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Beate Gütschows Irritationen
In Salzburg sind derzeit und noch bis September 2010 fotografische Arbeiten von Beate Gütschow aus den beiden Serien „S“ (Stadtbilder) und „I“ (Inszenierte Innenräume) zu sehen:
Informationen zur Ausstellung vom Fotohof:
Beate Gütschow I/S
Beate Gütschow zeigt in ihrer ersten Einzelausstellung in Österreich fotografische Arbeiten aus den beiden Serien „S“ (Stadtbilder) und „I“ (Inszenierte Innenräume).
Die Künstlerin hat sich schon sehr früh mit den Strategien der digitalen Bildkonstruktion beschäftigt (beginnend 1999 mit ihrer an der Malerei orientierten Landschaftsserie „L“), um so eine kontinuierliche Fragestellung zwischen medialer Wirklichkeit und fotografischer Ikonographie abzuhandeln.
Ihre an die Utopie der Moderne angelehnten Stadträume bestehen aus bis zu hundert digital zusammengefügten Einzelteilen, generiert aus dem umfangreichen, analogen Bildarchiv der Künstlerin. Diese schwarz/weißen Großformate erinnern, wenn auch befremdlich, an die Tradition der Dokumentarfotografie.
Beate Gütschow, I#2, 2009, Light box, 91 x 66 cm, © Beate Gütschow, VG Bild-Kunst, Bonn 2010
In ihrer neuesten Arbeit „I“ setzt sich Gütschow kritisch und spielerisch mit der Bildkultur der Werbefotografie auseinander, indem sie profane Gegenstände - eine Autobatterie, einen Gesundheitsstuhl, ein Overhead Projektor - in ihrem Studio zu einem surreal anmutenden Szenario arrangiert, die in pretiösen Leuchtkästen eine ästhetische Überhöhung finden.
Bei ihren neuen Arbeiten geht es Beate Gütschow um die Bedeutung, die den Dingen durch ihre Handhabung im Bild zuteil wird: Sie sind merkwürdig ins Licht gerückt und werden durch die Inszenierung Träger von disparaten Assoziationen, die man – für sich genommen betrachtet – nicht auf den ersten Blick mit ihnen in Verbindung bringen würde. Die Inszenierung selbst ist in einigen Bildern deutlich sichtbar: So entpuppt sich ein schwarzer Hintergrund als eine gemalte Fläche, oberhalb derer ein Stück nackte weisse (Studio-) Wand zu sehen ist. Ebenso werden mit einem bestimmten Lebensgefühl und Zeitgeist ehemals in Verbindung stehende Gegenstände, die eben noch als Design-Ikonen und Identifikationsobjekte einer ganzen Generation galten, plötzlich als profane Gegenstände sichtbar. Während in der Food-Photography oft Attrappen von Lebensmitteln statt echtem Essen fotografiert werden, die die vermeintlichen Speisen auf dem Foto noch realistischer aussehen lassen sollen als das tatsächliche Vorbild der verzehrbaren Ware, verhält es sich mit den Arbeiten von Beate Gütschow genau andersherum: Das, was authentisch ist, (und übrigens auch Gebrauchsspuren aufweist), wird so sehr fotografisch präpariert, dass es nun merkwürdig künstlich wirkt.
- Friederike Schönhuth -
Beate Gütschow, I#5, 2009, Light box, 91 x 66 cm, © Beate Gütschow, VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Biografie:
Beate Gütschow, * 1970 in Mainz
1993 - 2000 Hochschule für bildende Künste, Hamburg
1997 Statens Kunstakademi Oslo
Lebt und arbeitet in Berlin.
Einzelausstellungen (Auswahl):
2010: Produzentengalerie, Hamburg; Katz Contemporary, Zürich
2009: Kunsthalle im Lipsiusbau, Dresden; Sonnabend Gallery, New York
2008: Kunsthalle Nürnber, Nürnberg; Haus am Waldsee, Berlin
2007: Museum for Contemporary Photography, Chicago; ArtSway, Hampshire, UK
2005: Produzentengalerie, Hamburg
2004: Galerie Barbara Gross, München; Danziger Projects, New York
2001: Produzentengalerie, Hamburg; Städtische Galerie Nordhorn (mit Stepanek / Maslin)
Ausstellung:
31. Juli – 18. September 2010
Fotohof
Erhardplatz 3
5020 Salzburg
Austria
+43 - 662 - 84 92 96
Öffnungszeiten
Die Galerie und Bibliothek sind zu folgenden Zeiten geöffnet:
Montag - Freitag von 15.00 bis 19.00 Uhr
Samstag von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr
Der Eintritt ist kostenlos.
(thoMas)
Zum Thema:
- Beate Gütschow - I/S; Salzburg, Österreich
- Foto-Frisch. Neues von der Fotokunst. #11-09
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