Meine unentbehrliche Ausrüstung enthält einen Wecker, um früh aufzuwachen und einen Kompass, um zu wissen, wo die Sonne stehen wird. Ich habe auch eine kleine Doppelpyramide aus Quartzkristall, die in der Kameratasche beim belichteten Film liegt und hilft, die Schärfe zu erhöhen!

— Bob Croxford

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Helmut Newton - Some like it nude

Foto Helmut Newton, American Vogue, Monaco, 1996Nackte Frauen in so aufreizenden wie starken Posen – ist das nun sexistisch, provokativ oder gar feministisch? Helmut Newton (1920 - 2004), der große Mode- und Frauenfotograf des 20. Jahrhunderts, polarisiert bis heute:

 
 
 
 
 

Foto Helmut Newton, Grand Hotel de Milan, Mailand, 2002

Helmut Newton, Grand Hotel de Milan, Mailand, 2002
Gelatin silver print, 160 x 120 cm
© Helmut Newton Estate, Foto: Hubert Auer
Museum der Moderne Salzburg - Leihgabe der Sammlung MAP

 
Information des Ludwig Museums im Deutschherrenhaus:

„Mein Junge, Du wirst in der Gosse enden. Du hast nur Mädchen und Fotos im Kopf!“ prophezeite einst Helmut Newtons Vater den Werdegang seines Sohnes, als dieser sich im Alter von zwölf Jahren eine Kamera kaufte und sich mehr der Fotografie als der Schule widmete. Diese Prophezeiung jedoch sollte sich nicht erfüllen. Newton machte sich exakt diese Vorlieben zu Nutze und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Mode- und Aktfotografen des 20. Jahrhunderts. Er thematisiert Mode, Luxus, Geld und Macht. Seine Werke provozieren und rufen Assoziationen von Sexismus und Grenzüberschreitungen hervor und rücken in den Mittelpunkt kontroverser Diskussionen.

Der 1920 in Berlin geborene Newton ist zunächst jahrelang als internationaler Modefotograf für die australische Ausgabe der Vogue, die sein Hauptarbeitgeber wurde. Nach und nach verpflichten ihn auch die französische, italienische amerikanische und die deutsche Ausgabe sowie auch weitere Modezeitschriften. Seine Faszination für das weibliche Geschlecht, potenziert sich und bald bat er seine weiblichen Models in den Pausen für ihn zu posieren. Er macht Aktaufnahmen in aufreizenden Positionen, die ihm den Vorwurf einbringen, Frauen zu puren Lustobjekten zu degradieren.

In der Tat wirken einige seiner Fotografien auf den ersten Blick sexistisch. Irritierend ist jedoch die Art ihrer Darstellung. Newton inszenierte seine weiblichen Models mit einer kühl erotisierten Distanz, in einer provokativen Komposition. In seiner Serie „Domestic Nudes“ zeigt er keine nackten Frauen in ihrer traditionellen Rolle als Hausfrau, sondern zeigt sie lässig positioniert in Highheels, eine Zigarette rauchend und die Szenerie gewissermaßen dominierend.
 

Foto Helmut Newton, Domestic Nude: Hollywood 1, 1993-1994

Helmut Newton, Domestic Nude: Hollywood 1, 1993-1994
Gelatin silver print, 50 x 39,5 cm
© Helmut Newton Estate, Foto: Hubert Auer
Museum der Moderne Salzburg - Leihgabe der Sammlung MAP
 
 
Foto Helmut Newton, Cyberwoman 1, 2000

Helmut Newton, Cyberwoman 1, 2000
© Helmut Newton Estate, Foto: Hubert Auer
Museum der Moderne Salzburg - Leihgabe der Sammlung MAP

 
Newton konfrontiert den Betrachter mit Kompositionen, die gleichermaßen faszinieren wie irritieren, verbirgt sich doch hinter den auf den ersten Blick sexistisch anmutenden Aktdarstellungen ein kalkuliertes Spiel mit klassischen Rollenklischees. Macht und ihre geschlechtliche Zuschreibung wird zum Bildgegenstand. „Macht interessiert mich. Egal ob sexuelle oder politische Macht“, so Newton. Auf die Spitze getrieben wird diese Frage in einem seiner Werke aus der Serie „Cyberwoman“.

Die voyeuristische Linse des Fotografen führt den Betrachter an die Grenzen seiner gewohnten Wahrnehmung. Newton irritiert. Newton fasziniert.

Das Ludwig Museum Koblenz zeigt vom 23. Juni bis 11. August 2013 Leihgaben der Privatsammlung MAP aus dem Museum der Moderne Salzburg, darunter Serien wie Newtons Big Nudes, Domestic Nudes, Cyberwoman sowie frühe Polaroidfotografien. Zu sehen ist mit rund 70 Werken ein repräsentativer Querschnitt aus Newtons Schaffen.
 

Foto Helmut Newton, American Vogue, Monaco, 1996

Helmut Newton, American Vogue, Monaco, 1996
Gelatin silver print, 120 x 120 cm
© Helmut Newton Estate, Foto: Hubert Auer
Museum der Moderne Salzburg - Leihgabe der Sammlung MAP

 
Ausstellung:
Helmut Newton – Some like it nude
23. Juni bis 11. August 2013

Ludwig Museum im Deutschherrenhaus
Danziger Freiheit 1
D-56068 Koblenz
 
 
Siehe auch:
Helmut Newton schuf Ikonen

(thoMas)
 

Schon toll, der Newton, wie

Bild von Plaubel
Eingetragen von
Plaubel
(Ehrengast)
am Samstag, 29. Juni 2013 - 09:55

Schon toll, der Newton, wie er es schafft, nackte Frauen so derart uninteressant aussehen zu lassen, dass man sich wünscht, sie hätte mehr an.

Laut Eigenaussage

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 29. Juni 2013 - 10:09
Plaubel schrieb:

Schon toll, der Newton, wie er es schafft, nackte Frauen so derart uninteressant aussehen zu lassen, dass man sich wünscht, sie hätte mehr an.

ist er ja eigentlich ein verhinderter Blümchenfotograf gewesen ... ;-)

Ja, das scheint zu stimmen,

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 29. Juni 2013 - 14:52

wie ich vor einiger Zeit in einem Interview mit seiner Frau gelesen habe.

Er hat offensichtlich öfter versucht, den Medien auch sein "eigentliches" Schaffen näher zu bringen. Da hat er wohl ganz andere Sujet aufgenommen. Das war denen aber nicht spektakulär genug. Die wollen immer nur das, was am vordergründigsten wirkt, sich frag- und problemlos verkaufen lässt. Ist wie Hirnseuche.

Eines Tages wird auch sein übrigens Oevre zum Vorschein kommen, wenn auch der letze Esel sich an seinen nackten Mädels satt gesehen hat und die Leute werden sich die Augen erstaunt reiben, dass so einer auch was anderes zustande bringt, als das, was mehr als sattsam bekannt ist.

Vor kurzem habe ich einen Fernsehbeitrag gesehen, wo es in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München um Gemälde von Malern des Umbruchs zur Moderne geht. Meisterwerke u. a. von August Strindberg, der ja in erster Linie Schriftsteller war und in dieser Sache bekannt und erfolgreich obwohl er sein bildnerisches Werk nicht minder intensiv betrieben hat. Zu seiner Zeit waren seine bildnerischen Kunstwerke nicht anerkannt und praktisch übersehen, weil die Kunsthändler das als nicht verkaufbar ansahen.

Dabei sind die Gemälde hervorragend, eine Mischung aus naturalistischer Darstellung und abstraktem Expressionismus. Wunderbar.

Schon toll, der Newton, wie

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 29. Juni 2013 - 14:48
Plaubel schrieb:

Schon toll, der Newton, wie er es schafft, nackte Frauen so derart uninteressant aussehen zu lassen, dass man sich wünscht, sie hätte mehr an.

er es immer wieder geschafft hat Frauen zu dem zu machen was Machos sich wünschen:
"Frau in Küche mit High Heels und fast nichts an"!

Wer macht mal eine Serie mit :
"Mann in Werkstatt mit Harley und fast nichts an"
außer Bierdose? h

Nackt.

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 02. Juli 2013 - 13:22
Gast schrieb:

Wer macht mal eine Serie mit "Mann in Werkstatt mit Harley und fast nichts an" außer Bierdose?

Eine Google Suche nach "nackter mann auf harley" bringt sehr viele, aber in der Sache unbefriedigende Ergebnisse.

Newton

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 29. Juni 2013 - 11:13

So ein Unsinn in der Überschrift des Newton Artikels: Zu Newton kann man stehen, wie man will, aber sicher war er kein Frauenfotograf sondern ein Modelfotograf!

Elrio11

Wer (Bilder) verkauft

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 29. Juni 2013 - 12:02

hat Recht.

Amen.

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 29. Juni 2013 - 22:11

Amen.

Wer verkauft

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 30. Juni 2013 - 10:54
Gast schrieb:

hat Recht.

Das sehen Drogenbarone, Waffenhändler und die Mafia ganz ähnlich ... 8-)

schöne fotos

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 03. Juli 2013 - 19:10

diese frau is hüpsch