Sie fragten mich: „Wie machst du deine Bilder?“ - Ich war verdutzt ... Ich sagte, ich weiß nicht, es ist nicht wichtig.

— Henri Cartier-Bresson

Am 27.5.

  • 1913: * Wols (Alfred Otto Wolfgang Schulze, + 1951); deutscher Fotograf, Maler und Grafiker
  • 1923: * Inge Morath (+ 2002); österreichische Fotografin

BENUTZERANMELDUNG

Jenoptik und Sinar ziehen sich aus dem Mittelformat zurück

Foto der Rolleiflex Hy6Jenoptik bzw. deren Tochter Sinar wollen sich aus dem „nachhaltig negativen Geschäft“ mit Mittelformatkameras (= Hy6) zurückziehen - die Sinar AG, die dafür verantwortlich zeichnete, will aber nach wie vor professionelle analoge und digitale Fachkamera-Lösungen vertreiben - ohne Jenoptik:

Kurz zusammengefasst, wie es zu der Entwicklung kam:

  • Die Franke & Heidecke GmbH ist Nachfolgerin der Rollei Produktion GmbH (die neue Namensgebung war möglich, nachdem Kai Franke und Rainer Heidecke Gesellschafter wurden), die im Jahr 2004 die Gerätefertigung von der Rollei Fototechnic GmbH übernahm (im Nachinein zeigt sich, wie wortgenau Unternehmensmeldungen gelesen werden wollen, zeigte sich doch im Laufe der Zeit, dass F&H nur Auftragsfertiger war, wohingegen die Rechte und Vermögenswerte bei der Rollei GmbH lagen und liegen, die die Reste der alten, großen Rollei verwaltet: Rollei; tranchiert).
  • Die digitale Mittelformatkamera Hy6, vorgestellt auf der photokina 2006 und bei Franke & Heidecke gefertigt (wobei die Rechte an der Entwicklung bei Jenoptik lagen), fand großes Interesse und sollte von Sinar als „Hy6“, von Leaf als „AFi“ und von Franke & Heidecke als „Rolleiflex Hy6“ (ausschließlich mit Filmrückteil) vertrieben werden. Es kam zu Lieferverzögerungen bei Kamera und Objektiven.
  • Anlässlich der photokina 2008 wurde mit der Hans R. Schmid Beteiligungs-GmbH ein neuer Hauptgesellschafter für Franke & Heidecke vorgestellt und es sah gut aus für das Braunschweiger Unternehmen: Franke & Heidecke: Die Zukunft gehört uns!
  • Kein halbes Jahr später musste Franke & Heidecke, Auftragsfertiger der Mittelformatkamera Hy6, Ende Februar 2009 Insolvenz anmelden. Die Rede ist von Insolvenzverschleppung und geschönten Bilanzen, und von einer Klage der Hans R. Schmid Beteiligungs-GmbH gegen die Vorbesitzer.
  • Zum 1. Juli 2009 wurde bei Franke & Heidecke den Mitarbeitern gekündigt; die meisten sind bereits freigestellt, ein paar arbeiten noch im Service. Ende September 2009 ist dann wohl endgültig Schluss; sofern sich nicht doch noch ein Interessent für die Produktion findet.
  • Während der vergangenen Monate fand sich kein Interessent für die Manufaktur, auch nicht für Teile davon. Es steht schlecht um Franke & Heidecke und die Hy6; und auch die anderen Fertigungslinien der Braunschweiger.
  • Unterdessen übernahm Phase One die Kodak-Tochter Leaf, die ein Abnehmer der Hy6 (AFi genannt) war. Phase One signalisierte damals gleich, dass die Hy6 im eigenen Portfolio wohl nicht interessant sei.
Blieben allein Jenoptik und Sinar, wobei erstere einst die Entwicklungsrechte an der Hy6 hielten (wobei die Lage heute unklar ist - siehe Düstere Aussichten für Franke & Heidecke und die Hy6), und die Jenoptik-Tochter Sinar sie im Vertriebsprogramm hatte.

Jetzt hat Jenoptik offensichtlich die Nase voll bzw. sieht keine Zukunft mehr in der Hy6: Mit Leaf konnte man sich offensichtlich einigen („bestehende Lieferverpflichtungen wurden im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Kunden beendet“) und der Sinar AG steht anscheinend ein Management-Buy-Out bevor: „Das Geschäft der SINAR AG wird künftig außerhalb der Jenoptik weitergeführt werden.“

Die Pressemitteilung der Jenoptik AG dazu:

Jenoptik stellt Geschäft mit Mittelformatkameras ein. Ergebnis im 2. Quartal 2009 dadurch einmalig belastet.

Jena, 29. Juli 2009

Sowohl im 2. Quartal als auch im Gesamtjahr 2009 positives Konzernbetriebsergebnis vor Sondereinflüssen erwartet.

Aufgrund der Insolvenz des Lieferanten Franke & Heidecke sowie des signifikant beeinträchtigten Geschäftspotenzials im Bereich Mittelformatkameras (High-End) hat der Konzern entschieden, sich aus diesem nachhaltig negativen Geschäft zurückzuziehen sowie die damit verbundene Standort- und Portfoliobereinigung im In- und Ausland vorzunehmen. Bestehende Lieferverpflichtungen wurden im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Kunden beendet.

Mit dieser Maßnahme fokussiert sich Jenoptik weiter auf die Kerngeschäftsbereiche, das Ergebnis des 2. Quartals wird hierdurch jedoch kurzfristig beeinflusst. Die daraus resultierenden Sondereinflüsse, die infolge von Wertberichtigungen größtenteils nicht liquiditätswirksam sind, belaufen sich auf insgesamt 7,9 Mio Euro und wurden vollständig im Konzern-EBIT des 2. Quartals 2009 verarbeitet. Das Betriebsergebnis vor diesem Sondereffekt wird im 1. Halbjahr 2009 mit etwa 3 Mio Euro positiv ausfallen (31.03.2009: 0,4 Mio Euro). Darin enthalten sind rund 1 Mio Euro laufende Verluste aus diesem Geschäftsfeld, die in Zukunft entfallen werden.

Der Markt für High-End Kameramodule ist durch das aktuelle konjunkturelle Umfeld stark beeinträchtigt und beeinflusst die Geschäftsentwicklungen der Marktteilnehmer negativ. Auch Jenoptik ist hiervon betroffen und zieht sich aus dem Geschäft mit Mittelformatkameras zurück.

Das Geschäft mit Mittelformatkameras ist in dem Schweizer Unternehmen SINAR AG zusammengefasst. Garantie- und Serviceleistungen für die bisher verkauften Mittelformatkamerasysteme wird die SINAR AG weiter vollumfänglich erfüllen und auch nach wie vor professionelle analoge und digitale Fachkamera-Lösungen vertreiben. Das Geschäft der SINAR AG wird künftig außerhalb der Jenoptik weitergeführt werden.

Digital-Imaging-Aktivitäten der Jenoptik werden uneingeschränkt fortgeführt.

Das Thema der digitalen Bildverarbeitung ist und bleibt eine Kernkompetenz der Jenoptik für die Bereiche Medizintechnik, Life Science und Verkehrssicherheitstechnik bis hin zur militärischen Aufklärung. Diese Kernkompetenz wird Jenoptik beibehalten und ausbauen.

Konzern-Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen soll 2009 positiv ausfallen.

Jenoptik erwartet aufgrund des weiterhin stabilen Beitrages der Sparte Verteidigung & Zivile Systeme sowie der Präsenz in verschiedenen Märkten im Gesamtjahr 2009 ein positives Konzern-Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen.

Die ausführlichen Zahlen zum 2. Quartal und über das 1. Halbjahr 2009 wird der Jenoptik-Konzern am 13. August veröffentlichen.

 

(thoMas)
 

Weitermachen?

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 09:56

Ob es sich für Sinar wirklich lohnt, mit halb durchdachten Architekturkameras weiterzumachen ist doch sehr fraglich. Bis jetzt war die Kamera bestenfalls mässig erfolgreich. Und musste zudem schon einmal umkonstruiert werden. Kein Zeichen für zielgerichtetes Vorgehen. Ob das Reduzieren des Vertriebsnetzes hilft, frage ich mich auch. Schade um die Marke, aber vielleicht wäre Aufhören das beste.
Auf dem Markt für technische Kameras gibt es heute nur zwei Firmen, die wirklich den Takt vorgeben, und das sind Alpa und Cambo. Die anderen sind bestenfalls Mitläufer.

Hoffentlich

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 10:26

kapieren die Solmser endlich, worauf sie sich mit der S2 eingelassen haben.

offensichtlich nicht...

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 11:41

... wenn man sich die heute veröffentlichten Preise für die S2 und ihre Objektive zu Gemüte führt.

Wer noch etwas Geld nach dem Hy6-Desaster übrig hat,

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 13:54
Gast schrieb:

... wenn man sich die heute veröffentlichten Preise für die S2 und ihre Objektive zu Gemüte führt.

investiert jetzt noch schnell in die Leica S2. Eile ist geboten, denn keiner weiss, ob LeicaCamera und/oder die Totgeburt S2 durchhält und vor allem, wie lange die sich (zu den Preisen) am Markt hält.

Reichen die paar 'Irren', die sich das Teil in die Vitrine stellen, aus, um den ganzen Aufwand zu rechtfertigen?

Viele Fragen, keine Antworten.

Sprechen wir uns - sagen wir mal - in cirka 36 Monaten zu diesem Thema wieder.

Waren da nicht auch mal Objektive?

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 12:33

Der Aufwand für Mittelformat wird doch vor allen Dingen wegen der Qualität
gemacht. Dazu gehören neben dem grossen Format - ob Sensor oder Film - auch immer die entsprechenden Objektive.

Um es mal provokant zu formulieren:
Im Moment sieht es so aus, als ob die Solmser die sein werden,
die zum Mittelformat-Sensor auch die passenden Objektive liefern.
Der Rest sollte sein Rückteil gleich an eine Alpa oder ähnliches schrauben.
Dafür gibt es wenigstens noch Objektive von Schneider.

Die Objektive sind das grundlegende Werkzeug des Fotografen.

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 15:36

Ich bin ja selbst Anhänger von Alpa und Linhof, aber man sollte die Existenz von Mamiya und Phase One im Mittelformatgeschäft vielleicht doch lobend anerkennen, nicht wahr?

Und die guten Objektive von Schneider und Linos/Rodenstock passen schließlich auch an Arca Swiss, Plaubel und Cambo.
Wer also rechtzeitig sein Geld in den sicheren Hafen eines offenen Systems gebracht hat, kann an seinen Objektiven noch lange Freude haben.

Nach der F+H-Insolvenz liess das lange Schweigen von Sinar

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 10:34

nichts Gutes erahnen. Nachdem die deutsche Sinar-Niederlassung liquidiert wurde, konnte man schon ahnen, dass bei Sinar das Licht aus geht.

Hy6-Käufer sind wohl die Gelackmeierten, die jetzt nur noch hoffen können, dass ihre Kamera/s noch etwas durchhalten. Wer das System finanzieren musste, hat somit auch noch voll ins Klo gegriffen. Darum prüfe, wer sich 'ewig' binden zu beabsichtigen denkt.

Hasselblad steht sich mit dem geschlossenen System selbst im Weg, so dass alle Hoffnungen im digitalen Mittelformat auf Mamiya liegen.

Hersteller von Fachkameras gibt es zwar noch en masse, aber - schon wegen der kleinen Stückzahlen - muss man für Neugeräte tief in die Tasche greifen, was sich schlussendlich nur für Personen lohnt, deren Investition sich durch laufende Arbeit in kürzest möglicher Zeit amortisiert.

Bleibt immer noch die Forderung nach digitalen Rückteilen für den mehr oder weniger grossen Markt bestehender Mittelformatkameras - hier allen voran wieder Mamiya (mit RZ, RB, 645). Hier besteht Bedarf an hochwertigen, vor allem bezahlbaren digitalen Rückteilen.

Das das die Manager der an zu sprechenden Unternehmen bis heute nicht erkannt haben und bei Erkennen unfähig waren, dies in der Praxis Realität werden zu lassen, spricht für sich selbst.

Wenn nach der Wahl hier in diesem Staat der absolute Punk abgeht, ist digitales Mittelformat nicht vorrangig in den Bedürfnissen der Bürger/innen.

Die Gelackmeierten

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 14:25
Gast schrieb:

Hy6-Käufer sind wohl die Gelackmeierten, die jetzt nur noch hoffen können, dass ihre Kamera/s noch etwas durchhalten. Wer das System finanzieren musste, hat somit auch noch voll ins Klo gegriffen.

Was hat das mit der „Finanzierung“ zu tun?
Die Hy6 wird doch nicht deshalb Schrott, weil F&H keine neuen Hy6 mehr bauen. Sie bleibt eine gute Kamera, und wer eine hat, kann nach dem Rückzug von Jenoptik weiter prima damit arbeiten. Und als letzte, rare Rollei könnte die Kamera zu einer gesuchten und begehrten Kamera werden, ist sie doch das Beste, was den PQ- und PQS-Objektiven passieren kann.

Zitat:

Hasselblad steht sich mit dem geschlossenen System selbst im Weg.

Der Weg geht zu geschlossenen Objektiven. Die Zeiten, dass man an irgendeine Kamera irgendein Rückteil anflanschte, sind vorbei. Zu groß sind die Anforderungen an die Abstimmung zwischen Kamera und Rückteil, damit das Mittelformat seinen Vorteil gegenüber dem Kleinbild noch ausspielen kann. Man fragt sich, warum Hasselblad und Mamiya überhaupt noch wechselbare Rückteile anbieten. Nur, damit der Anwender seinen Sensor bequem putzen kann?

Zumindest einer musste ja mit dem Geblubber kommen:

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 14:47

[/quote]
Was hat das mit der „Finanzierung“ zu tun?
Die Hy6 wird doch nicht deshalb Schrott, weil F&H keine neuen Hy6 mehr bauen. Sie bleibt eine gute Kamera, und wer eine hat, kann nach dem Rückzug von Jenoptik weiter prima damit arbeiten. Und als letzte, rare Rollei könnte die Kamera zu einer gesuchten und begehrten Kamera werden, ist sie doch das Beste, was den PQ- und PQS-Objektiven passieren kann.
[/quote]

Ist doch toll, für eine Kamerasystem noch lange Zeit abdrücken zu müssen, wenn dieses schon die Grätsche gemacht hat, Ersatzteile fehlen, sündhaft teuer sind (wenn noch in homöopathischen Dosen zu haben), keiner das Teil mehr reparieren kann und Weiterentwicklungen ausbleiben, was in der Natur der Sache liegt. Professionell eingesetzte Geräte müssen halt ab und an zum Service - und dann GUTE NACHT.

Dann des deutschen Michels schönster Traum: Dass die allerletzte Rollei eine begehrte Rarität wird, für die man in der Rente noch kräftig absahnen kann. Mann-o-Mann: Das Teil hat heute einen Gebrauchtmarktwert von 2,50 € (max.), Schrltthändler nehmen es allenfalls, wenn sie sturzbetrunken sind, Wertstoffhöfe schmeissen einen von dem selben, wenn man den Schrott da deponieren will.

[/quote]
Man fragt sich, warum Hasselblad und Mamiya überhaupt noch wechselbare Rückteile anbieten.
[/quote]

Weil das das Einzige ist, was im Moment weiter bringt, wie der Markt doch überdeutlich zeigt.

Also, Sie als Poster, können sich über mangelnden Weitblick nun wirklich nicht beschweren. Trämen Sie hinfort süss von saueren Gurken.

Geblubber

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 16:15

Bitte lernen Sie doch mal das Zitieren: Es ist nicht so schwer.
[ quote=Gast] für den Beginn des Zitats, [ /quote] am Ende. Photoscala gewährt Ihnen zu jedem Ihrer Beiträge eine Vorschau. Da sollten auch Sie dann erkennen, dass an Ihren Beiträgen was nicht stimmt. Und nicht jeden Ihrer Beiträge können die Photoscala-Mitarbeiter nachträglich reparieren.

Gast schrieb:

Professionell eingesetzte Geräte müssen halt ab und an zum Service.

Und. Das hat doch nix damit zu tun, ob man für ein Produkt einen Kredit aufgenommen hat oder nicht.
Für 2,50 Euro nehme ich Ihnen Ihre gebrauchte Hy6 gerne ab;-)
Es gibt noch genug Kollegen, die liebend gern mit Ihren Contax-Ausrüstungen arbeiten. Und das, obwohl der Hersteller schon vor Jahren „die Grätsche gemacht hat“, wie Sie es ausdrücken. Contax-Produkte sind auf dem Gebrauchtmarkt nach wie vor gefragt.

Gast schrieb:

Weil das das Einzige ist, was im Moment weiter bringt, wie der Markt doch überdeutlich zeigt.

Der Markt zeigt, dass es sinnvoll ist, Kamera und Rückteil fest zu verdongeln. Hasselblad macht es vor, Mamiyas ZD war zwar nicht sonderlich erfolgreich, aber auch Mamiya holt sich mit Phase One jetzt einen Rückteilhersteller ins Haus. Und Pentax baut von Anfang an eine integrierte Lösung.

Hoffentlich

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 16:16

kannst Du wenigstens Fotografieren.

Denn Du kannst weder Argumentieren, noch Formulieren, noch Tippen.

Wenn der Staub sich legt.

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 15:44
Gast schrieb:

Die Zeiten, dass man an irgendeine Kamera irgendein Rückteil anflanschte, sind vorbei. [... (technischer Unfug) ...] Man fragt sich, warum Hasselblad und Mamiya überhaupt noch wechselbare Rückteile anbieten. Nur, damit der Anwender seinen Sensor bequem putzen kann?

Die machen das nur wegen des guten Gefühls des Fotografen, sein Ditalrückteil im Gegenwert eines Mittelklassewagens mit einem "Klick" von der Mittelformatkamera abnehmen und mit einem "Schnapp" an die Fachkamera anzuschließen zu können. Einen anderen Zweck hat das eigentlich nicht.

Vielleicht noch, daß man das Rückteil durch ein Neues, Besseres austauschen kann, ohne auch gleich die ganze Kamera neukaufen zu müssen. Aber solche eher professionellen Fragen spielen in Internetforen ja weniger eine Rolle.

Integration

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 16:44
Gast schrieb:

[... (technischer Unfug) ...]

Wenn Sie das für „technischen Unfug“ halten, warum bringen Sie keine sachlichen Argumente?
Warum genau sperrt Hasselblad seine analoge H2F für digitale Rückteile und kombiniert seine H3D fest mit den Rückteilen? Warum genau kann ich nicht jedes Hasselblad-Rückteil an jede Hasselblad-H hängen? Warum werden Kamera und Rückteil fest aufeinander abgestimmt? Mal eben woanders anflanschen ist da nicht.

Gast schrieb:

Die machen das nur wegen des guten Gefühls des Fotografen, sein Ditalrückteil im Gegenwert eines Mittelklassewagens mit einem "Klick" von der Mittelformatkamera abnehmen und mit einem "Schnapp" an die Fachkamera anzuschließen zu können. Einen anderen Zweck hat das eigentlich nicht.

Die Fachkamera ist ein Argument. Erzählen Sie doch mal, welchens „Ditalrückteil“ Sie an welche Fachkamera anschließen und wie sich die Arbeit dann darstellt.

Gast schrieb:

Vielleicht noch, daß man das Rückteil durch ein Neues, Besseres austauschen kann, ohne auch gleich die ganze Kamera neukaufen zu müssen.

Wobei der Preisvorteil eher gering ist. Und bisher erst eine Kamera auf dem Markt war, die das „Rückteil“ fest integriert hat. Die Mamiya ZD war ja anscheinend nicht sonderlich erfolgreich und ist derzeit recht günstig zu kriegen.
Es sprechen sich die Preise der Leica S2 rum. Und der 38-Megapixel-S2 wird anscheinend trotz Leica-Marke nicht viel teurer als eine H3DII-39MS. Wobei die H3DII-39MS wiederum kaum teurer ist als das Rückteil CF-39MS einzeln. Der Anwender wird sich gut überlegen, ob er sich nur das Rückteil oder gleich die komplette Kamera anschafft.
Wenn neben Leica und Pentax noch weitere Hersteller ernsthafte Versuche der Integration unternehmen, könnte sich zeigen, welche Preise wirklich möglich sind.

Hasselblad und Leica:

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 17:44

Zwei Orchester auf derselben Marketing-Titanic.

Gast schrieb:

Warum genau sperrt Hasselblad seine analoge H2F für digitale Rückteile und kombiniert seine H3D fest mit den Rückteilen? Warum genau kann ich nicht jedes Hasselblad-Rückteil an jede Hasselblad-H hängen? Warum werden Kamera und Rückteil fest aufeinander abgestimmt? Mal eben woanders anflanschen ist da nicht.

Daß die Firma Hasselblad im 21. Jahrhundert so manches nicht mehr kann, was sie im 20. selbst erst etabliert hat, ist die eine Seite. Marketingkapriziosen die andere.

Hasselblad H als ganz große Erfolgsnummer und Vergleichsmaßstab zu nennen, ist ja denn wohl auch ein wenig praxis- und marktfremd.

Daß ich mein eines Digitalrückteil an drei verschiedenen (Hasselblad- ?) Kameras anschließen soll, ist eine Aufgabenstellung, die sich mir - sagen wir mal - selten stellt.

Ein Rückteil aber zwischen (non-Hasselblad) Reflexgehäuse und Fachkamera zu wechseln, kommt denn doch vor. (In den Leica-Labors natürlich nicht. Die liegen ja auch im zweiten Untergeschoß, gleich unterhalb der Marketingabteilung, aber noch über dem technischen Service.)

Sollte ich da etwa der einzige sein, der froh ist, sich keine Mehrzahl zigtausend Euro teurer Sensoren ins Studio legen zu müssen? Sollte das trotz nachweisbarer Intelligenz etwa schon ein Anzeichen von wirtschaftlicher Verarmung sein?

Ich habe auch kein Problem damit, daß ein neues Rückteil auf die Zielkamera (nicht von H.) justiert wird, solange es an der Fachkamera ebenfalls verwendbar ist.
Daß Leica mit dieser Idee nicht klarkommt, ist schon klar. Die würden ja am liebsten das Objektivbajonett abschaffen und jedes Objektiv mit einer fest angeschweißten S2 verkaufen. Denn Wechselobjektive - das geht ja rein technologisch eigentlich gar nicht...
Und natürlich sollte man sich zum Nachfolgesensor auch gleich Nachfolgeobjektive kaufen - müssen.

Damit die Anzahl der verfügbaren Brennweiten zum Leica-Kracher S2 nicht ganz so erbärmlich aussieht, bietet man sie MIT und OHNE Zentralverschluß an. Da schaut der S2-Katalog doch gleich schon viel dicker aus.
Und die Kamera gibt es - wie praktisch! wie feminin! - MIT oder OHNE kratzfestem Displayglas.

Wer hätte bei so viel Innovation - hüstel - schon Zeit, sich in der eigenen Firma um ein Auflagemaß für wechselbare Rückteile zu kümmern?
Die Mitarbeiter sind doch alle längst damit beschäftigt, die kratzfesten und nicht kratzfesten Displaygläser zu sortieren.

Modulare Leica

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 18:18
Gast schrieb:

Ich habe auch kein Problem damit, daß ein neues Rückteil auf die Zielkamera (nicht von H.) justiert wird, solange es an der Fachkamera ebenfalls verwendbar ist.
Daß Leica mit dieser Idee nicht klarkommt, ist schon klar. Die würden ja am liebsten das Objektivbajonett abschaffen und jedes Objektiv mit einer fest angeschweißten S2 verkaufen. Denn Wechselobjektive - das geht ja rein technologisch eigentlich gar nicht...
Und natürlich sollte man sich zum Nachfolgesensor auch gleich Nachfolgeobjektive kaufen - müssen.

Glauben Sie, was Sie da verzapfen?
Gerade Leica legt großen Wert auf die Rückwärtskompatibilität. So können Sie beispielsweise an Ihrer M8.2 noch immer den uralten Visoflex-Sucher verwenden. Oder die alten M39-Objektive.
Und gerade Leica baute viele modulare Systeme. Nur waren die halt nicht immer preiswert. Sie kennen sicher das Modul R, mit dem sich nicht nur die damals aktuelle R9, sondern auch die deutlich ältere R8 aufrüsten ließ. Sie kennen mit Sicherheit auch das Apo-Telyt-R-Modulsystem: Aus zwei Objektivköpfen und drei Fokusmodulen lassen sich da sechs hervorragende Teleobjektive kombinieren. Und die lassen sich natürlich auch mit Konvertern verwenden.

Geheimtipp

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 19:20

Der Visoflex von 1940 ist sowieso der Geheimtipp für die M8. Da verkauft man seine Nikon D3, Canon EOS 1DsIII oder Hasselblad H auf der Stelle!
Schon die Nikon F hatte gegen eine Leica M oder gar eine IIIf mit Visoflex keine Chance...

Dann das R-Modul für die ebenfalls nicht mehr lieferbare R9, let alone die R8. Ganz unvergleichlich!

Aber Scherz beiseite, Sie belegen doch mit den genannten Produktnamen eigentlich nur, daß Leica die Modukbauweise professioneller Kamerasysteme noch nie verstanden hat. Insofern ist die S2 mit hoffentlich festgeschweißten Objektiven nur ein folgerichtiger Schritt aus Selbsterkenntnis.

Wird die S2 eigentlich auswechselbare Mattscheiben haben? Gar vom Fotografen wechselbar?
Oder schickt man uns dann Fotokopien von Leica-Stellungnahmen aus den 1980ern, daß das technisch nicht sinnvoll sei und der Kunde das auch gar nicht wolle?

Als Ersatz für den sinnvollen Systemgedanken könnte man den Kunden ja wenigstens die kratzfeste und die kratzbare Displayscheibe selbst auswechseln lassen.
Die dabei erforderlich Präzision ist so gering, daß sogar Leica ein titanisiertes Displayscheibenwechselbajonett hinbekommen müßte.
Aber dann brauchte ja niemand mehr den Erstkunden-Platinum-Tröst-Service. Und dagegen hätte das Leica Marketing bestimmt einiges einzuwenden.

Das flexibelste an Leica sind die Editionsfarben

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 19:26
Gast schrieb:

Gerade Leica legt großen Wert auf die Rückwärtskompatibilität.

Gerade erst die R-Serie einstampfen, das Inselsystem S2 ankündigen (!) und dann von "Rückwärtskompatibilität" zu sprechen, ist doch ein wenig zu dreist, finden Sie nicht?

Das Leica-Schnäppchen

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 17:57
Gast schrieb:

Der Anwender wird sich gut überlegen, ob er sich nur das Rückteil oder gleich die komplette Kamera anschafft.

Genau, vor allem wenn der Liste der benötigten Brennweiten mit der Liste der verfügbaren Objektive abgleicht...

Da wird die Leica S2 in meinem Portemonnaie praktisch kein Loch hinterlassen. Obwohl das komplette kleine Starterset um die 40.000 Euro kostet. - Neu. natürlich. - Gebraucht billiger. Jedenfalls bald. - Falls es denn vorher mal neu verkauft wurde.

Leica-Preise

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 18:09
Gast schrieb:

Da wird die Leica S2 in meinem Portemonnaie praktisch kein Loch hinterlassen. Obwohl das komplette kleine Starterset um die 40.000 Euro kostet. - Neu. natürlich.

Komisch. Ich komme auf 22.200 Euro (Kamera mit Normalobjektiv), 23.100 Euro (Kamera, Normalobjektiv und Hochformathandgriff) und 27.870 Euro (Kamera mit Saphirglas, Platin-Service-Vertrag, Normalobjektiv mit Zentralverschluss und Hochformathandgriff). Egal, wie groß Sie das „komplette kleine Starterset“ machen, Sie kommen nur schwer auf die 40.000 Euro.

Einfach

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 19:03

die Preise aller für Oktober angekündigten Objektive zum Kamerapreis addieren.
Natürlich nur die jeweiligen Versionen mit Zentralverschluß.

Das sind dann zwar nur vier Brennweiten, aber etwas mehr, als nur eine Normalbrennweite darf es bei manchen Jobs schon sein, ohne daß man als Kunde von Leica eins auf den Deckel bekommt. Oder nicht?

Ruhe sanft

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 11:12

Feb.2009
verlies uns nach langer schwerer Krankheit ein uns lieb und teuer gewonnenes Unternehmen mit beschränkter Haftung.
Leider blieb von dem Verblichenen nicht einmal so viel übrig, das man eine Urne hätte damit füllen können.
Ruhe sanft. h.

Die nicht mehr so lange Zukunft des digitalen Mittelformats

Bild von Bernie 2.0
Eingetragen von
Bernie 2.0
(Hausfreund)
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 15:49

Es spricht sehr viel dafür, daß es nur geringer Innovationen im Bereich der Vollformat-DSLR`s bedarf, um dem digitalen Mittelformat den Todesstoß zu versetzen. Bei Canon liegt eine funktionsfähige Kamera mit einem Sensor grösser als 24x36 im Tresor (ca. 53 MP). Die Verbesserung des Rauschverhaltens ist doch nur eine Frage weniger Modellzyklen.

Wenn man die aktuellen FT-Modelle von Olympus (E-30/E-620)mit der E-500 vergleicht, sieht man, was innerhalb weniger Jahre möglich ist.

Wenn Nikon, Canon und vielleicht Sony von der Bremse runtergehen, ist das digitale Mittelformat Geschichte.

Wenn sich ein Hersteller findet, der mit Sensoren aus heutigen Kompaktkameras einen "zusammengesetzten" Vollformatchip bastelt und genug Rechenleistung implementiert, um das Rauschen in den Griff zu bekommen, dann hat es sich erledigt mit Kameras, die als Gesamtsystem den Preis eines Mittelklassewagens haben.

Im Bereich von High Iso sind die heutigen Rückteile eh nicht so Spitze.

Vollformat größer 24x36

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 15:57
Bernie 2.0 schrieb:

Es spricht sehr viel dafür, daß es nur geringer Innovationen im Bereich der Vollformat-DSLR`s bedarf, um dem digitalen Mittelformat den Todesstoß zu versetzen. Bei Canon liegt eine funktionsfähige Kamera mit einem Sensor grösser als 24x36 im Tresor (ca. 53 MP).

Ja, wahrscheinlich. Eine Kleinbildkamera mit Kleinbildobjektiven und einem Sensor größer als das Kleinbildformat...

Raumfahrt, Gentechnik und Kernenergie

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 16:23

sind eigentlich auch kein großes Problem. Man darf nur bei den Details nicht so genau hingucken wollen. Oder noch besser: nicht hingucken können.

Für jemanden, der Einblick in Canons Tresore hat, ist das alles sowieso kalter Kaffee. Der ist per Dope ohnehin schon am Mars vorbei auf dem Uranus. Boah, fett Alder!

Seien Sie doch...

Bild von XfuernU
Eingetragen von
XfuernU
(Liebhaber)
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 16:28
Bernie 2.0 schrieb:

Bei Canon liegt eine funktionsfähige Kamera mit einem Sensor grösser als 24x36 im Tresor (ca. 53 MP).

...bitte so nett und untermauern Sie diese Aussage mit einer Quellangabe. Das Thema würde mich interessieren.

LG

XfuernU

Ich kann keine Quellenangabe liefern…

Eingetragen von
odysseus
(Inventar)
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 17:10

…doch nach dem was ich weiss ist es so, dass der 50MP-Sensor der Canon das APS-H Format hat, also kleiner ist als digitales KB-FF, und Nikon derjenige Hersteller ist, der mit grösseren Sensorformaten experimentieren soll. In Gerüchteküchen war vom so genannten «MX-Format die Rede. Bernd 2.0 liegt also nicht ganz richtig. Und wer behauptet, Canon und Nikon könnten mit ein bisschen Gasgeben dem Mittelformat den Todesstoss versetzen, der bezeugt nur, dass er noch nie mit einer Mittelformatkamera gearbeitet hat. Denn dieses Totsagen ist so alt wie das Kleinbildformat selbst.

Heureka - Die neue Dunkelkammer

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 16:35
Bernie 2.0 schrieb:

Wenn Nikon, Canon und vielleicht Sony von der Bremse runtergehen, ist das digitale Mittelformat Geschichte.

Klar, und der Kleinbildfilm in der Leica ersetzt die Großformatkamera. Haben wir ja schon in den 1930ern zu hören bekommen. Muß ja stimmen.

Das heißt natürlich erst, wenn dann im nächsten Jahr der neue Film...

Inzwischen mehren sich zwar die Anzeichen, daß Leica vielleicht doch früher als Linhof pleite geht. Aber egal, immer feste druff. Sachkenntnis ist eh bloß langweilig im Freibad.

Der Irrtum des Oskar Barnack rettet sich ins 21. Jahrhundert…

Eingetragen von
odysseus
(Inventar)
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 17:14

Dass sich Leica an ein grösseres Sensorformat heranwagt zeigt nur, wie falsch Oskar Barnack in den 30er Jahren mit seiner Einschätzung doch lag. Können Kleinbildsensoren auch 100MP haben, sie werden nie an die Qualitäten einer Mittelformat-, geschweige denn einer Grossformataufnahme herankommen.

Lieschen Müllers Welt

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 15:44

Da schwadronieren mal wieder die Leute vom digitalen Mittelformat, für die es nicht gedacht ist und die es sich auch nicht leisten können. Vom fehlenden Wissen über den Fachkameramarkt mal ganz zu schweigen.

Lieschen Müller

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 16:12

Genau!

Niveau der Diskussion

Bild von Bernie 2.0
Eingetragen von
Bernie 2.0
(Hausfreund)
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 19:34

Mir ging es nicht um Fachkameras, sondern um digitales Mittelformat als System aus Objektiven, Gehäuse, evtl. Wechselsucher und einem Rückteil. Das es bei Fachkameras Anforderungen für Mittelformatrückteile gibt und auch weiter geben wird, stelle ich nicht in Abrede.

Dafür braucht es aber keinen Kamerahersteller. Da tut es ein "Rückteil-Hersteller" mit entsprechenden Adaptern an die einschlägigen Fachkamerasysteme vielleicht auch weiter zurück in die Vergangenheit.

Betrachtet man die Bildqualität eines 39 MP-Rückteiles und vergleicht sie mit dem was eine vergleichsweise billige 5D Mk2 zu liefern imstande ist, ist für die meisten Pros und vor allem ihre Kunden, das Mehr an Auflösung und Ausgangsdynamik das Mehr an Investition definitiv nicht wert.

Bei Michael Reichmann (luminous-landscape.com) gibt es einen sehr schönen Vergleich der Powershot G10 mit einer aktuellen Hasselblad. Und er ist ein Verfechter der Phase One-Rückteile und arbeitet professionell mit ihnen.

Ich habe nie behauptet, Zugang zu den Tresoren bei Canon zu haben, aber die Geschichte ging vor einiger Zeit durchs Netz, daß Canon sich mit dem Ausloten der digitalen Fotografie oberhalb seiner aktuellen FF-Modelle beschäftigt. Der Sensor war nur wenig grösser als Vollformat und man kam zu dem Ergebnis, etwas Vergleichbares wie die Leica S2 nicht bringen zu wollen.

An anderer Stelle im Netz finden sich "Gerüchte mit Hintergrund", daß beim Vollformat Auflösungsgrenzen von 50-60 MP gerade auch von Canon im Muster realisiert wurden und als Grenzen des Machbaren angesehen werden, um die "undesirable effects" der Lichtwellen noch beherrschen zu können.

Die Roadmap der DIGIC-Prozessoren geht klar in Richtung der Beherrschung der dabei anfallenden Datenmengen.

Welcher vergleichsweise kleine Hersteller von Mittelformatsystemen kann da entwicklungsmäßig mithalten und einen heute noch vorhandenen Abstand über die nächsten fünf Jahre aufrechterhalten?

Klar gibt es sinnvolle Anwendungsgebiete für digitales MF, nur werden sie nicht grösser und die Zahl der so investitionsbereiten PROs nicht nicht unbedingt zu.

Ich nutze meine alten Mamiyas und Hasselblads weiter und miete mir fallweise ein passendes Rückteil.

Die Investitionssicherheit scheint mir hier nicht auch nur im Ansatz als gegeben.

Im Übrigen fotografiere ich seit 1976 professionell und komme auch in der Krise ausgezeichnet zurecht.

Auch als Lieschen Müller...

"Niveau ist keine Creme"

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 20:07

Der Pferdefuß Deiner Argumentation ist das Sensorformat.
Die allermeisten der bisher vorgestellten Mittelformatsensoren sind in Wirklichkeit nicht viel größer, als das klassische Kleinbildformat. Selbst eine auf KB bezogene doppelte Sensorfläche ist in Wirklichkeit nicht umwerfend viel größer in den Sensorabmessungen und kann deshalb die Leistungsvorteile eines echten Mittelformatsystems praktisch nicht ausspielen.

Das was uns heute meistens als "Mittelformat" verkauft wird, ist eben kein echtes Mittelformat und bietet dementsprechend auch keinen Quantensprung in der Bildqualität, verglichen mit Kleinbildsensoren. Zumal um letztere ein ganz anderer Forschungsaufwand getrieben wird.

Für das Pseudo-Mittel-Futzel-Format wird es also tatsächlich irgendwann keinen Bedarf mehr geben.
Die logische Konsequenz daraus ist aber nicht, daß die Mittelformathersteller untergehen müssen, sondern daß sie alles daransetzen werden, die Sensorflächen zu vergrößern.
Genau das geschieht ja jetzt schon bei den Spitzenmodellen verschiedener Hersteller.

Und der Vorteil von Mittelformat-Workflows liegt nicht nur in relativ höherer Auflösung, sondern auch - das geht jetzt wieder wie eine Schockwelle durch das APS-etc-Bewußtsein - in den längeren Brennweiten. Sobald Verschiebungen und Verschwenkungen präzise durchgeführt werden müssen sind relativ längere Brennweiten im Vorteil.

Ebenso böte ein echter 6x6-Sensor (wieder) ganz andere Freiheitsgrade beim Beschnitt - neudeutsch: Croppen. Was Generationen von Fotografen und Layoutern schon immer zu schätzen wußten. Wenn, ja wenn es diese Sensoren denn bloß endlich (wieder) gäbe.

Die Gefahr, die ich für die Zukunft vieler traditioneller Mittelformathersteller sehe, liegt eher darin, daß sich ihre Kamerasysteme völlig den kleinen, unechten Sensormittelformaten verschrieben haben, aus denen sie bei Verfügbarkeit größerer und nützlicherer Sensoren nicht mehr werden ausbrechen können.

Insofern ist es um die Hy6 als zukunftsweisendes Kamerasystem wirklich schade.

Exactement!

Eingetragen von
odysseus
(Inventar)
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 17:26

Hier tummeln sich einige leidenschaftslose, unwissende Zeitgenossen, die den geistigen Horizont des Markenfetischismus nicht verlassen wollen oder können; Kants Feststellung der selbstverschuldeten Unmündigkeit bestätigt sich hier auf eindrückliche Weise. Fotografie hat eine (fraglos gewaltige) Dimension jenseits von handelsüblichen DSLR und ihren üblen Begleiterscheinungen wie sinnlose Diskussionen über MP-Anzahl oder die Implementierung von HD-Video-Capability. Letztlich sind die «Geräte», um die hier gestritten wird, nur Mittel zum Zweck. Wer die Wirkung von Blende und Zeit in Verbindung mit der Empfindlichkeit des Aufnahmemediums kennt, der kann selbst mit dem primitivsten «Werkzeug» grossartige Bilder erschaffen. Fotografieren, das heisst doch Zeichnen mit dem Licht.

Um es kurz zu machen:

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 20:33

die Marktkapazitäten für Fotografen, die mit MF konventionell und den dafür adaptierten Rückteilen arbeiten, ist einfach nicht groß genug, um damit auf Dauer in einem winzigen Marktbereich weiter zu überleben.

Man darf eingach nicht vergessen: MF/Digiback sind Adaptionen aus der analogen Fotografie, als Angebot an jene Fotografen, die über ein ausgebautes MF-Equipment verfügen und sich damit digital erweitern wollten.

Diejenigen, die das machen wollten, haben sich soweit eingedeckt. Anfangs mit 16 Mpx, jetzt mit mehr als 30 Mpx und einige wenige noch mehr drüber. Für horrendes Geld und am Ende doch eher einen analog-digitalen Mix, der aufs Ganze gesehen nicht unbedingt vom Handling her die Supernummer darstellt, die man bei dem eingesetzten Geld erhoffen möchte.

Wer also soll in diesem Bereich jetzt noch als zukünftiger Käufer auftreten? Noch recht viel mehr Pixel braucht egal wie, niemand. Bei 4-Shot sind die Dateigrößen ohnehin schon gigantisch. Also wo soll die Reise hingehen?

Nein, die Entscheidung von Sinar war folgerichtig. Bestehendes abverkaufen und für die Zukunft ein 100%ig digital angepasstes System entwickeln, das für alle Anforderungen, die systemimmanent heute machbar sind, konsequent germacht ist.

Don´t mix it baby!

Das 92ste "100%ig digital angepaßte System"

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Juli 2009 - 21:07
Gast schrieb:

Nein, die Entscheidung von Sinar war folgerichtig. Bestehendes abverkaufen und für die Zukunft ein 100%ig digital angepasstes System entwickeln, das für alle Anforderungen, die systemimmanent heute machbar sind, konsequent germacht ist.

Und Sinar macht das ohne ansetzbares Rückteil?
Denen werden die Kunden in Scharen zulaufen! Also, laufen jedenfalls, laufen werden die Kunden in Scharen. Wohin...

Irreführende Überschrift

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 31. Juli 2009 - 16:49

Jenoptik und Sinar "zeihen sich nicht aus dem Mittelformatgeschäft zurück", sondern Jenoptik streift die verlustträchtige Fotosparte einfach ab. Dabei "fliegt" auch Sinar raus. Als Folge davon lösen die ihre Deutsche Niederlassung auf.
Es ist ein trauriges Kapitel, was da gerade an Fotogeschichte geschrieben wird.
Und wenn man manchen witzigen Kommentar hierzu liest, dann fragt man sich, ob einige überhaupt wissen, was das in gänze mal bedeuten wird.
Nun brauchen sich geizige Auftraggeber nur noch an die schäbigen Internet-Digitalbilder so zu gewöhnen, wie eine ganze Gesellschaft an ebenso schäbigem MP3-Sound aus dem Internet.
Und dann können wir hier alle gemeinsam feststellen: Das war's Kollegen....

Halogenide und Halluzinogene

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 01. August 2009 - 15:43

Sie jammern, als ob der letzte Hersteller hochwertiger Kameras von einem zugekoksten Yuppie aus dem Geschäft gestoßen worden wäre. Als gäbe es keine anderen Hersteller hochwertiger Fotoausrüstungen mehr.

Und zu Jenoptik: Die leben wohl hauptsächlich von Rüstungsaufträgen und Finanzjonglage. Was sollen die mit feinmechanischem "Spielzeug" wie Sinar?

Weder Jenoptik, noch Sinar haben je bewiesen, daß sie den Markt der Mittelformatfotografie verstanden hätten.

Um die Hy6 ist es sehr schade. Aber die Beteiligten waren vielleicht doch eine etwas zu bunte Truppe, um den Markt aufzurollen.

Was heute vom Markt verschwindet oder stark gefährdet erscheint, sind die "Investorenmodelle", wie das Hy6-Konsortium, die asiatisch fernfinanzierte Hasselblad, oder die anthroposophisch zu betastende Leica.
Die Technologieträger und Innovatoren, die die Fotografie und vor allem den Fotografen wirklich verstanden haben, stehe alle noch recht gut gewappnet da. Seien das nun Phase One, Arca Swiss, Alpa, Linhof, Canon/Nikon und ähnliche, die uns Fotografen immer wieder wirklich weitergebracht haben.