Der Fotograf soll sich so wenig wie möglich einmischen, sonst geht jener objektive Charme verloren, den die Fotografie ihrer Natur nach besitzt.

— Henri Matisse

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Andreas Reiner: Rola

Foto Andreas ReinerEine Sonderstellung in Andreas Reiners Arbeit nimmt die Begleitung der Boxerin Rola El- Halabi ein, die vor einem Titelkampf im April 2011 von ihrem Stiefvater in der Kabine niedergeschossen wurde:

Pressetext des Stadthauses Ulm:

fotografie
10. Dezember 2013 bis 19. Januar 2014
Andreas Reiner: Rola

Eine Sonderstellung in Andreas Reiners Arbeit nimmt die Begleitung der Boxerin Rola El- Halabi ein. Ihr verdankt er sein erstes Pressefoto, eine Zeit lang wurde er ihr Exklusivfotograf. Unmittelbar vor einem Titelkampf im April 2011 wurde Rola El-Halabi von ihrem Stiefvater, von dem sie sich zuvor als Manager getrennt hatte, in der Kabine niedergeschossen. Das Attentat erschütterte das System ihres Teams so stark, dass viele berufliche Beziehungen zerbrachen. Andreas Reiner blieb an ihrer Seite. Als einziger Fotograf durfte er 2013 ihr Comeback begleiten. Das Stadthaus zeigt ab 10. Dezember im Saalfoyer (Ebene 1) eine Serie von Bildern aus den letzten sechs Jahren, zum Teil noch nicht veröffentlichte, sehr persönliche, die einen Blick hinter die Kulissen werfen.
 

Foto Andreas Reiner

Rola El-Halabi. Foto: © Andreas Reiner

 
Andreas Reiner wurde 1968 in Göppingen geboren. Er absolvierte eine Lehre als Zimmermann mit anschließender Meisterschule, später eine Ausbildung zum Fotografen, die er 2007 erfolgreich abschloss. Über seine enge und exklusive Zusammenarbeit mit Rola El-Halabi hinaus hat Reiner ein umfangreiches Werk vorzuweisen. Nach eigenen existenziellen Grenzerfahrungen beschäftigt er sich vor allem mit Menschen am Rande unserer Gesellschaft. Er fotografiert, was ihm wichtig ist. Veröffentlichungen aus zahlreichen Fotoreportagen in stern, Spiegel, Süddeutsche Zeitung, Stuttgarter Zeitung, Christ & Welt u.a. Seine erste große Werkausstellung hatte Reiner 2013 in der Städtischen Galerie Fähre, Bad Saulgau. Andreas Reiner lebt als freier Fotograf und Bildjournalist in der Nähe von Biberach, ist zu finden unter www.sichtlichmensch.de
 

Foto Andreas Reiner

Rola El-Halabi. Foto: © Andreas Reiner

 
Rola El-Halabi wurde 1985 in Beirut/Libanon geboren. Als Neunjährige beginnt sie 1994 mit Kick- und Thaiboxen, 1996 mit Amateurboxen, wird 2005 Vize-Weltmeisterin im Kickboxen und mehrfach Internationale Deutsche Meisterin im Amateurboxen. Seit 2006 ist sie Profiboxerin. Europameisterin der WIBF (Women's International Boxing Federation) im Leichtgewicht 2007. Weltmeisterin der WIBF und WBA (World Boxing Association) 2009. 2011 verübt ihr Stiefvater und ehemaliger Manager ein Attentat auf sie. Unmittelbar vor einem Titelkampf schießt er ihr in der Kabine in eine Hand, ein Knie und die Füße. Das Attentat erschüttert das System ihres Teams so stark, dass viele berufliche Beziehungen zerbrechen. Andreas Reiner bleibt als einer der Wenigen an ihrer Seite. Im Januar 2013 verliert Rola El-Halabi zwar ihren Comebackkampf, gewinnt damit aber ihre Rückkehr in den Ring. Schon im August 2013 wird sie Weltmeisterin im Halbweltergewicht der WBF (World Boxing Federation), im September gelingt ihr die erfolgreiche Titelverteidigung. Seit Oktober 2013 ist Rola El-Halabi mit Kosta Papastergiou verheiratet.

Freitag, 13. Dezember 2013, 19 Uhr
Extrem
Andreas Reiner und Rola El-Halabi im Gespräch
Moderation: Karla Nieraad (Stadthaus Ulm)

Rola El-Halabi wuchs zwischen den Extremen einer streng behüteten muslimischen Familie und eines zur Schau getragenen sexistischen Imponiergehabes auf. Das Rotlichtmilieu schart sich um die Boxringe, und Prominente aus Film und Medien finden es schick. Wie geht eine Boxerin damit um? Rola El-Halabi bestimmt ihre Regeln inzwischen selbst. Andreas Reiner ist anwesend und schaut sich das Spiel hinter dem Spiel an.
 
 
Ausstellung:
Andreas Reiner: Rola
10. Dezember 2013 bis 19. Januar 2014

Stadthaus Ulm
Münsterplatz 50
89073 Ulm
 

(thoMas)
 

dramatisch ...

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 10. Dezember 2013 - 20:40

also das ist ja schon eine tragische geschichte, die von dem fräulein boxerin. religion, geschlecht, kampfsport, sehr explosive kombination. ich hatte einen kleinen aufsatz fertig in dem ich mich mit dem werk des fotografen (den zwei bildern hier - und eben seiner website) auseinander setze. da kamen in einem wirklich freundlich einfühlsamen kontext so worte vor wie "ungelenk", "unentschieden", "amateurhaft", "provinziell", "oberflächlich", "zu sehr bemüht", ... drin vor, aber den behalte ich doch lieber für mich.

Gut so

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 10. Dezember 2013 - 22:26

das mit dem für sich behalten.

Ihre Häme ...

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 11. Dezember 2013 - 16:58

... über das "Fräulein Boxerin" ist peinlich, Herr Aufsatzschreiber. Wenn Sie die Fotos nicht mögen - so what.

das zweite Teaser-Foto...

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 12. Dezember 2013 - 12:04

...spricht mich weit mehr an als so einige andere Fotografien, die ich in diesem Jahr zu sehen bekam.
Toller Moment, genialer Einsatz des Lichts - ein Portrait mit Aussage!
In dem besprochenen Kontext sogar mehr als nur ein simples Portrait.

Schade, daß ich nicht in der Nähe von Ulm behimatet bin.