Die Fotografie soll registrieren, sie soll uns Dokumente der Anschauung liefern.

— Henri Matisse

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Brachlandschaften

Foto Lewis Baltz, San Francisco, 1972, aus der Serie „The Prototype Works“Mit scharfem Blick sezieren Lewis Baltz’ Arbeiten die desaströsen Auswirkungen der technologisierten Gesellschaft des 20. Jahrhunderts und eine massiv anwachsende Konsumgesellschaft:

 
 
 
 
 

Foto Lewis Baltz, Santa Cruz (B), 1970, aus der Serie „The Prototype Works“<br />

Lewis Baltz, Santa Cruz (B), 1970
Aus der Serie „The Prototype Works“
Albertina, Wien - Erworben mit Unterstützung der Kunstsektion des Bundes (Galerienförderung)

 
Presseinformation der Albertina:

LEWIS BALTZ

Lewis Baltz zählt zu den wichtigsten und einflussreichsten Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Menschleere und oftmals verwüstete Peripherien kennzeichnen die Landschaftsfotografien des heute in Paris lebenden US-Amerikaners. Mit bis dato nicht darstellungswürdigen Sujets, wie Industriegebäuden, Vorstadtsiedlungen und Brachlandschaften revolutionierte er die künstlerische Fotografie in den 1970er-Jahren.

Die Albertina widmet dem 1945 in Newport Beach, Kalifornien, geboren Künstler eine rund 400 Fotos umfassende Ausstellung. Darin vertreten sind unter anderem die berühmten, seriell konzipierten Arbeiten The Tract Houses (1971) oder The New Industrial Parks Near Irvine (1973–75), durch die Baltz das Genre der Landschaftsfotografie grundlegend erneuerte.

Mit scharfem Blick sezieren Baltz’ Arbeiten die desaströsen Auswirkungen der technologisierten Gesellschaft des 20. Jahrhunderts und eine massiv anwachsende Konsumgesellschaft abseits jeglicher Klischees von Erhabenheit. Fotos von trostlosen Wastelands lassen keinen Zweifel daran, dass der Künstler sein Umfeld pessimistisch und kritisch betrachtet. Trotz des politischen Tenors wäre es jedoch viel zu kurz gegriffen, Baltz nur als Landschaftsfotografen mit sozialkritischen Ambitionen zu verstehen, denn er versteht es, seine Arbeiten kontinuierlich zwischen verschiedensten Inhalten und Themen changieren zu lassen. So erweist sich nicht nur die Wahl seiner Motive, sondern auch die stets äußerst vielschichtig angewandte Bildsprache als innovativ: In formal strengen Fotos, wie sie beispielsweise die Serie „The Prototype Works“ (1967–76) zeigt, verfremdet der Künstler architektonische Motive zu beinahe abstrakten Formen und Flächen. Die äußerst präzise Formensprache, in der Baltz auf die Materialität und die Oberflächenstrukturen der dargestellten Objekte fokussiert, veranschaulicht den Einfluss der Minimal Art auf seine Arbeit. Anspielungen auf weitere Kunstströmungen wie Concept- und Land-Art charakterisieren Baltz’ Fotos als zitatenreiches Verweisspiel, das in dieser Ausstellung erforscht werden soll.
 

Foto Lewis Baltz, East Palo Alto, 1972, aus der Serie „The Prototype Works“

Lewis Baltz, East Palo Alto, 1972
Aus der Serie „The Prototype Works“
Albertina, Wien - Erworben mit Unterstützung der Kunstsektion des Bundes (Galerienförderung)
 
 
Foto Lewis Baltz, San Francisco, 1972, aus der Serie „The Prototype Works“

Lewis Baltz, San Francisco, 1972
Aus der Serie „The Prototype Works“
© Lewis Baltz, Courtesy Galerie Thomas Zander, Köln
 
 
Foto Lewis Baltz, Southeast Corner, Semicoa, 333 McCormick, Costa Mesa, 1974

Lewis Baltz, Southeast Corner, Semicoa, 333 McCormick, Costa Mesa, 1974
Aus der Serie „The New Industrial Parks Near Irvine, California“
Albertina, Wien
 
 
Foto Lewis Baltz, Jamboree Road between Beckman and Richter Avenues, Looking Northwest, 1974

Lewis Baltz, Jamboree Road between Beckman and Richter Avenues, Looking Northwest, 1974
Aus der Serie „The New Industrial Parks Near Irvine, California“
Albertina, Wien

 
In der Schau werden herausragende Arbeiten von Lewis Baltz präsentiert, unter denen sich neben den bereits genannten Werken auch Serien wie „Candlestick Point“ (1987-89) und die farbige Arbeit „Sites of Technology“ (1989–91) befinden. Mit den beiden Serien „The New Industrial Parks Near Irvine“ und „The Prototype Works“ können darüber hinaus auch hervorragende Fotografien aus den Beständen der Albertina vorgestellt werden. Weitere exzellente Arbeiten von KünstlerInnen wie Robert Smithson, Ed Ruscha, Bernd & Hilla Becher und Donald Judd verdeutlichen künstlerische Einflüsse, die sich für Lewis Baltz Werk als essentiell erweisen. Anhand dieser Kontextualisierung wird einerseits das Werk von Lewis Baltz in seiner Komplexität vorgestellt und andererseits einer der wichtigsten Fotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts adäquat gewürdigt.
 
 
Ausstellung:
Lewis Baltz
1. März bis 2. Juni 2013

Albertina
Albertinaplatz 1
1010 Wien

Katalog:
Lewis Baltz
Gemeinsame Publikation von Albertina, Wien und kestnergesellschaft, Hannover
Autoren: Susanne Figner, Jeff Rian, Walter Moser und Stefan Gronert Vorwort: Klaus Albrecht Schröder und Veit Görner
Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, Dt./Engl.: 38 Euro
 

Foto Lewis Baltz, Anechoic chamber, France Télécom Laboratories, Lannion, 1989-91

Lewis Baltz, Anechoic chamber, France Télécom Laboratories, Lannion, 1989-91
Aus der Serie „89/91 Sites of Technology“
C-Print, Diasec Edition 10, 108 x 144 cm; Illustr. in 89-91 Sites of Technology, #40
© Lewis Baltz. Courtesy Galerie Thomas Zander, Cologne

 
(thoMas)
 

Wahnsinnsbilder !!!

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 01. März 2013 - 17:24

Unglaubliche fotografische Leistung. Die hauen mich glatt vom Hocker.

Ist da was schief gegangen?

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 02. März 2013 - 17:23

Die stürzenden Lininen stürzen in die "falsche" Richtung....

Ja, in der Tat

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 03. März 2013 - 13:15
Gast schrieb:

Die stürzenden Lininen stürzen in die "falsche" Richtung....

da ist was schief gegangen ...

Naja, mich hinterlässt das eher

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 02. März 2013 - 17:47

ratlos. Ich weiß zwar, dass das in die Zeit der Dokumentationsfotografie, die sich der Beschreibung von gesellschaftlichen Bezügen verschrieben hat, fällt. Aber trotzdem muss man schon feststellen, dass diese Art der Fotografie gottseidank schön langsam abklingt. Soviel unprätentiöse Präsetation muss nicht unbedingt sein.

Anhand der Liste von Aufkäufern kann man allerdings schon sehen, dass es eine Menge an professionelle Ankäufern für diverse Sammlungen gibt, die das Oevre zu schätzen wissen.

Investitionen

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 03. März 2013 - 13:23

ins Zeitlose erscheinen mir sinnfälliger, als Derivate aufs Zeitgeistige zu zeichnen ...

nun ja andere Fotos haben

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 03. März 2013 - 22:40

nun ja andere Fotos haben mir schon mehr Freude gemacht. Man kann soetwas fotografieren,aber es ist schön wenn dann ein photografischer Reiz dazu kommt.
Licht und Schatten,schöne Grautöne - so ist es ein wenig dünn

Auf nach Wien

Eingetragen von
Gast
am Montag, 04. März 2013 - 11:48

Auf nach Wien