Foto Robert Adams, North of Keota, Colorado, The Planes, 1965-1973Robert Adams (geb. 1937), der sich intensiv dem ameri­ka­ni­schen Westen gewidmet hat, zählt zu den Klassikern der künst­le­ri­schen Fotografie der Gegenwart. Eine umfas­sende Retro­spektive seines Werks wird nun erstmals in Deutschland im Josef Albers Museum Quadrat Bottrop präsen­tiert:

 
 
 
 
 

Foto Robert Adams, North of Keota, Colorado, The Planes, 1965-1973

Robert Adams, North of Keota, Colorado, The Planes, 1965–1973
© Robert Adams

 
Presse­mit­teilung vom Josef Albers Museum Quadrat Bottrop:

Robert Adams: The Place We Live. Retro­spektive des fotogra­fi­schen Werks

30. Juni – 29. September 2013

Der Ameri­kaner Robert Adams (geb. 1937) gilt seit langem als ein Klassiker der künst­le­ri­schen Fotografie in der Gegenwart. Doch erst in jüngerer Zeit wurde sein Werk auch in Europa bekannt, und es kommt derzeit zu einer ersten umfas­senden Präsen­tation. Diese Ausstellung, die ca. 300 fotogra­fische Origi­nal­abzüge aus mehr als vierzig Jahren umfasst, wird nun – nach Stationen in den USA – auch im Josef Albers Museum gezeigt, als einziger Station in Deutschland. Robert Adams verbindet mit Josef Albers und dessen Museum in Bottrop eine lang dauernde Wertschätzung.
 

Foto Robert Adams, Lakewood, Colorado, The New West, 1968-1971

Robert Adams, Lakewood, Colorado, The New West, 1968–1971
© Robert Adams
 
 
Foto Robert Adams, Longmont, Colorado, Summer Nights, 1979

Robert Adams, Longmont, Colorado, Summer Nights, 1979
© Robert Adams

 
Wie kein anderer Fotograf des 20. Jahrhun­derts hat sich Adams mit der Landschaft des ameri­ka­ni­schen Westens ausein­an­der­ge­setzt. Sein Blick richtet sich auf das Gebiet von den großen Ebenen über die Rocky Mountains bis zum Pazifik. Adams’ Ästhetik ist ausdrücklich sachlich, detail­liert und versucht eine genaue Bestands­auf­nahme. In schwarz/weißen Fotografien, zumeist mit einer großfor­ma­tigen Platten­kamera aufge­nommen, zeigt er die urbanen Zentren und ländlichen Gebiete Colorados, Kalifor­niens und Oregons.

Wir erkennen dabei die Wunden, die unsere Zivili­sation der Landschaft geschlagen hat. Die Prognose dieser Bilder ist skeptisch, gerade weil sie universale Gültigkeit hat. Getrieben von Eigennutz und einem unbewussten Zerstö­rungs­willen, hat unsere Gesell­schaft ihre Lebens­räume seit dem begin­nenden 19. Jahrhundert zunehmend deren ursprüng­licher Quali­täten beraubt.

Doch entgegen den unüber­seh­baren Zeichen des Nieder­gangs lassen Adams’ Fotografien genauso Momente der Hoffnung erkennen. Denn auch die Weite und Stille der ameri­ka­ni­schen Landschaften, die Majestät der Gebirge und die üppige Gestalt der über Jahrhun­derte gewach­senen Wälder sind noch gegen­wärtig. Gemeinsam mit einem alles durch­drin­genden Licht halten sie die Erinnerung wach an das, was der Westen einst für seine frühen Siedler war: ein Reich der Freiheit, das jedem, der es betrat, Raum bot zur Entfaltung seiner persön­lichen Glücks­vor­stellung. Die Fotografien beschreiben die Zerstö­rungen unserer Lebenswelt, und zugleich halten sie fest an dem, was Adams als das Ziel aller künst­le­ri­schen Arbeit sieht: die Schönheit des Lebens. »Leben heißt, eine Form vertei­digen«, so äußert sich Adams mit den Worten Friedrich Hölderlins.
 

Foto Robert Adams, Eden, Colorado, Eden, 1968

Robert Adams, Eden, Colorado, Eden, 1968
© Robert Adams

 
Als Josef Albers etwa achtzig Jahre alt war, begann ich gerade erst damit, Amerika zu dokumen­tieren, und obwohl wir uns nie persönlich begegnet sind, ist es mir eine Ehre, denen, die am Ort seiner Geburt leben, von den Schön­heiten und einigem Scheitern in den USA zu berichten, jener Nation, der wir uns beide so verpflichtet fühlen. Angesichts des Werks von Josef Albers, das sich ganz auf die Wirkung der Farbe konzen­triert, mag es merkwürdig scheinen, dass er und ich das Gefühl einer gemein­samen Verpflichtung haben, und dennoch ist dem so. Weder ihm noch mir geht es um Selbst­aus­druck, sondern um die Form und um die nachhaltige Ruhe, die mit ihrer Entde­ckung einher­gehen kann.

Eine Ausstellung der Yale University Art Gallery.
 
 
Ausstellung:
Robert Adams: The Place We Live. Retro­spektive des fotogra­fi­schen Werks
30. Juni – 29. September 2013

Josef Albers Museum Quadrat Bottrop
Im Stadt­garten 20
46236 Bottrop

Öffnungs­zeiten
Dienstag bis Samstag: 11 – 17 Uhr, Sonn- und Feiertage: 10 – 17 Uhr, Montag geschlossen
 

Foto Robert Adams, Colorado Springs, Colorado, The New West, 1968-1971

Robert Adams, Colorado Springs, Colorado, The New West, 1968–1971
© Robert Adams

 
Zur Ausstellung sind zwei Publi­ka­tionen erschienen:

Robert Adams
The Place We Live
3 Bände im Schuber, 675 s/w-Abb., Leinen geb.
199 Euro

Robert Adams
What Can We Believe Where? Photo­graphs of the American West
120 S. mit 110 s/w-Abb., Broschur
19,80 Euro
 

(thoMas)