Das Auge macht das Bild, nicht die Kamera.

— Gisèle Freund

Am 24.4.

  • 1990: Weltraum-Teleskop Hubble wird in die Erdumlaufbahn gebracht

Die japanische Fotoindustrie nach dem Erdbeben (4x aktualisiert)

Die Folgen des Erdbebens vom vergangenen Freitag treffen auch die japanische Fotoindustrie. Neben den Hauptverwaltungen im Raum Tokio gilt dies für mehrere Werke im Nordosten Japans, wo die höherwertigen Produkte hergestellt werden:

[Nachtrag 15.3.2011]: Angesichts der sich inzwischen dramatisch zuspitzenden, tragischen Entwicklungen der letzten Tage und Stunden ist Japan offensichtlich nicht mehr allein von einer Naturkatastrophe betroffen, sondern treibt ungesteuert auf eine Atomkatastrophe zu. Soweit die derzeit durchsickernden Informationen es erahnen lassen, entwickelt sich aus dem bislang meist verdrängten „minimalen Restrisiko“ eine ganz real eintretende, noch kaum begreifbare Tragödie. Alle Hoffnungen und Erwartungen hinsichtlich eines Wiederaufbaus brechen sich derzeit an den aktuellen Entwicklungen in den japanischen Kernkraftwerken.

Angesichts dieser Zuspitzung haben wir uns entschlossen, die aktuelle Berichterstattung über die Auswirkungen der Naturkatastrophe auf die japanische Fotoindustrie bis auf weiteres auszusetzen. [Nachtrag Ende]
 

Ein generelles Problem der kommenden Tage und Wochen wird die reduzierte Verfügbarkeit elektrischer Energie sein. Dies resultiert aus der Zerstörung der Leitungsinfrastruktur einerseits und dem Ausfall der Kraftwerkskapazitäten andererseits. Zwar sind die Kraftwerke im Westen Japans vom Erdbeben nicht betroffen. Eine Stromlieferung aus dem Westen in den Nordosten Japans scheint jedoch nicht möglich, da das Land getrennte Netze mit unterschiedlicher Frequenz besitzt. Das Netz von Tokio und dem größten Teil von Ostjapan wird mit 50 Hz betrieben, der Rest mit 60 Hz. Ein Austausch zwischen den Regionen scheint nicht vorgesehen. Der regionale Stromversorger Tokyo Electric Power Company (Tepco) hat für die Region um Tokio täglich drei Stunden Stromabschaltung in einem rotierenden Ablauf angekündigt. Lediglich die Kernstadt Tokio soll davon ausgenommen bleiben.

Ein weiteres Problem für die gesamte japanische Industrie liegt in der starken Vernetzung der Fertigungsabläufe zwischen einer großen Anzahl von Zulieferern und der Endmontage. Aufgrund der zusammengebrochenen Infrastruktur werden die bisherigen Produktionsabläufe kurzfristig nicht wieder aufzubauen sein. Zerstört sind neben Straßen und Bahnlinien für den Transport von Mitarbeitern und Waren auch zahlreiche Telekommunikationsverbindungen. Hier wurde durch das Beben eine große Anzahl Glasfaserkabel gekappt.

Nun zu den Firmen im Einzelnen. Sollten neue Erkenntnisse vorliegen, werden wir hier nachtragen:

Canon
Im Canon-Werk Utsunomiya wurden offensichtlich 15 Mitarbeiter beim Erdbeben verletzt. Zudem gab es wohl geringere Sachschäden. Das 1977 eröffnete Werk Utsunomiya produziert nach Aussage von Canon EF-Objektive, Video-Camcorder-Objektive und Objektive für Fernsehkameras, aber auch Projektionsobjektive. Canon hat die Produktion in insgesamt acht Werken vorläufig (länger als zwei bis drei Tage) ausgesetzt.
 
 
Casio
Von Casio liegen derzeit keine Informationen über aktuelle Schäden oder Produktionsstopps vor.

[Nachtrag: 14.3.2010; 19:00 Uhr]: Casio prüft derzeit die Lage und wenn die Sicherheit gewährleistet sei, werde die Geschäftstätigkeit fortgeführt, so die Japaner. Das Werk Yamagata Casio Co., Ltd. in Higashine in der Präfektur Yamagata, das Digitalkameras, Uhren, Gehäuseschalen und Mobiltelefone produziert, verzeichnet nach derzeitigen Informationen weder Personenschäden bei seinen Beschäftigten, noch Sachschäden. Am Montag den 14. März war der Betrieb stillgelegt, soll jedoch am Dienstag oder später wieder beginnen. Dies wird in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Stromversorgung geschehen. Die Präfektur Yamagata liegt auf der japanischen Hauptinsel Honshu in der Region Tohoku, westlich der Präfektur Miyagi. [Nachtrag Ende]
 
 
Cosina
Bei Cosina scheint die Hauptverwaltung im Großraum Tokio in geringerem Umfang vom Erdbeben betroffen zu sein. Im Werk in Nagano hatte das Erdbeben vom Freitag offensichtlich keine Schäden verursacht. Dies gilt wohl auch für ein zweites Beben am 12.3.2011 um 3:59 Ortszeit (11.3.20011 19:59 MEZ), das eine Stärke von 6,2 oder 6,6 hatte und sein Epizentrum 46 km nord-nordöstlich von Nagano (195 km nordwestlich von Tokio) in 10 km Tiefe hatte. Dieses Beben soll kein Nachbeben des großen Erdbebens vom Freitag gewesen sein. Es scheint jedoch keine Schäden verursacht zu haben. In Nagano sind zahlreiche optische und feinmechanische Firmen wie Olympus, Cosina und Seiko-Epson angesiedelt.
 
 
Epson
Laut Epson Japan sind keine Mitarbeiter zu Schaden gekommen. In einigen Fabriken wurde die Produktion eingestellt; noch ist nicht bekannt, wann sie wieder aufgenommen werden kann.

[Nachtrag: 14.3.2010; 19:00 Uhr]: Epson berichtet von Schäden an einer Fabrik in Sakata und an Fabriken der Seiko-Epson-Gruppe im Gebiet Tohoku. Eine Fabrik in Hachinohe wurde durch den Tsunami etwa 1 Meter hoch überflutet; die Produktion wurde gestoppt. In Yuzawa und Sakata musste die Produktion wegen durch das Erdbeben unterbrochener Stromversorgung gestoppt werden. Die Gebäude und Produktionsanlagen der „Epson Toyocom Corporation Fukushima Plant“ in Minami-Soma (Präfektur Fukushima) wurden offensichtlich schwerer beschädigt.

Im Einzelnen wurden die folgenden Fertigungsstätten von Epson durch das Erdbeben oder den Tsunami beschädigt:

• Epson Atmix Corporation (Hachinohe City, Aomori). Aufgrund des Tsunamis steht das Wasser in der Fabrik 1 m hoch. Wann die Fertigung wieder aufgenommen wird ist noch unbekannt.
• Akita Epson Corporation (Yuzawa, Akita): Aufgrund des durch das Erdbeben verursachten Stromausfalls wurde der Betrieb unterbrochen. Es soll nur geringe Schäden an den Gebäuden geben. Die Produktion soll in Abhängigkeit von der Stromversorgung unverzüglich wieder aufgenommen werden.
• Werk Sakata der Seiko Epson Corporation und Werk Sakata der Tohoku Epson Corporation (Sakata, Yamagata): Der durch das Erdbeben verursachte Stromausfall hat den Betrieb gestoppt. Es gibt keine Gebäudeschäden. Die Kontrolle der Fertigungseinrichtungen ist im Gange. Wann die Produktion wieder aufgenommen wird ist noch offen.
• Epson Toyocom Corporation Werk Fukushima (City Minami Souma, Fukushima): Erdbebenbedingt wurde der Betrieb gestoppt. Es gibt offensichtlich Gebäudeschäden und Schäden an der technischen Einrichtung. Da sich das Werk in nur 16 km Entfernung (Luftlinie) vom Atomkraftwerk Fukushima Nummer 1 befindet und die Region evakuiert wurde, ist der Betrieb zeitweilig eingestellt. Im Augenblick gibt es keine Aussage, wann der Betrieb wieder aufgenommen wird. [Nachtrag Ende]
 
 
Fujifilm
Weist derzeit lediglich darauf hin, dass die Kommunikation mit dem Kundendienst gestört sein könne.

[Nachtrag: 14.3.2010; 19:19 Uhr]: Fujifilms Fabrik in Taiwa-Cho in der Präfektur Miyagi, rund 30 km von Sendai entfernt, ist betroffen. Mitarbeiter kamen nach derzeitigem Wissenstand nicht zu Schaden, aber die Gebäude wurden beschädigt. Vorübergehend musste deshalb die Produktion der FinePix X100 eingestellt werden, weshalb Fujifilm mit Lieferverzögerungen rechnet. Das restliche Fujifilm-Programm bleibe davon unberührt, so die Japaner, da dessen Produktion nicht in dieser Region erfolge. [Nachtrag Ende]
 
 
Hoya / Pentax
Von Hoya / Pentax liegen bislang keine Informationen über Erdbebenschäden vor. Durch die vollständige Verlagerung der Kameratechnik nach Vietnam und auf die Philippinen dürfte die Produktion von Pentax-Kameras und -Objektiven vom Erdbeben nicht direkt betroffen sein. Das Service-Center in Tokio wurde zeitweilig geschlossen, wann es wieder geöffnet wird, will Pentax auf der japanischen Webseite bekanntgeben. Außerdem könnten wegen der Infrastrukturprobleme erhebliche Verzögerungen bei der Auslieferung nicht ausgeschlossen werden.
 
 
Nikon
Vom Erdbeben betroffen sind die Sendai Nikon Corporation in Natori in der Präfektur Miyagi, die Miyagi Nikon Precision Co., Ltd., (Zao-machi, Katta-gun, Miyagi), die Tochigi Nikon Corporation (Otawara, Tochigi), die Tochigi Nikon Precision Co., Ltd. (Otawara, Tochigi). Es gab Schäden an Gebäuden und Maschinen. Es gibt wohl auch mehrere Verletzte unter den Beschäftigten. Die Produktion in den betroffenen Werken ist eingestellt. Wann sie wieder aufgenommen werden kann, ist derzeit noch offen. Nach Informationen vom vergangenen Sonntag scheint eine Wiederaufnahme des Betriebs in der Fabrik in Sendai, wo u.a. die Nikon D3 produziert wird, in den nächsten 14 Tagen nicht möglich zu sein. Das Werk Sendai liegt in der Nähe des Flughafens von Sendai, scheint jedoch im Gegensatz zu diesem nicht vom Tsunami betroffen zu sein.

[Nachtrag: 14.3.2010; 19:00 Uhr]: Es sei noch angefügt, dass im Werk Sendai u.a. die Spiegelreflexmodelle D3, D3x, D700 und F6 produziert werden. [Nachtrag Ende]
 
 
Olympus
Olympus verfügt über mehrere Werke in der Präfektur Nagano. Das 1981 gegründete Olympus-Werk Tatsuno produziert höherwertigen Zuiko-Objektive und scheint von den Beben nicht direkt betroffen zu sein.

[Nachtrag: 14.3.2010; 19:00 Uhr]: Olympus berichtet lediglich von Verzögerungen, zu denen es bei Service und Reperatur kommen könne. [Nachtrag Ende]
 
 
Panasonic
Bei Panasonic sind wohl vier Werke vom Erdbeben direkt betroffen. Dort gab es offensichtlich mehrere Leichtverletzte und leichte Gebäudeschäden. Betroffen sind die Objektiv-Fabrik der AVC Networks Company in Sendai (Präfektur Miyagi Natori), die Produktionsanlage für Lumix-Digitalkameras in Fukushima (Fukushima), das Werk der Panasonic Electric Works in Koriyama (Koriyama, Präfektur Fukushima), das Audio-Produkte herstellt, sowie das Tokioter Werk der Sanyo Electric (Gunma Oizumi).

[Nachtrag: 14.3.2010; 16:20 Uhr]: Panasonic hat die Arbeit in den betroffenen Werken vorerst eingestellt. Dachteile und Wände auf den Werksgeländen wurden beschädigt, aber es kam weder zu Bränden noch Einstürzen. Anhaltende Nachbeben verhindern das Betreten der Werke Sendai und Fukushima. Panasonic sammelt derzeit Informationen über den Einfluss des Erdbebens und seiner Folgen auf die Infrastruktur vor Ort (Verfügbarkeit von Elektrizität, Gas und Wasser etc.), sowie zu Fragen der Logistik und Materialbeschaffung, und will die Produktion sobald als möglich wieder starten. [Nachtrag Ende]
 
 
Ricoh
Mitarbeiter kamen nicht zu Schaden. Gebäude und Fabrikanlagen wurden vor allem in Tohoku beschädigt. Man gehe davon aus, dass es einige Zeit dauern werde, bis die Produktion wieder aufgenommen werden könne, so Ricoh. Am heutigen Montag blieben alle Fabriken geschlossen. Morgen soll in vier Fabriken wieder nach Plan weitergearbeitet werden, eine weitere bleibt planmäßig geschlossen. Drei Produktionsanlagen in den Präfekturen Iwate bzw. Miyagi sind geschlossen und es wird noch einige Zeit zum Wiederaufbau brauchen.
 
 
Sigma
Sigma beschäftigt in der Produktionsstätte Aizu in Bandai in der Präfektur Fukushima knapp 900 Mitarbeiter. Beim Erdbeben am vergangenen Freitag gab es zwar Schäden an Maschinen und Gebäude, jedoch keine Personenschäden. Man will die Fertigung in der kommenden Woche wieder aufnehmen.
 
 
Sony
Bei Sony scheint die Kameraproduktion nicht direkt betroffen zu sein. Reuters meldete, dass insgesamt sechs Sony-Fabriken in den Präfekturen Fukushima and Miyagi vom Erdbeben, bzw. dem folgenden Tsunami betroffen seien und dort die Produktion eingestellt und das Personal evakuiert wurde. In einem Sony-Werk für chemische Produkte in Tagajyo in der Präfektur Miyagi, das vom Tsunami getroffen wurde, haben 1000 Beschäftige im Obergeschoss Zuflucht gefunden.

[Nachtrag: 14.3.2010; 19:00 Uhr]: Im Sony-Absatz oben haben wir die „Präfekturen“ eingefügt, damit deutlicher wird, worum es sich bei Fukushima and Miyagi handelt.

Wie fotointern meldet, waren rund 1200 Mitarbeiter und weitere 100 Flüchtende im überschwemmten Gebäude in Tagajyo eingeschlossen, sie konnten erst am Sonntag mit Helikoptern gerettet werden.

Sonys Zustandsbericht: Der Betrieb von mehreren Werken an verschiedenen Standorten der Sony Corporation und des Sony Konzerns ist durch das Erdbeben und den Tsunami an der japanischen Pazifikküste (Region Tohoku) in Mitleidenschaft gezogen worden. Sony überwacht den Status aller dieser Standorte kontinuierlich und prüft zugleich die effektivsten Instandsetzungsmaßnahmen. Zudem hat Sony als Reaktion auf die Meldungen über die umfangreichen Stromausfälle den Betrieb an mehreren Standorten freiwillig eingestellt. Soweit bekannt, wurden keiner der Mitarbeiter ernsthaft verletzt, die sich zum Zeitpunkt des Erdbebens und Tsunamis an den betroffenen Standorten aufhielten. Das Unternehmen ist derzeit dabei, die gesamten Auswirkungen abzuschätzen, die das Erdbeben, der Tsunami und die damit zusammenhängenden Stromausfälle auf das Geschäft und die konsolidierten Finanzergebnisse von Sony haben werden.

Zum Zeitpunkt 14. März (JST) 11:00 Uhr ist der Produktionsbetrieb in folgenden betroffenen Werken ausgesetzt:
• Sony Chemical & Information Device Corporation: Werk Tagajyo (Präfektur Miyagi) für Magnetbänder, Blu-ray Discs etc.; Werk Tome, Standorte Nakada / Toyosato (Präfektur Miyagi) für Optische Geräte, IC-Karten etc.
• Sony Shiroishi Semiconductor Inc. (Präfektur Miyagi) für Halbleiter-Laser etc.
• Sony Energy Devices Corporation, Werk Koriyama (Präfektur Fukushima) für Lithium-Ionen-Sekundärbatterien etc.
• Sony Energy Devices Corporation, Werk Motomiya (Präfektur Fukushima) für Lithiumionen-Sekundärbatterien etc.
• Sony Manufacturing Systems Corporation, Werk Kuki (Präfektur Saitama) für Ausrüstung für Oberflächenmontage etc.
• Sony DADC Japan Inc., Anlage Ibaraki (Präfektur Ibaraki) für CDs, DVDs etc.

Neben diesen Fertigungsstätten hat auch das Sony Corporation Sendai Technology Center (Tagajyo, Miyagi) aufgrund von Erdbebenschäden den Betrieb eingestellt. Abgesehen von den oben aufgeführten Produktionsstätten wurden noch einige weitere in geringerem Ausmaß in Mitleidenschaft gezogen. Jedoch gibt es von dort keine Meldungen zu verletzten Mitarbeitern oder Schäden an der Anlage und der Betrieb wird fortgesetzt. Inwieweit Schäden an weiteren Unternehmen des Sony-Konzerns in Japan entstanden sind, wird derzeit untersucht. Darüber hinaus haben die Sony Chemical & Information Devices Corporation, Werk Kanuma (Präfektur Tochigi), die Sony Energy Devices Corporation, Werk Tochigi (Präfektur Tochigi) und das Sony Corporation Atsugi Technology Center (Atsugi, Kanagawa) den Betrieb vorübergehend auf freiwilliger Basis unterbrochen, um angesichts der weitreichenden Stromausfälle zur Erleichterung der Situation beizutragen. [Nachtrag Ende]
 
 
Tamron
Tamron scheint nicht direkt betroffen, will aber wegen der Transportprobleme am 14. und 15. März Verwaltung und Produktion geschlossen halten.
 
 
Tokina
Zu Tokina liegen bislang keine Informationen vor.

(CJ / thoMas)
 

Gratulation!

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 11:45

Gratulation für diesen schnell recherchierten Artikel!
Obwohl die Produktion von Kameras, Objektiven etc. nur ein Randaspekt des schrecklichen Geschehens ist, so ist diese Information für uns als Fotografen doch eine wertvolle Ergänzung der täglichen Nachrichten.
Danke!

Zu früh gelobt

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 17:42
Gast schrieb:

Gratulation für diesen schnell recherchierten Artikel!

Recherchiert?!? Eher bei Digital Camera Watch geguttenbergt...

Gast schrieb:

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 21:25
Gast schrieb:

Recherchiert?!? Eher bei Digital Camera Watch geguttenbergt...

Wer issn das? Goggle findet die nicht.

Und das ist nur die Fotoindustrie...

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 15:53

Alpträume passieren ja meist nur in reisserischen Hollywood-Streifen. In der realen Welt herrscht dagegen grenzenlose Arroganz von Macht und Kapital. (Lebensmotto: "Nach uns die Sintflut")

"Dank" Japan kann man sehen, wie schnell und komplex eine moderne kapitalistische Wirtschaft getroffen werden kann, ohne dass ein Krieg stattfand.
Natur auf der einen und Größenwahn von Industriellen und Politik auf der anderen Seite sind die Zutaten für den GAU. (Was ja auch wiederum logisch ist: Wer Verstand hat, stellt sich nicht gegen seine eigene Existenzgrundlage.)

MfG

_________________________________________________________-
Wissen ist Macht.

[Francis Bacon, 1561 - 1626]

Und wenn man

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 16:50

die Reaktionen der "Verantwortungsträger" in Politik und (Atom)Wirtschaft verfolgt, dann dürfte selbst die Sintflut in Echtzeit nichts an dieser erbärmlichen Realität ändern.
Zur Verachtung gesellt sich inzwischen die berechtigte Sorge, dass wir es an des Schaltstellen von Macht und Geld nicht allein mit realer Verantwortungslosigkeit, sondern tatsächlichen Irren zu tun haben.

Was für ein Schicksal.

Bild von der Profi
Eingetragen von
der Profi
(Inventar)
am Montag, 14. März 2011 - 17:51

Das Beben und der Tsunami sind ja womöglich noch bei weitem nicht das Schlimmste.
Der Supergau könnte für Jahrhunderte alles beenden.

Ist es nicht seltsam dass das einzige Volk das jemals von Atombomben getroffen wurde, sich selbst voller Stolz mit Atomkraftwerken auf einer Erdbebenlinie zugepflastert hat?

...und ist es nicht erschreckend wenn in Deutschland betroffen geblickt und dann höchstwahrscheinlich doch an der Atomkraft festgehalten wird?

Frei nach dem Motto: Bei uns kann das nicht passieren und Geld strahl nicht!

"Ist es nicht seltsam

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 18:21

dass das einzige Volk das jemals von Atombomben getroffen wurde, sich selbst voller Stolz mit Atomkraftwerken auf einer Erdbebenlinie zugepflastert hat?"

Seltsames Völkchen, fürwahr. Aber auch nicht seltsamer, als der Rest der kapitalismusverseuchten Welt.
Dabei müssen wir ihnen irgendwie, irgendwann sogar dankbar sein:
Die Bilder von den Atombomben haben die Welt wahrscheinlich vom atomaren Holocaust ferngehalten.
Die Bilder vom multiplen GAU könnten uns vielleicht mittelfristig aus dieser elendigen Energiemisswirtschaft lösen.

Gast schrieb: Die Bilder

Bild von der Profi
Eingetragen von
der Profi
(Inventar)
am Dienstag, 15. März 2011 - 08:59
Gast schrieb:

Die Bilder von den Atombomben haben die Welt wahrscheinlich vom atomaren Holocaust ferngehalten.
Die Bilder vom multiplen GAU könnten uns vielleicht mittelfristig aus dieser elendigen Energiemisswirtschaft lösen.

Das dachte ich mir auch nach Tschernobyl und was ist passiert?

Fukushima!

Frankreich

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 20:41

Immerhin gibt es in Deutschland einen Ansatz von Umdenken in der Regierung. Wenn wahrscheinlich auch nur aus wahlkampftaktischen Beweggründen.

Hier in Frankreich dagegen mauert die Regierung. Der GAU sei ja nur ein kleiner Störfall, der im Vergleich zu Erdbeben und Tsunami nebensächlich ist. Man wolle erst in ein paar Tagen über den Unfall reden, wenn klar ist, wie die Geschichte ausgegangen ist. Wenn es dabei bleibt, dass "nur ein bisschen Radiaktivität ausgetreten" ist, dann wäre das lt Herrn Sarkozy der ultimative Beweis, dass die Kernenergie absolut sicher ist....

http://www.lemonde.fr/planete/article/2011/03/12/accident-nucleaire-au-j...
http://elysee.blog.lemonde.fr/2011/03/14/lelysee-veut-vanter-la-securite...

Tsunami und Atomunfall

Bild von possi
Eingetragen von
possi
(Liebhaber)
am Dienstag, 15. März 2011 - 14:55

Ich finde diese Kommentare gehen etwas an den furchtbaren Realitäten vorbei und sind wohl teileweise - und das finde ich schlimm - politisch motiviert.

Da sterben wohl zehntausende Menschen im grauenhaften Tsunami und bisher NULL Personen an einem Stufe-4 Unfall in dem Kernkraftwerk mit einem idiotischem Konstruktionsfehler - die Dieselgeneratoren hatte General Electric (USA) 1960 unten an den Hafen gebaut. Die sprangen auch beim Stromausfall problemlos an, wurden dann nur eine halbe Stunde später von der Welle überspült. Warum kam niemand auf die Idee, die tsunamisicher auf einen 20m hohen Betonsockel zu stellen??

Solange das Containment zu ist und es zu keinem starken Brand kommt, ist eine Katastrophe wie in der Ukraine (Stufe 7) kaum anzunehmen, und auch die hatte nur ein Bruchteil der Opfer wie der Tsunami.

Solange aber die Betreiberfirmen mit der verständlicherweise verunsicherten Bevölkerung nicht kommunizieren und die Kernkraftgegener ständig monoton das wirtschaftliche Aus der Betreiber fordern und damit die Jobs dieser Leute killen wollen, wird es nie zu einer vernünftigen Diskussion der Probleme kommen, auch nicht in Deutschland.

Warum ist es nicht möglich, offen über die Sicherheitsthemen zu diskutieren? Alte Anlagen, die nicht vernünftig mit moderner Renundanztechnik nachzurüsten sind, gehören vom Netz, die Konzepte neuerer Anlagen detaillliert und emotionsfrei überprüft oder gehört durch moderne, hochrenundante Systeme oder Neubauten ersetzt.

Das Gerede von den erneuerbaren Energien bringt uns ad hoc auch nicht weiter. Damit können wir derzeit vielleicht ein Zehntel unseres Strombedarfs decken, zu irre hohen Preisen - wenn wir hier weiterkommen wollen, dauert das Jahrzehnte und kostet extrem viel Kapital, was unsere Stromrechnungen und unsere Produkte preislich vervielfachen wird. Ineffiziente Solarzellen kosten uns schon heute Milliarden und bringen nicht mal 1% Energiebeitrag (und der wird bei der Herstellung, Transport und Ausfallrate bereits wieder weitgehend aufgebraucht). Effizient könnte Offshore-Windkraft werden, Wasserkraft ist zu fast 100% bereits genutzt, evtl. bietet Geothermie oder Kernfusion noch einen effizienten Ansatz (das hat nur kaum jemand auf dem Plan). Das geht aber alles nur im Gesamtkonzept, Energieeinkauf aus dem Ausland kann keine Lösung sein (mein Strom hier stammt leider aus dem tschechischen Kernkraftwerk Temelin von (nachgerüsteten) Temelin-Typ) und davon wird noch viel mehr kommen, sobald Isar 1 abgeschaltet ist.

Kohle oder gar Öl zu verfeuern ist in meinen Augen indiskutabel, sowohl wegen der CO2 Belastung, als auch wegen der wertvollen Resourcen. 20% des Öls verfeuert inzwischen die Handelsschiffahrt - mehr weltweit als alle Autos zusammen. Klar, wir brauchen ja umbedingt Kameras und Spielzeug aus China, weil es so billig ist.

Die beste Resource ist aber Energiesparen, und da passiert viel zu wenig, man denke nur an die Armeen von idiotischen Steckernetzteilen, durchlaufenden Bürocomputern und Tag und Nacht brennenden Lichter in öffentlichen Bauten wie Krankenhäusern.

Was machen unsere Politiker? Die Grünen versuchen mit Angst auf Stimmenfang zu gehen, die Roten sind auch dagegen, die schwarzen überlegen noch, die Richtung zu ändern? Geht es nur um die nächste Wahl und die Stimmung "des Volkes"? Gibts keine Politiker, die mal an der LÖSUNG unserer Probleme arbeiten wollen? Es sind technische Lösungen (für viele Jahre im vorraus projektiert und investiert), die wir brauchen, keine Stimmungsmache. Wir brauchen einfach mehr mutige Experten, die auch was entscheiden dürfen.

Gruss
Possi
www.possi.de

Dafür ist

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 15:46

Atomenergie gänzlich wertfrei - und halt ein bisschen finanz(!)politisch legitimiert.
Vom eher verschwiegenen, aber durchaus zwingenden, Zusammenhang mit dem militärisch-industriellen Komplex reden wir natürlich nicht ... 8-)

Die Siedewasserreaktoren,

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 21:28

so habe ich unlängst gelesen, sind die direkte Folge des Hungers der Militärs nach Plutonium.

Sonst hätten wir heute in der Mehrzahl Thoriumreaktoren, die sich tatsächlich und definitv sofort abschalten lassen und keine Nachwärme produzieren, keine Wiederaufbereitungsanlagen und keine auf ewig lagernden Brennstäbe. Nur, dann gäbe es auch keine Atomwaffen. Dumm gelaufen.

Eine späte

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 16. März 2011 - 05:27

aber durchaus richtige Erkenntnis (mein diesbezügliches Erweckungserlebnis reicht schon 30 Jahre zurück): "Friedliche" Atomenergie ohne die Bedürfnisse des militärisch-industriellen Komplexes wäre aus rein wirtschaftlicher Sicht eine Technologie, die keinerlei Existenzberechtigung hätte - und deshalb politisch niemals forciert hätte werden können.

Thorium

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 18. März 2011 - 19:27

Die indischen Thoriumraktoren wandeln das Thorium in Uran und dann weiter Richtung Plutonium (=Brüter). Für die Plutoniumproduktion sind die Graphitkernreaktoren praktischer als die Siedewasserreaktoren (Brennelemententnahme einfacher).

bombige

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 18. März 2011 - 20:33

Idee ... 8-)

Immer diese Texte aus der Konserve

Eingetragen von
TinCan
(Stammgast)
am Dienstag, 15. März 2011 - 19:52

Das Thema Steckerntzteile ist komplett abgegessen. Aufgrund der aktuellen EU-Gesetzgebung sind die inzwischen so effizient, dass die amerikanische EPA den dafür bislang eingesetzten Energy Star zum Ende des vergangenen Jahres aufgegeben hat. Natürlich bringt Gerede von erneuerbaren Energien nicht weiter. Gerede bringt nie weiter. Ebenso wenig wie auf Politiker zu warten. Die denken nur im 4-Jahres-Zyklus. Die Devise muss lauten, selbst machen.
Übrigens ist mindestens ein Containment in Fukujama nicht mehr dicht und das ganze Kühlwasser verdampft oder fließt ins Meer.
Schönen Abend.

Welle war zu hoch

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 21:26
possi schrieb:

in dem Kernkraftwerk mit einem idiotischem Konstruktionsfehler - die Dieselgeneratoren hatte General Electric (USA) 1960 unten an den Hafen gebaut. Die sprangen auch beim Stromausfall problemlos an, wurden dann nur eine halbe Stunde später von der Welle überspült. Warum kam niemand auf die Idee, die tsunamisicher auf einen 20m hohen Betonsockel zu stellen??

Weil davor eine mehrere Meter hohe Tsunamischutzwand gebaut war und sich wohl keiner vorstellen konnte, dass eine noch höhere Welle zu erwarten wäre.
Das gleiche ist in den Hafenstädten passiert. In den Filmen sieht man deutlich wie die Tsunamiwand von der Welle überrollt wird.

Das Beben war ja auch stärker als alles was die Japaner in der Vergangenheit erlebt haben.
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no_photo_please schrieb:

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 20:49
no_photo_please schrieb:

In der realen Welt herrscht dagegen grenzenlose Arroganz von Macht und Kapital.

Der Meinung bin ich auch.
Auch wenn es etwas von Thema abweicht: Weltraumschrott, Ölkatastrophen, Reaktor schmelze...alles Szenarien die es ohne den Menschen nicht geben würde.
Ich bin kein Pessimist aber ich bin froh wenn meine Stunde geschlagen hat und ich mir diesen peinlichen und respektlosen Umgang mit unserem Planeten nicht mehr mit anschauen muss.

Umdenken

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 00:28

Sehr gut, jahrelang habe ich gegen den Atommüll argumentiert, da war ich nicht alleine, aber der Gegner erwies sich als stärker. Die atomgeilen Parteien CSU, CDU und FDP konnten noch nie anders herum denken, der ökologische Weg der Energieerzeugung sagte ihnen nicht viel, sogar Teile der Gewerkschaften, wie IG Bau, IG Chemie und die IGBE mit ihrem schrecklichen Vorsitzenden Adolf Schmidt machten munter mit. Dann begann nach Tschernobyl langsam das Umdenken, erst die rot-grüne Bundesregierung setzte klare Ausstiegsziele. Jetzt stehen Merkel, Mappus, Seehofer, Oettinger und ihre Mitläufer da und sind ganz überrascht, dass so etwas passieren konnte. Wir hatten lange genug davor gewarnt, aber die Meinungsmacher bei der verlogenen Springerpresse (BILD) und bei Burda (Focus) hatten die Oberhand. Jetzt bin ich gespannt, wie sie sich da argumentativ herauswinden werden. Dürfte nicht einfach sein.

Gast schrieb:
no_photo_please schrieb:

In der realen Welt herrscht dagegen grenzenlose Arroganz von Macht und Kapital.

Der Meinung bin ich auch.
Auch wenn es etwas von Thema abweicht: Weltraumschrott, Ölkatastrophen, Reaktor schmelze...alles Szenarien die es ohne den Menschen nicht geben würde.
Ich bin kein Pessimist aber ich bin froh wenn meine Stunde geschlagen hat und ich mir diesen peinlichen und respektlosen Umgang mit unserem Planeten nicht mehr mit anschauen muss.

Umdenken?

Bild von der Profi
Eingetragen von
der Profi
(Inventar)
am Dienstag, 15. März 2011 - 06:47

Atomkraftwerke und Atomwaffen sind ein "Verbrechen an der Menschheit". Politiker, die AKWs betreiben, planen oder verharmlosen, müssten strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden!

Nein nein so etwas würde ich mich nie zu behaupten trauen. Diese Aussage stammt von Peter Rosenauer von"Resistance for Peace".

Interessant auch die Aussage der WHO nachdem es bei dieser Katastrophe „keine große Gesundheitsgefährdung“ gäbe, ganz im Gegenteil zur unglaublich gefährlichen Schweinegrippe, die man sofort zur Pandemie hochgestuft hatte.

Ein Schelm wer böses denkt?

"Verbrechen an der Menschheit"

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 10:26

Richtig! Und deshalb an alle, die immer noch glauben, mit herzigen Menschenketten der Dummheit trotzen zu können: Zieht Politiker und einschlägig Wissenschaft und Wirtschaft treibende in diesem Sinne zur Verantwortung! 8-)

Na, is doch ganz einfach

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 10:46
Gast schrieb:

Sehr gut, jahrelang habe ich gegen den Atommüll argumentiert, da war ich nicht alleine, aber der Gegner erwies sich als stärker. Die atomgeilen Parteien CSU, CDU und FDP konnten noch nie anders herum denken, der ökologische Weg der Energieerzeugung sagte ihnen nicht viel, sogar Teile der Gewerkschaften, wie IG Bau, IG Chemie und die IGBE mit ihrem schrecklichen Vorsitzenden Adolf Schmidt machten munter mit. Dann begann nach Tschernobyl langsam das Umdenken, erst die rot-grüne Bundesregierung setzte klare Ausstiegsziele. Jetzt stehen Merkel, Mappus, Seehofer, Oettinger und ihre Mitläufer da und sind ganz überrascht, dass so etwas passieren konnte. Wir hatten lange genug davor gewarnt, aber die Meinungsmacher bei der verlogenen Springerpresse (BILD) und bei Burda (Focus) hatten die Oberhand. Jetzt bin ich gespannt, wie sie sich da argumentativ herauswinden werden. Dürfte nicht einfach sein.

Gast schrieb:
no_photo_please schrieb:

In der realen Welt herrscht dagegen grenzenlose Arroganz von Macht und Kapital.

Der Meinung bin ich auch.
Auch wenn es etwas von Thema abweicht: Weltraumschrott, Ölkatastrophen, Reaktor schmelze...alles Szenarien die es ohne den Menschen nicht geben würde.
Ich bin kein Pessimist aber ich bin froh wenn meine Stunde geschlagen hat und ich mir diesen peinlichen und respektlosen Umgang mit unserem Planeten nicht mehr mit anschauen muss.

Jeder Tokioter, der die nächsten Wochen aufrecht stehend von einer Kamera erfaßt wird, ist immer noch ein lebender Beweis für die Harmlosigkeit radioaktiver Strahlung. Außerdem müssen Sie bei der Radioaktivität einfach mehr die 'Aktivität' betonen, um ihre segenreiche Wirkung zu erfahren ... 8-)
(sorry, aber nach 30 Jahren Anti-Atom-Engagement bin ich der Dummheit unserer verantwortungsfreien Polit- und Wirtschafts-Spitzen einfach nur noch sarkastisch zugeneigt)

Gast schrieb:

Bild von der Profi
Eingetragen von
der Profi
(Inventar)
am Dienstag, 15. März 2011 - 09:02
Gast schrieb:

Weltraumschrott, Ölkatastrophen, Reaktor schmelze...alles Szenarien die es ohne den Menschen nicht geben würde.

Wir haben unsere Mutter geschunden und gequält.
Wir haben noch an ihren Brüsten gesaugt, als sie selbst schon hungerte.
Wir wollten noch mehr, obwohl sie schon auf Pump lebte.
Wir haben nicht gesehen wie sie im Fiber lag.
Wir wollten getragen werden, als sie sich selbst kaum mehr aufrecht halten konnte.
Wir haben uns beklagt, als sie uns mit ihren Tränen überschwemmte.
Jetzt liegt sie im Sterben.
Sie zittert und schwankt.
Ihre Blauen Augen blicken ins Nichts.
Bald werden sie für immer erlöschen.
Ihr Herz holt zum letzten Schlag aus.

Zu spät um erwachsen zu werden.

Erkenntnis

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 09:50

Es scheint sich zu bestätigen, das sich der IQ umgekehrt proportional zum erlangten Reichtum verhält und die Arroganz proportional...

Mehr noch

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 10:21
Gast schrieb:

Es scheint sich zu bestätigen, das sich der IQ umgekehrt proportional zum erlangten Reichtum verhält und die Arroganz proportional...

Es verhält sich wie im Quadratgesetz der Strahlung: Verstand umgekehrt proportional zum Quadrat - und die Arroganz proportional zum Quadrat. 8-)

Nächstes Mal...

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 17:37

...bitte die AKWs mit einem Anti-Shake-System ausrüsten! *fg*

Die japanischen AKWs

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 21:36

verfügen tatsächlich über ein solches ...

Das Problem

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 10:48

sind nicht die erdbebensichere Bauweise, sondern die Platzierung der Notstromversorgung im Zugriff des Tsunamis. Der Tsunami hat die Notstromversorgung, die notwendig ist, den Prozess herunter zu fahren, sprich weiter zu kühlen, auch wenn der Kernspaltungsprozess selber abgeschaltet ist, zu gewährleisten. Ein Kardinalfehler, wie sich jetzt herausstellt. Dabei kommt das Wort aus Japan. Die hätten wissen müssen, dass die Folge eines Erdbebens auch ein Tsunami sein könnte. Und dass man deshalb eine Notstromversorgung so bauen muss, dass das auch einen heftigen Tsunami aushalten muss, mehr noch als das Reaktorgebäude selbst.

Und das ist das Problem: ein Siedewasserreaktor üblicher Bauart kann zwar gestoppt werden, aber deshalb ist er noch lange nicht "abgeschaltet". Im Gegenteil: die Prozesswärme, resultierend aus den nachfolgenden Zerfallsprozessen, fängt dann erst richtig an. Wer da keine Kühlung hat, riskiert die vollständige Überhitzung im Reaktor mit über 2.000 Grad. Das frisst sich im Falle des Falles durch alles. Aber nicht genug: nun sind wohl auch noch Überhitzungen durch fehlende Kühlung in den Brennstababklingbecken aufgetreten. Die angeblich so supersichere Technologie ist letztendlich an ganz banalen Dingen gescheitert, die auch durchaus vorhersehbar waren. Und das ist das eigentliche Problem mit dieser Form von Technologie. Die Risikobewertung mag mathematisch hochexakt sein, sie bildet aber ganz offensichtlich nicht die praktisch nachvollziebare Realität ab.

Hinterher ist man immer schaluer

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 12:44

Natürlich kann man sich jetzt zurücklehnen und sagen, war doch alles vorhersehbar, man hat nur gepennt entsprechende Gegenmaßnahmen vorzusehen.

Was uns nun wohl allen (wohl so langsam aber sicher auch der Französischen Regierung) dämmert, ist dass ein AKW keinen sogenannten "sicheren Zustand" besitzt. Dass ein AKW keinen Not-AUS-Schalter sondern einen Not-EIN-Schalter hat. Und wenn die Infrastruktur hinter diesem EIN-Schalter AUS-fällt, dass dann die KK am dampfen ist...

Und das ist ein prinzipielles Problem, was überall auf der Welt in JEDEM AKW auftreten kann...

Und zur Mathematik: Wie man schon bei Max Frisch im "Homo Faber" nachlesen kann, bedeutet extrem Unwahrscheinlich gleichzeitig möglich, aber eben nur nicht sehr wahrscheinlich/häufig. Wenn ich dann die Kommentare der Fachleute für Reaktorsicherheit lese, dass man diese Szenarien einfach ausgeblendet hat, weil sie nicht sonderlich wahrscheinlich sind, da frag ich mich echt...

Es geht nicht um

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 21:22

Wahrscheinlichkeiten, sondern schlicht darum, dass der Hammer immer aus einer Ecke geflogen kommt, die man am allerwenigsten vermutet hat. Und dann sieht der Hammer auch noch völlig anders aus, als man sich das so ausgedacht hat. Jeder, der in chaotischen Systemen Projektmanagement machen muss, kennt das Problem, genannt "Murphy": wenn es kommt, kommt es heftig, und wenn es heftig kommt, kommt es noch schlimmer. Meist sind es eine Kette von nicht direkt vorhersehbaren, unscheinbaren Ereignissen, die in der Kette der Abfolge ihre fatale Wirkung entfalten. Sozusagen die Mücke, die zum Elephanten mutiert. Und da gibt es dann die stockdämlichsten Sachen wie z. B. in Tschernobyl, wo ein Techniker einfach bei einem Testlauf . . .

Nein, es ist nicht so, dass da alles im Normalzustand nicht beherrschbar wäre - ganz klar. Nur, wenn es passiert, dann geht Murphy in die verschärfte Runde. Und das Ergebnis kann man nunmehr leicht ablesen.

Noch etwas zum Not-EIN-Schalter: AKWs in ihrer derzeitigen Form als Siedewasserreaktor hat eine unangenehme Eigenschaft, man kann den Kernspatprozess zwar unterbrechen, das heißt aber nicht, dass dann einfach Schluss ist. Im Gegenteil. Die Brennstäbe gehen dann zwar in einen anderen Prozess über, aber heizen kräftig weiter. Wer jetzt kein Kühlwasser an die Sache ran bringt, ist in einer extrem schlechten Position. Und das gilt für einen gespenstisch langen Zeitraum. Selbst die Abklingbecken müssen noch lange gekühlt werden, damit die Brennstäbe nicht überhitzen. Abschalten? Nein, geht nicht, die Dinger machen einfach weiter. Das kann man jetzt aus der Ferne besichtigen, wie das geht, wenn in Frankreich (für uns besonders fatal) oder auch hier in Deutschland ein Reaktor durchgeht. Und ja, es wird wieder ein gänzlich dummer Blödsinn, an den keiner geglaubt hat, sein.

Der Techniker hatte eben Pech.

Bild von fotoni
Eingetragen von
fotoni
(Inventar)
am Mittwoch, 16. März 2011 - 20:34
Gast schrieb:

...Tschernobyl, wo ein Techniker einfach bei einem Testlauf . . .

So wie das eben üblich ist, bei Testläufen oder Wartungsarbeiten. Die Sicherheitssysteme stören da meist, weil sie bei jeder Unregelmäßigkeit rummotzen. Also werden sie kurzerhand vorher abgeschaltet, bis die Arbeiten abgeschlossen sind. Ganz normaler Arbeitsalltag eben...

Und einer muß dann halt gegebenenfalls dafür herhalten.

Pech für die Atomenergie

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 16. März 2011 - 21:04

Die Menschen stören dabei ein bisschen - muss man sie halt ausschalten, die Menschen ... 8-)

War wohl deaktiviert…

Eingetragen von
odysseus
(Inventar)
am Dienstag, 15. März 2011 - 12:10

…und keiner hats gemerkt, weil die Menüführung der Kontrollsoftware dermassen verschachtelt und kompliziert ist.

Das wirkliche Problem ist

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 12:38

dass es keine absolute Sicherheit gibt - und deswegen Technologien der Vorzug zu geben ist, die den "menschlichen Faktor" möglichst tolerant auszugleichen vermögen.

Zur Entspannung

Bild von Plaubel
Eingetragen von
Plaubel
(Inventar)
am Montag, 14. März 2011 - 17:46

Das is ja besser

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 18:07

als so manches, was sich als deklarierte Fotokunst auf diese Seiten hier verirrt ... 8-)

...

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 20:51
Plaubel schrieb:

http://yowayowacamera.com/

Na, das ist ja mal was Nettes. :-) Und ein paar gute Ideen kann man auch entdecken. (Das Bahnhofsbild mit der Sonne gefällt mir sehr gut.)

MfG

Wissen ist Macht.

[Francis Bacon, 1561 - 1626]

Nikon

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 18:36

Die "14 Tage" bei Nikon sind möglicherweise ein Übersetzungsfehler, siehe Nachtrag hier: http://nikonrumors.com/2011/03/13/nikon-plant-in-sendai-virtually-imposs...

Die "14 Tage"

Bild von Christoph Jehle
Eingetragen von
Christoph Jehle
(Stammgast)
am Montag, 14. März 2011 - 21:59

stammen aus der japanisch-englischen Google-Übersetzung der Online-Meldung der japanischen Zeitung "The Asahi Shimbun" (http://www.asahi.com/special/10005/TKY201103130135.html) vom 13. März 2011. In der deutschen wie der französischen Version steht sinngemäß das Gleiche. Möglicherweise hat uns dabei die Übersetzung einen Streich gespielt.
In der Nikon-Meldung vom 14.März 2011 steht dann wörtlich: "We are suspending operations there and continuing to evaluate further details of the damage. We are unable to announce how soon the operation will resume due to the regional interruption of life-lines although endeavor for restoration are under the way by some of our maintenance personnel."

Und wenn...

Bild von Der Spanier. Viva.
Eingetragen von
Der Spanier. Viva.
(Inventar)
am Montag, 14. März 2011 - 22:36

Und wenn es jetzt noch zu einem radioaktiven Regen (fall out) kommt, dann wird die Sensorproduktion für lange Zeit erst einmal hinfällig sein. Sensoren können diese Art der Strahlung überhaupt nicht gut ab.

Hm, ist aber eigentlich egal, bei den Staubflecken auf den Sensoren fallen ein paar mehr auch nicht auf. Die Software wird es schon 'rausrechnen'.

Ich denke nur, dass viele Menschen unterschätzen, welchen Einfluss dieses Beben auf die Präzisions-Fertigung haben wird. Bei Toleranzen im µ-Bereich wird es lange dauern, bis alle Anlagen wieder 100% justiert sein werden.

Das Ereignis wird die globale Wirtschaft heftig beeinflussen.

Der Spanier. Viva!

...

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 22:50
Zitat:

Und wenn es jetzt noch zu einem radioaktiven Regen (fall out) kommt, dann wird die Sensorproduktion für lange Zeit erst einmal hinfällig sein. Sensoren können diese Art der Strahlung überhaupt nicht gut ab.

Hoffentlich bekommen die betroffenen Menschen von diesen grotesken Luxusproblemen nichts mit...

Fertigungen

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 07:24
Der Spanier. Viva. schrieb:

Und wenn es jetzt noch zu einem radioaktiven Regen (fall out) kommt, dann wird die Sensorproduktion für lange Zeit erst einmal hinfällig sein. Sensoren können diese Art der Strahlung überhaupt nicht gut ab.

Hm, ist aber eigentlich egal, bei den Staubflecken auf den Sensoren fallen ein paar mehr auch nicht auf. Die Software wird es schon 'rausrechnen'.

Ich denke nur, dass viele Menschen unterschätzen, welchen Einfluss dieses Beben auf die Präzisions-Fertigung haben wird. Bei Toleranzen im µ-Bereich wird es lange dauern, bis alle Anlagen wieder 100% justiert sein werden.

Das Ereignis wird die globale Wirtschaft heftig beeinflussen.

Der Spanier. Viva!

Dem einen sein Leid, ist de, anderen sein Freud! Die Chinesen können da leicht diese Lücke schliessen, zumal ja schon einige japanische Hersteller dort produzieren lassen!

Genau

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 12:42

Und die verstrahlten Atomtechniker werden dort sicher auch mit Handkuss genommen - bei deren Nachholbedarf in Sachen atomarer Dummheit ... 8-)

Geht's noch?

Eingetragen von
Gast
am Montag, 14. März 2011 - 23:26

Japan erlebte gerade ein Erdbeben und eine Flutwelle, die höchstwahrscheinlich Zehntausende Tote gefordert hat. Gleichzeitig droht dem Land die schlimmste Reaktorkatastrophe mit völlig ungewissen Folgen, die die Welt bislang gesehen hat. Und hier geht es um die minutiöse Abfrage, welcher bescheuerte Kamerahersteller nun wie stark betroffen ist? Pardon, nicht nur die Japaner haben nun wirklich andere Sorgen, als sich um ein paar möglicherweise beschädigte Fabriken für Luxusartikel Gedanken zu machen. An Kaltschnäuzigkeit von Seiten photoscalas und der postenden Teilnehmer ist dieser Thread kaum noch zu überbieten. Fehlt nur noch die Spekulation darüber, ob die Situation in Japan heute die Preise morgen nach oben treibt. Ich finde diesen Thread schlicht zum Kotzen.

Auch wenn's nur

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 07:38

ein Luxusthema zu sein scheint - mittel- bis langfristig hat das natürlich auch gravierende Auswirkungen auf Japans Politik und Wirtschaft, auf Handel und Export, also deren Hauptressourcen.

RE: Geht´s noch?

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 09:19

Sie habe völlig recht!
In Anbetracht der menschlichen Katastrophe ist es pervers und absurd zu diskutieren wann welche Kamera wieder produziert werden kann.
Allerdings geht es mir nach 16 Jahren in denen ich täglich Nikonprodukte benutze so, als wäre ein Freund von der Katastrophe betroffen und man fragt sich wie es ihm geht.

Nachrichtensperre

Eingetragen von
TinCan
(Stammgast)
am Dienstag, 15. März 2011 - 10:03

Photscala sollte es halten wie die japanische Regierung, die inzwischen ein faktisches Verbot für Aufnahmen vom Kraftwerkskomplex in Fukushima erlassen hat. Am Besten keine Informationen mehr über die weitere Entwicklung im Nordosten Japans, dann wird schon Alles gut gehen.

So zynisch

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 10:17

so bezeichnend. Folgt doch der Tanz um's goldene Atomkalb schlicht der ihm innewohnenden Regie, die da lautet: Verlogenheit um jeden Preis, von hinten bis vorn - von der, alle ökologischen und menschliche Belange außer Acht lassenden Urangewinnung; bis zur absoluten Rat- und Konzeptlosigkeit hinsichtlich der eigentlich notwendigen Entsorgung des Mülls. Störfälle gelten in diesem System allenfalls als lästig, vielleicht auch peinlich; keineswegs aber als dazu geeignet, diesen Höllentanz nicht noch auf unabsehbare Zeit weiterzutanzen. Und die Politik spielt den devoten Tanzpartner, der sich von dieser Brut der Öffentlichkeit zur Triebabfuhr vorführen läßt.

The show must go on.

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 10:40

Bei aller Trauer und Verstörung und Hoffen und Bangen -- und glaub mir, mir geht das mehr an die Nieren als den meisten hier, da ich selber dort gelebt habe. Und doch: Das Leben geht weiter. Grade in Japan. Wenn diese Nation etwas gelernt hat, dann ist es Trotz: Trotz gegenüber der Natur. Das Land hat gelernt, mit der (Natur-)Katastrophe zu leben. Wer kann sich denn heute noch an das Kobe-Erdbeben von 1995 erinnern? Als ich 1997 in Kobe war, war von dem großen Erdbeben nichts mehr zu sehen -- ausser einem kleinen Memorial. Und in 1-2 Jahren wird von dem Desaster jetzt auch nur noch ein Memorial und ein Eintrag in Wikipedia übrig sein. Das Leben geht weiter. Selbst im betroffenen Japan. Und nur weil da ein sehr großes Unglück mit vielleicht 10.000 Toten passiert ist (und vielleicht sogar noch größer wird), hören weltweit die Photographen nicht auf, Aufträge zu kriegen und Ausrüstung kaufen zu müssen. "The show must go on" wie man im Showbusiness sagt.

Verständlich

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 11:46
Gast schrieb:

Japan erlebte gerade ein Erdbeben und eine Flutwelle, die höchstwahrscheinlich Zehntausende Tote gefordert hat. Gleichzeitig droht dem Land die schlimmste Reaktorkatastrophe mit völlig ungewissen Folgen, die die Welt bislang gesehen hat. Und hier geht es um die minutiöse Abfrage, welcher bescheuerte Kamerahersteller nun wie stark betroffen ist? Pardon, nicht nur die Japaner haben nun wirklich andere Sorgen, als sich um ein paar möglicherweise beschädigte Fabriken für Luxusartikel Gedanken zu machen. An Kaltschnäuzigkeit von Seiten photoscalas und der postenden Teilnehmer ist dieser Thread kaum noch zu überbieten. Fehlt nur noch die Spekulation darüber, ob die Situation in Japan heute die Preise morgen nach oben treibt. Ich finde diesen Thread schlicht zum Kotzen.

Ich habe nichts gegen Ihre Meinung, ausser dass Sie doch bitte etwas differenzieren mögen.

Dieser Thread enthält schon einige gute und wichtige Anmerkungen, die besser hier geschrieben als irgendwo nur gedacht werden.

Dass photoscala als Einstieg für diesen Thread eine (situationsbezogen) banale Treppe findet, liegt daran, dass photoscala ein "Internationales Magazin für Photographie" ist und kein allgemeines Online-Nachrichtenmagazin. Oder?

MfG

________________________________________________________
Wissen ist Macht.

[Francis Bacon, 1561 - 1626]

Ja, es geht schon

Eingetragen von
odysseus
(Inventar)
am Dienstag, 15. März 2011 - 15:26

Japan hat sich seinen Platz an der Spitze der Volkswirtschaften ja auch nicht durch Barmherzigkeit erarbeitet, sondern durch aggressive Wirtschaftsspionage, schamloses Abkupfern westlicher Konsum- und Industriegüter, und dem Fluten des Weltmarkts mit zum Teil allerbilligsten Kopien. Das Meiste, was heute als japanische Innovation gefeiert wird, wurde einst in Forschungslabors amerikanischer und europäischer Universitäten ausgebrütet. Ein solches Statement in diesem Zusammenhang ist hart, ich weiss. Und natürlich trifft die Katastrophe wieder einmal die Falschen. Allerdings sollte man gewisse Dinge nicht ausser Acht lassen. In diesem Falle stolpert eine Nation grade über seinen eigenen Grössenwahn. Es lief doch bis anhin gut, und gerade in Japan war nur schon ein Hauch von kritischer Nachfrage stets verpönt.

Die asiatische

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 15:52

- ja, so sieht man es dort - Tugend des Kopierens dessen, was man achtet und als gut empfindet, ist wohl ebenso unleugbar, wie ein großes kreatives Potenzial, das sich aus einem hohen Maß an Neugierde und Disziplin speist.

HighTech Made in Japan

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 20:50

Kopiert haben die Schlitzaugen bis Mitte der Sechziger, dann lief es anders herum, alle wichtigen Innovationen im Foto- und HiFi-Bereich kamen von den japanischen Inseln. Nur einige Beispiele: Die ersten Fischaugenobjektive, die ersten brauchbaren Spiegelreflexkameras (und die auch noch mit auswechselbaren Suchern), die ersten Superweitwinkel, Zoom- und Shift-Objektive, schnelle Kameramotoren, außergewöhnlich gute Kameralinsen. Das brachte den Erfolg. Die deutschen Uraltkisten, technisch rückständig und wenig haltbar, blieben Ladenhüter. Ohne die Japaner würden wir noch Filme in stinkigen Dunkelkammern entwickeln. Hoffentlich bekrabbeln die sich wieder, da stehen noch einige Fototeile auf meiner Wunschliste.

Gast schrieb:

- ja, so sieht man es dort - Tugend des Kopierens dessen, was man achtet und als gut empfindet, ist wohl ebenso unleugbar, wie ein großes kreatives Potenzial, das sich aus einem hohen Maß an Neugierde und Disziplin speist.

Wie kam denn Deutschland zu seinen Fertigkeiten?

Bild von Shitop
Eingetragen von
Shitop
(Inventar)
am Donnerstag, 17. März 2011 - 16:26

Ganz einfach: durch kopieren der Industrieprodukte aus UK. Zur Strafe musste dann jedes Produkt aus Deutschland mit dem deutlichen Hinweis "Made in Germany" zeigen, dass es eben kein Originalprodukt ist. Die Tugenden des Kopierens sind aller Aufstieg Anfang.

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 17. März 2011 - 16:37

nicht des Kopierens wegen kam Germany zu seinem 'made in', sondern weil die Briten glaubten, damit "minderwertige" Deutschware kennzeichnen zu müssen. Ein Schuss aber, wie wir heute wissen, der nach hinten losging - und nicht nur, weil die Deutschen heute die besten Rolls' and Bentleys ever produzieren ... 8-)

Konkrete Hilfe ist jetzt wichtig

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 17. März 2011 - 09:28

Kotzen Sie sich ruhig aus, wenn Ihnen von anderen Dingen nicht schlecht wird, geht es ja noch? Das ist hier ein Foto-Forum. In den betroffenen Regionen, z. B. Sendai, stehen viele Produktionsstätten. Der Automobilhersteller Daihatsu hat durch die Flutwelle beispielsweise ein Werk weniger, der Profiausrüster Nikon besitzt in Sendai eine Produktionsstätte, in dem hochwertige Nikon-Kameras (D3, F6) hergestellt werden. Darüber hier zu berichten, ist absolut korrekt, vielen Dank dafür. Wir vom "Nikon-Club Deutschland e.V." werden beispielsweise bei unserer Fotobörse am 27. März in Gladbeck die Besucher vorab bitten, überflüssige Fotoartikel (z. B. analoge Kameras, Objektive, Zubehörteile, Zeitschriften, Bücher) mitzubringen, die wir dort anbieten. Der Erlös geht direkt an einen Zusammenschluß verschiedener Hilfsorganisationen, denn es fehlen Wasseraufbereitungsanlagen, Zelte, Decken und regelmäßige Mahlzeiten. Viele Japaner stehen vor dem Nichts und haben in vielen Familien den Haupternährer verloren. Dazu kommt noch die drohende radioaktive Verstrahlung durch die Atomkraftwerke. Über weitere Informationen hier bei photoscala sind wir sehr dankbar. Bei der Gelegenheit möchten wir noch erwähnen, dass wir gerne weiter mit Nikon-Kameras fotografieren möchten, wir sehen keine anderen Alternativen.

Gast schrieb:

Japan erlebte gerade ein Erdbeben und eine Flutwelle, die höchstwahrscheinlich Zehntausende Tote gefordert hat. Gleichzeitig droht dem Land die schlimmste Reaktorkatastrophe mit völlig ungewissen Folgen, die die Welt bislang gesehen hat. Und hier geht es um die minutiöse Abfrage, welcher bescheuerte Kamerahersteller nun wie stark betroffen ist? Pardon, nicht nur die Japaner haben nun wirklich andere Sorgen, als sich um ein paar möglicherweise beschädigte Fabriken für Luxusartikel Gedanken zu machen. An Kaltschnäuzigkeit von Seiten photoscalas und der postenden Teilnehmer ist dieser Thread kaum noch zu überbieten. Fehlt nur noch die Spekulation darüber, ob die Situation in Japan heute die Preise morgen nach oben treibt. Ich finde diesen Thread schlicht zum Kotzen.

Hier gibt's was zu tun

Bild von Rumpelstilzken
Eingetragen von
Rumpelstilzken
(Ehrengast)
am Dienstag, 15. März 2011 - 01:22

Mit dieser Art

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 06:43

von "Kettenreaktion" würd' ich mich nicht mehr aufhalten wollen.
Plädiere für einen internationalen Strafgerichtshof gegen die Proponenten der Atomenergie: Anklage wegen Verbrechens gegen die Menschheit.

Etwas differenzierter und emotional unvoreingenommener bitte!

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 20:32
Gast schrieb:

Plädiere für einen internationalen Strafgerichtshof gegen die Proponenten der Atomenergie: Anklage wegen Verbrechens gegen die Menschheit.

Warum nicht gleich den Scheiterhaufen wieder einführen!?! *kopfschüttel* Man wird auch nach den Ereignissen in Japan die Atomkraft befürworten dürfen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen und von irgendwelchen hysterisch-radikalen Atomkraftgegnern gelyncht werden zu wollen. Denn das Problem ist nicht die Atomkraft an sich, sondern der grob fahrlässige Umgang der Energiekonzerne mit dem Thema. Es gibt durchaus neuere Generationen von Atomkraftwerken oder zumindest entsprechende Konzepte, bei denen so eine Katastrophe wie in Japan nicht geschehen könnte (z.B. Laufwellen-Reaktor, Hyperion-Miniaturreaktoren, Thorium-Reaktoren, EPR-Reaktoren der jüngsten Bauart) und das Thema Kernfusion ist auch noch nicht abgehakt. Die Forschung auf dem Gebiet der Kernenergie muss also unbedingt weiter gehen; nur weil die Energiekonzerne AKWs mit veralteter/maroder Technik trotz der bekannten Risiken weiter betrieben haben, bedeutet das noch lange nicht, dass Atomenergie per se schlecht ist...!

Richtig.

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 22:54
Gast schrieb:

Denn das Problem ist nicht die Atomkraft an sich, sondern der grob fahrlässige Umgang der Energiekonzerne mit dem Thema.

Allein: Das Problem ist, dass es aus systemischen/physikalischen Gründen keinen nicht-fahrlässigen Umgang gibt. Bei den AKWs kann man nun mal nicht den Stecker ziehen und dann ist Ruhe. Im Gegenteil: Dann geht's erst richtig los... "Die Dinger machen einfach weiter", wie jemand hier geschrieben hat und wie wir im Moment gewissermaßen in Zeitlupe in Japan beobachten können. Es ist immer eine unglückliche Verkettung von unvorhergesehenen Ereignissen. Auch die Titanic galt als unsinkbar. Sie wäre auch nicht gesunken, wäre der Schlitz des Eisbergs nur ein paar Zentimeter kürzer gewesen oder hätte sie nicht versucht auszuweichen....

Das ist mittlerweile selbst Herrn Sarkozy klargeworden... Heute morgen noch befand er es nicht für nötig, an einer Krisensitzung teilzunehmen (eine Wahlkampfveranstaltung war wichtiger) -- und wenn der Präsident nicht bei einer Krisensitzung beiwohnt, ist logischerweise auch keine Krise und Ende der Diskussion.

Heute abend klingt er dagegen ziemlich kleinlaut, redet von "Sicherheit hat Vorrang" und von "Überprüfung" -- genau wie "Mutti"...

Wenn das,

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 16. März 2011 - 05:19

was gerade in Japan passiert, eine amerikanische Großstadt beträfe, dann wäre ein internationaler Strafgerichtshof noch die geringste Sorge der Atomenergie-Betreiber - weil dann ging's tatsächlich an deren Eingemachtes: Die Lizenz zum Gelddrucken und die Grundlagen der Atomwaffenarsenale (Frankreichs wohl begründetste "Sorge" hinsichtlich deren Atomprogramm) stünden schlagartig zur Disposition.
Und egal, welch epochale Konzepte noch in den Arsenalen der Atomwirtschaft schlummern mögen: Dass es sich dabei schlicht um eine dumme Technologie handelt - in dem Sinn, dass wir es (auch) hier mit endlichen Resssourcen und einem Rattenschwanz an damit verbundenen Problemen zu tun haben - sollte inzwischen auch den verbohrtesten Zeitgenossen zumindest dämmern.

Wieviele

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 16. März 2011 - 06:09

Hundert Atomkraftwerke leisten wir uns weltweit dafür, um gerade mal 7% des Ergiebedarfs der industrialisierten Welt zu decken (was sich aus der Rechnung ergibt, dass Atomenergie durchschnittlich etwa ein Drittel dieses Strombedarfs deckt, dieser aber nur 20% des Gesamtenergiebedarfs ausmacht)?
Wenn Sie über diesen Status quo hinaus denken, dann erkennen Sie schnell, dass sich das mit der Atomenergie - auch angesichts schwindender Ressourcen - hinten und vorn nicht ausgehen kann! 8-)

In der Tat,

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 16. März 2011 - 07:51

ist es so, dass die Kernenergieforschung schon deshalb nicht enden kann, weil es auf Dauer gilt, mit den Altlasten der Atomindustrie über mindestens eine Generation von Menschen fertig zu werden. Ansonsten kann man eigentlich nur sagen, dass Laufwellenreaktoren bis jetzt das Denkstadium noch nicht überschritten haben. Hyperions zwar schon ein alter Hut sind (Atomeisbrecher), die am gleichen Symtom leiden, wie alle uranbefeuerten Reaktoren, wohin mit dem Müll? EPRs sind eigentlich nichts weiter als verbesserte Siedewasserreaktoren.

Einzig das Thema Thoriumreaktoren gibt etwas her. Und zwar in Form der Thorium-Flüssigsalz Konfiguration. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, werden in Indien derzeit die ersten Anlagen gebaut.

Der unschätzbare Vorteil des Reaktortyps: man kann ihn sofort abschalten, ohne dass es zu Prozessnachwärme kommt, wie das bei allen anderen Reaktoren sonst der Fall ist und genau diese Probleme produziert, wie das jetzt in Fukushima der Fall ist. Darüber hinaus ist Thorium weit ungefährlicher, als Uran im gesamten Prozessbetrieb.

Was es nicht so alles gibt

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 16. März 2011 - 08:31

oder: Warum nix darüber geht, wirklich gut informiert zu sein ... 8-)

http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ress...

Ja,

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 16. März 2011 - 13:58

das ist so. Bei der Beschreibung der Thoriumreaktoren ist zwar das bestechendste Argument das, dass Thorium insgesamt nicht so gefährlich ist, wie Uran. Aber im Endeffekt handelt es sich egal wie, um eine gefährliche Technologie, die in der Endkonsequenz unverantwortlich ist und die der Menschheit auf unabsehbare Zeit Lasten aufbürdet, die kaum zu tragen sind. Und, das muss man immer im Auge behalten, eigentlich maximal überflüssig ist.

Allein die Stromeinsparung durch "intelligente" elektrotechnische Maßnahmen (nicht Verzicht), erledigt das Thema mehrfach.

Man fühlt sich sehr hilflos

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 10:07

Vor der Katastrophe in Japan hatte ich sehnsüchtig auf das Nachfolgemodell der Nikon D700 gewartet. Jetzt ist dieser Wünsch für mich in weite Ferne gerückt und ich hoffe nur für Japan und die leitgeprüften Menschen das diese Katastrophe nicht noch schlimmer wird und sich all diese Horror-Szenarien nicht eintreten werden. Man fühlt sich sehr hilflos.

Leider wird es

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 14:13

Leider wird es wahrscheinlich mit dem Nachfolgemodell der D3s auch so schnell nichts werden. Aber damit kann ich leben.

Reicht noch lange aus...

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 14:49

Wieso Nachfolgemodell? Die Nikon D700 ist doch eine Topkamera! Die reicht mir noch für die nächsten fünf Jahre: Zuverlässig, sehr schnell bei Autofokus und Serienbelichtung, gut durchdacht und bringt auch wegen des Vollformats allerbeste Bildergebnisse.

Gast schrieb:

Vor der Katastrophe in Japan hatte ich sehnsüchtig auf das Nachfolgemodell der Nikon D700 gewartet. Jetzt ist dieser Wünsch für mich in weite Ferne gerückt und ich hoffe nur für Japan und die leitgeprüften Menschen das diese Katastrophe nicht noch schlimmer wird und sich all diese Horror-Szenarien nicht eintreten werden. Man fühlt sich sehr hilflos.

Das nächste Beben

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 14:12

Banges Warten auf "The Big One"
Alle wissen, es wird mit Sicherheit kommen aber keiner weiß wann.
..."schätzen Geologen die Wahrscheinlichkeit eines "sehr zerstörerischen Erdbebens" mit einer Stärke von mehr als 6.7 bis zum Jahr 2032 inzwischen auf 62 Prozent. Für Südkalifornien erhöht sich diese Wahrscheinlichkeit auf 99,7 Prozent."
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,750946,00.html
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Atlantis reloaded

Eingetragen von
DingDongDilli
(Ehrengast)
am Dienstag, 15. März 2011 - 14:33

Eine hoch entwickelte Zivilisation, die auf einer Insel lebt und an den Folgen ihres Hochmuts und/oder einer größeren Naturkatastrophe untergeht... kommt einem das nicht bekannt vor!?!

Nein, darf denn das wahr sein!

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 15:57

Ein mal mit DDD einig sein. - Aber ja, an Atlantis musst' ich auch schon unwillkürlich denken ... 8-)

Das Leid ist unermesslich

Bild von Hififan
Eingetragen von
Hififan
(Inventar)
am Dienstag, 15. März 2011 - 21:36

aber die Japser sind dabei die halbe Erdkugel zu kontaminieren! Ihre Industrie, egal welche hat ausgedient! Sie werden ganz allein dastehen. Der Super-Super-Super Gau kommt. Wer das nicht wahr haben will ist taub und blind! Dann wird Japan nur noch Schrott wert sein und keiner möchte Produkte Made in Japan, Hergestellt in Japan kaufen! Was sich dort anbahnt und deren Informationspolitik ist das was wir uns nicht vorstellen möchten! Es ist eine Apokalypse mit Ausmaßen die wir uns nicht vorstellen können! Da ist die Fotoindustrie das kleinste Übel!!!

Lieber Hififan

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 21:48

Atomenergie ist schmutzig, Atomwirtschaft ist dreckig, und Atompolitik ist verantwortungslos. Atomare Panikmache aber auch.

Im Gegenteil!!!

Bild von Hififan
Eingetragen von
Hififan
(Inventar)
am Mittwoch, 16. März 2011 - 07:30
Gast schrieb:

Atomare Panikmache aber auch.

Leider wird der Industrie der Strom "geschenkt" so das dort kaum einer Interesse an Energieeffizienten Technologien hat! Daher brauchen wir AKW! Aber was im Moment Japan angeht ist meine Einschätzung genau richtig! Da werden noch Millionen Augen Pippi machen! Und nicht nur in Japan!!!

Von geschenkt

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 16. März 2011 - 07:44

kann bei der Atomenergie keine Rede sein. Die wurde und wird von uns allen, auch von Industrie und Wirtschaft, teuer bezahlt; dadurch, dass unsere Steuerleistungen als massive Subventionen der Atomindustrie nachgeschmissen werden. Und wozu der ganze Scheiss? Um den Militärs die Option auf die Bombe zu eröffnen; diese pervertierte Form des potenziellen Massenmords kostenmäßig zu "demokratisieren". Weswegen ich auch das Ansinnen bekräftige, die Proponenten der Atomenergie (damit eben auch der Atomwaffen) als Verbrecher gegen die Menschheit dingfest zu machen (auch wenn ich mich realpolitisch keinen Illusionen hingebe).

Bei einem teilweisen Preisunterschied

Bild von Hififan
Eingetragen von
Hififan
(Inventar)
am Mittwoch, 16. März 2011 - 09:38

von -80% zum Privatverbraucher nenne ich das schon ein Geschenk!

Das betrifft aber

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 16. März 2011 - 10:00

die Energiebereitstellung generell - und würde bei einem gleichrangigen Zugang wohl auch nachhaltigere (gemeint, positive) Auswirkungen auf unsere Wirtschafts- und Industriestrukturen zeugen.
Dass dahinter natürlich auch die leichtere Vermarktbarkeit (sprich, Verschwendung) der in Wirklichkeit gar nicht billigen Atomenergie steht, das gehört zum System.

Panikmache

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 20. März 2011 - 12:28
Gast schrieb:

Atomenergie ist schmutzig, Atomwirtschaft ist dreckig, und Atompolitik ist verantwortungslos. Atomare Panikmache aber auch.

Das hier ist Panikmache erster Güte:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,751948,00.html
Um es mit einfachen Worten auszudrücken: "Wenn ihr keine Atomenergie wollt, gehen bei euch die Lichter aus".

Norwegen bietet uns sauberen Strom aus Wasserkraft an und auch Erdgas. Es fehlt nur ein "wenig" Leitung durch den Skagerak.
Aber bei unseren Politikern hat ja wohl der Schutz von vorhandenen Privilegien und Atomstrom Vorrang.
------------------

Und?!

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 20. März 2011 - 13:05

Mein Chocolatier erklärt mir auch immer wieder, wie gesundheitschädlich Schokolade aus dem Supermarkt sei.

Warum soll der Herr Theyssen das also anders machen?

"aber die Japser sind dabei die halbe Erdkugel zu kontaminieren"

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 20. März 2011 - 15:14

DAS ist - auch, und in dieser Form nicht nötige - Panikmache. Und es ist auch leider keineswegs dazu geeignet, Atomenergie als das zu entlarven, was sie zweifellos ist: Grenzenlos dumm und einer vernünftigen Energiebereitstellung in jeder Hinsicht abträglich.

liege ich richtig

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 15. März 2011 - 21:41

mit meiner Vermutung das die Preise für Kameras etc. aufgrund der Katastrophe auf dem Deutschen Markt steigen könnten?

eher umgekehrt....

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 17. März 2011 - 10:58

der Markt ist ohnehin gesättigt, wer kauft schon einen Apparat, bei dem man nicht weiß, ob Zubehör wieder mittelfristig lieferbar sein wird oder der Hersteller Garantiensprüche erfüllen kann...
Die Preise werden eher erstmal fallen...

Gast schrieb:

mit meiner Vermutung das die Preise für Kameras etc. aufgrund der Katastrophe auf dem Deutschen Markt steigen könnten?

Ach ja?

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 17. März 2011 - 13:11

Und was machen wir dann?
Kaufen wir "Deutsche Leicas" mit Japanischem Innenleben?
Oder gehen wir zu den Koreanern oder Chinesen (am besten mit Deutschem Päpperl drauf)?
Oder gar den Russen?

Natürlich kaufen wir Leicas

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 17. März 2011 - 22:53

Jetzt erst recht! Kodak kann ja liefern, oder? 8-)

nicht nur...

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 18. März 2011 - 10:51

die Fotoindustrie Japans hat es getroffen. Seit dem Erdbeben kommt auch niemand mehr in unser Autohaus (Toyota, Suzuki, Daihatsu)... Preisnachlässe werden in den nächsten Wochen kommen.

Gast schrieb:

der Markt ist ohnehin gesättigt, wer kauft schon einen Apparat, bei dem man nicht weiß, ob Zubehör wieder mittelfristig lieferbar sein wird oder der Hersteller Garantiensprüche erfüllen kann...
Die Preise werden eher erstmal fallen...

Gast schrieb:

mit meiner Vermutung das die Preise für Kameras etc. aufgrund der Katastrophe auf dem Deutschen Markt steigen könnten?

Ein 100%iges Luxusproblem

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 19. März 2011 - 10:54

das so nicht existiert.

Die japanische Industrie ist nach wie vor absolut intakt und darüber hinaus flexibel. Es wird keine 2 Wochen dauern, dann laufen alle Produktionsanlagen, soweit überhaupt in Japan angesiedelt, wieder auf Normal. Lediglich die Provinz Sendai, die doch einige Produktionsanlagen angesiedelt hat, wird u. U. etwas länger brauchen. Eine große Unbekannte ist allerdings der zu erwartende Super-GAU, der einige Rechnungen offen lässt. Wobei die vorsichtige Hoffnung besteht, dass Japan in dieser Sache noch mal glimpflich davon kommen könnte. Bei einer weitläufigen Verstrahlung eines ganzen Teils der Insel sieht das allerdings dann schon anders aus. Aber, abwarten . . .

Ich jedenfalls wünsche den japanischen Menschen das Beste.

Lieber Gast

Bild von Shitop
Eingetragen von
Shitop
(Inventar)
am Donnerstag, 17. März 2011 - 16:47

die Lage ist ernst genug. Bitte verschonen Sie uns mit der durchgeknallten HAARP-Verschwörung. Das Problem in Fukushima war und ist nicht das Erdbeben und auch nicht der Tsunami. Das Problem besteht darin, dass die Prozesse in einem Kernkraftwerk aktiv gestoppt werden müssen. Wenn die Energie fehlt um "auf die Bremse zu treten", weil die Infrastruktur zerstört ist oder nicht mehr zuverlässig funktioniert, beginnt das Desaster. HAARP hat mit dieser Problematik nicht, aber auch gar nichts zu tun!

Auch wenn man nicht an HAARP glaubt

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 17. März 2011 - 17:24

Die Ursache des GAUs waren halt Erdbeben und Tsunami. Und natürlich, allein für sich, wären das auch schon Probleme genug.

Sie verwechseln Ursache und Anlass

Eingetragen von
TinCan
(Stammgast)
am Samstag, 19. März 2011 - 12:39

Der Anlass für die Probleme in Fukushima war die Notabschaltung der KKWs in Japan. Die verkehrsgünstige Anordnung der Notstromdiesel am Hafen, anstatt auf der Anhöhe hinter den Reaktorblöcken, zählt zu den Gründen, warum die Stromversorgung ausgefallen ist.
Die Ursache liegt im enormen Strombedarf, den ein abgeschaltetes KKW zur Kühlung der Brennstäbe benötigt. Acht Stunden Batterielaufzeit war zuwenig, wenn man nicht in der Lage war, die Zeit für die Bereitstellung einer neuen Stromversorgung zu nutzen.
Ein Blitzschlag könnte in einem deutschen KKW eine vergleichbare Problemkette auslösen.

Und der Grund für die Notabschaltung war

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 19. März 2011 - 12:52

...

Aber das wir es bei der Atomenergie jedenfalls mit einer dummen ("die dümmste Art, Wasser zum Kochen zu bringen") und systemisch unverantwortlichen Technologie zu tun haben, die darüber hinaus wesentlich dazu geeignet ist, die negativsten Eigenschaften (wie Lüge, Korruption und Gemeingefährdung bis hin zum Massenmord) aus den Menschen herauszuholen, darüber brauchen wir nicht streiten.

Ziemlich exakt ausgedrückt:

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 20. März 2011 - 11:45
Zitat:

"die dümmste Art, Wasser zum Kochen zu bringen"

Und vor allem mit der lästigen Eigenschaft geschlagen, dass man den Wasserkocher nicht einfach abschalten kann, wie das die Atomindustrie den Leuten immer weiß machen will. Ganz das Gegenteil: um die Brennstäbe wieder halbwegs in einen handlebaren Zustand zu bringen, müssen die sehr lange gekühlt gelagert werden. Einfach abschalten geht nicht. Das bedeutet nur, dass die eigentliche, kontrollierte Kernspaltprozess gestoppt wird. Die Nachprozesswärme ist das eigentliche Problem. Fehlt hier aus irgendeinem Grund die Kühlung, wirds eng. Bis heute weiß niemand genau, soweit ich das verstanden habe, was dann bei weiterer Erwärmung bis auf 2.000 Grad effektiv abläuft. Im Anfangsstadium wird auf jeden Fall das Kühlwasser verdampft, dadurch entsteht Knallgas, sprich Wasserstoff, der in Berührung mit Luft, explodiert. Das ist in Fukushima passiert und hat die äußere Reaktorhülle abgesprengt. Diese Sache ist aber nötig, weil sonst der Druck im Reaktordruckgehäuse explodieren würde. Und hier sind wir wieder bei den unangenehmen Seiten des KKWs: es ist im Grunde ein relativ primitives Gerät zur Wassererhitzung mit angeschlossenem, dampfgetriebenem Dynamo. Und da sind wir wieder bei der Technologie des 19ten Jahrhunderts.

Haarp ...

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 20. März 2011 - 12:38

... ist auf dem gleichen Mist gewachsen wie die Chemtrails. Eine Ausgeburt kranker Gehirne.

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Wann geht's denn hier endlich weiter?

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 31. März 2011 - 20:42

Das Leben geht weiter, trotz der schrecklichen Ereignisse vor Ort. Und doch: Das Leben geht weiter. Fuji meldete vorgestern zum Beispiel, dass die Produktion der X100 wieder angelaufen ist...

http://dpreview.com/news/1103/11032803fujifilmx100shipment.asp