Foto Ulrike Rosenbach, Art is a criminal action, 1972Schon Napo­leon Bona­parte befand einst: „Männer sind selt­sam“

 
 
 
 
 

Foto Richard Avedon, Hansel Nicholas Burum

Richard Avedon, Hansel Nicho­las Burum, Coal Miner, Somer­set, Colo­rado, Decem­ber 17, 1979, 1979

 
Pres­se­infor­ma­tion der DZ Bank Kunst­samm­lung:

MANNSBILDER“

Die DZ BANK Kunst­samm­lung zeigt ein facet­ten­rei­ches Bild vom Mann in der künst­le­ri­schen Foto­gra­fie

Schon Napo­leon Bona­parte hat befun­den „Männer sind selt­sam“. Die aktu­elle Aus­stel­lung der DZ BANK Kunst­samm­lung „MANNSBILDER“ bietet reich­lich Anschau­ungs­ma­te­rial aus rund vier­zig Jahren, das sich der Wahr­neh­mung des Mannes widmet. Die Aus­stel­lung han­delt von archai­schen Typen und Ste­reo­ty­pen, vom Mann in seinen ver­schie­de­nen Rollen und Lebens­ent­wür­fen, aber auch vom Ver­hält­nis zwi­schen Mann und Frau.
 

Foto Arnulf Rainer, Ohne Titel (Automatenportraits), 2002

Arnulf Rainer, Ohne Titel (Auto­ma­ten­por­traits), 2002

 
Zu sehen ist die Schau vom 7. März bis 17. Mai 2014 im ART FOYER der DZ BANK Kunst­samm­lung in Frank­furt am Main. Über 90 foto­gra­fi­sche Werke von 23 inter­na­tio­nal renom­mier­ten Künst­le­rin­nen und Künst­lern aus 14 Län­dern sind zu sehen. Gezeigt werden Arbei­ten von Vito Acconci, David Arm­strong, Richard Avedon, Anna & Bern­hard Blume, Mike Bou­chet, Anton Cor­bijn, Wouter Deruytter, Pietro Don­zelli, Gisèle Freund, Ger­hard Gäbler, Richard Hamil­ton, Pepa Hris­tova, Astrid Klein, Lewis Koch, Zofia Kulik, Urs Lüthi, Boris Micha­jlov, Lore­dana Nemes, Arnulf Rainer, Ulrike Rosen­bach, Andreas Schulze, Lars Tunbjörk, Erwin Wurm u.a. Neu erwor­ben wurden für die Aus­stel­lung die Arbei­ten von Mike Bou­chet, Lore­dana Nemes und Pepa Hris­tova.
 

Foto Blume, Anna & Bernhard, Metaphysik ist Männersache (Detail), 1991

Anna & Bern­hard Blume, Meta­phy­sik ist Män­ner­sa­che (Detail), 1991
Aus der Serie: Im Wald

 
Seit dem Erwa­chen des Bewusst­seins machen sich Men­schen Bilder von sich selbst. Gerade die unter­schied­li­chen Geschlech­ter mit ihren kul­tu­rell und sozial tra­dier­ten Rollen haben ganz bestimmte Bild­mus­ter geschaf­fen. Und wenn auch die Kunst immer wieder typi­sche Frauen- und Män­ner­bil­der trans­por­tiert hat, dann waren es jedoch auch Künst­ler und Künst­le­rin­nen, die solche Rol­len­bil­der iro­ni­sch und kri­ti­sch befragt haben.

Am Anfang der Aus­stel­lung steht exem­pla­ri­sch für die gefal­lene Männ­lich­keit eine Foto­gra­fie des US-Ame­ri­ka­ners Lewis Koch (*1949 in New York, USA). Sie zeigt ein Krie­ger­denk­mal, das an die im Viet­nam­krieg gefal­le­nen Söhne einer Klein­stadt erin­nern soll, an dem die Pla­ket­ten der Namen genau wie ihre Träger zu Boden zu gehen.

Meta­phy­sik ist Män­ner­sa­che“ lautet der Titel des groß­for­ma­ti­gen Tableaus von Anna (*1937 in Bork/Westfalen) und Bern­hard Blume (*1937 in Dort­mund, †2011 in Köln), für das sich das Ehe­paar in gewohnt spieß­bür­ger­li­cher Montur in Szene setzt.

Den Mann als für­sorg­li­chen Fami­li­en­va­ter, als Opa oder als Urlau­ber am Strand zeigt Boris Micha­jlov (*1938 in Char­kow, Ukraine) in seinen Bild­se­rien mit schein­bar ein­fa­chen, all­täg­li­chen Auf­nah­men.

Arnulf Rainer (*1929 in Baden bei Wien, Öster­reich) ver­sucht in den „Selbst­por­traits“ seiner Auto­ma­ten­bil­der mit mimi­schen und gym­nas­ti­schen Aktio­nen sich selbst näher zu kommen.
 

Foto Pepa Hristova, Hakije 1, 2008

Pepa Hris­tova, Hakije 1, 2008
Aus der Serie: Sworn Virg­ins, Alba­nien 2008–2010
 
 
Foto Urs Lüthi, Selfportrait (Detail), 1976

Urs Lüthi, Self­por­trait (Detail), 1976

 
Im Norden Alba­ni­ens lebt bis heute die aus dem Mit­tel­al­ter stam­mende Tra­di­tion der soge­nann­ten „Schwur-Jung­frauen“ fort, wodurch bei­spiels­weise Fami­lien ihr durch Blut­ra­che ver­lo­re­nes männ­li­ches Ober­haupt durch ein weib­li­ches Fami­li­en­mit­glied erset­zen. Die Frauen müssen lebens­lange Jung­fräu­lich­keit gelo­ben und leben fortan völlig als Mann. Die Foto­gra­fin Pepa Hris­tova (*1977 in Sev­lievo, Bul­ga­rien) hat diese Frauen por­trä­tiert.

Urs Lüthi (*1947 in Luzern, Schweiz) unter­zieht in Per­for­man­ces seinen Körper ver­schie­de­nen Wand­lun­gen, um gesell­schaft­li­che und geschlechts­spe­zi­fi­sche Rol­len­kli­schees zu beleuch­ten.

Der bel­gi­sche Foto­graf Wouter Deruytters (*1967 in Roselare, Bel­gien) widmet sich mit Vor­liebe dem Thema der Ver­wand­lung und des Schau­spiels und nimmt mit den Rodeo-Cow­boys eine exzen­tri­sche Gemein­schaft in den Blick.
 

Foto Ulrike Rosenbach, Art is a criminal action, 1972

Ulrike Rosen­bach, Art is a cri­mi­nal action, 1972

 
Einen ganz ande­ren Typ von Mann zeigen die groß­for­ma­ti­gen Auf­nah­men des berühm­ten ame­ri­ka­ni­schen Mode­fo­to­gra­fen Richard Avedon (*1923 in New York, USA, †2004 in Texas, USA), der mit seinem puris­ti­schen Stil ein­drucks­volle Por­träts von unbe­kann­ten Wan­der­ar­bei­tern des ame­ri­ka­ni­schen Wes­tens geschaf­fen hat.

Als eine der ersten Foto­jour­na­lis­tin­nen hat es die deut­sch-fran­zö­si­sche Gisèle Freund (*1908 in Berlin, †2000 in Paris, Frank­reich) vor allem mit ihren Bild­stre­cken über Pari­ser Intel­lek­tu­elle für das Time-Maga­zin zu welt­wei­ten Ruhm gebracht.

Dass 60 bis 80 Pro­zent des inter­na­tio­na­len Daten­ver­kehrs im Inter­net aus Por­no­gra­fie besteht, hat zu der Arbeit des in Frank­furt leben­den Ame­ri­ka­ners Mike Bou­chet (*1970 in Kali­for­nien, USA) geführt. Das Video-Still ist eine Moment­auf­nahme aus 10.000 klei­nen por­no­gra­fi­schen Video­clips, die in einen zehn­mi­nü­ti­gen Mosa­ik­tep­pich pul­sie­ren­den Flei­sches zusam­men­ge­fügt wurden.

Dem Zerr­bild der Liebe ist Lore­dana Nemes (*1972 in Sibiu, Rumä­nien) auf der Spur. Sie hat nach einer geplatz­ten Hoch­zeit mit ihrem Hoch­zeits­kleid diverse Reisen unter­nom­men und an unter­schied­lichs­ten Män­nern „aus­pro­biert“, ob es über­haupt in einen amou­rö­sen Kon­text passen könnte. Jedem „Hoch­zeits­foto“ ist ein Text bei­ge­stellt, in dem der jewei­lige Mann über seine Erfah­run­gen mit Lie­bes­be­zie­hun­gen berich­tet.
 

Foto Richard Hamilton, Eight Self-Portraits (Detail), 1994

Richard Hamil­ton, Eight Self-Por­traits (Detail), 1994

 
DZ BANK Kunst­samm­lung
Im ART FOYER ver­an­stal­tet die DZ BANK in Frank­furt am Main regel­mä­ßig Aus­stel­lun­gen. Das Spit­zen­in­sti­tut der Volks­ban­ken Raiff­ei­sen­ban­ken ver­fügt über eine welt­weit aner­kannte Samm­lung zeit­ge­nös­si­scher Foto­kunst mit über 7000 Werken von rund 700 Künst­lern.

 
 
Aus­stel­lung:
Manns­bil­der
7. März bis 17. Mai 2014

DZ Bank Kunstsammlung – Art Foyer
Platz der Repu­blik
60325 Frankfurt/Main

Öffent­li­cher Zugang: Fried­rich-Ebert-Anlage / City­haus I
Öffent­li­ches Park­haus „Wes­tend“

Öff­nungs­zei­ten: Di. – Sa. 11 bis 19 Uhr

Öffent­li­che Füh­run­gen: Jeden letz­ten Frei­tag im Monat um 17.30 Uhr. Um Vor­an­mel­dung wird gebe­ten.
Tele­fon: +49 69 7447–2386 oder E-Mail: kunst@dzbank.de
 

Foto Boris Michajlov, Am Strand, 1981

Boris Micha­jlov, Am Strand, 1981

 
(thoMas)