Was das Fotografieren und die Frauen so teuer macht, ist das Zubehör.

— Werner Mitsch

Am 1.7.

  • 1919: Hanns Porst eröffnet sein erstes Fotogeschäft

BENUTZERANMELDUNG

Ilford CH ist bankrott (aktualisiert)

Ilford Imaging Switzerland ist zahlungsunfähig, nachdem der Finanzinvestor Paradigm Global Partners das Interesse verloren hatte und kein neuer Geldgeber gefunden werden konnte:

Wie Nachrichten.ch meldet, hat die Schweizer Ilford Imaging Switzerland GmbH das Zivilgericht über die Zahlungsschwierigkeiten informiert und dies werde nun in den nächsten Tagen entscheiden, ob offiziell der Konkurs festgestellt wird. Am Standort in Marly sind rund 220 Mitarbeiter betroffen.

Kurze Erläuterungen zur einstigen „Ilford“: Das Stammhaus stand einst in Großbritannien; groß und bekannt geworden ist es mit Schwarzweißmaterialien. Es ging in Insolvenz, konnte aber Anfang 2005 dank eines Management-Buy-Outs gerettet werden, wohingegen Ilford D (eine Tochter) dicht machen musste. Im Zuge dieser Umstrukturierungen stand auch Ilford Schweiz zum Verkauf, da es sich dabei aber um das „Sahnestück“ der Gruppe handelte (Inkjet-Materialien und Ilfochrome-Produkte), war mit der Oji Paper Co. Ltd. bald ein Käufer gefunden. Seitdem sind die beiden Ilfords – UK und CH – unabhängig voneinander bzw. es gibt nurmehr die „Ilford Imaging Switzerland GmbH“, die dann 2010 vom Finanzinvestor Paradigm Global Partners LLP übernommen wurde. In Großbritannien darf die „Harman Technology Ltd.“ die Handelsmarke „Ilford Photo“ für monochrome Produkte – Filme, Papiere, Chemikalien – nutzen (die Firma wurde nach dem Gründer Alfred Harman benannt).

Siehe auch:
Ilford – A Brief History
Ilford CH geht der Schnauf aus  

(thoMas)
 

Nachtrag (31.7.2013; 14:12 Uhr): Von der möglichen Insolvenz betroffen ist offensichtlich nur die Ilford Imaging Switzerland GmbH. Die Ilford Group AG (Muttergesellschaft der Ilford Imaging Switzerland GmbH, hat kürzlich die TECCO GmbH und die CMA-Gruppe erworben) scheint ebensowenig betroffen zu sein wie die Tochter Ilford Property Switzerland GmbH.

Die Gesellschaften stellen sich im Überblick so dar (Informationen stammen vom schweizerischen moneyhouse – Handelsregister- und Wirtschaftsinformationen):

Ilford Imaging Switzerland GmbH: am 30.12.1997 ins Handelsregister eingetragen; Zweck: Die Gesellschaft bezweckt die Herstellung und den Verkauf von Materialien, die im Bereich der Fotografie und des Druckens verwendet werden, sowie anderer beschichteter oder veredelter Materialien (Nebenzweck gemäß Statuten).
Ilford Property Switzerland GmbH: am 26.4.210 ins Handelsregister eingetragen; Zweck: Halten von Betriebsstätte-Grundstücken, hauptsächlich in der Schweiz (Nebenzweck gemäß Statuten).
Ilford Group AG: am 12.3.2013 ins Handelsregister eingetragen; Zweck: Beteiligung an sowie Leitung und Finanzierung von Unternehmungen im In-und Ausland (Nebenzweck gemäß Statuten).

Mit Dank an CJ für den Hinweis.
 

Sind sich

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 31. Juli 2013 - 13:08

wieder mal eine Menge Geier in die Federn geraten ... und wenn das Aas nicht mehr mundet, speibt man's halt in die Gegend. 8-)

.

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 31. Juli 2013 - 15:48

Da schau her, das "digitale Sahnestück" ist bankrott...
Auch in den meisten Zeitungsberichten (bzw. abgetippten Agenturmeldungen) wird ja so getan, als hätte das was mit dem Niedergang der Analogfotografie zu tun.
Druckerpapier herstellen kann halt jeder Depp, und meistens auch noch billiger als in der Schweiz. Einen Delta100 oder Portra 400 dagegen bastelt man nicht so schnell mal nebenher in einer indischen Garage zusammen. Aber wie will man das einem Bankmenschen erklären?

Nicht wirklich von Interesse...

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 31. Juli 2013 - 15:58

So funktioniert der freie Markt. Warum an etwas „Veraltetem“ festhalten wenn Neues die Rendite bringt. Der Investor muss sehen wo er bleibt sonst ist auch er schnell insolvent. Die Familien die jetzt ohne Einkommen dastehen sind egal, für die steht der Staat einige Zeit in der Pflicht. So ist das und wird auch in Zukunft so sein. Besonders in der Schweiz. Dort ist mit Kapital halt immer noch am meisten zu verdienen.

"Sollen sie doch Kuchen essen"

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 31. Juli 2013 - 16:46

Geschichte wiederholt sich: Einmal als Tragödie, dann als Farce.

Sie wissen aber nicht, was Ilford produziert?

Bild von Shitop
Eingetragen von
Shitop
(Inventar)
am Mittwoch, 31. Juli 2013 - 20:25

In Marly wurden bislang die Mikrofilme hergestellt, auf die viele Archive ihre Unterlagen sichern, weil nur das Ilfordmaterial ausreichend langzeitstabil ist. Wenn das Wissen um die Produktion der Filme weg ist, können Sie kein neue Filmproduktion mehr aufziehen. Den Vorlauf finanziert heute niemand mehr. Und wenn Sie jetzt fragen, warum die Daten nicht auf Festplatten gespeichert werden? Mit nur noch 3 Festplattenherstellern weltweit und 70% der Motorenproduktion für Festplatten an einem Standort, ist eine solche Lösung nicht gerade vertrauenserweckend. Somit macht es durchaus Sinn an etwas Veraltetem festzuhalten.

Das interessiert doch

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 31. Juli 2013 - 20:30

diese Überflieger nicht ... Konsumenten ficken und schnelle Kohle - das isses worum's geht, in deren schöner neuer Welt.

Sei'n wir uns ehrlich

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 31. Juli 2013 - 20:47

Der digitale Müll, der heut' produziert wird, ist eh zum Vergessen ... 8-)

Alles richtig, ABER....

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 01. August 2013 - 13:18

Alles richtig was sie schreiben, nur macht keiner der heutigen Geier (Finanzinvestoren) eine Bude zu, mit der sich noch Kohle schaufeln lässt! Und ner Bude die nur minus macht, knipst heutzutage jeder Konzern das Licht aus, auch ohne Finanzgeier als Mehrheitseigner!

Ergo: Nicht die Finanzgeier der Investorengruppe sind hier das Problem, sondern die gierigen Pappnasen in Firmen, Behörden und Politik, die sich mehr um die Ersparnis digitales-Archiv zu analogem Archiv für die nächste Bilanz interessieren, als darum, wie lange das Archiv "sicher" ist und was alles verloren gehen könnte, wenn die Daten aus dem Speicher nichtmehr reproduzierbar sind!

Ist doch dasselbe mit KB-Film: wenn jeder, der bedauert was der Fotografie da verloren geht, auch nur 3 Filme pro Jahr selbst verknipsen würde um sein eigenes "Know-How" zu erhalten, würden noch genügend Filme verkauft um damit Gewinne zu machen und sie würden auch nicht vom Markt verschwinden!

Tante-Emma-Prinzip: Jeder heult rum, wenn der letzte Tante-Emma im Ort dicht macht und man nun für ein vergessenes Stück Butter über ne Stunde unterwegs ist, um erst 5km mit dem Auto, dann durch 400 Meter Supermarkt-Gänge und letztlich noch die Schlange an der Kasse zu pilgern. Keiner von denen hat aber zuvor bei Tante-Emma mehr gekauft, als eben jene vergessene Butter zweimal pro Jahr und sich dann noch über deren Preis im Vergleich zu Aldi aufgeregt.

Ganz so einfach

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 01. August 2013 - 14:40

ist es auch nicht - wenn man weiß, wie auch die politischen, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen manchen Strukturen schon ganz ohne Zutun der "bösen" Konsumenten die Luft zum Leben genommen haben. Ein Versagen der Hirten, nicht der Herde ... und es gilt auch hier, wie immer, der Spruch vom Fisch und vom Kopf.

Pauschal oder explizit?

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 01. August 2013 - 17:55

Vom Grundsatz her stimme ich Ihnen zu 100% zu und habe nie etwas anderes behauptet, solange man jedoch nicht den Sozialismus will, trifft das auf Mikrofilme, KB-Filme und Tante-Emma-Läden jedoch nicht zu, hier ist der Konsument der Killer und sonst niemand (wobei ich bei Mikrofilmen auch die Politik=Behörden zu den Konsumenten zählte).

Hinzu kommt aber bei Mikrofilmen im speziellen auch noch etwas anderes: Als Firma muss ich Unmengen an Beleg-Müll für zig Jahre aufbewahren, Beleg-Müll, mit dem niemals wieder Irgendjemand Irgendetwas anfangen kann außer die Prüfer vom Finanzamt und selbst die interessiert i.d.R. nur, ob der auch wirklich vorhanden ist. Kann ich den nun rechtmäßig auf Festplatten scannen, werde ich ihn nichtmehr für viel Aufwand und Geld Mikroverfilmen, denn solange ich damit meiner Archivierungspflicht nachgekommen bin, ist mir doch schnurz, ob das Finanzamt das in 5 Jahren noch aufbekommt und sonst braucht es ja keiner jemals wieder.
Könnte man zwar nun auch wieder auf die Politik schieben, dass da digitale Archivierung erlaubt wurde, wäre in dem Fall aber am Ziel vorbei geschossen, eben weil es außer dem Finanzamt keiner mehr jemals braucht (ist ja als Datensatz alles ohnehin in der Buchhaltungs-Software erfasst).

Ergänzt wird das dann noch von Mikrofilmen als "aktives Medium" wie z.B. Ersatzteilkataloge oder umfangreiche Pläne (sogenannte "Mikrofische"), bei denen die Datensicherheit vollkommen egal ist und das wurde eben die letzten Jahre auch komplett durch PCs ersetzt, schlichtweg der Fortschritt.

Keine Massenware......

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 01. August 2013 - 16:23

„wichtige“ digital aufgenommene Fotos werden in staatlichen Institutionen auf die jeweils mögliche Größe als Bilder ausbelichtet und fachgerecht gelagert um mit den in Zukunft verwendeteten Techniken reproduzierbar zu sein. Was nützen digitale Daten wenn keine passenden Gerätschaften incl. der passenden Software zur Verarbeitung vorhanden sind? So weit etwas zum nachdenken. Wer heute schon mal versucht hat eine damals weit verbreitete „Diskette“ einzulesen weiß was ich damit sagen will.