Am Wochenende wurden die Preis­träger des 5. Lumix Festivals für jungen Fotojour­na­lismus bekannt gegeben. Der mit 10.000 Euro dotierten Freelens Award geht an den deutschen Fotografen und Absol­venten der Hochschule Hannover Jonas Wresch mit seiner Reportage „Kolum­biens Weg zum Frieden“. Über den zweiten Haupt­preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, kann sich der schwe­dische Fotograf Johan Bävman für seine Reportage „Swedish Dads“ freuen.

 

Aus der Reportage  „Kolumbiens Weg zum Frieden“ von Jonas Wresch.

Aus der Reportage „Kolum­biens Weg zum Frieden“ von Jonas Wresch.
 

Presse­mit­teilung der Hochschule Hannover, die das Lumix Festival ausrichtet:

Am Sonnabend­abend, 18. Juni, wurden bei der Abschluss­feier auf dem Expo-Gelände die Preis­träger des 5. Lumix Festivals für jungen Fotojour­na­lismus bekannt gegeben: Der Gewinner des diesjäh­rigen Lumix Festivals ist der deutsche Fotograf und Absolvent der Hochschule Hannover Jonas Wresch mit seiner Reportage „Kolum­biens Weg zum Frieden“ über das kleine Dorf Toribio, das als einer der am härtesten umkämpften Orte Kolum­biens gilt. Der 28-Jährige erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Freelens Award. Die Fachjury war beein­druckt von der Vielschich­tigkeit der Geschichte und lobte Wreschs Fokus­sierung auf den Alltag eines ganzen Dorfes.

Die drei ehren­vollen Erwäh­nungen mit je 1.000 Euro gingen an Elena Cherny­shova (35), eine Russin, die zurzeit in Frank­reich lebt, und ihre stimmungs­volle und sehr direkte Reportage über die am meisten verschmutzte Stadt Russlands Norilsk „Days of Night – Nights of Day“, an den gebür­tigen Albaner Enri Canaj (35) mit seiner ergrei­fenden Flücht­lings­ge­schichte „The Wind Cries War“ und an Laura Morton aus den USA (32) und ihr humor­volles Porträt der Generation 4.0 „Wild West Tech“.

Aus der Fotoreportage über Schwedische Väter von Johan Bävman

Für seine Fotore­portage über Schwe­dische Väter wurde Johan Bävman
mit dem zweiten Haupt­preis ausge­zeichnet.

 

Aus rund 1.200 Bewer­bungen waren die 60 Repor­tagen ausge­wählt worden, die über 40.000 Besucher fünf Tage lang auf dem Expo-Gelände in Hannover betrachten und bewundern konnten. „Wir freuen uns sehr, dass unser 5. Lumix Festival auf gute Resonanz beim Publikum stieß. Die Open-Air-Ausstellung in den Gärten im Wandel sowie die besondere Atmosphäre des Contai­ner­dorfs kamen bei den Besuchern besonders gut an. 2018 geht es natürlich weiter – mit dem 6. Lumix Festival für jungen Fotojour­na­lismus“, sagt Rolf Nobel, Festi­val­leiter und Fotografie-Professor an der Hochschule Hannover.

Den zweiten Haupt­preis, den Lumix Multi­media Award, stiftete der Elektro­nik­konzern Panasonic. Diese Auszeichnung und somit das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro erhielt Christian Werner (28), Absolvent der Hochschule Hannover, mit seiner Multi­media-Produktion „Schwarzer Tod“ über die Pest-Epidemie in Madagaskar. Werners Arbeit setzte sich gegen 19 andere Multi­media-Geschichten durch, die aus rund 200 Bewer­bungen ausge­wählt worden waren. Die Jury lobte die vielschichtige Erzählform und den emotio­nalen Aufbau der Reportage. 

Bereits zum dritten Mal wurde im Rahmen des Lumix Festivals der Lammer­huber Photo­graphy Award verliehen, gestiftet von dem berühmten öster­rei­chi­schen Fotografen und Verleger Lois Lammer­huber. Den Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, bekam der schwe­dische Fotograf Johan Bävman (34) für seine Reportage „Swedish Dads“ – über die 14 Prozent der schwe­di­schen Väter, die die Hälfte der Elternzeit übernehmen. Mit dem Award wird diejenige Reportage ausge­zeichnet, die auf eindrucks­vollste Weise eine Alltags­ge­schichte erzählt. Der Lammer­huber Photo­graphy Award unter­streicht die Philo­sophie des Lumix Festivals, dass die Ausein­an­der­setzung mit allen Facetten des Lebens die Aufgabe eines humanis­tisch ausge­rich­teten Fotojour­na­lismus ist.

Zum ersten Mal im Rahmen des Lumix Festivals wurde der mit 1.000 Euro dotierte Nachhal­tig­keits­preis verliehen, gestiftet von der Umwelt­Dru­ckerei. Der Preis­träger Pablo Piovano (34) zeigt in seinen Bildern die katastro­phalen Folgen von genetisch verän­dertem Saatgut und dem massiven Einsatz von Pesti­ziden in seinem Heimatland Argen­tinien. Diese komplexe Thematik mittels Fotos einem breiten Publikum zu vermitteln, ist insbe­sondere im Zeitalter der sozialen Medien und einer erhöhten Infor­ma­ti­ons­dichte ein nicht nur zeitge­mäßes, sondern auch beein­dru­ckend umgesetztes Projekt, so die Jury.

Den Publi­kums­preis der Hanno­ver­schen Allge­meinen Zeitung (HAZ), der mit 1.000 Euro dotiert ist, verkündete Uwe Janssen, HAZ-Redakteur. In diesem Jahr würdigten die meisten Besucher die Arbeit „Inside Outside Under Bucharest“ von Massimo Branca (35). Der italie­nische Fotograf erzählt die Geschichte einer der größten Obdach­lo­sen­ge­mein­schaften Europas, an deren Leben er zwei Jahre lang teilge­nommen hat und die bis 2015 in den Tunneln des Bukarester Haupt­bahnhofs lebte.

Eine sieben­köpfige Jury entschied über die Vergabe des Freelens Award, der drei ehren­vollen Erwäh­nungen, des Lammer­huber Photo­graphy Award und des Nachhal­tig­keits­preises: Ruth Eichhorn (GEO), Christian Pohlert (F.A.Z.), Peter Bitzer (laif), Søren Pagter (Danish School of Media and Journalism, Aarhus), Bertram Solcher (FREELENS), Barbara Stauss (mare) und Andreas Trampe (stern).

Der Fachjury für den Lumix Multi­media Award gehörten Bernhard Riedmann (Der Spiegel), Michael Hauri (2470 Media), Fabian Mohr (Die Zeit), Uwe H. Martin (Bombay Flying Club) und Prof. Wilfried Köpke (TV- und Radio­jour­na­lismus an der Hochschule Hannover) an.

(Redaktion photoscala)