Foto August Sander, Photographin, um 1926Er zählt zu den wich­tigs­ten Foto­gra­fen des 20. Jahr­hun­derts: August Sander. In Köln läuft der­zeit eine große Jubi­lä­ums­aus­stel­lung mit rund 300 ori­gi­na­len Expo­na­ten; viele der Arbei­ten sind welt­weit das erste Mal zu sehen:

Pres­se­infor­ma­tion von Pho­to­gra­phi­sche Sammlung/SK Stif­tung Kultur:

August Sander: Meis­ter­werke und Ent­de­ckun­gen

August Sander (1876—1964) gilt als einer der wich­tigs­ten Pho­to­gra­phen des 20. Jahr­hun­derts. Er zählt zu den Weg­be­rei­tern der doku­men­ta­ri­sch-sach­li­chen Pho­to­gra­phie und sein Ein­fluss auf das Werk inter­na­tio­nal bekann­ter Künst­ler ist welt­weit unum­strit­ten. Anläss­lich seines 50. Todes­ta­ges widmet Die Pho­to­gra­phi­sche Sammlung/SK Stif­tung Kultur in Köln dem Künst­ler eine große Jubi­lä­ums­aus­stel­lung mit rund 300 ori­gi­na­len Expo­na­ten. Gezeigt wird eine kalei­do­sko­pi­sche Sicht auf meh­rere The­men­be­rei­che, die Sander in einem Zeit­raum von fünf Jahr­zehn­ten bear­bei­tete. Die Aus­stel­lung bietet einen neuen, unge­wöhn­li­chen Blick auf das Schaf­fen von August Sander. Sie stellt bekannte Themen in neue Kon­texte und macht damit bis dahin unbe­kannte Zusam­men­hänge sicht­bar. Freie künst­le­ri­sche Arbei­ten werden neben Auf­trags­ar­bei­ten, bekannte neben unbe­kann­ten Moti­ven gezeigt. Die unter­schied­li­chen Aus­ar­bei­tun­gen, vom Kon­takt­ab­zug über das gerahmte Bild für den Auf­trag­ge­ber bis hin zum Abdruck im Buch, lassen die Wir­kungs­wei­sen von Bil­dern nach­voll­zie­hen. Viele der Arbei­ten sind welt­weit das erste Mal zu sehen.
 

Foto August Sander, Laborant, 1938

August Sander, Labo­rant, 1938, Gela­ti­nesil­ber­ne­ga­tiv
 
 
Foto August Sander, Reklamephoto für ZentRa, 1930er Jahre

August Sander, Rekla­me­photo für ZentRa, 1930er Jahre
 
 
Foto August Sander, Photographin, um 1926

August Sander, Pho­to­gra­phin, um 1926

 
Gabriele Con­rath-Scholl, Lei­te­rin der Pho­to­gra­phi­schen Sammlung/SK Stif­tung Kultur: „Durch unsere Arbeit an der Aus­stel­lung und am umfang­rei­chen Kata­log konn­ten wir den For­schungs­stand erheb­lich erwei­tern. Wir prä­sen­tie­ren San­ders doku­men­ta­ri­sches und visio­nä­res Werk, das über den Gegen­stand hinaus einen Zeit­ab­schnitt ver­deut­licht. Es zeigt uns eine sich wan­delnde Welt, die ver­letz­lich, doch bestän­dig ist. August Sander lässt uns im besten Sinne des Wortes zwei Mal hin­schauen – auf die Welt und auf das Bild von ihr.“

Die Pho­to­gra­phien und Archi­va­lien reprä­sen­tie­ren anschau­lich ein in großen Teilen kon­zep­tu­ell ange­leg­tes Werk, das die pro­fes­sio­nelle Pho­to­gra­phie in ihrer Zeit erneu­erte, Anschluss an die bil­dende Kunst fand und bis heute bedeu­tende Maß­stäbe setzt. Ins­be­son­dere in den USA wird San­ders Werk begie­rig wahr­ge­nom­men, nicht zuletzt bereits 1931 von dem berühm­ten Pho­to­gra­phen Walker Evans, der jen­seits des Ozeans die künst­le­ri­sche Kraft des Doku­men­ta­ri­schen auf den Punkt brachte.
 

Foto August Sander, Jungbauern, 1914

August Sander, Jung­bau­ern, 1914
 
 
Foto August Sander, Zirkusartisten, 1926–1932

August Sander, Zir­kus­ar­tis­ten, 1926–1932
 
 
Foto August Sander, Bauer, 1912

August Sander, Bauer, 1912

 
Por­traits, die im Rahmen des Pro­jek­tes Men­schen des 20. Jahr­hun­derts ent­stan­den sind zeigen, wie eng in San­ders Werk Auf­trags­ar­beit und freies Schaf­fen ver­knüpft sind. Auch Pho­to­gra­phien, die in Ver­bin­dung mit San­ders Hei­mat­ort Her­dorf im Wes­ter­wald stehen oder seiner frühen und lang­jäh­ri­gen Wir­kungs­stätte im öster­rei­chi­schen Linz an der Donau, sind Teil der Aus­stel­lung. Eine Werk­gruppe mit Auf­nah­men aus seiner Woh­nung und seiner Werk­statt in Köln-Lin­den­t­hal ver­mit­telt dar­über hinaus einen fast pri­va­ten Blick in San­ders Arbeits- und Lebens­um­feld. Dieser Ein­druck wird durch einige erhal­tene, ori­gi­nale Gegen­stände und Ein­rich­tungs­stü­cke ver­stärkt. Wie sehr Sander seiner Wahl­hei­mat Köln ver­bun­den war, kommt in seinen Stadt­bil­dern der Rhein­me­tro­pole, die auch das im 2. Welt­krieg zer­störte Köln zeigen zum Aus­druck. Land­schafts­bil­der, vor­wie­gend aus ver­schie­de­nen deut­schen Regio­nen, aber auch aus Sar­di­nien und bota­ni­sche Stu­dien beto­nen zudem San­ders natur- und kul­tur­ge­schicht­lich geschul­ten Blick. Schließ­lich ver­mit­teln Pho­to­gra­phien aus dem Bereich des Hand­werks und der Indus­trie eine Idee seiner viel­fäl­ti­gen Auf­trags­ar­beit, die auch in Künst­ler- und Archi­tek­ten­krei­sen gefragt war. Dies doku­men­tie­ren von Sander ange­fer­tigte Repro­duk­tio­nen von ins­be­son­dere Gemäl­den bedeu­ten­der Künst­ler aus dem Umfeld der Kölner Pro­gres­si­ven.

Geför­dert von der Kunst­stif­tung NRW
 

Foto August Sander, Zugverkehr auf der Hohenzollernbrücke, 1938

August Sander, Zug­ver­kehr auf der Hohen­zol­lern­brü­cke, 1938

 
Aus­stel­lung:
August Sander: Meis­ter­werke und Ent­de­ckun­gen
Ein Aus­stel­lungs­pro­jekt der Pho­to­gra­phi­schen Sammlung/SK Stif­tung Kultur mit beglei­ten­der Buch­pu­bli­ka­tion
21. März — 3. August 2014

Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur
Im Medi­a­park 7
50670 Köln

Aus­stel­lung geöff­net täg­lich außer mitt­wochs, 14 – 19 Uhr, Ein­tritt: 4,50 € (ermä­ßigt 2 €), Mon­tags freier Ein­tritt
 

(thoMas)