BENUTZERANMELDUNG

Fotomagazine: Konkurrenzdruck und sinkende Auflagen (aktualisiert)

In den letzten 10 Jahren mussten die Fotomagazine – so wie der gesamte Fotomarkt – erhebliche Veränderungen verkraften: Einmal den Wandel analog -> digital, zum anderen die zunehmende Online-Konkurrenz. In dem Jahrzehnt von 2000 - 2010 sind einige Titel vom Markt verschwunden, andere sind hinzugekommen. photoscala hat die Zahlen der Printmagazine unter die Lupe genommen:

Wir wollen hier die Entwicklung der Auflagenzahlen verschiedener Fotofachzeitschriften über einen Zeitraum von 10 Jahren untersuchen. Diesen Zeitraum haben wir gewählt, weil wir Veränderungen im Printbereich anhand des Wandels innerhalb der Fotografie und innerhalb der Medien (jeweils von analog zu digital) aufspüren wollen.

Der deutsche Einzelhandel verkaufte ca. ab dem Jahr 2003 erstmals mehr Digitalkameras als analoge Kameras. Unsere Untersuchung erfasst diesen Wandel, sie beginnt im Jahr 2000 und endet mit dem vergangenen Jahr. Dabei stellt sich schon die erste Problematik in Form der Datenverfügbarkeit. Erste Anlaufstelle ist die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (kurz: IVW, eine staatlich unabhängige Prüfinstitution zur Selbstkontrolle), die für einige Titel die Zahlen für Druckauflage, Verbreitungsauflage, verkaufte Auflage und Abonnenten liefert. Da nicht alle Titel ihre Zahlen IVW-prüfen lassen, haben wir auch die entsprechenden Verlage bzw. Redaktionen direkt angesprochen. An dieser Stelle danken wir ausdrücklich denjenigen, die uns bereitwillig Zahlen nannten.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass eine Diskrepanz zwischen den Zahlen der Verlage und denen der IVW besteht. „Klotzen, und nicht kleckern“ scheint sich so mancher Verantwortliche zu denken, die Konkurrenz soll wohl vor Neid erblassen. Dieser Umstand macht es uns nicht gerade leichter, unseren Lesern ein möglichst objektives Bild der Entwicklung zu liefern.

Das von uns zusammengestellte Zahlenwerk besteht aus verschiedenen Quellen: den „offiziellen“ Zahlen der IVW und den Zahlen von den Verlagen bzw. aus anderen Quellen (ältere Einträge im Netz o.ä.). Wobei uns durchaus bewusst ist, dass auch IVW-Zahlen keine absolut verlässlichen Zahlen sind. Immerhin aber werden hier alle demselben Prozedere unterworfen. Eine Gewähr für die absolute Richtigkeit dieser Zahlen geben wir aus oben genannten Gründen nicht. Wir wollen die Zahlen auch eher als Tendenz verstehen.

Die Betrachtung der Auflagenentwicklung anhand der IVW-Zahlen zeigt, dass sich die Auflage der Fotofachzeitschriften in den Jahren 2000 bis 2010 deutlich erhöht hat:
 

Foto

 
Auch wenn die IVW-Zahlen nicht alle Titel erfassen, weil einige Zeitschriften noch nie gemeldet oder ihre Meldungen in den letzten Jahren eingestellt haben (so z.B. die deutsche Ausgabe von „Leica Fotografie International“), ist dennoch eine Tendenz ersichtlich. Auffallend ist die Auflagenexplosion in den Jahren 2003 und 2004. Ursächlich hierfür ist das Aufkommen populärer „Massenblätter“ wie „CHIP Foto-Video digital“ (ab 2003 auf dem Markt) und „Audio Video Foto Bild“ (ab dem Jahr 2004). Insbesondere das Bild-Produkt hat in den Anfangsjahren mit einer Druckauflage von über 800.000 Stück den Markt überschwemmt. Mittlerweile haben sich die Auflagenzahlen bei „Audio Video Foto Bild“ mehr als halbiert.
 

Foto

 
Die Grafik zeigt die nackten Zahlen sehr anschaulich, insbesondere die ambitionierte Druckauflage im Startjahr 2004. Da die Verlage bekanntlich drucken können wie die Weltmeister (wo die Exemplare letztlich landen – wer weiß es schon), haben wir als Vergleichskurve die verkaufte Auflage hinzugefügt. Und hier zeigt sich eine eklatante Diskrepanz zwischen der verkauften Auflage in Höhe von 523.623 Exemplaren im Startjahr 2004 und der verkauften Auflage in Höhe von 168.731 Stück im letzten Jahr 2010. Dies entspricht einem Rückgang von fast 68 %!

Natürlich spielt bei dieser Entwicklung auch das veränderte Leseverhalten in den letzten Jahren eine Rolle. Das Internet macht alle Informationen (fast vollständig) verfügbar. Viele Menschen meinen daher, auf Zeitungen und Zeitschriften verzichten zu können. Interessant ist aber in diesem Zusammenhang, dass die Anzahl der Abonnenten der „Audio Video Foto Bild“ nur um 23,5 % von 28.720 im Jahr 2004 auf 21.944 im Jahr 2010 gesunken ist.

Es wäre zu einfach, den Bild-Leuten nur ihre Auflagenschwemme als Begründung für den Auflageneinbruch vorzuwerfen. Auch Magazine, die bereits seit Jahrzehnten etabliert sind, wie „ColorFoto“ oder „fotoMagazin“, kämpfen mit sinkenden Auflagen- und Abonnenten-Zahlen. So ist beispielsweise die verkaufte Auflage von „ColorFoto“ innerhalb der letzten zehn Jahre zwar „nur“ um rund 42 % gesunken (Jahre 2000 bis 2010), aber im gleichen Zeitraum ist auch die Zahl der Abonnenten um fast 39 % rückläufig.
 

Foto

 
Ähnlich sieht die Entwicklung beim fotoMagazin für das Jahrzehnt 2000 - 2010 aus. Die verkaufte Auflage sinkt in den letzten 10 Jahren um 41,5 %. Die Zahl der Abonnenten kann das fotoMagazin aber im letzten Jahr wieder steigern, so dass über die 10-Jahres-Spanne die Abos nur um 19 % sinken:
 

Foto

 
Im hart umkämpften Zeitschriftenmarkt schaffen es aber auch einige Titel, ihre Auflagenhöhe annähernd zu halten oder sogar zu steigern. Beispiel hierfür ist die Zeitschrift „ProfiFoto“, die – nach eigenen Angaben – seit dem Jahr 2000 die verkaufte Auflage mehr oder weniger konstant bei rund 16.000 Exemplaren hält. Neue Titel wie „Fototest“ (mit Spiegelreflex digital, darunter wird das Heft bei der IVW geführt) müssen sich erst noch im Markt beweisen, doch laut IVW konnte Fototest im Jahr 2010 die verkaufte Auflage um 38 % gegenüber dem Vorjahr steigern.

Auffällig ist: Die von den Magazinen selbst genannten Zahlen (also nicht IVW-geprüft) bestätigen den Abwärtstrend nicht, der bei den großen (geprüften) Titeln sofort ins Auge springt. Es liegt wohl in der Natur der Marktgegebenheiten, dass sich keiner gegenüber seinen Konkurrenten schlechter darstellen will. So verwundert es nicht, dass die in den Mediadaten genannten Zahlen sehr geschönt wirken. Insbesondere für das Jahr 2010 soll sich nach den Eigenangaben einiger Verlage die Auflagenhöhe stabilisiert haben. So ergibt sich in der Summe über alle Zahlen folgendes Bild:
 

Foto

 
Vergleicht man diese Grafik mit dem ersten Kurvendiagramm, das ausschließlich IVW-Zahlen enthält, so ist der Kurvenverlauf zwar grundsätzlich ähnlich; auffällig bleibt die vorgenannte aufstrebende Tendenz für das Jahr 2010.

Auffällig ist auch, dass die Auflagenzahlen bei jenen Titeln, die früher mal IVW-geprüft waren, das heute aber nicht mehr sind, deutlich anwachsen: ein Plus von bis zu 62 % wird da ausgewiesen – und das in einem Markt, in dem alle IVW-geprüften Titel im selben Zeitraum (deutlich) Auflage verloren haben.

Und bevor nun die Print-Kollegen „Verrat“ schreien, kündigen wir vorsorglich eine ähnliche Untersuchung für die Online-Fotomagazine an.

(agün)
 
 

Magazin IVW-Zahlen* Daten verfügbar für die Jahre Verkaufte Auflage
(grün = IVW-geprüft; kursiv = Verlagsangaben)
Hinweise
2000 2005 2010
Audio Video Foto Bild ja 2004 - 2010 ---- 468.807 168.731 Seit 2004 auf dem Markt.
CHIP Foto-Video digital ja 2003 - 2010 ---- 63.388 62.729 Seit 2003 auf dem Markt.
ColorFoto ja 2000 - 2010 71.284 49.692 41.410  
ComputerFoto ja 2000 - 2005 23.479 18.059 ---- Magazin wurde 2006 eingestellt.
digifoto ja 2001 - 2005 ---- ---- ---- Magazin wurde 2005 eingestellt.
digit! teilweise 2000, 2005, 2010 986 2.604 3.144 (seit März 2011 auch am Kiosk erhältlich.)
DigitalPhoto nein 2009 - 2010 Mediadaten ---- ---- 23.134 Seit 2002 auf dem Markt.
DOCMA ja 2008 - 2010 ---- ---- 12.865  
d-pixx nein 2005, 2009, 2010 Mediadaten ---- ---- 18.000 Seit 2005 auf dem Markt.
fine art printer nein 2006, 2007 (unvollständig) Mediadaten, 2010 Verlagsangaben ---- ---- 5.700 Seit 2005 auf dem Markt.
fotoDigital teilweise IVW: 2004, 2005, Mediadaten 2010 ---- 7.447 10.105  
fotoforum teilweise IVW: 2010, Mediadaten Verbreitungsauflage + Abo: 2001, 2004, 2007 ---- ---- 8.721  
Fotoheft nein 2003, 2005, 2007 Mediadaten ---- 42.432 ---- Magazin ab 2008 mit Foto Hits verschmolzen.
Foto Hits ja 2006 - 2010 ---- ---- 50.441 Seit Ende 2005 auf dem Markt.
fotoMagazin ja 2000 - 2010 69.962 49.250 40.905  
Fototest (Spiegelreflex digital) ja 2009 - 2010, Mediadaten 2008 ---- ---- 25.698 Seit 2008 auf dem Markt.
Leica Fotografie International dtsch. Ausgabe teilweise 2000 - 2008 12.745 9.001 ----  
NaturFoto nein Mediadaten für 2009 und 2010 nennen nur Druckauflage ---- ---- ----  
ProfiFoto nein 2000 - 2010 Verlagsangaben 16.074 15.502 16.108  
Photo international teilweise IVW: 2000 - 2004, nur Druckauflage für 2008, 2010 8.087 ---- ----  
Photographie teilweise IVW: 2008 - 2010, Mediadaten für 2003, 2007 ---- ---- 26.487  
Photo Presse teilweise 2000, 2005, 2010 6.532 6.802 6.867  
fotocommunity [plus] nein 2010 ---- ---- 16.455 Seit 2009 auf dem Markt.

 
* Die IVW-Zahlen sind bevorzugt eingeflossen. Nicht-IVW-Zahlen sind kursiv.
 
 
Anmerkungen:
IVW-Zahlen: Einige Verlage melden ihre Auflagenzahlen an die staatlich unabhängige Prüfinstitution zur Selbstkontrolle IVW. Einige Verlage haben ihre Meldung eingestellt. Andere haben noch nie an die IVW gemeldet.
Mediadaten: Die Magazine veröffentlichen zur Information potentieller Anzeigenkunden ihre Auflagen teilweise oder ganz in den Mediadaten.
Verlagsangaben: Informationen des Verlags oder Redaktion auf Nachfrage von photoscala.

 

Nachtrag (9.3.2011): Wir haben die Tabelle um die Zahlen von digit!, Photo Presse und fotocommunity (plus) ergänzt und die IVW-Zahlen, der besseren Kenntlichkeit wegen, grün angelegt.
 

Die Fotomagazine besitzen im

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 04. März 2011 - 15:36

Die Fotomagazine besitzen im Großteil einfach viel zu viele Techniktests die zumindest für mich vollkommen uninterressant sind. Das Eigentliche, die Fotografie, kommt viel zu kurz.
Der Großteil der Kamerakäufer wird sich wohl im Internet belesen zumal es dort weitaus mehr, und mit Glück auch qualifizierte Meinungen gibt. Jeden Monat wird wohl auch keine neue Kamera angeschafft.

Die einzige Zeitung die man meiner Meinung nach interessiert lesen kann ist die Profifoto. Da merkt man einfach Substanz hinter den Beiträgen.

Gast schrieb: Die

Bild von der Profi
Eingetragen von
der Profi
(Inventar)
am Freitag, 04. März 2011 - 17:32
Gast schrieb:

Die Fotomagazine besitzen im Großteil einfach viel zu viele Techniktests die zumindest für mich vollkommen uninterressant sind.

Interessant!

Bei mir ist es genau umgekehrt. Ich vermisse fundierte Test mit ungeschminkten Aussagen.
Fotos interessieren mich nicht, die mach ich selber;-)

Zielgruppen

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 04. März 2011 - 18:02
Gast schrieb:

Die Fotomagazine besitzen im Großteil einfach viel zu viele Techniktests die zumindest für mich vollkommen uninterressant sind. Das Eigentliche, die Fotografie, kommt viel zu kurz.
Der Großteil der Kamerakäufer wird sich wohl im Internet belesen zumal es dort weitaus mehr, und mit Glück auch qualifizierte Meinungen gibt. Jeden Monat wird wohl auch keine neue Kamera angeschafft.

Die einzige Zeitung die man meiner Meinung nach interessiert lesen kann ist die Profifoto. Da merkt man einfach Substanz hinter den Beiträgen.

Die Fotografie kommt doch bei den Massenblättern systemimmanent zu kurz.

Braucht der Profi die "Profifoto"? Ich denke: nein. Aber schön, dass diese Zeitschrift eine Werbebotschaft schon im Namen trägt - da kann man noch eine Weile Hoffnung haben. Denn beim Begriff "Profi" springt der Kunde immer noch an.

Die wirklich brauchbaren Zeitschriften kennen die meisten Leute doch nicht mal mit dem Namen... Das hängt eben auch damit zusammen, was man als Leser weiss: Je weniger man weiss, desto mehr kann man sich noch weismachen lassen, desto mehr Potential hat man für den Markt.

MfG

___________________________________________________
Wissen ist Macht.

[Francis Bacon, 1561 - 1626]

Welche da wären

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 04. März 2011 - 21:45

- die wirklich brauchbaren Zeitschriften?

Gast schrieb: - die

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 05. März 2011 - 11:01
Gast schrieb:

- die wirklich brauchbaren Zeitschriften?

- Naturfoto
- Fineart Printer
- Fotoforum

Gast schrieb: - die

Bild von Plaubel
Eingetragen von
Plaubel
(Ehrengast)
am Samstag, 05. März 2011 - 13:25
Gast schrieb:

- die wirklich brauchbaren Zeitschriften?

PhotoNews

Nicht vergessen,...

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 05. März 2011 - 17:31

...European Photography...

...und natürlich Geo, National Geographic Magazin und einige andere Zeitschriften mehr, die zwar weder "Foto" noch "Profi", "Chip" oder "Bild" im Namen haben, dafür aber regelmäßig hervorragende Fotografien zeigen. Der Vorteil dieser Zeitschriften ist, dass man dort auch nicht mit irgendwelchen überflüssigen Techniktests zugelabert wird. Wer wirklich glaubt, dass es einen Unterschied macht, ob man mit Kameras und Objektiven von Canon, Nikon, Leica, Pentax etc. fotografiert, dem stehen die zahlreichen "Testseiten" und Foren im Internet zur Verfügung. Und weil es so viele davon gibt, kann sich jeder für seine Marke irgendwo mit Sicherheit froh lesen - auch wenn davon die eigenen Bilder unter Garantie nicht besser werden!

100%ig

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 06. März 2011 - 16:48

genau so.
Wer sich wirklich für Fotografie interessiert, der macht sich einen Vergleich bei den fotografischen Ergebnissen, also da, wo Fotografie in seiner besten Form offeriert wird.

Die Technik ist zwar durchaus auch entscheidend, aber eben gegenüber dem Bild nur das Werkzeug. Das Bild ist das Entscheidende. Und dieses Werkzeug ist heute nach einer kurzen Zeit der Umstellung mindestens genausogut, wie das Angebot zu analoger Zeit, wenn nicht sogar noch deutlich besser.

Nur Technikfreaks, die eigentlich keine Gestalter sind, interessieren sich übermäßig für technische Ergebnisse, Tabellenvergleiche und weiß nicht was. Gestaltende Fotografen brauchen plausibel gutes Equipment, um ihre Gestaltungsideen umsetzen zu können - nicht mehr, nicht weniger. Und da ist man heute praktisch mit allem Gerät, das heute in entsprechenden Preislagen angeboten wird, sehr gut bedient.

Interessanter ist da schon eher, wie man in diffizilen Situationen zu guten Bildern kommt. Da lohnt sich der Blick auf divergierende Bedienkonzepte, die nicht unbedingt im Mainstream angesiedelt sind, sehr wohl. Wie überhaupt die Erkenntnis reift, dass es einfach nicht nur "die" Kamera gibt, sondern eher mehrere Kameras für unterschiedliche Anforderungen.

Und?

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 04. März 2011 - 16:06

"In den letzten 10 Jahren mussten die Fotomagazine – so wie der gesamte Fotomarkt – erhebliche Veränderungen verkraften: Einmal den Wandel analog -> digital, zum anderen die zunehmende Online-Konkurrenz."

Na, wer hätte das gedacht...? ;-)

Zu den Printmedien:

Interessante Aussagen über die Online vs. Print - Problematik findet man zum Beispiel im zweimonatlich erscheinenden Heft "Publishing Praxis". Prädikat "wertvoll". ;-)

MfG

_______________________________________________
Wissen ist Macht.

[Francis Bacon, 1561 - 1626]

kein Wunder...

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 04. März 2011 - 16:26

Fotomagazin und Colorfoto lese ich auch in 30 Minuten durch. Und in 5 Minuten das Fazit aus den Artikeln die mich interessieren am Bahnhofskiosk. Die Artikel und die Tests sind extrem flach, und beinhalten keine Detailinformationen. Wozu soll ich da 5 EUR ausgeben? Der Preis ist wahrscheinlich gerechtfertigt, da die Tester stundenlang Meßergebnisse auswerten und Charts malen müssen. Aber mich interessiert das Chart für den Sensor oder das Objektiv nicht, ich lese lieber einen subjektiven Erfahrungsbericht in einem blog.

Photoscala.de ist für mich ein bedeutend besseres Informationsmedium, als die beiden alt eingesessenen Zeitschriften.

Gast schrieb: Aber mich

Bild von Hififan
Eingetragen von
Hififan
(Inventar)
am Samstag, 05. März 2011 - 10:24
Gast schrieb:

Aber mich interessiert das Chart für den Sensor oder das Objektiv nicht, ich lese lieber einen subjektiven Erfahrungsbericht in einem blog.

Und teste selbst, da Labor-Tests teils so weit weg von der Praxis sind das man sich diese ob der oft fragwürdigen Ergebnisse sparen kann! Hoch lebe das Sponsoring und testen von selektiertem Material!

Neutrale Tests?

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 05. März 2011 - 11:20
Hififan schrieb:

Hoch lebe das Sponsoring und testen von selektiertem Material!

Das ist einer der Gründe für den Vertrauensverlust der Fotozeitschriften.
Aber viele Fanboys wollen es auch so. Ein positiver Test einer canisonpen erzeugt beim Leser das positive Gefühl die richtige Kamera gekauft zu haben.

Wer es objektiver haben will muß die viel geschmähten Berichte von "Wahrentest" lesen. Oder sich versuchen im Internet zu informieren.

Eine Zeit lang waren die Tests von dpreview recht ordentlich weil sie den Schwerpunkt auf die Bildqualität gelegt haben. Aber seit die zu Amazon gehören traue ich denen auch nicht mehr so ganz. Von der heftigen Zensur seit ihrem Umzug in die USA gar nicht zu reden.

Dann schon lieber einen total subjektiven Erfahrungsbericht hier auf photoscala.
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Alle Tests scheitern

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 05. März 2011 - 13:51

an zwei Dingen: 1. Beschaffung, 2. Zeit: Zunächst erstmal muss der Tester die Kamera ja überhaupt in der Hand halten können. Also muss er sich die Knipse entweder vom Hersteller leihen oder anonym selber kaufen. Letzteres kann man zwar mit 1-2 Kameras machen, ist aber zu wenig um damit eine Webseite betreiben zu können. Wenn's trotzdem sein soll, muss das Geld über die Testberichte irgendwie -- direkt oder indirekt über Werbung -- wieder reinkommen. Und kein Mensch wird Geld für einen Verriss zahlen... Da sind mir die Tests von großen Händlern wie z.B. dpreview schon lieber, weil da ganz klar Ross und Reiter genannt sind: Der Händler will verkaufen, und dem isses in erster Näherung egal, ob der Kunde eine XZ-1 oder S95 oder LX-5 kauft -- solange die Provisionen in etwa gleich sind.

Zweitens scheitert der Test am Faktor Zeit: Viele Bugs finden sich erst nach langem Praxiseinsatz: Ist der USB-Stecker ein Standardstecker oder passt nur das mitgelieferte Kabel (wie ich jetzt bei der XZ-1 feststellen musste)? Wie reagiert der Belichtungsmesser, wenn in einem sonst dunklen Bild eine helle Lichtquelle ist? Wie wenn sie am Rand ist? Wie wenn sie sich in der Mitte befindet? Wie weit kann man die Schatten aufhellen bevor das Rauschen die Zeichnung unkenntlich macht?

Für andere Dinge braucht der Benutzer Zeit, um zu lernen mit der Kamera umzugehen. Bestes Beispiel hier: die ISO 3200 der a900. Out-of-the-box sind sie praktisch unbrauchbar; nach viel rumprobieren und optimieren sind die ISO3200 jetzt uneingeschränkt brauchbar: Man beachte die feine Struktur auf dem Vorhang im Hintergrund. Da ist nix zugematscht...

Alles Dinge, die ein kommerzieller Test nicht leisten kann. Da nehme ich mir lieber das Handbuch vor, schaue mir die RAW-Dateien von einer Seite wie dpreview an und lese in den diversen Foren, welche Erfahrungen andere mit dem Produkt gemacht haben -- der Rest ist persönliches Risiko... ;-)

Die meisten Tests

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 05. März 2011 - 21:14

erübrigen sich, wenn der Hausverstand waltet. 8-)

Nach EBV

Bild von Hififan
Eingetragen von
Hififan
(Inventar)
am Sonntag, 06. März 2011 - 10:28

ist es nur noch eine Glaubensfrage! Den Hausverstand natürlich vorausgesetzt! Vor allem sollte man nie Wunder erwarten denn das ist es was viele vergessen. Bei einer 700€ Cam kann ich nicht die Rauscharmut bei 6400ISO erwarten wie bei einer 4000€ Cam! Also Verstand einschalten, dann braucht man keine dubiosen Tests!

Na warum denn nicht,

Eingetragen von
Gast
am Montag, 07. März 2011 - 08:03

wenn der Sensor auf demselben Prozess läuft? Na klar, weil die 700 € Cam halt absichtlich kastriert wurde...

Und manchmal

Eingetragen von
Gast
am Montag, 07. März 2011 - 11:29

stellt sich halt heraus, dass nur die Jpegs kastriert sind. Also, kein ernsthaftes Problem für ernsthafte Fotografen.

Selber schuld....

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 04. März 2011 - 16:40

Wegen meiner Person, ich gebe im Monat ca´40 Euro für Zeitschriften aus, gäbe es das Dilemma mit den Verlagen nicht.

Aber ich hatte für mein Geld noch vor wenigen Jahren die doppelte Anzahl Printmedien im Zeitungsständer neben meiner Leseecke liegen.

Kaufe ich mir zum Beispiel eine Photoshop erwarte ich für den Preis eigentlich schon fast einen „Anteilsschein“ am Verlag. Sicher ist Wissen teuer, aber eine Doktorarbeit ist es nicht die man kaufen möchte.

Geht man als Magazinkäufer in ein Zeitschriften Geschäft könnte man teilweise gleich wieder umdrehen. 20-ig Rätselhefte, 40-ig Fernsehzeitungen, 50-zig Frauenzeitschriften, 3-Tageszeitungen an der Wand und fertig. Wenn es ein etwas besseres Geschäft ist dann, aber nur dann, befindet sich vielleicht jemand unter dem Personal der „gnädigerweise“ nach sieht ob das Gesuchte überhaupt im Laden verkauft wird oder nur schon „aus“ oder noch nicht „da“ ist. Wenn der oder die Kaugummi kauende Person freundlich ist kommt der Satz: Wir können Ihnen die Zeitschrift aber jederzeit bestellen.

Was mir dagegen positiv aufgefallen ist, sind die Flughafen Buch- und Zeitschriften Handlungen. Das Personal ist freundlich, zweisprachig und gebildet. Da findet man nur sehr wenige „Fernsehzeitschriften“ aber dafür sogar Fotozeitschriften aus aller Welt. Respekt den Betreibern.

Wenn man etwas VERKAUFEN will muss man sich um seine Kundschaft bemühen. BWL und Journalismus studieren reicht nicht. Mal selbst einige Wochen am Schnittpunkt zum Kunden arbeiten, eines der berühmt, berüchtigtes Praktika an der Front würde jedem der Verlagsleiter – Vertriebsleiter gut tun.

Besser, nicht billiger, sein als die Anderen. Besser ist der, der die Wünsche seiner Kunden vor Ort und nicht im Internet abfragt. Wo ist das Zeitschriftenstanderl in der Fußgängerzone geblieben? Macht doch mal selbst eines nur so zum Spaß. Geht doch selbst zur Kundschaft wenn diese nicht zu euch kommt. Verleiht so ein Zeitschriftenstanderl doch an Langzeitarbeitslose. Seit doch selbst kreativ statt darüber zu jammern das die Welt sich verändert. Das tut diese von selbst jeden Tag ein klein wenig.

Einen Ideenreichen schönen Tag wünsche ich noch.

Daran liegt es!

Bild von Rumpelstilzken
Eingetragen von
Rumpelstilzken
(Ehrengast)
am Freitag, 04. März 2011 - 18:41


Wer hätte das gedacht?

... und das viele Geld, das Samsung für diese Erkenntnis in die Marktforschung gesteckt hat, fehlte dann leider auch noch für die Anzeigen in Printmedien.


"I love my job,
it's the work I hate."

Parasitäre

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 05. März 2011 - 21:26

Lebensformen.

...ja die meisten sind

Eingetragen von
biobert
(Liebhaber)
am Freitag, 04. März 2011 - 16:54

...ja die meisten sind selber schuld!

viel zu teuer
billiges Papier
überall dasselbe Abgedruckt
Technik und Test ohne Ende
zuviel Werbung

bei den meisten Zeitschriften fehlt die Leidenschaft der Entwickler...
also warum soll ich sie kaufen?

Die Leidenschaft

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 04. März 2011 - 17:46

der Entwickler bei den Medien einzufordern, halte ich für verfehlt.
Jene Kritikfähigkeit vermisse ich, die saturierte Entwickler kräftig in den Hintern tritt, und sie für Nonsens-Produkte abwatscht, die vermisse ich.
Aber da gibt's ja dann auch noch die Marketing- und Inseratenabteilung, wo man selbst spärliche Ansätze eigenständigen Denkens und Schreibens wirkungsvoll zu hintertreiben weiß ... 8-)

Wo leben Sie eigentlich?

Bild von Rumpelstilzken
Eingetragen von
Rumpelstilzken
(Ehrengast)
am Mittwoch, 09. März 2011 - 22:01
biobert schrieb:

billiges Papier
überall dasselbe Abgedruckt

kaufen sie doch mal ein paar neuere Hefte, muss ja nicht AVFB sein.

biobert schrieb:

zuviel Werbung

Das Aufkommen durch die Zeitschriftenwerbung ist seit Jahren rückläufig.
Und die Internetseiten leben auch nicht von der Wohlfahrt.

biobert schrieb:

Technik und Test ohne Ende

Bunte Bilder können Sie in Gala und Mare gucken. Ist ja OK. Jeder, wie er will, aber schreiben Sie anderen nicht vor, was sie interessieren soll.


"I love my job,
it's the work I hate."

Fotozeitschriften auf hohem Niveau

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 10. März 2011 - 15:49

Wenn ich die Texte hier lese: Die Fotozeitschriften sind alle Käse - und wir können alles dreimal besser. Dann kommt jetzt hier eine andere Meinung: Die Qualität der deutschen Fotozeitschriften ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die Zeiten, als Alexander Borell noch sehr einfach strukturierte Bilder seinen wenig lesenswerten Texten unterlegte, sind glücklicherweise lange vorbei. Bleiben wir bei ColorFoto als Beispiel, Ausgabe Februar: Die Kameratestberichte sind sachlich fundiert und zeigen nicht nur hohes Niveau, sondern überzeugen auch durch die Kenntnis technischer Zusammenhänge, besonders gefallen mir da die Analysen von Annette Kniffler. Die hat es `drauf. Auch der in diesem Heft abgedruckte Bericht über die Ballonfliegerei ist durchweg gelungen, die Photoshop-Anregungen überzeugen ebenfalls, Maximilian Weinzierl von CF gehört wirklich nicht zu den Allerweltsknipsern, die in Foren ihren Bilderschrott schön reden müssen. Er hat Ahnung von Bildaufbau und Gestaltung. Informativ bei Color-Foto sind auch die Neuheitenvorstellungen. Die monatliche Investition von ca. 30 Euro für verschiedene Zeitschriften aus dem Fotobereich, dazu kommt noch das ebenfalls sehr gute Foto-Magazin und das foto-forum aus Münster, lohnen sich für mich nach wie vor. Wenn ich dagegen Testberichte von Jannke lesen müsste, die Kameraabbildungen von dem "mit der Tüte über dem Kopf" ansehen sollte und dazu danebenbelichtete Bilder von einer Japan-Messe - das wäre mir nicht einen einzigen Euro wert. Das Internet ist schnell und kostenfrei, das ist ein starkes Plus. Trotzdem: Mögen uns die Fotozeitschriften alternativ dazu noch lange erhalten bleiben.

biobert schrieb:

...ja die meisten sind selber schuld!

viel zu teuer
billiges Papier
überall dasselbe Abgedruckt
Technik und Test ohne Ende
zuviel Werbung

bei den meisten Zeitschriften fehlt die Leidenschaft der Entwickler...
also warum soll ich sie kaufen?

Die Fotozeitschriften

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 10. März 2011 - 18:48

sind für mich die erstbesten Kanditaten dafür, durch ein App am iPad ersetzt zu werden ... 8-)

Analysen sehen nicht so aus

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 16. März 2011 - 12:41
Gast schrieb:

Wenn ich die Texte hier lese: Die Fotozeitschriften sind alle Käse - und wir können alles dreimal besser. Dann kommt jetzt hier eine andere Meinung: Die Qualität der deutschen Fotozeitschriften ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die Zeiten, als Alexander Borell noch sehr einfach strukturierte Bilder seinen wenig lesenswerten Texten unterlegte, sind glücklicherweise lange vorbei. Bleiben wir bei ColorFoto als Beispiel, Ausgabe Februar: Die Kameratestberichte sind sachlich fundiert und zeigen nicht nur hohes Niveau, sondern überzeugen auch durch die Kenntnis technischer Zusammenhänge, besonders gefallen mir da die Analysen von Annette Kniffler. Die hat es `drauf. Auch der in diesem Heft abgedruckte Bericht über die Ballonfliegerei ist durchweg gelungen, die Photoshop-Anregungen überzeugen ebenfalls, Maximilian Weinzierl von CF gehört wirklich nicht zu den Allerweltsknipsern, die in Foren ihren Bilderschrott schön reden müssen. Er hat Ahnung von Bildaufbau und Gestaltung. Informativ bei Color-Foto sind auch die Neuheitenvorstellungen. Die monatliche Investition von ca. 30 Euro für verschiedene Zeitschriften aus dem Fotobereich, dazu kommt noch das ebenfalls sehr gute Foto-Magazin und das foto-forum aus Münster, lohnen sich für mich nach wie vor. Wenn ich dagegen Testberichte von Jannke lesen müsste, die Kameraabbildungen von dem "mit der Tüte über dem Kopf" ansehen sollte und dazu danebenbelichtete Bilder von einer Japan-Messe - das wäre mir nicht einen einzigen Euro wert. Das Internet ist schnell und kostenfrei, das ist ein starkes Plus. Trotzdem: Mögen uns die Fotozeitschriften alternativ dazu noch lange erhalten bleiben.

biobert schrieb:

...ja die meisten sind selber schuld!

Dass gerade Anette Kniffler für ihre Analysen herhalten muss ist schon wieder gut. Ich kenne einen Bericht über das gute Bild, der nur noch peinlich war. Auch die ausgewählten Aktfotos, mit sülzigen Texten versehen, sind auf unterstem Niveau

viel zu teuer
billiges Papier
überall dasselbe Abgedruckt
Technik und Test ohne Ende
zuviel Werbung

bei den meisten Zeitschriften fehlt die Leidenschaft der Entwickler...
also warum soll ich sie kaufen?

Aktualität

Bild von Shitop
Eingetragen von
Shitop
(Inventar)
am Freitag, 04. März 2011 - 18:48

Printmedien im Fotobereich haben eine Mindestproduktionsdauer von etwa 10 Tagen. Die aktuellste Meldung ist damit schon 10 Tage alt. Mit Sperrfristen lässt sich dies ein wenig regulieren. Da aber nicht alle Printmedien zum gleichen Tag erscheinen, versagt diese Regulierung in der Praxis. Und spätestens wenn das erste Printmedium die Nachricht bringt, haben alle Online-Medien die Meldung sofort online.
Das einzige Bereich in dem Printmedien noch führend scheinen, ist wohl das Anzeigenaufkommen. Mit der Druckauflage können die Agenturen offensichtlich bei den Media-Verantwortlichen noch immer besser punkten, als mit Online-Zugriffen.

Die Auflagen der Printmedien sind generell rückläufig.

Eingetragen von
ROG
(Inventar)
am Freitag, 04. März 2011 - 18:52

Fotomagazine bilden da keine Ausnahme. Ich selbst kaufe schon seit Jahren keine Fotozeitschriften mehr (dies gilt auch für Computerzeitungen). Gelegentlich noch ein Ct' special, mit abnehmender Tendenz.
Wozu auch. Im Internet bekomme ich die gewünschten Informationen schneller, aktueller und, wenn man die englischsprachigen Webseiten einbezieht, in weitaus vielfältiger Form.
ROG

zu faul zum Schreiben?

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 05. März 2011 - 03:22

Für mich stellt sich bei der Durchsicht der angebotenen Foto Magazine eher die Frage ob nicht die große Faulheit der Journalisten zum Niedergang führt. Was wird veröffentlicht? Pressemitteilungen der Fotoindustrie. Die bekommen die Redaktionen ohne das ein Mitarbeiter seinen Hintern aus dem warmen Büro bemühen muss.

Wo sind die Interviews mit den Firmenchefs ? Die Fragen nach den zukünftigen Planungen, die Berichte aus den Produktionsanlagen? Der Rundgang mit dem Produktionsleiter der in der Qualitätskontrolle endet? Die wenigen europäischen Produzenten würden sich bestimmt über etwas Aufmerksamkeit der heimischen Presse freuen. Den aufmerksame Leser noch viel mehr.

So mancher Adapter würde dann im Inland geordert, statt dessen muss es ein schlechterer aus China sein. Dem Kunden fehlte die Information zur Passgenauigkeit. Hat ja keiner berichtet das die heimische Industrie etwas viel besser kann.

Oder der neutrale Bericht der dem Leser erklärt warum aus dem gleichen Sensor der in mehreren Marken verbaut wird so unterschiedliche Ergebnisse kommen? Oder die Erklärung warum das selbe Objektiv an diversen DSLR`s so verschieden arbeitet?

Das alles erwarte ich von guten Journalisten. Die Redaktion kann selbstverständlich ihren Senf in Form von Werbung dazu fügen, meinetwegen auch die Kosten im Griff haben, aber sie soll bitte ihre Leute arbeiten lassen.

Themen zur Kunst, Ausstellungen, Fotografen finden ebenfalls zu wenig Platz in den Magazinen. Alles ist besser als Pressemitteilungen zu drucken. Die sind nun mal der Schnee von gestern. Der Trend in welche Richtung die Foto Industrie entwickelt ist für mich als Kunde wichtig.

Die Wahl

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 05. März 2011 - 16:42

zwischen Faulheit und Recherche haben die meisten erst gar nicht - Vorgaben und Bezahlung legen den Müßiggang nahe, die Quote fordert ihn geradezu ...

Das ist nur bedingt korrekt:

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 06. März 2011 - 17:20

Zeitschriften dieser Art, egal ob Foto- oder Computerzeitschriften werden heute von Redaktionsteams, die oftmals mehrere Verlage bedienen, geschrieben, soweit ich das mitgekriegt habe. Die Verlage selbst haben nur noch einen "Chefredakteur" und wenn es gut geht eine Redaktionssekretärin, die die Inhalte managen. Dazu gibt es noch einen CvD (Chef vom Dienst), der meist für mehrere Titel die Termine koordiniert und aufpasst, dass alle Beiträge rechtzeitig anströmen. Dazu einen Mediaberater, der den Anzeigenverkauf der Magazine betreut und damit die Anzeigenerlöse generiert, von denen die Magazine eigentlich leben.

Bei einer verbreiteten Auflage von ca. 60.000 Exemplaren pro Ausgabe bei den 3-4 populärsten Magazinen (http://www.digitalkamera.de/Meldung/Bestsellerliste_der_Fotofachzeitschr...), kann man sich ja ausrechnen, wie weit die finanzielle Decke reicht, um fundamentierten Journalismus zu betreiben. Nicht wenige der Magazine hat aber Verkaufzahlen um die 20.000 Exemplare. Da wird es schon einigermaßen eng.

Was für ein Quatsch!

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 06. März 2011 - 16:15
Gast schrieb:

Für mich stellt sich bei der Durchsicht der angebotenen Foto Magazine eher die Frage ob nicht die große Faulheit der Journalisten zum Niedergang führt. Was wird veröffentlicht? Pressemitteilungen der Fotoindustrie. Die bekommen die Redaktionen ohne das ein Mitarbeiter seinen Hintern aus dem warmen Büro bemühen muss.

Wo sind die Interviews mit den Firmenchefs ? Die Fragen nach den zukünftigen Planungen, die Berichte aus den Produktionsanlagen? Der Rundgang mit dem Produktionsleiter der in der Qualitätskontrolle endet? Die wenigen europäischen Produzenten würden sich bestimmt über etwas Aufmerksamkeit der heimischen Presse freuen. Den aufmerksame Leser noch viel mehr.

So mancher Adapter würde dann im Inland geordert, statt dessen muss es ein schlechterer aus China sein. Dem Kunden fehlte die Information zur Passgenauigkeit. Hat ja keiner berichtet das die heimische Industrie etwas viel besser kann.

Oder der neutrale Bericht der dem Leser erklärt warum aus dem gleichen Sensor der in mehreren Marken verbaut wird so unterschiedliche Ergebnisse kommen? Oder die Erklärung warum das selbe Objektiv an diversen DSLR`s so verschieden arbeitet?

Das alles erwarte ich von guten Journalisten. Die Redaktion kann selbstverständlich ihren Senf in Form von Werbung dazu fügen, meinetwegen auch die Kosten im Griff haben, aber sie soll bitte ihre Leute arbeiten lassen.

Themen zur Kunst, Ausstellungen, Fotografen finden ebenfalls zu wenig Platz in den Magazinen. Alles ist besser als Pressemitteilungen zu drucken. Die sind nun mal der Schnee von gestern. Der Trend in welche Richtung die Foto Industrie entwickelt ist für mich als Kunde wichtig.

´

Undiffernzierter Blödsinn wie dieser ärgert mich als Leser, der weiter denkt. Für viele scheint es jedoch einfacher zu sein, nur ebenso billige wie dümmliche Klischees zu verbreiten - und am besten noch mit der Behauptung garniert, man lese ja schon seit Jahren nicht mehr diese doofe Fotopresse. (Letzteres zwar nicht hier, aber doch weit verbreitet.)

Bei meinem Lieblingsblatt Fotomagazin (wie bei anderen Fotozeitschriften, in die ich reinschaue und auch bei anderen Themenmagazinen) werden "Pressemeldungen" in Form von News am Anfang des Technikteils "abgeschrieben". Das hat heute im Internetzeitalter, in dem News schnell online stehen, nicht mehr die gleiche Bedeutung wie früher, aber es ist ein Leserservice. Das Ganze findet in den Heften auf ein paar wenigen Seiten statt - und ist Chronistenpflicht.

Ein CEO von Nikon oder Canon hat Besseres zu tun, als Fotozeitschriften weltweit Interviews zu geben. Und nebenbei: Hier wir er nicht darüber plappern, was sein Unternehmen künftig vorhat, sondern die üblichen Allgemeinplätze zum Besten geben. Wo ist da der Infowert? Aussagen zur Strategie zu erwarten entspricht in seiner Naivität der Qualität des zitierten Beitrags. Zum Rundgang und in Produktionsanlagen inclusive Qualitätskontrolle: Natürlich gibt es diese Berichte ab un zu, die einen Einblick vermitteln, wie unterschiedlich Massenhersteller wie Sigma oder Manufakturen wie Leica produzieren. Man muss sie halt nur zur Kenntnis nehmen, sprich die in den Magazinen vorhandenen Geschichten lesen! Dass eine Qualitätskontrolle bei Leica anders aussieht als bei Sigma ist auch klar. Oder erwartet jemand, dass die Qualitätskontrolle bei VW genauso aufwändig ausfällt wie die bei Rolls Royce?

BTW, regelmäßig finden sich Berichte über Produkte der heimischen Industrie oder Reportagen (Werksbesuche), egal, ob die Firmen nun Leica, Linhof, Schneider, Novoflex oder Berlebach heißen. Auch hier gilt: Einfach die vorhandenen Geschichten dazu lesen anstatt unqualifiziert im Web rumzumosern! Ebenso längst erklärt wurde von Magazinen die Frage, weshalb der gleiche Sensor in unterschiedlichen Kameras oder das gleiche Objektiv an unterschiedlichen Kameras mit dem gleichen Sensor andere Ergebnise gilt. Man muss es halt nur lesen.

Wenn ich mir so anschaue, was für Dummschwätzer es im Web zu "Berühmtheit" bringen und als vertrauenswürdige Quellen zitiert werden, da bleibe ich doch lieber bei überwiegend professionellen Berichterstattern, die für ihren Job Geld nehmen.

Sie haben zwar fast in allen Punkten Recht, ...

Bild von Rumpelstilzken
Eingetragen von
Rumpelstilzken
(Ehrengast)
am Montag, 07. März 2011 - 12:32

aber das wird erfahrungsgemäß die Magazin- und Journalisten-Basher hier nicht weiter irritieren.

"I love my job,
it's the work I hate."

Danke für die Blumen....

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 12. März 2011 - 18:46

Schön das Sie eine eigene Meinung haben. Leider muss ich Ihnen mitteilen das diese nicht die meine ist. Was den Leser interessiert das hat der Journalist zu berücksichtigen. Sonst könnte man sagen Thema verfehlt und durch nicht kaufen des Magazins abgestraft.

Wenn ich Canon oder Nikon bin und erfahre das mein CEO Interviews ablehnt und sich der Öffentlichkeitsarbeit verweigert ist er mit sofortiger Wirkung entlassen.

Er kann ja wie ein Politiker leere Worthülsen benutzen um nichts sagen zu müssen. Aber manchmal ist es wichtiger was nicht gesagt wird oder was zwischen den Zeilen steht.

Warum haben ein Rolls Royce, ein Maibach, eine Hasselbad oder eine Leica ihren Wert? Weil eine wohl durchdachte Pressearbeit dahinter steckt. Weil die Qualitätskontrolle stimmt.

Wenn Sie sich vor der Presse fürchten, dann haben Sie etwas zu verstecken. Soll wohl keiner wissen, für welche Hersteller, billigste Teile, wo zusammengeschustert werden.

Das Sie mich als berühmten Dummschwätzer betiteln finde ich rührend, aber danke für die Ehre überhaupt erwähnt zu werden.

Niedergang der Printmedien... Na und?

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 04. März 2011 - 19:44

siehe auch:

http://www.photoscala.de/Forenthema/Umfrage-Die-beste-ehrlichste-Fotozei...

Nach vielen 70er/80er Jahren und viel zu vielen “Clofotos” und “Fotomagazin(en)” heute - deutschsprachig - im Abo nur noch:

fine art printer
(http://www.fineartprinter.de/)

mit Abstrichen: c’t special Digitale Fotografie
(http://www.heise.de/foto/special/c_t_special_Digitale_Fotografie_01_2011...)

Habe ich bisher nur am Bahnhofskiosk geholt, wurde jetzt aber abonniert:
PHOTONEWS
Wirkt irgendwie altbacken, amateurhaft, billig, hat es aber in sich!! Oh Gott, das handelt ja fast nur von Fotografie ;-)
(http://www.photonews.de/aktuelle_ausgabe/index.php)

Und das war es dann mit “den” deutschen Printmedien...

Ansonsten noch im Abo:

DIGITAL PhotoPro (amerikanisch) http://www.digitalphotopro.com/ (amerikanisch)

Chasseur d’images” (französisch) http://www.chassimages.com/accueil/Sommaire.xml (französisch) Zwingt mich als 57-jährigen die Schulfranzösischreste wenigstens zu erhalten...

FOTO (schwedisch) http://www.tidningenfoto.se/ (schwedisch)

PROFFSFOTO (schwedisch) http://capdesign.idg.se/2.2563 (schwedisch)

Besonders die beiden schwedischen Blättchen erwecken den Eindruck nicht nur gekauft zu sein...

Den Rest besorgt bei mir das www.

Wozu gibt es photoscala.de, digitalkamera.de, photozone.de, nikonrumours.com, dpreview.com, kenrockwell.com (ja, der auch!), www.heise.de/foto/, slrgear.com/reviews/, fotofeinkost.de/, fotohits.de/ NUR für die Softwaredatenbank, fototv.de, fotoespresso.de/ und und und…

Was scheren mich geschönte, getunte „angebliche“ Auflagezahlen der deutschen Printmedien zum Thema

JJ

Photonews

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 04. März 2011 - 20:51

Photonews

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 04. März 2011 - 23:34

Seitdem ich PhotoNews am Bahnhofskiosk in den Händen hatte, bin ich ebenfalls als Abonennt angefixt: Warum tauchen deren Zahlen nicht in der Tabelle auf?

Es gibt halt eine Zeitung, die widmet sich ausschließlich der Fotografie - sonst nichts.

Gast schrieb: Seitdem ich

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 05. März 2011 - 14:11
Gast schrieb:

Seitdem ich PhotoNews am Bahnhofskiosk in den Händen hatte, bin ich ebenfalls als Abonennt angefixt: Warum tauchen deren Zahlen nicht in der Tabelle auf?

Es gibt halt eine Zeitung, die widmet sich ausschließlich der Fotografie - sonst nichts.

Du hast deine Frage gleich selbst beantwortet ;-)

Wen interessiert schon Fotografie?? ;-))))

JJ

PS.: Ich hatte keinen Bock am Karnevalswochenende in die Stadt zum Hbf zu gehen... Also wurde PHOTONEWS endlich, endlich aboniert...

Was für ein Quark

Eingetragen von
TinCan
(Inventar)
am Freitag, 04. März 2011 - 21:47

"die staatlich unabhängige Prüfinstitution zur Selbstkontrolle IVW" So steht das wirklich auf deren Homepage. Von wegen staatlich. Das ist ein eingetragener Verein, der seine Mitglieder kontrolliert. So einfach ist die Sachlage.

Fotozeitschriften bieten

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 05. März 2011 - 17:03

Fotozeitschriften bieten lediglich den Vorteil, daß darin nicht jeder Legastheniker oder Grammatikclown die Sprachkultur zerstören darf. Informativer und unterhaltsamer ist jedoch das Internet...

Der Rolleiflexer

Fehlerhäufigkeit...

Bild von fotoni
Eingetragen von
fotoni
(Inventar)
am Samstag, 05. März 2011 - 23:50

Allerdings nehmen die Fehler auch in den Printmedien seit einigen Jahren beständig zu.
Da ich wohl kaum der einzige bin, der bei den Fehlern grundsätzlich mal kurz stockt, könnte das natürlich auch Absicht sein. So wird man länger unterhalten und registriert nicht so schnell, dass der Inhalt immer weniger wird...
Mancher Satz ist sogar so verdreht, dass man erst mal rätseln darf, was der wohl ursprünglich bedeuten sollte. Typische Fehler durch Umstellungen im Satzbau oder nachträglich falsch eingefügte Wörter könnten durch einen einfach Trick leicht vermieden werden: Ein anderer liest den Artikel vor der Drucklegung. Aber der ganze Druckaufwand lohnt sich halt mehr, je mehr Leute das nachher auch lesen. Vielleicht wird deshalb jetzt erst nachher gegengelesen...
Und die automatische Fehlerkorrektur unterscheidet halt nicht nach Sinn und Unsinn. Daher entfremden oft einfach ähnliche Wörter mit völlig anderer Bedeutung den Text. Mir wurde vor Jahren beim Tippen eines Rezepts auch vorgeschlagen, Koreander durch Koreaner (oder alternativ Korkender) zu ersetzen...

Unglaublich...

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 13. März 2011 - 03:11

Sind Sie froh das Sie keine Legasthenie haben. Wollen Sie Menschen mit Behinderung die Meinungsäußerung verbieten? Mir ist deren Fehler behaftete Sprachkultur jedenfalls lieber als Ihr neonazistisches Geschwafel. Unglaublich wie Sie gegen die Schwächeren ins Feld ziehen. Vielleicht lachen Sie auch noch wenn ein Spastiker mit „komischem“ Bewegungsablauf vorbeigeht.

Kein Wunder, dass es abwärts geht

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 06. März 2011 - 18:03

Wenn ich mir hier so durchlese, was die Leute von Fotozeitschriften erwarten, wie sie die Qualität einschätzen (selbst handwerklicher Schrott wird für gut befunden), so ist es unmöglich, eine Fotozeitschrift zu machen, die Allen gerecht wird. Sehe ich, wie sich grottenschlechte und käufliche Zeitschriften wie "Foto Hits" nur über ihren Discountpreis am Markt halten oder das ebenso käufliche Dünnbrettbohrermagazin "Profifoto" mit seinem vermeintlichen Profi-Image, so hat hier eigentlich keiner der Kritiker in diesem Thread ein Recht sich zu beschweren. Zyniker könnten hier sagen: Der Leser hat die Zeitschrift, die er verdient.

Unabhängig davon sehe ich zwei Gründe, die für den (vermeintlichen) Niedergang der Zeitschriften sorgen:

1. Noch nie gab es so viele Fotozeitschriften wie heute. Der Markt ist völlig übersättigt. Jeder, der irgendwo als Redakteur rausgeflogen ist, gründet seine eigene Postille. Alle wollen vom nicht mitwachsenden Kuchen der Anzeigen etwas abhaben. Zeitschrifte finanzieren sich nun mal zu einem Großteil über die Anzeigen und zu einem kleineren Teil über den Verkaufspreis. Ist viel Geld im Haus, kann auch in redaktionelle Inhalte investiert werden, vorausgesetzt, die Chefredakteure haben Ideen und gute Leute, die diese Ideen gekonnt umsetzen. Dies führt zum zweiten Punkt.

2. Wenn ich mir die Chefredakteure der beiden Traditions-Dickschiffe der Branche ansehe - Colorfoto und Fotomagazin - dann wundere ich mich nicht, dass es da in den gegenwärtig schwierigen Zeiten nicht vorwärts geht. Wie auch? Werner Lüttgens (Colorfoto) ist ein Jüngelchen, der als Volontär zu Colorfoto gekommen ist und noch nie in seinem Leben etwas anderes als Colorfoto gemacht hat. Er hat sich brav nach oben gesessen, um letztlich den Dauerchefredakteur Tafelmaier zu beerben. Franz Raith (Fotomagazin) hat ebenfalls außer Fotomagazin und der Händlerzeitschrift Fotowirtschaft nie etwas anderes gemacht. Auch die Redakteure sind üblicherweise Ewigkeiten an Bord. Kurz: Alle - und allen voran die Redaktionsspitze - garen seit Jahren und Jahrzehnten im eigenen Saft. Wer erwartet da alle Ernstes Ideen oder gar Konzepte, wie man der wachsenden Konkurrenz und vor allem dem Internet begegnen kann - oder wie sich eine Qualitätsoffensive starten lässt? Eben. Auch dies trägt zum Auflagenverfall bei.

Kein Wunder, dass es abwärts geht...

Eingetragen von
Gast
am Montag, 07. März 2011 - 09:23

>> Zyniker könnten hier sagen: Der Leser hat die Zeitschrift, die er verdient. <<

Volltreffer!

Was nebenbei gesagt ja auch für die sog. „Fernsehlandschaft“ zutrifft. Der Zuschauer bekommt das, was er verdient: nachmittäglicher Privatfernsehdreck für die Unterschicht, Beckmann & Co für die lernunwilligen unter der 60+ Generation, Volksmusik für die langsam wegsterbende Kriegsgeneration. Der musste jetzt mal raus... Zurück zum Thema

Unabhängig davon sehe ich zwei Gründe, die für den (vermeintlichen) Niedergang der Zeitschriften sorgen:

1. Noch nie gab es so viele Fotozeitschriften wie heute. Der Markt ist völlig übersättigt. Jeder, der irgendwo als Redakteur rausgeflogen ist, gründet seine eigene Postille. Alle wollen vom nicht mitwachsenden Kuchen der Anzeigen etwas abhaben. Zeitschrifte finanzieren sich nun mal zu einem Großteil über die Anzeigen und zu einem kleineren Teil über den Verkaufspreis. Ist viel Geld im Haus, kann auch in redaktionelle Inhalte investiert werden, vorausgesetzt, die Chefredakteure haben Ideen und gute Leute, die diese Ideen gekonnt umsetzen. Dies führt zum zweiten Punkt.

2. Wenn ich mir die Chefredakteure der beiden Traditions-Dickschiffe der Branche ansehe - Colorfoto und Fotomagazin - dann wundere ich mich nicht, dass es da in den gegenwärtig schwierigen Zeiten nicht vorwärts geht. Wie auch? Werner Lüttgens (Colorfoto) ist ein Jüngelchen, der als Volontär zu Colorfoto gekommen ist und noch nie in seinem Leben etwas anderes als Colorfoto gemacht hat. Er hat sich brav nach oben gesessen, um letztlich den Dauerchefredakteur Tafelmaier zu beerben. Franz Raith (Fotomagazin) hat ebenfalls außer Fotomagazin und der Händlerzeitschrift Fotowirtschaft nie etwas anderes gemacht. Auch die Redakteure sind üblicherweise Ewigkeiten an Bord. Kurz: Alle - und allen voran die Redaktionsspitze - garen seit Jahren und Jahrzehnten im eigenen Saft. Wer erwartet da alle Ernstes Ideen oder gar Konzepte, wie man der wachsenden Konkurrenz und vor allem dem Internet begegnen kann - oder wie sich eine Qualitätsoffensive starten lässt? Eben. Auch dies trägt zum Auflagenverfall bei.

Volle Zustimmung!!

Du hast nur noch ein Grusel-Blättchen vergessen - die "PHOTOGRAPHIE". In grauer Vergangenheit mal in schweizer Hand, wenn ich mich richtig erinnere. Ich fand die "PHOTOGRAPHIE" in den 80ern sogar gut! Aber heute? Das Hochglanzblatt erscheint mir heute eher eine teure „Foto-Hits-Deluxe“. Und wer ist an der „PHOTOGRAPHIE“-Spitze? Frank Späth, ein „Fotomagazin-Ableger“, oder hätte besser ich „Abgang“ schreiben sollen, wenn ich mich nicht ganz irre?

Ansonsten jetzt mehrfach erwähnt: die „PHOTONEWS“. Nach meiner Ansicht unpraktisches Format, (höflich formuliert) preiswerter Druck, aber eben mit echtem, lesenswertem Inhalt!

JJ

Wo ist das Problem?

Eingetragen von
Gast
am Montag, 07. März 2011 - 22:21
Gast schrieb:

Du hast nur noch ein Grusel-Blättchen vergessen - die "PHOTOGRAPHIE". In grauer Vergangenheit mal in schweizer Hand, wenn ich mich richtig erinnere. Ich fand die "PHOTOGRAPHIE" in den 80ern sogar gut! Aber heute? Das Hochglanzblatt erscheint mir heute eher eine teure „Foto-Hits-Deluxe“. Und wer ist an der „PHOTOGRAPHIE“-Spitze? Frank Späth, ein „Fotomagazin-Ableger“, oder hätte besser ich „Abgang“ schreiben sollen, wenn ich mich nicht ganz irre?

Kann ich so nicht nachvollziehen. In der Vor-Späth-Ära fand ich Photographie ziemlich mies. IMO ist derzeit in Photographie die ausgewogenste Mischung aus Technik und Bildern. Einerseits ist da Technik drin, die ohne beknackte fünf Stellen hinter dem Komma bei irgendeinem Labortest auskommt (was Genauigkeit signalisieren soll), andererseits finde ich dort abwechslungsreiche Bildstrecken, die sich andere Zeitschriften so ziemlich schenken. Was fehlt?

Da finde ich die Chip Foto Video viel gruseliger, bei der in jeder Geschichte irgendein Redakteur seine Nase ins Bild halten "muss", nur um zu zeigen, dass man mal wieder auf Kosten von irgendeinem Reiseveranstalter in den USA war. DAS geht mir richtig auf den Zeiger, wenn sich die Macher so wichtig nehmen.

Als Nachtrag zu "Fotomagazine: Konkurrenzdruck..."

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 06. März 2011 - 19:39

Als letzter (?) Nachtrag zu Fotomagazine online - damit es auch 1x mehr im www gesichert ist:

http://www.fotogen-onlinemagazin.de/

Auch wenn es von Detlev „Mütz“ - Pardon - Motz vertrieben wird - der Vollständigkeit halber…

Ansonsten habe ich beim Kramen noch das gefunden. Gehört nun zwar nicht in den Online-Magazin-Bereich, aber damit es nicht verloren geht:

http://www.page-online.de/emag/bild/artikel/loom_fotomagazin (deutsch)

http://www.apogeephoto.com/ (amerikanisch)

http://bluespace.de/javacam/# (virtuelle SLR, deutsch)

http://www.erik-krause.de/

http://www.fisheyelens.de/
Fisheye und Ultraweitwinkel

http://www.ralphaltmann.de/bildbearbeitung/specials/pp_0101_030.pdf

Und dies durchaus als „Kopier-Vorschlag“ an die photoscala. Es muss ja nicht - nur - die Softwaredatenbank sein, sondern eben auch „fotozines“ oder vom photoscala.de Leserkreis wirklich sinnvoll erscheinende, erprobte Apps…

http://www.fotohits.de/software-datenbank/view/search

JJ

Mir geht es …

Eingetragen von
Gast
am Montag, 07. März 2011 - 10:46

… ähnlich wie einigen Vorrednern: Die heutigen Magazine sind vollgestopft mit Tests, kryptischen Tabellen und mysteriösen Diagrammen. Wer soll das verstehen und woher soll ich wissen was das bedeutet! Die schreiben dort von VN und LP/BH … Kenn ich nicht und kann ich nicht einschätzen! Wo bleibt da für mich der praktische Nutzen? Die praktische Fotografie bleibt in der Regel auf der Strecke und findet man doch mal ein Portfolio, wird die Bildwirkung durch ein hastiges Layout zerstört.

Zeitschriften, die sich meiner Meinung nach noch ausgiebig mit der Fotografie beschäftigen und ihr den nötigen Platz bieten, sind
- fotoforum
- Naturfoto
Auch hat man bei diesen Magazinen nicht den Eindruck, dass sie dem Druck der großen Firmen unterliegen und Advertorials (Werbung im Heft-Layout) findet man dort auch nicht.

Platz für Fotografie

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 08. März 2011 - 11:23

"Zeitschriften, die sich meiner Meinung nach noch ausgiebig mit der Fotografie beschäftigen und ihr den nötigen Platz bieten"

In diese Kategorie fällt für Freunde der Schwarzweiss-Fotografie m.E. auch eindeutig die Zeitschrift SCHWARZWEISS aus dem gleichen Verlag wie die "Naturfoto". Hier hats auch kaum Werbung, na ja deshalb wahrscheinlich auch der "etwas" höhere Preis. Dafür wiederum guter Druck, hochwertiges Papier.

CH-Foto-Webseite

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 13. März 2011 - 18:46

www.fotointern.ch -die arbeiten wohl mit photoscala zusammen.

das us-amerikanische Popular Photography(gibts immer noch) war mal mein favorit als analog noch den ton angab. die informativste fotozeitschrift inkl. fotolabor-themen.
das ähnliche modern photography ist leider eingegangen. Hab nach wie vor ganze jahrgänge aus den 70/80/90ern.
zoom war auch noch was. Es gab doch eine englische variante.

Ich liebe Print!

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 13. April 2011 - 11:16

Wirklich, ich liebe Printmedien. Mit dem iPad in der Badewanne ists auch ganz schön, aber ein Magazin wie mare gibt mir durch das blättern und das Papier (ja, auch mare spart und hat inzwischen nichtmehr das "Beste") einfach die Haptik die ich beim iPad vermisse.

Bei den Fotozeitschriften sieht die Welt für mich ganz anders aus:
- PROFIFOTO ist ein einziges Advertorial mit möchtegern Profi Anmutung um sich bei Amateuren anzubiedern.
- Bis auf das, inzwischen eingestellte, Leica-Magazin erschreckend schrill layoutete Billigblätter, die offenbar nur von "Tests" leben.

PHOTONEWS ist das einzige, wirklich brauchbare, Heft zum Thema Fotografie. Ist auch im Abo geblieben. Alles Andere ist rausgeflogen, das tut nur den Augen weh. Und die brauche ich, um meine Bilder zu verkaufen.