Sieh mal, wenn das Bild, das du sofort hinkriegst, genauso schön ist wie das Bild, das du nach sieben Tagen des Wartens erhältst, dann ist es verrückt zu sagen, in der Warterei läge Erfolg.

— Edwin Land

BENUTZERANMELDUNG

Hersteller und Fotohandel - eine klassische Hassliebe

Aus vielerlei Gründen sind beide aufeinander angewiesen, jedoch oft nicht besonders gut aufeinander zu sprechen. Das hat Tradition:

In anderen europäischen Ländern hat sich der Fotofachhandel schon längst und fast völlig in die Ballungszentren zurückgezogen. Auch der deutsche Fotofachhandel wird seit den 1980er Jahren regelmäßig totgesagt. Doch hierzulande konnten flexible und gut organisierte Händler bislang überleben. Mit dem Ende der Schmalfilmzeit hatten zwar viele den Anschluss an das Videozeitalter verpasst und den Markt für eine geraume Zeit an die Rundfunk- und Fernsehhändler verloren, waren jedoch bei der Digitalisierung der Fototechnik wieder präsent.

Die Herausforderungen haben sich in den Jahren stark gewandelt.

Zu Zeiten, als die Produktion von Fotoprodukten noch weitgehend in Deutschland angesiedelt und die Preise noch gebunden waren, gab es hier noch ein mehrstufiges Handelssystem. Kleinere und mittlere Hersteller brachten ihre Ware über den Fachgroßhandel an den Einzelhandel. Für viele Hersteller war der lokale Fachhändler ein wichtiges Element für die Markenbildung. Auf die Empfehlungen des örtlichen Händlers konnte sich der Kunde im Regelfall verlassen und sich bei ihm beraten lassen. Der Fotoeinzelhandel wiederum war weitgehend flächendeckend, zumindest als Fotodrogerie, vertreten. Die klassische inhabergeführte Fotodrogerie verschwand mit dem Siegeszug der Drogeriediscounter, deren fotobezogenes Sortiment sich bald nur noch auf ein paar Filme, und später auf eine Minimalst-Auswahl an Speicherkarten reduzierte. Als letzter Bezug zur Fotografie stehen in vielen Filialen der Drogeriediscounter noch mehr oder weniger genutzte Kiosksysteme zum Ausdrucken von Digitalbildern. In vielen Fällen handelt es sich bei den Kiosken um Systeme von Kodak, die sich damit im Fotohandel nicht besonders beliebt machten.

Die Fachgroßhändler wurden zunehmend von den Einkaufskooperationen verdrängt. Hier dominieren heute die Ringfoto-Gruppe in Fürth und Europafoto in Eschborn. Während Europafoto mit einem minimalen eigenen Personalbestand vorwiegend Einkaufsfunktionen größerer Händler abwickelt, bietet Ringfoto mit den zusätzlichen Marken „Plusfoto“, „Porst“ und „Voigtländer“ ein umfangreiches Portfolio an Dienstleistungen an. Die Fürther betreuen so eine große Zahl auch kleinerer Händler, die bis zum eigenen Online-Shop zahlreiche Dienstleistungen zukaufen können. Die über die Plusfoto erworbene Marke „Voigtländer“ bietet vor allem mit dem noch vorwiegend analogen Classic-Programm den Händlern dieser Kooperation eine exklusive Marke, die in Deutschland nur bei ihnen zu finden ist. Auch die Fotoobjektiv-Linie von Carl Zeiss, die Systeme von Leica Camera und die professionelle Kameramodelle von Canon und Nikon gibt es nur im ausgewählten Fachhandel. Gerade bei Produkt-Neueinführungen in diesem Segment achten manche Hersteller sehr genau darauf, welche Kunden zuerst bedient werden.

Die unter dem Namen „Leica Stores“ geführten Ladengeschäfte in gehobenen Lagen scheinen die Kaufwünsche ihrer Zielgruppe derzeit besonders gut zu stimulieren. Da wundert es wenig, wenn Leica anstrebt, diese Vertriebsschiene in der Art der Apple-Stores auszuweiten. Dabei gibt es heute in Deutschland schon mehr Stores mit dem roten Punkt als Verkaufsstellen der Kalifornier mit ebenfalls chinesischer Fertigung. Ob Leica auch die Handelsmargen des Herstellers mit dem angebissenen Apfel anstrebt, ist bislang noch ein Geheimnis.

Wie kaum anders zu erwarten, zählen die Handelsmargen zu den wichtigsten Streitpunkten im Verhältnis zwischen Herstellern/Werksimporteuren und Händlern. Die von manchen Herstellern herausgegebenen Listen mit den unverbindlich empfohlenen Verkaufspreisen gleichen eher mittelalterlichen Folterinstrumenten denn zeitgemäßen Kalkulationsgrundlagen. Die Spanne zwischen den in der Händlerpreisliste angeführten Einkaufpreisen des Handels (ohne MwSt.) und den empfohlenen Verkaufspreisen (inkl. MwSt.) ist teilweise geringer, als die an die Finanzverwaltung abzuführende Umsatzsteuer. An eine Marge, die ausreichen würde, die laufenden Betriebskosten eines Händlers zu decken, ist so nicht zu denken. In der Praxis ergibt sich die Marge des Händlers dann aus den eingeräumten Rabatten, Jahresboni, Kickbacks, Werbekostenzuschüssen, Regalmieten und ähnlichen Elementen. Manch ein Fotohändler sieht sich da dann doch massiv unter Druck gesetzt.

Richtig gereizt wird das Verhältnis zwischen Hersteller und Händler jedoch, wenn Hersteller auf die Idee kommen, eingeführte Handelsschienen zu verlassen und dies ihren Händlern einfach als neue Gegebenheit mitteilen. So wurden immer wieder bestimmte Kameramodelle nur über eng begrenzte Wege am Fachhandel vorbei eingeführt. Sicher versprechen die Flächenmärkte der Metro-Gruppe viel Laufkundschaft, ob sie aber auch die jeweilige spezifische Zielgruppe ansprechen, kann bezweifelt werden. Fast schon typisch erscheint da der aktuelle Versuch von Hasselblad, sich neue Käufergruppen zu erschließen.
 

Prospektausriss Saturn

 
Der aus Schweden stammende Mittelformathersteller Hasselblad war in analogen Zeiten zu großen Teilen im gehobenen Amateursektor zuhause. Mit dem Umstieg auf die digitalen Modelle verschob sich das Kundensegment in den doch überschaubaren Bereich der professionellen Nutzer. Dies war wohl nicht zuletzt eine Folge der geforderten Preise und der Umstellung des Systems von der eigenen Kamera-Produktion auf die Zulieferung durch Fujifilm. Heute steht Hasselblad im Wettbewerb mit dem lokalen Rivalen Phase One, den man vor Jahren mit dem Ausschluss seiner Rückteile aus der eigenen Kamerawelt brüskiert hatte. Die Dänen sind inzwischen nicht nur zum Mittelformat-Vollsortimenter geworden, sondern verfolgen inzwischen mit Phase One und den Objektiven von Schneider-Kreuznach sowie MamiyaLeaf mit den Mamiya-Objektiven eine Mehrmarkenstrategie. Hasselblad, seit vergangenem Jahr mit neuen Eigentümern und zudem unter Druck durch die Hersteller von Kleinbildkameras mit aktuell immerhin 36 MP, will inzwischen offensichtlich wieder den Zugang zum Amateurmarkt finden und wählte da den Weg über die Großfläche.

Ein weiteres Ärgernis für viele Händler liegt in der Tatsache, dass sie oftmals nicht abschätzen können, wann besonders nachgefragte Ware bei ihnen eintrifft. Aus diesem Grund versucht manch ein Händler, die entsprechenden Produkte auch auf dem Graumarkt zu beschaffen. Dieser Graumarkt muss heute nicht einmal über sogenannte Graumarktimporteure bedient werden, die sich Wechselkursschwankungen zu Nutze machen. Der größte Teil dieser Ware dürfte heute aus Überbeständen herrühren, die auf den Zwang zu möglichst hohen Ordermengen aufgrund der damit verbundenen Jahresrückvergütungen zurückzuführen sind.

Dass man als Hersteller auch mit konsequenter Fachhandelstreue Erfolg haben kann, zeigt seit über 70 Jahren die fränkische Firma Metz: „Metz macht im Laufe der Jahrzehnte vieles anders als andere. ... Mit der Konzentration auf den Fachhandel und der Nichtberücksichtigung der Flächenmärkte kann sich Metz aus den dort üblichen Preiskämpfen heraushalten. Geräte von Metz sind deutlich teuerer als der Branchendurchschnitt und der Marktanteil des Unternehmens liegt im Bereich der Unterhaltungselektronik bei etwa 4 %. Die Vorgehensweise von Metz dürfte jedem studierten Betriebswirt die Haare zu Berge stehen lassen. So gibt es aufgrund unterschiedlicher bedienter Marktsegmente auf den ersten Blick kaum erkennbare Synergien zwischen den Unternehmensbereichen. Allein, das Unternehmen, das nie wachsen wollte und lange Zeit im Schatten von Max Grundig stand, hat bis heute überlebt. Metz hat sich als eines der letzten inhabergeführten deutschen Unternehmen mit deutscher Fertigung im Markt gehalten.“ (Zitat aus: Der letzte Arbeitstag der Helene Metz)

Kurzfristige Verfügbarkeit, aber zumindest schnelle und pünktliche Lieferung, erwartet der Kunde inzwischen auch vom stationären Handel. Onlinehändler wie Amazon haben hier eine Art Bestmarke gesetzt, die nun auch vom Fachhandel gefordert wird. Für die Hersteller bietet Amazon umfangreiche Datensammlungen und Kundenprofile, die das Herz jedes Controllers erfreuen dürften. Die Nachteile, dass keine Beratung angeboten wird und dass im Bereich von Amazon-Marketplace in beträchtlichem Umfang gefälschte Ware angeboten wird, wollen viele Kunden nicht zur Kenntnis nehmen. Solange Amazon aus den Verkäufen über den Marketplace einen derartig hohen Nutzen durch die Vergütungen und die für die Amerikaner kostenlose Marktforschung zieht, wird sich an diesem System wohl kaum etwas ändern.

Im Wettbewerb mit den Onlineanbietern konnte der Fachhandel bis vor kurzem noch punkten, indem er Bundles schnürte, die beispielsweise ein Bildbearbeitungsprogramm ohne Aufpreis enthielten. Der Gerätepreis wurde dadurch nicht angetastet und der Kunde hatte dennoch einen Vorteil. Inzwischen werden solche Zugaben jedoch schon vom Hersteller dazugepackt. Damit verliert der Händler wieder eine Differenzierungsmöglichkeit.

Wahrscheinlich nimmt die Mehrzahl der Hersteller die Tatsache, dass sie mit den Händlern am bestem in einer Symbiose zusammenfinden, weil beide im Grunde im gleichen Boot sitzen, erst zur Kenntnis, wenn sie die Kuh, die sie melken wollten, geschlachtet haben.

(CJ)
 

Fachhändler

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 23. März 2012 - 15:33

mein letztes Objektiv habe ich in New York bei b&h gekauft, vor ort.

Fachhändler /Kunden wie sie

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 23. März 2012 - 21:51

für solche "Kunden" wie sie hat der Fachhändler auch Zeit.
Mehrere Male im Geschäft gewesen, einige Verkäufer genervt und dann B&H gekauft. So etwas nennt man BERATUNGSDIEBSTAHL Ich wünsche Ihnen einen Schaden am Objektiv und dan einen Hersteller der eine EU Garantie hat und sie auf dem Schaden sitzen bleiben. Solche Kunden wie sie sind dafür verantwortlich das der Handel nicht mehr in der Lage sein Personal zu halten. Solche Kunden wie sie sind es dann aber auch die als erstes darüber motzen das keine Fachkräfte mehr in den Geschäften stehen. Dann haben sie halt nur noch geiz ist geil oder sie sind doch nicht blöd Märkte. Und dann ???

Was soll DAS denn?

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. März 2012 - 09:58

Kennen Sie den Vorposter?
Woher wissen Sie, daß er das SO gemacht hat wie Sie beschrieben haben?
Das sind nichts als Mutmassungen, mit denen Sie sich das Recht herausnehmen, andere zu beschimpfen.

Man braucht

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. März 2012 - 11:21

den Vorposter nicht zu kennen, um zu wissen, dass diese Vorgehensweise heute eher die Norm denn die Ausnahme darstellt - mit allen dargestellten Folgen ...

Gast schrieb: Man braucht

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. März 2012 - 16:14
Gast schrieb:

Man braucht den Vorposter nicht zu kennen, um zu wissen, dass

Aber B&H sollte man kennen, um den Sinn seines Beitrags zu verstehen.
Die zeigen nämlich, wie Fachhandel sehr wohl erfolgreich sein kann.

Gast schrieb: und dann B&H

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. März 2012 - 16:13
Gast schrieb:

und dann B&H gekauft

Schon mal bei B&H im Laden gewesen?

Riesiger Laden (der größte der USA) und riesige Auswahl. Sowas kennt der deutsche Fachhandel leider nicht.

und dann B&H

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 25. März 2012 - 14:23
Gast schrieb:
Gast schrieb:

und dann B&H gekauft

Schon mal bei B&H im Laden gewesen?

Riesiger Laden (der größte der USA) und riesige Auswahl. Sowas kennt der deutsche Fachhandel leider nicht.

Sie haben Recht , aber nur vielleicht zur Information.

New York hat 8 Millionen Einwohner
Metropolregion New York hat 18 Millionen Einwohner.

Zitat: "Die Spanne zwischen

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 23. März 2012 - 15:52
Zitat:

"Die Spanne zwischen den in der Händlerpreisliste angeführten Einkaufpreisen des Handels (ohne MwSt.) und den empfohlenen Verkaufspreisen (inkl. MwSt.) ist teilweise geringer, als die an die Finanzverwaltung abzuführende Umsatzsteuer"

Also netto-Einkaufspreis über dem netto Verkaufspreis? Das halte ich für wenig glaubhaft.

Auch sind dem Autor wohl die Emotionen durchgegangen, was leider zu Lasten der sachlichen Richtigkeit in den Details geht. So mag Metz im Fernsehmarkt zwar überdurchschnittliche Preise verlangen, im Fotomarkt ist das aber nicht der Fall. Ähnlich ungenau bis falsch sind leider weite Teile des Textes, die darauf aufgebaute Argumentation entsprechend wacklig.

netto-Einkaufspreis über dem netto Verkaufspreis?

Bild von Shitop
Eingetragen von
Shitop
(Inventar)
am Samstag, 24. März 2012 - 08:26

Wie kommen Sie denn auf diese Idee? Der von Ihnen zitierte Satz spricht davon, dass der nominelle Listen-Einkaufspreis des Händlers zuzüglich der in Deutschland gesetztlichen Umsatzsteuer von 19% einen Preis ergibt, der höher liegt, als der empfohlene Verkaufspreis, der gegenüber den Kunden kommuniziert wird.

Shitop schrieb: Der von

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. März 2012 - 16:07
Shitop schrieb:

Der von Ihnen zitierte Satz spricht davon, dass der nominelle Listen-Einkaufspreis des Händlers zuzüglich der in Deutschland gesetztlichen Umsatzsteuer von 19% einen Preis ergibt, der höher liegt, als der empfohlene Verkaufspreis, der gegenüber den Kunden kommuniziert wird.

Und das ergibt eben wenig Sinn, wie es geschrieben wurde.
Und ja, ich kenne die Preislisten.

Gast schrieb: Und ja, ich

Eingetragen von
Redaktion photoscala
(Ehrengast)
am Samstag, 24. März 2012 - 19:03
Gast schrieb:

Und ja, ich kenne die Preislisten.

Wiewohl wir nicht "die Preislisten" (sprich: alle) kennen, liegen uns doch welche vor, die just den beschriebenen Sachverhalt widerspiegeln.

(thoMas)

Redaktion photoscala

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 27. März 2012 - 15:14
Redaktion photoscala schrieb:
Gast schrieb:

Und ja, ich kenne die Preislisten.

Wiewohl wir nicht "die Preislisten" (sprich: alle) kennen, liegen uns doch welche vor, die just den beschriebenen Sachverhalt widerspiegeln.

(thoMas)

Bitte dringend veröffentlichen! Danke

Ausgeschlossen

Bild von Christoph Jehle
Eingetragen von
Christoph Jehle
(Stammgast)
am Dienstag, 27. März 2012 - 21:08

Tut mir wirklich leid, aber nicht öffentlich zugängliche Quellen werden grundsätzlich nicht veröffentlicht.
Sie können ja Ihren Fachhändler fragen, ob er Ihnen seine Einkaufspreislisten zeigt.

Die Einkaufspreislisten

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 28. März 2012 - 07:47

meines Händlers kommunizieren inzwischen nicht unwesentlich mit den Verkaufspreislisten im Internet ...

Christoph Jehle schrieb:

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 28. März 2012 - 14:41
Christoph Jehle schrieb:

Tut mir wirklich leid, aber nicht öffentlich zugängliche Quellen werden grundsätzlich nicht veröffentlicht.
Sie können ja Ihren Fachhändler fragen, ob er Ihnen seine Einkaufspreislisten zeigt.

Ach so? Und Sie sind Händler oder woher haben Sie die vertrauliche Liste?

Strafanzeige folgt!

Gast schrieb: Ach so? Und

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 28. März 2012 - 17:09
Gast schrieb:

Ach so? Und Sie sind Händler oder woher haben Sie die vertrauliche Liste?

Strafanzeige folgt!

Depp.

Etwas eleganter formuliert es der Schweizer Presserat: "Der Quellen- und Informantenschutz ist nicht ein Privileg der Medienschaffenden, sondern liegt im Interesse des Publikums, da er den Informationsfluss erleichtert und somit ein wichtiges Mittel zur Diskussion von Themen von öffentlichem Interesse darstellt. Der Quellenschutz geht der Pflicht zur Quellennennung vor, wenn die Zusicherung der Vertraulichkeit schützenswerte Interessen wahrt."

der besucher

Hasselblad bei Saturn

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 23. März 2012 - 16:16

Ist heute schon der 1. April?

Hasselblad im Wühltisch. Für 17255 Euronen greift da doch

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 23. März 2012 - 18:14

so mancher Kunde spontan zu. Und bei 0,0% Finanzierung auf 12 Monate ist sicher auch das eine oder andere Mal ein Zweitgehäuse und / oder das eine und / oder andere Objektiv drin. Ja geht es noch.

Komme gerade von einer eintägigen Road-Show. In einer riesigen Halle, die sonst professionellen Filmaufnahmen dient, drängten sich an den beiden Seitenwänden ein paar mickrige Schnellaufbaustände um den Hauptinitiator, der weit hinten die schmalere Rückwand für sich allein beanspruchte. Von vorn betrachtet bot sich ein Anblick, wie Licht am Ende des Tunnels.

Ich habe mir die Kameras von PhaseOne und Hasselblad angeschaut, ohne auch nur ein einziges Mal von einem Standbesatzer belästigt zu werden. Bei PhaseOne war man offensichtlich froh, wenn sich ein Individuum mit Fragen festgebissen hat, bei Hasselblad kümmerten sich Standbesetzer - eigene und fredmde - um sich selbst.

Die von allen Ausstellern geforderten Preise waren derart ausserirdisch abgehoben, dass man sich fragt, an wen die überhaupt noch verkaufen. Das kleckerweise dahinschleichende Publikum (Käufer) machte nicht gerade den Eindruck, eben mal so zwischen 50.000 und 100.00 Euronen aus dem Rucksack ziehen zu können.

Canon hatte zur neuen EOS 5D Mark III noch nicht einmal einen Prospekt und wer Infos wsollte, bekam am Eingang von einer Hostesse ein paar belanglose Druckwerfke in eine rote Canon-Tragetasche geschmissen (darunter einen Flyer über EF-Objektive), die man am besten komplett in die Tonne entsorgte.

Immerhin bekam die werte Kundschaft rechts vom Eingang ein paar Häppchen, die sich im Gegensatz zur gesamten Veranstaltung sehen lassen konnten, und die Käufer dafür ein wenig entschädigten, dass sie schon lange nacht mehr von ihren Kunden Honorare gezahlt bekommen, die auch nur annähernd die Raten für eine komplette Fotoausrüstung decken können.

Wer ständig nur die Schnäppchenjäger im Visier hat, wird von denen irgendwann zu Tode gebracht. Wer seinen Weg ohne WENN und ABER geht und mit dem zufrieden ist bzw. sein kann, was er am Monatsende in der Kasse hat, überlebt dann offensichtlich wie Metz auf Hersteller und der Vorzeige-Fotohändler Foto-Kino-Sauter in München, der ja nicht gerade den Ruf hat, ein Discounter zu sein.

Bei vielen Herstellern kommt viel zu früh angekündigte Ware entweder viel zu spät, dann in homoöphatischen Dosen oder überhaupt nicht. Oder zu Preisen, dass einem das Portomonaie schlackert. Weiterhin überschlagen sich die Nachfolgemodelle, die in immer kürzeren Abständen kommen, praktisch dafür sorgen, dass es kaum einen Gebrauchtwarenmarkt gibt, in dem noch ein Preis für ein normales Mittagessen pro Produkt zu erzielen wäre. Glaubt da noch einer, für seine Canon EOS 5D MK II bekäme er noch was, angesichts eines Nachfolgemodells, das auch vieles besser kann.

Auch, wenn der Moderator zum Thema 'Filmen mit der EOS' lautstark auf Nikon schimpfte und als Beispiel gelungenen Filmens mit der EOS einen von ihm gedrehten Film im Auftrag der CDU vorführte, bleibe ich vorerst bei Nikon und Pentax und wähle CDU/CSU allenfalls im Albtraum. Wenn ich aus einem solchen erwache, freue ich mich, mit Nikon D700 und Pentax K-5 wie Metz/Sauter u.v.a. gut überleben zu können. Die fetten Jahre in der Fotografie kommen zudem nie mehr, zumal man Fotos an jeder Ecke für 'nen Appl und 'nen Ei kaufen kann, so dass es sich oft gar nicht lohnt, selbst zur Kamera zu greifen. So machen die meisten Fotografen Klimmzüge am Brotkasten und können von einer Hasselblad vom Wühltisch nur träumen. Das scheffelt aber keinen Umsatz in die Kassen von Hasselblad, so dass man ahnen kann, wo Hasselblad entschwindet. Und dann kommt noch: Die Mamyia 645 Digital ist neben der von Pentax gegenüber den Hasselblads immer noch die bessere Wahl.

Noch eine Realität...

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. März 2012 - 03:31

Der Handel ist in „Persischen Verhältnissen“ abgetaucht. Den Rest der „aufrechten Händler“ wird der Internethandel fressen.

Wer glaubt das jemand der Zigtausende für ein Kamerasystem ausgeben möchte mit einem Gummi kauenden Schnösel aus dem Hause Saturn zwischen allen anderen Gaffern verhandelt der irrt.

Wie man sieht machen es Apple oder Leica mit ihren eigenen Shops richtig. Geschultes Personal und eine angenehme Atmosphäre sorgen für das Wohlbefinden des Kunden. Auf Dauer für hochwertige Güter sicher die beste Lösung.

Schade um Fuji/Hasselblad, wer den Versuch macht sich mit Saturn über Wasser zu halten der muss wirklich aus dem letzten Loch pfeifen.

Da sich die Einstellung zum Wert von Bildern dramatisch Richtung Null orientiert werden auch die benötigten seriös kalkulierten Bilderpreise nicht mehr erzielt. Rein ökonomisch rechnet sich das eingesetzte Kapital im Zeitablauf nicht.

So wird es kommen das sich die Produktion von ausgesucht spezialisierten Fotogeräten auf die wenigen Kreativen konzentriert die sich das leisten können. Billiger wird da nichts, eher das Gegenteil, es wird noch teurer.

Machen wir uns nichts vor, Hasselblad kämpft ums Überleben

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. März 2012 - 08:07

und liegt schon lange in Agonie.

Mitarbeiter/innen bei Media Markt/Saturn sind lediglich Warenverteiler und allein in der Lage, die jeweilige Kiste aus dem Lager zu holen. In diesen Märkten muss der Kunde höllisch aufpassen und genau wissen, was er will. Die Preise sind oft genug noch nicht einmal preiswert, die Berater wissen oft nicht mal ein Zehntel vom Wissen des Kunden, und wehe Umtausch oder Service sind angesagt.

Zukunftsweisend sind die Stores von BOSE und APPLE sowie LEICA. Allein schon deshalb, weil die Berater ihre Produkte kennen und ein Dialog zwischen ihnen und den Kunden stattfindet.

Thalia (Hamburg) und Hugendubel (München) sind wankende Riesen und stehen im Grunde kurz vor der Pleite. Amazon & Co. nehmen denen die Kunden in Scharen ab; gleichzeitig sind beide Unternehmen nicht in der Lage, einen besseren Internet-Auftritt zu liefern als Amazon. Die Läden vor Ort knocken sich selbst aus: Erst wühlt man sich durch den Eingang und das Erdgeschoss, vollgestopft mit Buchramschware, wo auch schon mal ein Werk von so um die 7000 Euronen auf 99,99 Euronen fällt (Fotobuch: Helmut Newton). Da kann man schon mal erleben, wie wertig der Buchhändler seine Ware selbst sieht. Hat man sich dann zur Fachabteilung im obersten Stockwerk geschleppt, wird wie eine tibetanische Gebetsmühle vorgetragen, dass eben dieser Titel bestellt werden muss. Aber ich besuche keinen Buchtempel, um etweas zu bestellen, weil mir die Bestellung von Amazon direkt ins Haus geliefert wird.

Insbesondere Hugendubel ist ein Drecksladen, entstanden aus der Raffgier der katholischen Kirche, in deren Hand sich der Buchkrämer befindet (Weltbild etc.). AudioBooks sind wild durcheinander auf Terassenstellagen gepfeffert und meist nur das gerade aktuelle der Verlage. Auskennen tut sich keiner. Dann die gelangweilten 1 bis 400 Euro-Kräfte und Aushilfen. Da trink ich doch gerne mal ein Six-Pack, wenn es Hugendubel mal zerreisst, was nicht mehr lang auf sich warten lässt.

Dann die Manager solcher Unternehmen: völlig hirnlos im hier und jetzt. Da reicht es gerade noch für Ideen zur Kannabalisierung. Den Umsatzschwund mit Büchern will man wett machen durch Spielwarensortimente. Also mit der 1.000sten Abteilung Lego und Playmobil. Ein Verlag gibt eine Special-Interest-Beilage heraus, die dem Buchhandel eine Reihe von Zusatzsortimenten andient. Das Heft könnte gut den Titel 'Der Kannibale' tragen.

Eigene Ideen, wenn er denn welche hat, zu realisieren, fällt dem deutschen Einzelhändler äusserst schwer, weil ja dies mit Arbeit, Zeit- und Geldinvestition verbunden ist und nicht sofort wirkt, da Ideen auch erst mal umgesetzt werden müssen. Kapital hat er weder für die optische Aufwertung seiner Verkaufsbude, noch zur Bezahlung von Fachleuten im Verkauf. Und - Himmel, Arsch und Zwirn - es kommt auch keiner, der ihm den Laden abnimmt, zu einem Preis, der ihm ein sorgenfreies Rentnerleben beschert.

Wie gesagt, meine Nikon D700/Pentax K-5 sichern meinen/unseren Lebensunterhalt hier. Sicher, eine PhaseOne/Pentax 645er Digitale wäre schön, aber nur, wenn sie durch einen satten Überhang an Gewinnhen bequem zusätzlich finanzierbar wäre. Das ist auf lange Sicht hin nicht gegeben. Deshalb werden Hasselblad, Sinar und Co. vorher über die Klinge springen müssen. Und wir können vom Gewinn wieder mal einen längeren Urlaub machen.

Ahnungslos

Eingetragen von
thomas..
(Neuankömmling)
am Samstag, 24. März 2012 - 09:59
Gast schrieb:

....

Thalia (Hamburg) und Hugendubel (München) sind wankende Riesen und stehen im Grunde kurz vor der Pleite. Amazon & Co. nehmen denen die Kunden in Scharen ab; gleichzeitig sind beide Unternehmen nicht in der Lage, einen besseren Internet-Auftritt zu liefern als Amazon. Die Läden vor Ort knocken sich selbst aus: Erst wühlt man sich durch den Eingang und das Erdgeschoss, vollgestopft mit Buchramschware, wo auch schon mal ein Werk von so um die 7000 Euronen auf 99,99 Euronen fällt (Fotobuch: Helmut Newton). Da kann man schon mal erleben, wie wertig der Buchhändler seine Ware selbst sieht. Hat man sich dann zur Fachabteilung im obersten Stockwerk geschleppt, wird wie eine tibetanische Gebetsmühle vorgetragen, dass eben dieser Titel bestellt werden muss. Aber ich besuche keinen Buchtempel, um etweas zu bestellen, weil mir die Bestellung von Amazon direkt ins Haus geliefert wird.

Insbesondere Hugendubel ist ein Drecksladen, entstanden aus der Raffgier der katholischen Kirche, in deren Hand sich der Buchkrämer befindet (Weltbild etc.). AudioBooks sind wild durcheinander auf Terassenstellagen gepfeffert und meist nur das gerade aktuelle der Verlage. Auskennen tut sich keiner. Dann die gelangweilten 1 bis 400 Euro-Kräfte und Aushilfen. Da trink ich doch gerne mal ein Six-Pack, wenn es Hugendubel mal zerreisst, was nicht mehr lang auf sich warten lässt.....

Wenn Sie keine Ahnung vom Buchhandel oder von Büchern warum ziehen Sie das dann als Beispiel ran? Das genannte Fotobuch: Helmut Newton fiel nicht von 7000 auf 99€. Die Ausgabe für 99€ ist eine andere als die für 7000, die für 7000 ist ungefähr 3-4mal so groß und schwer, war limitiert und signiert. Die 99€ Ausgabe ist kleiner, nicht limitiert und kam 10 Jahre später auf den Markt. Zwei unterschiedlich Bücher und schon zwei unterschiedliche Preis das komm ja überraschend.
Wenn Sie ein bischen Ahnung hätten wäre es Ihnen auch bekannt das es Verlage gibt die Bücher in unterschiedliche Aufmachungen auf den Markt bringen. Der Verlag der dieses Newton Buch auf den Markt brachte macht das öfter, da kann der Händler überhaupt nichts dafür. Zudem gibt es in Deutschland eine gesetzliche Buchpreisbindung, was bedeutet das der Buchhändler den Preis gar nicht bestimmen darf.
Sie erwarten also auch das sie jedes Buch gleich mitnehmen können, Ihnen ist schon bekannt das laut Wiki der Großhändler 5,6 Mio Titel im Katalog und 500.000 Titel auf Lager hat. Dieses Sortimant soll Ihnen also eine Buchhandlung mit Innenstadtlage bereit halten? Wovon träumen Sie nachts?
Ich finde eher das die anderen Branchen sich ein Scheibe vom Buchhandel abschneiden können, wo finden Sie das das ein nicht vorrätiges Produkt am nächsten Tag abholbereit im Laden ist?

Keineswegs ahnungslos. Vom Buchhandel ist keine Scheibe

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. März 2012 - 11:20

abschneidbar, da er zugunsten des Internets verschwinden wird. Wer die Wahl hat, ob anderen Tages im Laden abholbereit (2x zusätzlich den Weg von zuhause - Laden; Laden - zuhause, ggf. einschliesslich Parkplatzsuche) oder vom Postboten ins gemütliche Heim gebracht, wählt letztere Möglichkeit.

Es verlangt keiner, 5,6 Millionen Titel oder daraus 500.000 Titel auf Lager zu haben; ich gehe zum Buchhändler, weil ich mir dort eine praxisgerechte Auswahl erwarte. Wenn ich dann in der Computerabteilung höre, dass das einzige Werk zu 'scribus' wieder mal nur bestellt werden kann, gehe ich ohne zu bestellen. Zu anderen Themen gibt es dagegen zuviel Auswahl; die Frage nach einem kompetenten Werk ist allerdings müssig, da die 1 bis 400 Euro Kräfte sich eh nicht in ihrer Abteilung aus kennen.

In den zugemüllten Häusern Thalia und Hugendubel findet man vom Eingang über das Erdgeschoss verteilte Buch- und andere Werke, die aus der Preisbindung heraus genommen wurden oder preiswerte Nachdrucke sind. Der 'Profi' wartet sowieso, bis der 7000-Euro-Newton auf dem Ramschtisch landet, meinetwegen auch in einer preiswerteren Ausgabe für 99,00 Euro. Möchte aber mal zu gerne wissen, wieviele Personen sich den Newton für 7000 Euronen gegönnt haben oder sich eine Sigma DSLR/Foveon kauften oder Leica am Leben halten. Es sind eben noch nicht alle Geheimnisse um uns herum gelöst.

Und die Preisbindung vfür Bücher gehört sowieso längst aufgehoben. Wenn die für den Buchhandel derart lebensnotwendig wären, fragt man sich erst recht, warum Hugendubel und Thalia schwanken wie Rohre im Wind.

Lesen Sie mal die Ausgabe 'Der Kannibale' (Redaktionsschluss 20.02.2012) (korrekt: buchreport, PBS/Nonbook, Titel: Magische Umsätze), wo der Buchhändler ungeniert in den Gehegen anderer zu wildern versucht (Spielwaren, Geschenke, Papiere u.v.a.m.). Ein Verlag will es sogar mit Rädern versuchen.

Das geht auch schon in die Hose, weil die Manager der genannten Unternehmen nicht einen Cent wert sind, den sie kriegen. Aber bald sind auch die mit ihrer Weisheit vollends am Ende.

Da irren Sie

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. März 2012 - 13:39

Den persönlichen Kontakt zum FotoFACHhändler möchte ich ebenso wenig missen, wie den zum Buchhändler meines Vertrauens. Das hat letztlich was mit dem Menschsein und einer tieferen Form von Lebensqualität zu tun. Weswegen ich auch um Flagship Stores einen großen Bogen machen: Dort geht's allein um eine Monokultur des Profits. 8-)

Das mag ja so sein. Nur von ihrer Klientel kann ein Fachhändler

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. März 2012 - 15:07
Gast schrieb:

Den persönlichen Kontakt zum FotoFACHhändler möchte ich ebenso wenig missen, wie den zum Buchhändler meines Vertrauens. Das hat letztlich was mit dem Menschsein und einer tieferen Form von Lebensqualität zu tun. Weswegen ich auch um Flagship Stores einen großen Bogen machen: Dort geht's allein um eine Monokultur des Profits. 8-)

nicht mehr existieren. Und von denen, die Ihre Meinung vertreten, wärmen sich beim Fotofachhändler (vorwiegend bei Regen, Sturm, Frust und Langeweile) auf, quatschen dem und dessen Mitarbeiter/innen ein oder mehrere Ohren ab und kaufen dann letztendlich doch beim billigen Jakob. Das kennen wir doch alle sattsam und zur Genüge.

Im TV begleitete ein Team einen Leichenfledderer bei seiner Arbeit, der gerade einen Eisenwarenhändler die letzte Ehre gab. Vor laufenden Kamera trat dann ein älteres Ehepaar in den Laden und lamentierte, wie traurig es doch sei, dass gerade der Nachbar X nun seinen Laden schliessen müsse, und beweinte die niedergehende Einkaufskultur. Wieder aus den Laden platzte dem noch Inhaber ebenfalls vor laufender Kamera der Kragen: Glauben Sied ja nicht, die hätten bei dreissigjähriger Nachbarschaft auch nur eine Schraube bei mir gekauft. So war's, so ist's und so wird es immer sein: Die hohlsten Töpfe haben den lautesten Klang.

Mein Fotofachhändler

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. März 2012 - 20:21

lebt hauptsächlich davon, dass er sich als solcher begreift, und damit nicht nur mich, sondern auch jede Menge Gleichgesinnter anspricht.
Dass er inzwischen so gut wie keine direkte Konkurrenz mehr hat, außer Internet und Blödmärkte natürlich, sollte man auch noch erwähnen.

Lang, lang ist's her...

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 25. März 2012 - 08:58

Fotofachhändler... Gibt's die eigentlich noch? Ja, das waren noch Zeiten, als man bei seinem Fotofachhändler über Kameras philosophieren konnte -- und sich, man weiss eigentlich gar nicht, wie es dazu kam -- auf einmal als Besitzer einer Leica wiederfand.

Wenn ich heute ein Schwätzchen über Kameras halten will, muss ich zum Blödmarkt gehen: Denn dort sind mittlerweile alle ehemaligen Fotofachverkäufer untergekommen. Allein: Qualitativ hochwertige Ware haben sie nicht im Sortiment.

Letztes Mal, als ich meinen Lieblingsfotofachverkäufer im Blödmarkt besucht habe, meinte ich zu ihm: "Herr X, was verkaufen Sie mir heute?" "Was brauchen Sie denn noch?" "Hmmm, mir fehlt noch das 2,8/70-200" "Nee, Du damit kann ich nicht dienen. Das 2,8/24-70 hatten wir ja mal da... Aber dann in einer Verrammschaktion mit hohem Verlust verkauft. Sowas kauft hier keiner. Ich habe aber das neueste Plastikmodell von CaSoNi da, wenn dir das was nützt..."

Die Wilderer

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. März 2012 - 15:37

sind dann auch alles andere, nur keine Fachhändler mehr. Wobei man denen, die sich durchstrampeln nur bedingt das Versagen der Politik hinsichtlich vernünftiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen vorwerfen kann. Geb' ich als Politik der Wirtschaft alle Narrenfreiheit der Welt, dann darf ich mich über die Narrheit der Wirtschaftswelt nicht wundern.

Gast schrieb: Die Läden

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Der Spaniel
(Ehrengast)
am Samstag, 24. März 2012 - 11:14
Gast schrieb:

Die Läden vor Ort knocken sich selbst aus: Erst wühlt man sich durch den Eingang und das Erdgeschoss, vollgestopft mit Buchramschware, wo auch schon mal ein Werk von so um die 7000 Euronen auf 99,99 Euronen fällt (Fotobuch: Helmut Newton). Da kann man schon mal erleben, wie wertig der Buchhändler seine Ware selbst sieht.

Und hier kann man mal erleben, das der liebe Gast keine Sachkenntnis über das, was er schreibt, besitzt.

Damit Du nicht dumm sterben musst: http://www.helmut-newton-sumo.de/

Was Du da gefunden hast, ist folgendes: http://www.taschen.com/pages/de/catalogue/photography/all/00392/facts.he...

Der Spaniel. Wau!

Wenn ich ein Produkt in

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Der Spanier. Viva.
(Inventar)
am Freitag, 23. März 2012 - 18:22

Wenn ich ein Produkt in einen Blöd-Markt-Prospekt sehe, weiss ich, dass es nichts taugt oder der Hersteller kurz vor der Pleite steht.

In diesem Fall trifft die zweite Variante für Hasselblad zu.

Spanier Du hast selten recht...

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Gast
am Freitag, 23. März 2012 - 19:21
Der Spanier. Viva. schrieb:

Wenn ich ein Produkt in einen Blöd-Markt-Prospekt sehe, weiss ich, dass es nichts taugt oder der Hersteller kurz vor der Pleite steht.

In diesem Fall trifft die zweite Variante für Hasselblad zu.

...aber indiesem Fall hast Du es! Tschüss Haselblatt!

Der Spanier. Viva. schrieb:

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Der Spaniel
(Ehrengast)
am Samstag, 24. März 2012 - 07:44
Der Spanier. Viva. schrieb:

Wenn ich ein Produkt in einen Blöd-Markt-Prospekt sehe, weiss ich, dass es nichts taugt oder der Hersteller kurz vor der Pleite steht.

In diesem Fall trifft die zweite Variante für Hasselblad zu.

Die allwissende Müllhalde ist wieder gut drauf. Spanier, so langsam wird es aber peinlich. Keine Jobs, oder woher stammt dieser permanente Frust?

Apple, Canon, Nikon, Samsung, alles Hersteller, die kurz vor der Pleite stehen, denn sie stehen ja im Prospekt.

Der Spaniel. Wau!

Der Spanier. Viva. schrieb:

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Gast
am Dienstag, 27. März 2012 - 15:20
Der Spanier. Viva. schrieb:

Wenn ich ein Produkt in einen Blöd-Markt-Prospekt sehe, weiss ich, dass es nichts taugt oder der Hersteller kurz vor der Pleite steht.

ROFL. Na dann können Sony, Canon und Nikon ja jetzt einpacken.

Ich vermisse Foto-Kino Hessing!

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Gast
am Freitag, 23. März 2012 - 18:48

Von der kleinen Eckdrogerie mit der Wandnische für Filme und Kameras zum großen Fachgeschäft mit mehreren Mitarbeitern hat sich der Inhaber immer sachkundig für seine Kunden eingesetzt. Immer waren die Verkäuferinnen freundlich, immer waren alle wichtigen Filme vorrätig, die wichtigsten Filter in den passenden Größen lagen im Regal bereit, Sondermaße wurden auch einzeln bestellt. Bestellnummern und Lieferfristen wurden schnell und freundlich herausgesucht. Inhaber und Kunden haben sich gegenseitig respektiert und es wurde auch nie versucht, einem irgendeinen Prozentekram der Hersteller aufzuschwatzen.
Als beim Präsentationstag eines renommierten Herstellers ein soeben erworbenes Objektiv schüchtern über die Theke zurückgereicht wurde und die Firmenrepräsentanten den Defekt zu relativieren versuchten, hat der Inhaber zugunsten des Kunden auf sortigem Umtausch bestanden.
Brauchte man einen Rat, dann hörte sich der Inhaber immer erst genau an, was man denn vorhatte und kam dann mit einem passenden und preisgünstigen Lösungsvorschlag, ohne Pause-Zögern-Hochpreisalternative-Gekitzel.
Da gab es keine Abverkäufe und kein spekulatives Gehabe.

Eine Gedenkminute für alle ehrlichen und wohlwollenden Fachhändler!

Das darf man wohl als Grundessenz

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Gast
am Freitag, 23. März 2012 - 20:16
Zitat:

will inzwischen offensichtlich wieder den Zugang zum Amateurmarkt finden und wählte da den Weg über die Großfläche

ansehen.

Wer glaubt, dass man mit Riesenpreisen im Kleinstsegment Profiequipment auf Dauer überleben zu können, kann sich unter Garantie über kurz oder lang aus dem Markt verabschieden.

Zu analogen Zeiten waren alle MF Hersteller vor allem auch gestützt von den vielen "Enthusiasten", die dieses Format unter inkaufnahme der noch bezahlbaren Preise gestützt haben, weil das eigentliche "Profisegment" viel zu klein ist, um effektiv damit auf dem Markt zu bleiben. Das haben einige Hersteller wohl nicht richtig verstanden, sodass sich hier bereits massive Verschiebungen andeuten. Nur die Annäherung der Hersteller an einen erweiterten Pool in Richtung anspruchsvollen Amateurmarkt wird am Ende das Überleben für dieses Format sichern.

Da sind mehr Innovationen, mehr Kostendisziplin und eine plausiblere Umsetzung der digitalen Möglichkeiten rein grundsätzlich gefragt und keine Mondscheinpreise bei fehlender technologisch befriedigender Umsetzung. Nur "konservativ" reicht jedenfalls ganz bestimmt nicht.

Vielleicht gilt ja

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Gast
am Freitag, 23. März 2012 - 22:59

inzwischen auch unter Millionären die Devise, dass Geiz geil ist. Die sind ja auch nicht blöd, Mann.
Noch dazu, wenn sie sich aus photoscala vorlesen lassen müssen, dass sie in den Flagship-stores der Konkurrenz auch nur China-Ware im anämischen Ambiente gedrückt bekommen ... 8-)

Gast

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 23. März 2012 - 23:56

Man darf aber auch nicht vergessen das der Einzel(Fachhandel) auch nichtmehr das ist was er einmal war.

Ich rede hier von Preisen die 20% über dem Internetpreis liegen.
Massivste Manipulation von "Neukunden", viele Versprechungen, weniges wird gehalten.

Zwei Beispiele:

Vor über 1 Monat ein Teil für ein Ewa-Marine Tauchbeutel bestellt, angelich 10-14Tage lieferzeit.... ich warte immernoch auf die Antwort....
Oder ein "relativ" teures Objektiv gekauft, nach 3 Tagen gemerkt das es zu "kurz" ist, meine Frage ob man das quasi unbenutze Objektiv zurücknimmt wenn ich ein größere(und teureres) kaufe wurde damit abgewürgt das man mir nurnoch 60% des Neupreises verrechnen wollte.

Von der Arroganz eingesessener Fotohändler sich mit "kleinen" Studenten oder "normalen" Kunden rumzuschlagen wollen wir mal garnicht sprechen.

Etwas auf Rechnung kaufen Zitat:" Klar, wenn sie bei uns Kunde sind....und so 20.000-30.000€ letztes Jahr hier ausgegeben haben"

Ne, Danke, da belese ich mich und lass mich nicht verarschen, bezahle weniger und kann man die Ware richtig anschauen.

Ich weiß das es auch andere Händler gibt, leider sind diese mittlerweile Mangelware.

..ein verfrühter Aprilscherz..?

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. März 2012 - 15:25

Was sind die Voraussetzungen für gute Geschäfte? So wie ich weiß ist das ein ausreichend großer Bedarf, Angebot und Nachfrage. Alles andere werden die am Geschäft Beteiligten schon deswegen regeln weil jeder seinen Schnitt machen will.

Was ist mit dem Bedarf? Im normalen Consumer Bereich ist alles in Ordnung. Das Endprodukt sind Erinnerungsbilder im privaten Bereich und der Aufwand diese zu erstellen hält sich in Grenzen. Da stört es auch wenig wenn alle sechs Monate was neues vom Hersteller kommt. Angebot und Nachfrage halten sich die Waage das System funktioniert.

Vor zirka 150 Jahren kam die Fotografie und hat die vielen Portrait Maler um ihre Existenz gebracht. Nun kommt das digitale Bild und raubt dem der davon gelebt hat das Auskommen. Der professionelle Bildbedarf hat sich dramatisch verändert. Stichworte dazu sind Sphären Fotografie, Bilder direkt aus den Konstruktionsprogrammen usw. Weil es relativ einfach geworden ist ohne Ausbildung zu technisch guten Bildern zu kommen hat sich die Bereitschaft kreative Arbeit angemessen zu Entlohnen in Luft aufgelöst. Wenn dann wird höchstens die Idee geklaut. Der Aufwand an Zeit und Technik hat sich im Gegensatz zu den Einnahmen vergrößert.

Also ist Bedarf, Angebot und Nachfrage auf der Professionellen Seite in mehreren Ebenen in Schieflage geraten. Das System läuft nicht rund weil es sich noch nicht neu gefunden hat.

Rein vom wirtschaftlichen Standpunkt gesehen ist die professionelle Fotografie mehr zur Liebhaberei denn zum Gelderwerb geworden. Das Problem für uns Kreative ist aber das nicht jeder von uns als TAXI Fahrer geeignet ist.

Das betrifft jetzt auch die Hersteller von großartigen System Kameras im High End- Bereich. Selbst wenn die Preise halbiert werden könnten ändert das nichts an den Voraussetzungen und der Schieflage im System. Einzig der Zusammenschluss, ähnlich der unterschiedlichen Marken bei VW, könnte Einsparungen bringen und eine Anpassung an die neue Profi Zeit ermöglichen.

Der Versuch Kundschaft bei Massenartikelverkäufern zu finden ist jedenfalls ein Verzweiflungsakt. Wollen wir hoffen das es ein verfrühter Aprilscherz war.

Das Zeitalter der professionellen digitalen Aufnahmen

Bild von Shitop
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Shitop
(Inventar)
am Sonntag, 25. März 2012 - 12:31

wird in Kürze zu Ende gehen. Aus den vorhandenen Archiven werden noch stimmungsvolle Hintergründe eingekauft. Der Rest wird zunehmend aus den Konstruktionsunterlagen abgeleitet und gerndert. Dass dabei dann das Licht im Hintergrund ganz anders fällt, als im Vordergrund, fällt den "Entscheidern" nicht auf. Wichtig ist schnell und billig. Und zudem kann ich beim gerenderten Inhalt sicher sein, dass Nichts auf dem Bild ist, was nicht erwünscht ist.
In Taiwan werden schon Nachrichten-Video-Clips gerendert und die Zuschauer finden es TOLL.
Ikea render Katalogaufnahmen ebenso wie Mercedes. Und was machen all die etablierten Profifotogtafen jetzt? Workshops.

Na logisch,

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Gast
am Montag, 26. März 2012 - 13:20

Werbung ist kein Spielplatz für Fotokünstler mit Absolutheitsanspruch.

Inhalte werden so gebraucht, dass die darin enthaltenen Informationen dem Vorhaben 100%ig entsprechen. Da ist die Kamera nur ein Werkzeug unter mehreren. Da ist vor allem auch das Composing das Mittel der Wahl. Mit der Kamera kann man selten ausschließlich Bildinhalte produzieren, die dem finalen Anspruch genügen. Bei technischen Produkten wird das Meiste per 3D-CAD konstruiert. Die 3D-Daten sind ja von den meisten technischen Gegengständen ohnehin vorhanden, also kann man das auch in räumlichen Zusammenhängen zusammenbauen. Bei Möbel als bei Autos. Lediglich Jaguar macht immer noch sehr aufwändige Foto- und Videoproduktion on-location. Mir persönlich gefällt das besser als diese gelackten Oberflächen, die sich bei Renderings trotz allem ergeben. Aber was solls, wichtig ist ja final die Werbeaussage und nicht eine wie auch immer verkünstelte Bildgestaltung.

Der Fachhandel

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 25. März 2012 - 10:53

>> Im Wettbewerb mit den Onlineanbietern konnte der Fachhandel bis vor kurzem noch punkten, indem er Bundles schnürte, die beispielsweise ein Bildbearbeitungsprogramm ohne Aufpreis enthielten. <<

Das ist mir aber ganz was Neues. Ist mir noch nicht vorgekommen. Ich sehe nur totalen Starrsinn, was die Preisgestaltung angeht, kein bisschen Entgegenkommen. Ein einfaches Beispiel: Ich hatte mich für ein 40 mm DX Mikro Nikkor interessiert. Und natürlich vorher eBay und die bekannten Online-Adressen abgeklappert. Der ortsansässige Händler lag - bei 3 DREI (!) vorhandenen Exemplaren - so weit über dem Onlinepreis, dass die Addition der Versandkosten und ein gewisser Solidaritäts-/Fairniszuschlag immer noch meilenweit weg vom überhöhten Händlerpreis gelegen hätte. Ich habe erst gar nicht nach Preisnachlass gefragt.

Und dazu kommt noch ein für mich entscheidender Nachteil: bei allen Onlineprofis habe ich Widerrufsmöglichkeit/Fernabsatzgesetz. Was ich durchaus maßvoll anwende. Wie gesagt: maßvoll. Denn das Letzte, wo ich Bock drauf hätte, wenn der ortsansässige Händler das Montagsobjektiv nicht zurücknehmen will, ich mich schlicht verkauft habe.

Mit der Verweigerung: >> Etwas auf Rechnung kaufen Zitat:" Klar, wenn sie bei uns Kunde sind....und so 20.000-30.000€ letztes Jahr hier ausgegeben haben" << bringen sich Händler selbst um (den letzten?) Umsatz. OK, wenn die dritte Rechnung dann nicht fristgerecht bezahlt wird, kann ich es verstehen. Trotz Bekanntheit im Laden wurde mir so etwas noch nie angeboten!

Und was die „Beratung“ im Laden angeht. Da sch… ich was drauf. Es gibt im Internet nun wahrlich genug Infomöglichkeiten, so dass beim Preis für mich wirklich gilt: „Geiz ist geil“

JJ

Jepp.

Eingetragen von
Gast
am Montag, 26. März 2012 - 08:38

Das letzte mal, dass ich (im Urlaub) bei einem Fachhändler war... Nun... Ich habe den Händler nach einem stabilen Stativ gefragt. Er kramt das Deko-Stativ aus der Ecke, pustet erstmal die Staubflocken ab und will mir das als das stabilste Stativ auf dem Markt verkaufen. Er klemmt meine Knipse dran -- und beinahe wäre sie unten gewesen... Ja, kann alles nicht sein... Iss aber so... naja, dann wolle er mir ein besseres bestellen.... Müsse ich natürlich vorher bezahlen -- kostet ja nur 600 Euros... Und wenn's mir nicht gefällt? Ja, neee, dann müsse ich das schon nehmen... Er könne es ja sonst niemanden verkaufen...

Was denkt der Typ sich eigentlich? Dass ich ernsthaft für 600 Euros die Katze im Sack kaufe, ohne Rückgaberecht? Manche Leute haben Nerven....

Kleine deutsche Hersteller

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 25. März 2012 - 13:37

Kleine deutsche Hersteller können nur noch Premium in der Nische:
Leica (M9, X1, S2)
Minox (Ferngläser & Zielfernrohre, jetzt auch wieder Made in Germany)
Novoflex
Berlebach
MK Panorama Systeme
Koenig Photobags
Pentacon / Praktica Scanner aus Dresden

Das verkauft sich im In- und Ausland - teilweise über neue Vertriebswege (Leica Store, Minox Shops in Hong Kong und Singapore etc.) und an neue Zielgruppen.

Die großen Handelsunternehmen und - zum Teil auch sehr kleinen - Internetanbieter bedienen sich neuen Anbietern aus China gerade auch um hierzulande zu Dumpingpreisen anbieten zu können. Da ist der Geiz geil und die Marge folgt der Qualität.

Bei ebay gibt es dann noch die Möglichkeit ab Hong Kong zu bestellen mit dem Hinweis "geliefert als Warenmuster", um die Zollgebühren sparen zu können. Wer Pech hat, landet dann beim Zoll und muss Einfuhrumsatzsteuer sowie Zoll zahlen.

Aber Premium aus China wird zunehmend kommen - nein, kommt.
Dann steigt auch der Preis, sofern nicht wie bei Solar staatlich subventioniert wird.

Dann steht wieder die Idee, die Qualität und das Produkt im Vordergrund und nicht nur der Preis.

Dann sind unsere kleinen Anbieter vielleicht auch im Inland wieder mehr gefragt als jetzt.
Im Ausland - gerade Asien - ist "Made in Germany" gefragt.

Globalisierung kann für alle von Vorteil sein, Premium ist ein Markt, Masse ein anderer. Fair sollte es zugehen und die Qualität, Langlebigkeit und Umweltverantwortung eine rolle spielen. Gerade bei der Produktion in Fernost.

Jetzt hagelt es bestimmt wieder Kritik, aber ich wollte es mal loswerden.

Mit dem verschwinden

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 25. März 2012 - 23:26

des Hasselblad V-Systems hat sich Hasselblad sein eigenes Grab geschaufelt. Oha! Hasselblad bei Saturn, wie peinlich!

Gast schrieb: Oha!

Eingetragen von
Gast
am Montag, 26. März 2012 - 18:43
Gast schrieb:

Oha! Hasselblad bei Saturn, wie peinlich!

Nicht unbedingt. Es gibt Filialen mit ambitionierten Fotoabteilungen, die besser beraten und mehr Auswahl bieten als viele "Fachhändler".

Oh jeh, der arme Händler...

Eingetragen von
Gast
am Montag, 26. März 2012 - 09:14

Waren das schöne Zeiten, als es noch eine regionale Preisdifferenzierung gab. Da konnte der Kunde gar nicht anders, der musste kaufen. Über dem Händler mit seiner Marge lag noch der Großhändler und darüber der Vertrieb. War das schön, als 50 % des Netto Verkaufspreises in den Taschen von Händlern und Krämern versanken. Und gelistet und empfohlen wurden nur Produkte mit der größten Marge. Das war schön! Gegipfelt hat das Ganze dann bei den großen Elektronikmärkten und deren spezifischen Produktbezeichnungen und eigenen Produklinien. Z.B. bei Hausgeräten: Nur noch billigste Chinesenwaare zu 80 % eines Qualitätsprodukts - was für ein Schnäppchen.
Wird Zeit, das das Monopol der Schacherer fällt und auch kleine und feine Hersteller den Weg über Internet / eigene Läden zum Kunden finden.

Schade, Hasselblad

Eingetragen von
Gast
am Montag, 26. März 2012 - 13:57

bald auf dem Wühltisch :(

Da hätte ich jetzt

Eingetragen von
Gast
am Montag, 26. März 2012 - 18:50

keine Panik.

Das wird nicht so schnell passieren. Vielleicht in 10-15 Jahren, wenn die Studios ihre Backs und veralteten MFs verschleudern, weil es in der Zwischenzeit besseres gibt für weniger Geld. Ob es dann noch Hasselblad, Sinar, ALPA und wie sie alle heißen, gibt, wird man sehen.

Liebe Fotohändler, die Ihr hier die Stange hochhaltet...

Eingetragen von
Gast
am Montag, 26. März 2012 - 19:06

Liebe Fotohändler,

kauft Ihr Eure Brötchen auch überteuert beim Edelbäcker, nur weil er Euch was übers verbackene Mehl erzählt? Wohl kaum. Wahrscheinlich verdient Ihr dafür auch zu wenig mit Eurem Laden.

In der Regel weiß der Profi genau, was er will und braucht keine Beratung von Verkäufern, die in der Regel von der Industrie incentiviert sind. Die nötigen Infos hat er vorher auf Messen eingeholt (was zu seinem Job gehört wie das tägliche Zähneputzen - okay, schlechtes Beispiel...) und sich entsprechend informiert. Also besorgt er sich sein Equipment preiswerter bei Amazon und Co. Warum sollte dieser auch mehr Geld ausgeben, als er muss? Nur um irgendwelche verramschten Fotobuden (im wahrsten Sinne des Wortes), die sich Fachhändler nennen, zu subventionieren? Never. Noch dazu haben diese, im Gegensatz zu Amazon und Co. kaum mal das vorrätig, was man haben möchte. Dann bestellt man doch lieber direkt im Netz und hat es am nächsten Tag per Post im Hause.

Bleiben als echte "Fachhandels"-Kunden also nur noch die Amateure und Möchtegern-Semiprofis übrig, die lieber 5 Tage im Gebüsch liegen, um einen Vogel zu fotografieren, als neben der eigenen Ehefrau dahin zu vegetieren. Früher ging man angeln, heute fotografiert man, wenn daheim die Alte nervt. Cool liebe Fachhändler - da hätten wir doch endlich Eure Zielgruppe gefunden. Auf eine Bezahlung verzichte ich großzügiger Weise, wahrscheinlich hättet Ihr eh kein Geld dafür.

Genau DAS

Eingetragen von
Gast
am Montag, 26. März 2012 - 21:42

hat eben nichts mit FACHhandel zu tun. Das ist nur dessen, von Industrie und Konsumenten geformte Zerrbild.

Metz?

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 27. März 2012 - 12:57

Das ist doch der Hersteller, den dreiste Rundfunkhändler ahnungslosen Rentnern aufschwatzen, wenn der alte Fernseher mal wieder streikt, weil die Batterien in der Fernbedienung leer sind.

Ach ja, es gibt auch Metz Blitzgeräte, nur wer braucht die noch, wo diese nur den Funktionen der Original-Hersteller mit ständigen Kompatibilitätsproblemen hinterher zu eifern versuchen.

"Fachhandel"

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 27. März 2012 - 15:26

Es gibt keinen deutschen Fotofachhandel. Die letzten "Händler" sind die großen Elektromärkte, und selbst die bieten nur eine bescheidene Auswahl der Mainstream-Produkte zu Premiumpreisen. Kein Wunder, das jeder, der einen Browser bedienen kann, einfach direkt bei Amazon mit 24 Stunden Service bestellt.

GÄBE es einen Händler, der sich alle Produkte vorrätig hält (warum eigentlich nicht? "Wir haben das komplette Nikon Programm auf Lager" wäre doch mal eine Ansage...) und dazu KEINE Mondpreise verlangt, dann könnte man ja auf Amazon verzichten. Aber so...

Ich sehe auch nicht ein, für ein 1000 Euro Objektiv beim schlecht gelaunten Foto-Apotheker 1300 zu bezahlen - Wenn er es überhaupt auf Lager hat. Ganz einfach.