diese Zahl
der durch Sarrazin suggerierten Hartz-IV-Quote von 40% stark abweichend
gegenüber.

Sprachkenntnisse bei großer Mehrheit gut

Der Vorwurf Sarrazins, gerade die Personen mit türkischem
Migrationshintergrund würden sich nicht bemühen, Deutsch zu lernen, ist
empirisch nicht haltbar. Allensbach hat im Jahr 2009 für 70% der Personen mit
türkischem Migrationshintergrund gute bis sehr gute Kenntnisse der deutschen
Sprache ermittelt.
Kopftuchtragen hat abgenommen
Entgegen der geäußerten Annahmen von Thilo Sarrazin, dass das Kopftuch über
die Generationenfolge in Deutschland zunehme, nimmt die Häufigkeit des
Kopftuchtragens in der zweiten Generation signifikant ab. 70% der Frauen mit
muslimischem Migrations-hintergrund tragen kein Kopftuch. Fast 23% geben an,
immer ein Kopftuch zu tragen.

Über 90% der Schüler nehmen am Schwimmunterricht teil

Gerade der Schwimm- und Sportunterricht wird von Sarrazin als ein Kriterium für
die Verweigerung der kulturellen Integration markiert. Dabei liegt die Zahl der
Kinder, die an diesen Angeboten nicht teilnehmen bei 7-10%. Auch hier wird eine
Phantomdebatte geführt, die den empirischen Erkenntnissen nicht gerecht wird.
Nachbarschafts- und Freundschaftskontakte
Obwohl Sarrazin verschärfende Parallelgesellschaften und Abschottung
prognostiziert, werden die Kontakte von „Muslimen“ zu Personen deutsch-deutscher
Herkunft in der Nachbarschaft empirisch als zahlreich dargestellt: In
fast allen Gruppen der Muslime haben mehr als drei Viertel der Befragten häufig
Freundschafts- oder Nachbarschaftskontakte. Kontakte zu deutsch-Deutschen
sind auch am Arbeitsplatz hoch. Das Kriminologische Forschungsinstitut
Niedersachsen (KFN) hat gemessen, dass die Personen mit türkischem
Migrationshintergrund sich am liebsten deutsche Nachbarn wünschen, während
bei der Gruppe der deutsch-Deutschen der Wunsch nach türkischen Nachbarn an
letzter Stelle rangiert.

Aktive Selbstkritik statt „Opfer-Mentalität“

Die Verantwortlichkeit für gelingende Integration wird selbst von jenen Personen
türkischer Herkunft, die unter dem Generalverdacht der
‚Integrationsverweigerung‘ oder gar der ‚Integrationsunfähigkeit‘ stehen, in
deutlich höherem Maße der Zuwandererbevölkerung und damit sich selbst
zugeschrieben und nicht der Mehrheitsbevölkerung. In der zweiten
Zuwanderergeneration verstärkt sich diese Einschätzung.

Interethnische Partnerschaften

Thilo Sarrazin unterstellt speziell der Gruppe der Personen mit türkischem
Migrationshintergrund eine Verweigerungshaltung gegenüber interethnischen
Partnerschaften. Auch hier widersprechen die empirischen Trends seinen
Aussagen. Unter Berücksichtigung der Unterschiede zwischen der ersten und der
folgenden Einwanderergeneration wird für Personen mit türkischem
Migrationshintergrund eine Tendenz zu mehr interethnischen Partnerschaften in
späteren Generationen erkennbar. Besonders ab der 2. Generation steigt die Zahl
der binationalen Partnerschaften.

Zahl interreligiöser Ehen bei muslimischen Männern am höchsten

Trotz eines rückläufigen Trends haben muslimische Männer im Vergleich von
Christen und Muslimen die stärkste absolute Tendenz, Frauen außerhalb ihrer
eigenen Religionsgemeinschaft zu ehelichen. 33,5% der muslimischen Männer
heirateten im Jahr 2008 eine nicht-muslimische Frau. Dagegen heiraten die
deutsch-Deutschen zu 92% Deutsche OHNE Migrationshintergrund.

Kriminalitätsrate nicht in Abhängigkeit zur Religiosität

Der von Sarrazin suggerierte Zusammenhang zwischen Islam und Kriminalität in
Deutschland wird von seriösen Forschungs-einrichtungen und der Polizei
zurückgewiesen. Vielmehr gelten sozio-strukturelle Bedingungen und
Gewalterfahrung in der Familie als zentrale Motive für Jugendkriminalität.

Deutschland droht zum Auswanderungsland zu werden

Während Thilo Sarrazin befürchtet, Deutschland würde durch die stetige
Zuwanderung bald in seinen Strukturen nicht mehr erkennbar sein und zukünftig
mehrheitlich aus arabisch- und türkisch-sprechenden muslimischen Menschen
bestehen, konstatiert die Statistik, dass gerade bei der Gruppe der Personen mit
türkischem Migrationshintergrund seit neun Jahren ein negativer
Wanderungssaldo zu verzeichnen und die Nettozuwanderung von türkischen
Staatsangehörigen seit 2002 rückläufig ist.

Zuwanderungselite wendet sich ab

Bei Studierenden mit türkischem Migrationshintergrund äußern 36% Prozent den
Wunsch, in die fremde Heimat der Eltern abzuwandern.

Alles in allem: Sarrazins Buch ist rethorisch aufgehübschtes Stammtischgeschwurbel eines selbstverliebten Schlechtmenschen.

Der Spaniel. Wau!

So, so

Eingetragen von
DingDongDilli
(Inventar)
am Sonntag, 29. Januar 2012 - 10:15

Sie zitieren ja gar nicht aus Sarrazins Buch selbst, sondern aus dem Dokument "Sarrazins Thesen auf dem Prüfstand", das man im günstigsten Fall als eine recht eigenwillige Interpretation von Sarrazins Bemerkungen und im ungünstigsten Fall einfach nur als Pamphlet bezeichnen kann. Man könnte auch sagen, dass die Autorin Naika Fourutan einfach nur Sarrazins Buch "zerpflückt" und auseinander genommen hat; sie hat im Grunde genommen das Gleiche wie die Skandal-/Boulevardpresse gemacht, nur auf etwas höherem pseudo-wissenschaftlichem Niveau...

Dass Sie nicht Ihre eigenen Schlüsse aus Sarrazins Buch ziehen können bzw. sich nur auf fremde Quellen stützen, lässt die Vermutung aufkommen, dass Sie das Buch doch nicht gelesen haben. Wenn wir jetzt in einem Chat wären (wo eine Antwort ohne Zeitverzögerung zu erfolgen hätte), würde ich jetzt einen kleinen Test machen und Sie eine per Zufall ausgewählte Seite aus Sarrazins Buch auszugsweise zitieren lassen, aber leider kann ich eben jetzt nicht prüfen, ob Sie das Buch wirklich gelesen haben oder nicht, ohne dass Sie sich in irgendeiner Weise darauf vorbereiten können (Googeln, Buch ausleihen o.ä.). Sagen wir es mal so: Ich hab da den Verdacht, dass Sie das Buch gar nicht gelesen haben und alles was Sie bisher geschrieben haben, bekräftigt eher diesen Verdacht...

Traurig

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 29. Januar 2012 - 10:43

dass man dieses Buch und/oder die elende Diskussion drumherum überhaupt glaubt zitieren zu müssen ...

Made aus Deutschland, Speck aus China.

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 28. Januar 2012 - 14:45

Wahre Waren, Fall 1:
Mein Schwager hat meinem Sohn mal ein Fahrrad der Marke "Mistral" gekauft. Blau-silber. Aufschrift "Designed in Austria". Hergestellt wohl in China, oder? Falsch, hergestellt in Vietnam, unten am Tretlager war es eingestanzt. Einige Monate später das exakt gleiche Fahrad im Baumarkt, gleiche Ausstattung, gleiche Lackierung, gleiches Design für 70% des Preises. Nur das "Mistral" fehlte. Darauf bezog sich wohl das "Designed in...".

Wahre Waren, Fall 2:
Billige Bohrmaschine gekauft, brauchte sie nur als Antrieb für eine Fliesenschneidmaschine. Aufschrift "Lematec - Germany". Mir war schonn klar, dass das nur bedeutete, dass die Importfirma in Deutschland saß. Nach wenigen Wochen kaputt. Ich bin vom Fach und öffne das Ding. Am Motor ein Aufkleber mit chinesischem Gekritzel. Als ob es noch einen Beweis gebraucht hätte.

Wahre Waren, Fall 3:
Ich kann mich auf einen Artikel in einem alten Buch erinnern, der von der Situation in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg handelte. Nach langem Suchen habe ich einen Beleg im Netz dafür gefunden: http://www.snopes.com/business/genius/usa.asp. Hier wurde einfach eine japanische Stadt in "Usa" umbenannt, um "MADE IN USA" auf die Produkte schreiben zu können.

Was lernen wir daraus?
Deutschland ist vom Rande des Abgrundes noch sehr weit entfernt. Der ist nämlich viel viel weiter oben. Auch wenn jetzt die Herkunftsfälscher eine kleinen Dämpfer erhalten sollten, der Geist ist frei und die Fantasie hat Flügel. Vielleicht nennt man ja auch eine chinesische Stadt "Germany". Das wäre dann die erste Stadt der Welt, deren eigene Bewohner deren Namen nicht aussprechen könnten. Kommt ja ein R drin vor. Und der kleine Mann im Baumarkt oder die kleine Frau im Supermarkt ist mit "Designed in ..." oder "Engeneered in ..." mit Sicherheit überfordert. Zumal ja auf vielerlei Krempel nicht mal drauf steht wo das herkommt. Und wenn dann noch eine gute Qualitätsmarke wie Philips, AEG, Eumig, Grundig, Bosch oder was auch immer auf der Schachtel steht, dann gibt man für europäische Spitzenqualität doch gerne ein bisschen mehr aus, oder?

...Ich bin ebenfalls...

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 28. Januar 2012 - 15:48

...Für mehr Made in Germany, wo dieses Siegel zu finden ist. Ich halte die Reden der Industrie für reines Abwiegeln. Eine Leica wird auch gekauft, wenn sie nochmal einen Hunderter teurer ist, wobei ich die Produktionsdebatte für schwachsinnig erachte. Man könnte hier bauen, wenn man denn wollte. Man will nur nicht.

Das einzige was man möchte ist, Verluste aus dem Ausland in Deutschland abschreiben, also lieber wieder ein Werk im Ausland bauen. Das muss ein Ende haben... .

Richtig

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 29. Januar 2012 - 10:45
Gast schrieb:

...Für mehr Made in Germany, wo dieses Siegel zu finden ist. Ich halte die Reden der Industrie für reines Abwiegeln. Eine Leica wird auch gekauft, wenn sie nochmal einen Hunderter teurer ist, wobei ich die Produktionsdebatte für schwachsinnig erachte. Man könnte hier bauen, wenn man denn wollte. Man will nur nicht.

Das einzige was man möchte ist, Verluste aus dem Ausland in Deutschland abschreiben, also lieber wieder ein Werk im Ausland bauen. Das muss ein Ende haben... .

Genau darauf läuft's raus bzw. sollte es rauslaufen.

Das wird auch ein Ende haben

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 29. Januar 2012 - 10:51
Gast schrieb:

...Für mehr Made in Germany, wo dieses Siegel zu finden ist. Ich halte die Reden der Industrie für reines Abwiegeln. Eine Leica wird auch gekauft, wenn sie nochmal einen Hunderter teurer ist, wobei ich die Produktionsdebatte für schwachsinnig erachte. Man könnte hier bauen, wenn man denn wollte. Man will nur nicht.

Das einzige was man möchte ist, Verluste aus dem Ausland in Deutschland abschreiben, also lieber wieder ein Werk im Ausland bauen. Das muss ein Ende haben... .

Wenngleich wohl durch äußere Zwänge, denn aus tieferer Einsicht.

Gast schrieb: wobei ich die

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 29. Januar 2012 - 12:18
Gast schrieb:

wobei ich die Produktionsdebatte für schwachsinnig erachte. Man könnte hier bauen, wenn man denn wollte. Man will nur nicht.

So einfach ist es nicht. Schau dich mal um bei den "deutschen" Autoherstellern, was tatsächlich dort gefertigt wird. Im Gegensatz zu anderen Branchen wird dort auch noch die Konstruktion von Baugruppen an Zulieferer ausgelagert. Also nicht nur fremdgefertigt, sondern auch komplett extern entwickelt nach den Wünschen des Autoherstellers.

Macht das für uns Kunden einen Unterschied, solange am Ende das Produkt stimmt?
Wer würde höhere Preise zahlen können und wollen, nur damit es alles 100% im Ländle entwickelt und gefertigt wird?

Das stimmt wohl

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 29. Januar 2012 - 16:41

Und es ist auch so lange nichts dagegen einzuwenden, wie die Wertschöpfung weitgehend im Lande bleibt.

Das Problem

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 29. Januar 2012 - 08:44

ist nicht ein "Made in Irgendwo", sondern dass hier (oft) schlicht und einfach gelogen wird.

die Definition "made in ..."

Bild von net-explorer
Eingetragen von
net-explorer
(Neuankömmling)
am Sonntag, 29. Januar 2012 - 12:32

muss tatsächlich inhaltlich schriftlich festgelegt werden, da alle bisherigen Herstellangaben inzwischen arg unter der "Globalisierung", und auch dem galoppierenden Ehrlichkeitsverlust, gelitten haben. Für den Verbraucher ist das immerhin ein leicht verständlicher Ausdruck, der ja nicht unbedingt und zwangsläufig für Qualität, sondern nur für die Herkunft steht. Je präziser das ist, um so ehrlicher, um so informativer und aussagekräftiger. Vielleicht strengt man sich hier oder da (völlig wertfrei, "überall" ist möglich!) mal wieder entsprechend an, auch "produktiv" was darzustellen. Es ist hier nicht alles 'bestens', und anderswo genau so wenig pauschal bloß 'schlecht'. Konkret: auch die Chinesen können sehr wohl, wenn sie wollen. Und das trifft so auf alle zu!

Ich möchte mich ausdrücklich nicht den unsinnigen national gefärbten vorigen Beiträgen anschließen, aber mal ganz deutlich daran erinnern, dass die Schöpfung "Made in Germany" einmal das hochentwickelte übrige Europa vor deutschen Produkten warnen sollte, im Deckmäntelchen der schlichten Information!

Im Zuge der real existierenden unabwendbaren Globalisierung muss schlicht jedes Unternehmen in seinem Wirkungskreis darauf achten, ordentliche Qualität abzuliefern, um konkurrenzfähig zu sein. Dabei entscheidet tatsächlich weniger die nationale Herkunft über die Marktposition, als das Zusammenspiel von ausgelieferter Qualität und Käufernachfrage. Das schließt den Erfolg 'schlechter' Qualität nicht aus, wenn Geiz g...l ist!
Der Käufer entscheidet so zwar nicht in jedem Fall, wenn er z.B. die Wahl gar nicht hat, aber doch ziemlich gewichtig, wenn er genug Rückgrat hat, auch zu einer Fun-Anschaffung eben mal schlicht NEIN zu sagen. Da mangelt es den meisten aber an Konsequenz und Charakter, mit den bekannten Folgen.

Gruss
Wolfgang

Schon Anfang der 80-ger

Eingetragen von
Gast
am Montag, 30. Januar 2012 - 08:40

hatte ich in Japan Objektiv-Fertigung für eine deutsch. Nobel-Marke gesehen, die dann in Verpackungen mit dem Aufdruck "Made in Germany" kam. Ich wurde dann höflich gebeten hiervon ausnahmsweise keine Aufnahmen zu machen.
Aber was soll diese Diskussion eigentlich, wer glaubt, dass nur wir Deutschen Spitzenprodukte im opt. Bereich produzieren könnten, lebt hinterm Mond.

Warum?

Eingetragen von
Gast
am Montag, 30. Januar 2012 - 13:51

Das wussten wir doch alle, die's betraf.
Und wir haben ganz artig, wie uns geheißen, davor die Augen verschlossen und guerilliamäßig Zooms gleich insgesamt verteufelt.

Ist es nicht vielmehr so

Eingetragen von
Gast
am Montag, 30. Januar 2012 - 18:07
Gast schrieb:

hatte ich in Japan Objektiv-Fertigung für eine deutsch. Nobel-Marke gesehen, die dann in Verpackungen mit dem Aufdruck "Made in Germany" kam. Ich wurde dann höflich gebeten hiervon ausnahmsweise keine Aufnahmen zu machen.
Aber was soll diese Diskussion eigentlich, wer glaubt, dass nur wir Deutschen Spitzenprodukte im opt. Bereich produzieren könnten, lebt hinterm Mond.

dass die richtige Schlussfolgerung lautet, dass nicht allein Japaner zu optischen Höchstleistungen fähig sind, sondern auch die Deutschen - dann, wenn man sie nicht ihren zwanghaften Vorstellungen von optischer Spitzenleistung allein überläßt!?

Bewährtes System

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 31. Januar 2012 - 16:36

Wer war`s denn? Leica, Praktica oder Zeiss? Die haben auf der Photokina erzählt, mit Zoomobjektiven ist keine hohe Schärfeleistung zu erwarten. Danach nahmen sie sich beispielsweise das Minolta-Zoom-Rokkor aus dem Japan-Angebot und nannten es "Vario-Elmar". Die Nummer läuft immer noch.

Gast schrieb:

hatte ich in Japan Objektiv-Fertigung für eine deutsch. Nobel-Marke gesehen, die dann in Verpackungen mit dem Aufdruck "Made in Germany" kam. Ich wurde dann höflich gebeten hiervon ausnahmsweise keine Aufnahmen zu machen.
Aber was soll diese Diskussion eigentlich, wer glaubt, dass nur wir Deutschen Spitzenprodukte im opt. Bereich produzieren könnten, lebt hinterm Mond.

Lächerlich

Eingetragen von
Gast
am Montag, 30. Januar 2012 - 11:45

Wo "made in germany" draufsteht, muss auch "made in germany" drin sein. Entwickelt in Deutschland ist pillepalle.

Wieso sollte ich eine Firma bevorzugen, die in Deutschland Ideen entwickelt und dann billig in China fertigen lässt?