Metz LogoDie fränkische Firma Metz, bekannt für hochwertige Blitz- und Fernseh­geräte „Made in Germany“, hat heute beim Amtsgericht Fürth Insolvenz angemeldet. Der Geschäfts­betrieb soll ohne Einschrän­kungen weiter­laufen, über das Insol­venz­ver­fahren will man sich sanieren:

Der schwierige TV-Markt, unter dem auch andere zu leiden haben, und Inves­ti­tionen in neue TV-Geräte und –Serien, die zur IFA 2014 vorge­stellt wurden, haben das mittel­stän­dische Unter­nehmen offen­sichtlich finanziell an den Rand des Bezahlbaren gebracht. Über das Insol­ven­ver­fahren soll nun entweder mit einem Insol­venzplan oder auch über den Einstieg eines Investors alles zur Sanierung des Unter­nehmens versucht werden.

Die Presse­infor­mation dazu:

Metz: Sanierung über ein Insol­venz­ver­fahren

Zirndorf, 19. November 2014. Der bekannte deutsche TV-Premi­um­her­steller Metz will sich über ein Insol­venz­ver­fahren sanieren. Zum vorläufigen Insol­venz­ver­walter bestellte das zuständige Insol­venz­gericht Rechts­anwalt Joachim Exner, Partner der Kanzlei Dr. Beck & Partner. Der Geschäfts­betrieb des Unter­nehmens mit rund 540 Mitar­beitern läuft ohne Einschrän­kungen weiter.

Exner hat sich heute sofort nach seiner Bestellung zum Sitz des Unter­nehmens in Zirndorf bei Fürth begeben und macht sich zurzeit ein Bild der Lage. Bereits am Donnerstag wird die Geschäfts­leitung die Mitar­beiter über die Situation und die nächsten Schritte infor­mieren. Die Löhne und Gehälter der Beschäf­tigten sind über das Insol­venzgeld für drei Monate bis Ende Januar 2015 gesichert. Exner wird sich überdies um eine Vorfi­nan­zierung des Insol­venz­geldes bemühen, damit die Mitar­beiter ihre Zahlungen wie gewohnt erhalten.

Ziel ist es, den Geschäfts­betrieb und möglichst viele Arbeits­plätze zu erhalten“, betonte Exner heute in Zirndorf. „Die Chancen dafür stehen gut: Metz verfügt über eine renom­mierte Marke, eine wettbe­werbs­fähige Technologie und hochqua­li­fi­zierte Mitar­beiter!“ In den kommenden Wochen wird Exner gemeinsam mit der Geschäfts­führung die zur Verfügung stehenden Sanie­rungs­op­tionen prüfen. Denkbar ist sowohl ein Insol­venzplan als auch die Sanierung des Unter­nehmens über den Einstieg eines Investors.

Der Geschäfts­betrieb wird im vorläufigen Insol­venz­ver­fahren in vollem Umfang fortgeführt“, unter­strich Dr. Norbert Kotzbauer Geschäfts­führer der Metz-Werke GmbH & Co KG. „Unsere Partner können sich auch künftig auf Metz als zuver­lässigen und service­ori­en­tierten Premium-Anbieter verlassen!“

Trotz des Insol­venz­ver­fahrens sind Produktion und Liefer­fä­higkeit von Metz umfassend gesichert“, ergänzte Geschäfts­führer Manfred Billenstein. „Unsere Handels­partner können sich auf die gewohnte schnelle Lieferung von Waren weiterhin voll verlassen. Auch der bewährte Metz-Kunden­dienst (Hotline, Ersatzteile etc.) ist gesichert.“

Wie andere europäische Hersteller auch hatte die TV-Sparte von Metz seit Jahren unter den andau­ernden Struk­tur­pro­blemen der TV-Geräte-Branche zu leiden. Zwar hat sich Metz u.a. durch eine Änderung der Sorti­ments­struktur frühzeitig auf die Krise einge­stellt, und das durchaus mit Erfolg: Mit einem wertmäßigen Markt­anteil von ca. 16% im Oktober 2014 hat sich die Marke Metz im Handel nach den Rückgängen der letzten Jahre wieder stabi­lisiert. Die dafür nötigen Inves­ti­tionen haben jedoch an der Substanz des Unter­nehmens gezehrt. Deshalb hat Metz frühzeitig auch nach Möglich­keiten gesucht, durch eine Inves­to­ren­lösung den Fortbestand des Unter­nehmens zu sichern. Dieses Ziel soll im Insol­venz­ver­fahren nun weiter verfolgt werden.
 
 
Siehe auch: 75 Jahre Metz (1938-2013)
 

(thoMas)