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Expressive, poetische Bilder des Alltäglichen
„Metamorphosen aus dem graphischen Zyklus Metropolis Berlin“, so der Titel einer Ausstellung des Fotokünstlers Johannes J. Dittloff, die noch bis zum 8. Januar 2010 von art place berlin gezeigt wird:
„art place berlin“ ist das neue öffentliche Forum für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und interkultureller Projekte im Herzen Berlins, am Alexanderplatz. Im Gebäude des Park Inn erleben monatlich weit mehr als 30.000 Gäste aus der ganzen Welt die Begegnung mit aktueller Kunst.
„Metamorphosen aus dem graphischen Zyklus Metropolis Berlin“, so der Titel einer Ausstellung des Fotokünstlers Johannes J. Dittloff, die noch bis zum 8. Januar 2010 von art place berlin gezeigt wird. Metamorphose, der Begriff stammt aus dem Griechischen und bezeichnet eine Umgestaltung, Umwandlung oder Verwandlung. Und tatsächlich: Wie sehr hat sich die Stadt unter der künstlerischen Ägide Dittloffs verändert!
Großformatige Grafiken zeigt der 1951 im polnischen Sosnowiec geborene, in Deutschland lebende und arbeitende Künstler: Bilder jenseits der Wirklichkeit, jenseits dessen, was wir sehen. Und doch geht der Künstler von der Wirklichkeit aus: In einem ersten Schritt fotografiert Dittloff der in den siebziger Jahren an der Kunstakademie in Krakau studiert hat Fragmente des Urbanen. Doch das ist erst der Anfang eines künstlerischen Prozesses, an dessen Ende ein geheimnisvolles, expressives und subjektives Bild steht. Fotografien der Stadt, Stadtlandschaften werden hier als Ausgangsmaterial begriffen, um ein neues, ureigenes Bild zu machen.

Ein Bild freilich, das auch in einer kunsthistorischen Geschichte steht, worauf Bernhard Schwichtenberg hingewiesen hat: „Dittloff konzentriert sich fotografisch ausschließlich auf den Schwarz-Weiß-Bereich, setzt aber zur Akzentuierung bei den Grafiken immer dasselbe dunkle Rot ein. Ich erinnere mich, dass die Pop-Artisten in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Serigrafie nutzten, um fotografische Sujets auf das Wesentliche konzentriert und stark farbig zu veröffentlichen ... Unser Künstler kommt, wenn auch auf gänzlich anderen Wegen, zu ähnlich starken Ergebnissen.“
Gänzlich andere Wege das bedeutet hier: die Generierung neuer Bildwelten am Computer. „Was ich spüre“, sagt der Künstler selbst, „soll in eine ästhetische Erfahrung umgesetzt und mit anderen Medien vervollkommnet werden.“

Was ist zu sehen? Oft sind es Fundstücke, objets trouvés des großstädtischen Lebens: Piktogramme, Logos oder manchmal auch bekannte Sehenswürdigkeiten der Stadt. Doch meistens zeigen Dittloffs Bilder nicht Altbekanntes ja eigentlich auch nichts, was allzu spezifisch Berlinisch wäre. Einige diese Arbeiten könnten überall, in vielen Metropolen entstanden sein. Es sind expressive, poetische Bilder des Alltäglichen.
„Versatzstücke der aktuellen visuellen Kultur“ hat Prof. Bernhard Schwichtenberg, ehemaliger Lehrer an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, die Arbeiten Dittloffs genannt. Die Mittel des Künstlers sind die Verfremdung, die Verzerrung, die Spiegelung, die Loslösung von der Abbildlichkeit, vom Dokumentarismus der Fotografie. Ein etwas anderer Blick.
(Marc Peschke)
Johannes J. Dittloff Metamorphosen
Bis 8.1.2010, täglich durchgehend geöffnet
art place berlin
Park Inn Berlin-Alexanderplatz
Alexanderplatz 7
D-10178 Berlin
T +49. (0)30. 55 66 99 56
info@art-place-berlin.com
Zum Thema:
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