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Analoge Fotografie im freien Fall (aktualisiert)
Dass die analoge Fotografie mit dem Erfolg der Digitalfotografie ihrem Ende entgegengeht, ist kein Geheimnis. Wie urplötzlich und rasant die Entwicklung aber tatsächlich vonstatten geht, zeigen ein paar Zahlen und Grafiken:
Dank eines Kommentars von L.S. sind wir auf die Zahlen aufmerksam geworden, die die CIPA (Camera & Imaging Products Association) allmonatlich für die japanische Kameraindustrie veröffentlicht. Wir haben die Stückzahlen der produzierten und weltweit ausgelieferten Kameras für die Jahre 2001-2005 einmal grafisch dargestellt:
Produktionszahlen Kleinbild-Schlitzverschusskameras (= Spiegelreflexkameras)
Produktionszahlen Mittelformat- und Großbildkameras
Besonders dramatisch an dieser Kurve: Praktisch ansatzlos geht die Nachfrage in den freien Fall über. Während in den Jahren 2001 bis 2002 noch davon ausgegangen werden kann, dass das Mittel- und Großformat sicher, aber langsam, zurückgeht, brechen die Zahlen ab 2003ff drastisch ein.
Und hier zum Vergleich die Zahlen für Digitalkameras:

Produktionszahlen Digitalkameras
Das sind - wie gesagt - die Zahlen für die japanische Kameraindustrie. Da sie aber den bedeutendsten Anteil am Weltmarkt hält, dürfen die Zahlen als repräsentativ gelten. (thoMas)
Nachtrag (16.11.2005): Auf allgemeinen Wunsch (eines Kommentators ;-) ) sollen hier die Zahlen für digitale Spiegelreflexkameras nachgereicht werden, die die CIPA allerdings erst seit 2003 gesondert ausweist:

Produktionszahlen Digitale Spiegelreflexkameras
Zum Thema:
- CIPA: Kameras verkaufen sich besser als erwartet (aktualisiert)
- Digitalkameramarkt: Ende des Wachstums in Sicht, DSLRs weiter gefragt
- Fotohandys boomen, Digitalkameras stagnieren
- Der Kameramarkt 2011 - Spiegellose im Aufwind
- Canon war und ist Marktführer bei Kameras
- CIPA: Digitalkamera-Produktion im ersten Halbjahr rückläufig
- DSLR-Welt im Wandel (2x aktualisiert)
- CIPA-Absatzzahlen: Digital stärker, analog schwächer als erwartet
- Digitalkamera-Verkäufe 2004: Gewinner und Verlierer
- Olympus will (viel) mehr Spiegelreflexkameras verkaufen (aktualisiert)
- Digitalkamera-Produktion stark rückläufig
- Spiegelreflex oder Spiegellos?





Dass die analoge Absatzkurve
nicht schon längst im Kohlenkeller zu betrachten ist, liegt einfach daran, dass die Fotoindustrie einfach nicht in der Lage (oder nicht willens?) oder unfähig ist, die Digitalkameras zu liefern, die der Kunde will. Statt dessen sieht sich der Kunde alle zwei Wochen neuem Elektronikschrott gegenüber, dessen Einzelmodelle durchaus die Wertigkeit eines Gurkentopfes besitzen können.
Die Kurve des Digitalkamera-Absatzes könnte deshalb viel höher sein, wenn der Kunde nicht gezwungen würde, bei einem Billig-Schnäppchen zugreifen zu müssen, um mit diesem die Zeit zu überbrücken, bis mal Kameras kommen, die überhaupt so bezeichnet werden können.
So long BB
Kamera-Produktionszahlen
Mengenmäßig bezieht sich die Kurve der Digicams offensichtlich auf alle (!), es sind also auch die kleinen Hobby-Knipsen mit drin, wobei im Analogsektor lediglich die Spiegelreflexkameras gezählt wurden. Wirklich interessant wäre ein Vergleich Analog-Spiegelreflex zu Digital-Spiegelreflex. Schönen Gruß.
Erfolg der Digitalkameras
Gerade weil die Digitalkameras nicht perfekt sind, werden so viele gekauft. Alle Nase lang ne neue. Ich habe Ende 2000 meine erste Digitalkamera gekauft, gebraucht, 1,3 MP. Ende 2003 folgte dann eine neue mit Superzoom und 3,2 MP. Anfang 2004 dann schon eine Prosumer mit 8 MP und eine preiswerte Marken-Taschenknipse mit 2 MP (weil 2 MP eigentlich reichen für Schnappschüsse, sogar bei A4-Bildern) und ende 2004 folgte dann eine DSLR. Seitdem ging das Geld in diverse Objektive und nicht mehr andauerntd in neue Digicams. Bis auf die DSLR und die 2 MP Knipse sind die anderen alle verkauft worden. Und ich denke vor Ende 2006 oder anfang 2007 wird kein neuer Body angeschafft - wenn nicht noch länger. Kommt drauf an, was mein Hersteller an Innovationen bringt (oder auch nicht), die ich mir wünsche und für mich die Ausgabe rechtfertigen.
Eindrucksvolle Kurven. Übers
Eindrucksvolle Kurven. Übersehen darf man aber auch nicht, dass der Digitalkameramarkt ebenfalls stagniert, und das bei stetig steigender Zahl an Anbietern und steigendem Kostendruck. Selbst im hochgelobten D-SLR Segement ist in spätestens zwei Jahren bei 10-12 MP für Amateure die "technische Sättigung" erreicht, dann brauchts noch 2-3 Jahre für die Marktsättigung mit diesen Geräten, und die Krise bricht von Neuem aus. Evtl. schafft man es aber bis dahin, ein System aus Software- und Zubehörinkompatibiltäten aufzubauen, dass (ähnlich wie beim Heim-PC) zu ständigem Neukauf zwingt.
Hohes Entwicklungspotential
Ich sehe bei DSLRs und Kompaktkameras noch einiges an Entwicklungspotential. Die Auflösung stößt zwar bald an optische Grenzen, aber neue Sensortechnoligien wie Echtfarbsensor (der bei gleicher Megapixelzahl viel höher auflöst als ein vergleichbarer Bayer-Sensor), höhere Empfindlichkeiten, Rauschfreiheit und Dynamikumfang lassen noch viel Potential offen. Auch Entwicklungen wie taugliche, hoch auflösende Videosucher in DSLRs (die dann keine SLRs mehr wären) sind denkbar. Das Auge löst ca. 2 MP auf. Allerdings sind die Datenraten bei 2 MP und 60 fps nicht ohne. Auch bei stagnierenden Verkaufszahlen (irgendwann tritt einfach eine gewisse Sättigung ein) hat das Zubehör wie Blitze und Objektive immer noch Potential. Kameras und Objektive könnten so individuell werden wie ihre Besitzer etc. pp.
Die Hersteller brauchen nur Innovation und Fantasie!
Digital - wozu ?
Digital - wozu? Klingt vielleicht dumm, aber ein Diabild mit einer sehr guten Kamera wie z. B. einer Leica M kann ich billigst in der Größe von 1 x 1,5m anschauen und mich dabei über alle Details in voller Schärfe und Brillanz freuen. Was mache ich aber mit dem Bild einer Spitzen-Digitalspiegelreflex? 10 oder 16 Megapixel-Bild auf dem Monitor anschauen? Oder 13x18 bzw. seltener 18x24 cm ausdrucken? Oder vielleicht in SVGA-Qualität mit einem Beamer projizieren? Wozu also Digital, wenn ich die gewohnte Qualität nicht schnell und einfach genießen kann? Etwas anderes gilt für Bilder für die Haushaltsversicherung oder den Journalismus. Und da der Gebrauchtmarkt gross genug ist und die Analogkameras in den letzten 5 Jahren nicht mehr besser geworden sind, braucht man auch als Diafreund keine neu gefertigte Kamera.
Dia?
Dia? Hab ich nie gemacht. Nur mal jemandem gesehen. Ich möchte digital nicht missen. Furchtbar, wenn man nicht sofort sehen kann, was man fotografiert hat. Fotos schnell in den Computer uns ins Internet - oder gleich ausdrucken. Oder per eMail verschicken. Und es kostet nichts. Und ich brauche keine riesigen Schränke, sondern nur eine kleine Festplatte, CDs oder sowas . Echt praktisch, digital.
Wer gern Dias macht, soll das tun. Für mich ist das nix.
Es gibt doch noch so viel Pot
Es gibt doch noch so viel Potential für Innovationen. Armbanduhren werden ja auch noch verkauft, obwohl sich seit Peter Henlein nicht so sehr viel getan hat.
Wir haben die Möglichkeiten der Miniaturisierung noch nicht ausgeschöpft, es gibt keine digitale 3D-Fotografie. Und warum denn nur am Standbild festhalten? Unser Medium heute ist der Computer und selbst mein erster Mac vor 15 Jahren konnte schon Videoclips spielen. Standbildfotografie ist in der Tradition der Höhlenmalerei. Man konnte es damals nicht besser. Aber heute?
Geruchsfernsehen, Gefühlsfernsehen. 3D-Fernsehen und -Kommunikation. Wer glaubt, daß die Elektronikindustrie nichts neues mehr machen kann nach einer dusseligen DSLR, teilmechanisch, mit 12 MP für 399 Euro vom Grabbeltisch, lebt irgendwie hinterm Mond...
Danke für DSLR-Nachtrag ;-)
Damit bekommt die Kurvendiskussion tatsächlich etwas bedrohliches. Da für mich eine analog hergestellte Schwarzweiß-Fotografie im Bezug auf Autentizität, visuelles und haptisches Genußpotential, künstlerischen Wert, Beständigkeit, staunenswürdige Einmaligkeit, Dokumentationsanmutung, das Gefühl des Machers Herscher über Raum und Zeit und die Materialisierung des Lichts zu sein, nach wie vor durch nichts zu ersetzen ist, muß ich mich allmählich wirklich nach Material-Lieferanten aus Osteuropa, China oder sonstwoher umschauen, wenn der kulturhistorisch nicht wieder gut zu machende Super-GAU passiert, dass unsere Rotstift-bewehrten Globalisierungs- und Digitalisierungsonanisten keinen Bock mehr haben Licht absorbierende Filme und Papiere herzustellen. Mal sehen (sic!). JN
Der Herrscher über Raum und Zeit....
....braucht keine esoterischen Bedenken haben. Bei Google gibt es ca. 2.210.000 Seiten, die sich mit "Schwarz weiss + digital" auseinandersetzen. Dass es Tintendrucker mit Schwarz- und Graupatronen gibt, entsprechende Papiere sowieso und die meisten digitalen Kameras auch einen SW- Modus besitzen, sollte bekannt sein. Auf den Ostblock oder China zu setzen ist Schwachsinn. Die setzen auf neueste, gefragte Technologien und erfinden den SW- Film nicht neu oder forcieren ihn. Also nicht verzagen, sondern Google fragen und dann auf in Raum und Zeit – digital!
L.S.
Neueste gefragte Technologien...
...sollten nicht widerspruchslos (und ich halte mich durchaus für extrem dickköpfig ;-)) zum Maß aller Dinge gemacht werden. Sicher ist die digitale Bildgenerierung eine anwendungsspezifisch sinnvolle Ergänzung im Medien-Pool. Aber ich finde, dass, wie in allen Bereichen, Vielfalt besser ist als Einfalt. Niemand würde auf die Idee kommen, einem Maler zu erzählen, dass es völliger Quatsch ist, sich mit Pinsel und Farbe zu bekleckern, wo es doch schließlich Corel Draw gibt, oder einem Pianisten zu erklären, ein Konzertflügel sei überflüssig seit es digitale Keyboards mit einstellbarem Pianosound gebe. Es liegt mir fern zu polarisieren, aber ich bin weiterhin der festen Überzeugung, dass digitale Bildverarbeitung bestenfalls eine Fotografie-Simulation ist und damit seelenlos, kühl und künstlich. Ich finde, dass es ein Unterschied ist, der sich vielleicht, aber immerhin doch eher subtil mitteilt, ob man beim Bildermachen direkt am und mit dem Material arbeitet (Stichwort: Sinnliche Erfahr- und Erlebbarkeit, nicht Esoterik, das nicht ;-)) oder eine Rechenmaschine dazu auffordert eine Abfolge von Algoritmen abzuspulen. JN
... es gibt auch nur noch wen
... es gibt auch nur noch wenige Kutscher, Dampfmaschinenheizer und Kesselflicker. In kurzer Zeit sind die gewässerbelastenden chemischen Filme auch Schnee von gestern. Wer glaubt, daß seine Knipsereien so wertvoll für die Nachwelt sind, dann soll er sie auf Fotopapier abziehen oder per Laserplotter in Stein meisseln lassen. Retro ist ja ganz nett und skurril. Wenn man aber wirklich etwas anders machen will, sollte man nicht rückwärts schwimen sondern schneller als der Strom. Jedoch: Spätestens beim Herzschrittmacher wird er zum bekennenden Freund neuer Technologien...
...gewässerbelastende chemischen Filme ?
... es gibt auch nur noch wenige Kutscher, Dampfmaschinenheizer und Kesselflicker. In kurzer Zeit sind die gewässerbelastenden chemischen Filme auch Schnee von gestern. Wer glaubt, daß seine Knipsereien so wertvoll für die Nachwelt sind, dann soll er sie auf Fotopapier abziehen oder per Laserplotter in Stein meisseln lassen. Retro ist ja ganz nett und skurril. Wenn man aber wirklich etwas anders machen will, sollte man nicht rückwärts schwimen sondern schneller als der Strom. Jedoch: Spätestens beim Herzschrittmacher wird er zum bekennenden Freund neuer Technologien...
Für die Umwelt stellen die digitalen Kameras eine deutlich höhere Belastung da. Es werden PCs und große LCD-Bildschirme angeschafft. Der Lebenszyklus einer DSLR beträgt nur einen Bruchteil der analogen Kameras. Wir produzieren, abgesehen vom Stromverbrauch, also eine hübsche Menge Elektronikschrott...
Digital, Umwelt
Schätze mal, dass ein Kauf einer Digitalkamera(jedes Jahr eine neue) mehr Umweltbelastung mit sich bringt als Chemieabfälle aus meinem Hobbylabor. meine Leica ist 15 jahre alt, die Objektive zwischen 15 und 30 jahre alt, die halten locker nochmal so lange.
Sicherlich werde ich mir auch irgendwann einen Digital Body zulegen, mir macht es aber mehr Spass, meine Silberfilme selbst zu entwickeln und zu vergrößern. das warten und dass sich zeitnehmen, bis dass Bild fertig ist, ist ein gegenpol zur sonst sich immer schneller drehenden welt, nachdem ich kein profi bin, kann ich es verkraften, wenn von der aufnahme bis zum fertigen bild wochen bzw. monate vergehen.
bei der Projektion muss ich mich meinem Vorschreiber anschließen. es gibt derzeit nichts, aber schon gar nichts, was in die nähe einer guten Diaprojektion kommt, dabei ist das prinzip äußerst trivial. Die einfachsten Sachen sind halt oft die besten........
Dampfmaschinenheizer...
...ist ein vergleichsweise moderner Beruf, da die Dampfmaschine, wir erinnern uns, n a c h der fotografischen Kamera erfunden wurde, wie auch die Elektrizität, die der Fotograf strenggenommen nicht braucht, genausowenig wie die Dampfmaschine. Wenn man Fotografie in einen kulturellen Zusammenhang stellt, und darum geht es mir, sollte man den Verlust, den es bedeutet, die ureigensten Werkzeuge und Materialien dieses großartigen Mediums einfach so weg zu schmeißen nicht nicht unterschätzen. Auch wenn ich mich wiederhole: Die Schnittstelle zur elektronischen Bildverarbeitung ist sinnvoll, logisch und innovativ. Sicher werden dadurch auch neue Gestaltungsmöglichkeiten entstehen, die über Fotografie hinausgehen. Aber der Anspruch Lichtbildnerei durch digitale Bildgebung zu ersetzen ist arrogant und zu kurz gedacht. Es war im übrigen schon immer ein Fehlschluß zu glauben, dass neue Kulturtechniken ältere ersetzen. Richtig ist, dass Mehrgleisigkeit zu gegenseitiger Befruchtung und Innovation führt. Nach Erfindung der Fotografie ging man davon aus, dass die Malerei damit gestorben ist - das Gegenteil war der Fall - es wurde und wird gemalt wie blöd. Bei der Einführung des Fernsehens, gab es tatsächlich Leute, die glaubten, dadurch würde das Schulwesen überflüssig - und das Kino sowieso. Die Beispiele ließen sich weiter fortsetzen. Wenn ich jetzt noch mit dem Märchen von des Kaisers neuen Kleidern anfange, bin ich hier wahrscheinlich endgültig unten durch, deshalb lassen wir das. Quintessenz: Wichtig sind bei bildgebenden Medien die Inhalte, nicht die Werkzeuge. Aber: Ohne Werkzeug kein Inhalt. JN
Digital - Analog
Die heute auf dem Markt angebotenen Digitalkameras, insbesondere die digitalen Spieglreflexkameras, bieten ein Einsatzspektrum welches sich in keiner Weise mehr hinter ihren analogen Kollegen zu verstecken braucht. Ich wüsste keinen Grund, warum sich ein Fotograf noch weiterhin mit der analogen Fototechnik befassen sollte.
Schneller, einfacher, präziser und auch professioneller kan man auch mit der analogen Technik nicht mehr sein. Die Filmewechselei entfällt (Tageslichtfilm, Kunstlichtfilm, Diafilm, Negativfilm, niedrigempfindlicher Film, hochempfindlicher Film etc.)Ergebnisse können sofort kontrolliert und evtl. verworfen werden. Die Anzahl der aufgenommenen Bilder ist im Gegensatz zur analogen Fotografie, dank grosser Speicherkarten faktisch nicht mehr eingeschränkt. Es können ISO-Zahlen verwendet werden, welche vor kurzem noch undenkbar waren und, und, und...
Es ist schon wirklich lustig ...
... wie sich analoge und digitale Fotografen immer duellieren. Genauso gut könnte man darüber streiten, ob ein Rennrad oder ein Motorroller das bessere Zweirad ist. Letztendlich hängt es von einem selber ab.
Es gibt 3 Hauptgruppen von Fotografen:
1. die professionellen Berufsfotografen (Werbefotografen, Journalisten ...)
2. die interessierten (und begabten) Amateure und
3. die Laien
Die erste Gruppe kann es sich finanziell und zeitlich gar nicht mehr leisten, analog zu fotografieren, denn es müssen ggf. hunderte von Fotos unter verschiedensten Bedingungen gemacht werden, von denen dann die besten in kürzester Zeit bearbeitet und gedruckt werden müssen. Allerdings arbeiten diese Fotografen mit einer Fotoausrüstung, die sich kein Normalsterblicher leisten kann ( es sei denn gebraucht und damit "veraltet") und die sich garantiert auch nicht signifikant in den Verkaufszahlen von Digitalkameras widerspiegelt.
Die dritte Gruppe ist mit Sicherheit hauptsächlich verantwortlich für den Boom von Digitalkameras. Mit einer Digitalkamera kann wirklich jeder halbwegs vernünftige Fotos machen, ohne sich mit den physikalischen Hintergründen der Fotografie wie Blende, Belichtungszeit, Brennweite und Tiefenschärfe auseinandersetzen zu müssen. Man knipst halt so lange rum, bis das Bild im Display halbwegs vernünftig aussieht und löscht den ganzen restlichen Müll. Abgesehen davon kann man dann den Bildausschnitt und die Helligkeit etc. problemlos am PC nachbearbeiten. Die Kamera macht was sie will und was sie für richtig hält und das ist für diese Gruppe von Fotografen auch besser so.
Für die zweite Gruppe von Fotografen ist nicht nur das fertige Bild, sondern vor allem das Erarbeiten des Bildes über Brennweite, Blende, Belichtungszeit und Tiefenschärfe ein großer Spaß und das eigentlich interessante. Hierbei gibt es Fotografen, die gerne die modernste (wenn auch nicht unbedingt ausgereifteste und robusteste) Technik verwenden, um mit der Zeit zu gehen und sich aus diversen Gründen für eine Digitalkamera entscheiden. Es gibt aber auch die nostalgischen Fotografen, die lieber mit einer ziemlich ausgereiften und perfektionierten (wenn auch immer mehr veralternden) Technik arbeiten und gerne eine robuste, edle, wertbeständige und trotzdem noch halbwegs bezahlbare Kamera in der Hand halten. Fotografen, die lieber an Blendenringen und Belichtungszeiträdchen drehen als über Knöpfchendrücken verschiedenste Menüseiten aufzurufen.
Fotografen, für die die Filmfotografie eine Art Hochseilakt ohne Sicherung und Netz ist. Denn man weiß, die fotografierte Situation kehrt nie wieder und wenn das Bild versaut ist, bekommt man keine zweite Chance. Man hat also nur den einen Schuß und muss sich auf sein Können und die Zuverlässigkeit der Kamera verlassen.
Die letztere Gruppe ist mit Sicherheit in der Minderheit, aber wegen genau dieser Gruppe wird der Film nie ganz aussterben, auch wenn die Zukunft zweifelsohne der Digitalfotografie gehört (aber nicht alles, was bequem ist und die Masse macht ist automatisch richtig und gut). Wahrscheinlich werden Film und Entwicklung in Zukunft teurer werden und das Produktspektrum wird kleiner werden. Aber selbst fabrikneue Plattenspieler gibt es heute noch zu kaufen.
Auf jeden Fall ist klar: Egal ob analog oder digital, Hauptsache die Fotografie macht Spaß und die Bilder gefallen einem selbst.
Fotografie macht Spaß
"Auf jeden Fall ist klar: Egal ob analog oder digital, Hauptsache die Fotografie macht Spaß und die Bilder gefallen einem selbst."
!!!! full ack !!!
Statistiken
Wie heißt es schon so schön? "Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!" Nicht, daß ich die angegebenen Zahlen jetzt nicht für richtig halte, aber zunächst wurden ja die Verkaufszahlen aller Digicams mit den Verkaufszahlen analoger Spiegelreflexkameras verglichen, was an sich schon nicht ganz korrekt ist. Gott sei Dank wurden die Zahlen für digitale Spiegelreflexkameras nachgereicht und es ergibt sich schon ein etwas anderes Bild, wenngleich der rapide Aufwärtstrend der Digitalfotografie absolut anerkannt werden muss.
Meiner Meinung nach ist es aber nicht korrekt, analoge und digitale Fotografie an den Verkaufszahlen von Fotoapparaten festzumachen, denn es ist folgendens zu berücksichtigen: Die etwas teureren analogen Spiegelreflexkameras der führenden Hersteller (Leica, Contax, Nikon, Canon ...) sind zu Beginn der Digitalzeit auf einem derart ausgereiften technischen Stand angelangt, daß diese Kameras nahezu unverwüstlich und absolut zuverlässige Begleiter sind. Wer so eine Kamera besitzt, wird sich also so schnell keine Kamera mehr zulegen, da diese Kameras ein Leben lang halten und hervorragend arbeiten. Außerdem gibt es für analoge Kameras einen immer stärker boomenden Gebrauchtmarkt, da viele Fotografen erkannt haben, daß ein gutes Modell eines der oben angegebenen Hersteller auch als Gebrauchtkamera noch ein wertvolles Spitzenprodukt ist (im Gegensatz zum schnellen Wertverlust von Digitalkameras).
Gerade zu Beginn dieses Jahrtausends steckte die Digitalfotografie noch in den Kinderschuhen. Digitalkameras (v. a. die früheren Modelle) zeichnen sich nicht gerade durch Langlebigkeit aus und der gesteigerte Ehrgeiz vieler Digitalkamera-User, immer das neueste und beste haben zu wollen, pusht halt gerade in den Anfängen die Verkaufszahlen extrem nach oben. Interessant wird es, wie sich die Kurve (v. a. für Spiegelreflexkameras) in den nächsten Jahren weiterentwickelt, wenn die jährlichen Verbesserungen nicht mehr so signifikant sind und die Modelle wertbeständiger werden.
Übrigens: Integriert man die Kurven für digitale und analoge Spiegelreflexkameras, erkennt man, daß rein nach den Verkaufszahlen dieses Jahrtausends immer noch deutlich mehr analoge SLR im Umlauf sind als digitale. Dabei sind die im letzten Jahrtausend verkauften Kameras, die immer noch im Umlauf sind, gar nicht berücksichtigt.
Oft ist es ja doch so, daß totgesagte länger leben ...
Fotografieren ist eine KUNST!
Unsere schnellebige Gesellschaft will von allem alles und das Beste und vonn alledem am besten alles sofort und vor Allem in besserer, teuererer Qualität als der Nachbar. Man belichtet mit Hilfe eines Linsensystems und eines Prismen- oder Lichtschachtsuchers eine fotosensieble Platte sprich den Film. Dass der Vater zweier Kinder, sowie der Pressefotograf, welcher bei seinem System auf Geschwindigkeit angewiesen ist, den Komfort seines digitalen Systems keinesfalls missen will, ist mir vollkommen klar. Doch gerade das Analoge verleiht dem Fotografieren sienen ganz eigenen Reiz und eine Art magischen Zauber. Eine Schallplatte wird sich immer besser anhören als eine CD. Warun? Weil das Analoge alles tatsächlich aufgenommene wiedergibt. Bei der Digitalisierung gehen immer Daten verlohren und meiner Meinung nach nicht nur Daten sondern auch der Reiz, gnaz zu schweigen von bisher ungelösten Problemen, wie beispielsweise SLR Vollformatsensoren. (ccd sensoren sind haupsächlich in rot grün blau Trippletten aufgebaut- nur 1/3 des einfallenden Lichtes wird tatsächlich für die Aufnahme verwendet) Kunst ist es nicht 65 Bilder vom selben Objekt zu machen um dann das Beste am heimischen PC nachzubearbeiten, bis man es selbst nicht wiedererkennt, sondern sich vorher Gedanken über Brennweite, Belichtung, Blende, usw zu machen um dann das eine perfekte Bild für eine relative Ewigkeit auf Film zu bannen. (sw Negativ hält 100 Jahre!!) Ich möchte auch mal eine digitale Bilddarstellungstechnik sehen, welche dem Dia das Wasser reichen kann. Nicht umsonst werden Kinofilme selbst im Digizeitalter immer noch analog projeziert.