Foto Evgenia ArbugaevaDie aus Sibi­rien stam­mende Evge­nia Arbu­g­aeva wird für ihre Bil­der­se­rie „Tiksi“ über die gleich­na­mige Klein­stadt an der ark­ti­schen Küste Nord­si­bi­ri­ens mit dem „Leica Oskar Bar­nack Preis 2013“ aus­ge­zeich­net. Den Nach­wuchs­preis erhält Ciril Jazbec für die Bil­der­se­rie „Waiting to move“ über die Inu­piaq-Eski­mos in Shish­ma­ref:

Pres­se­infor­ma­tion der Leica Camera AG:

Leica Oskar Bar­nack Preis 2013 geht an Evge­nia Arbu­g­aeva für ihr Foto­pro­jekt „Tiksi“

Die Preis­trä­ger des Leica Oskar Bar­nack Prei­ses und Nach­wuchs­prei­ses 2013 stehen fest. Die aus Sibi­rien stam­mende Evge­nia Arbu­g­aeva erhält den renom­mier­ten Foto­preis für die Bil­der­se­rie „Tiksi“, ein Pro­jekt über die gleich­na­mige Klein­stadt an der ark­ti­schen Küste Nord­si­bi­ri­ens. Den Leica Oskar Bar­nack Nach­wuchs­preis 2013 sprach die inter­na­tio­nal besetzte Jury dem Slo­we­nen Ciril Jazbec zu. Seine Foto­stre­cke „Waiting to move“ the­ma­ti­siert ein vom Kli­ma­wan­del bedroh­tes Eskimo-Dorf in Alaska.
 

Foto Evgenia Arbugaeva
 
 
Foto Evgenia Arbugaeva
 
 
Foto Evgenia Arbugaeva
 
 
Foto Evgenia Arbugaeva

Evge­nia Arbu­g­aeva, aus der Serie „Tiksi“

 
In ihrer Foto­stre­cke „Tiksi“ widmet sich Evge­nia Arbu­g­aeva dem ark­ti­schen Alltag in ihrer Geburts­stadt. Einst wich­tige Mili­tär- und Wis­sen­schafts­ba­sis inmit­ten der Tundra Sibi­ri­ens, ist die dama­lige Bedeu­tung der Hafen­stadt längst nicht mehr sicht­bar. Mit dem Zer­fall der Sowjet­union und der Wirt­schafts­krise in den 1990er Jahren sank die Bevöl­ke­rungs­zahl des Ortes dra­ma­ti­sch. Waren die Bewoh­ner zu Sowjet­zei­ten noch rela­tiv gut ver­sorgt, gibt es heute kaum noch Arbeits- und Lebens­mög­lich­kei­ten. Als Folge der sich stetig ver­schlech­tern­den Lebens­um­stände haben immer mehr Men­schen die Sied­lung ver­las­sen. Auf ein­dring­li­che und poe­ti­sche Weise ver­leiht die Foto­gra­fin in ihren Auf­nah­men der ver­las­se­nen, ark­ti­schen Eis­land­schaft und den dort leben­den Men­schen eine fas­zi­nie­rende Schön­heit. Schlicht und ohne ablen­kende Details prä­sen­tiert sie Szenen aus dem Alltag. Die Bilder erzäh­len von der Aus­ein­an­der­set­zung der Bewoh­ner mit der anhal­ten­den Kälte, den Ent­beh­run­gen und der Ein­sam­keit. Dabei wirkt der Blick der Foto­gra­fin auf die Heimat sehr lie­be­voll. Ihre Auf­nah­men strah­len einen fast mär­chen­haf­ten Zauber aus, von dem der Betrach­ter in den Bann gezo­gen wird. Evge­nia Arbu­g­aeva, Jahr­gang 1985, arbei­tet als freie Foto­gra­fin in Russ­land und New York. Sie hatte bereits ver­schie­dene Ein­zel­aus­stel­lun­gen und Ver­öf­fent­li­chun­gen bei­spiels­weise in Maga­zi­nen wie Elite Tra­vel­ler und Zoom.
 

Foto Ciril Jazbec
 
 
Foto Ciril Jazbec
 
 
Foto Ciril Jazbec

Ciril Jazbec, aus der Serie „Waiting to move“

 
Der Nach­wuchs­preis­trä­ger, Ciril Jazbec, nimmt in seiner Bil­der­se­rie „Waiting to move“ das täg­li­che Leben und die schwin­den­den Tra­di­tio­nen der Inu­piaq Eski­mos in Shish­ma­ref in den Fokus. Das Dorf, gele­gen auf einer sehr schma­len Insel vor der nord­west­li­chen Küste Alas­kas, ist durch den Kli­ma­wan­del und dem damit ein­her­ge­hen­den Anstieg des Mee­res­spie­gels bedroht. Um die Gemein­schaft auf­recht­zu­er­hal­ten, haben sich die Bewoh­ner im Jahr 2002 für eine kom­plette Umsied­lung des Dorfes auf das nahe gele­gene Fest­land aus­ge­spro­chen. Seit­dem warten sie auf die für den Umzug nötige Finan­zie­rung, die von der ame­ri­ka­ni­schen Regie­rung noch nicht bewil­ligt ist. Die emo­tio­na­len Auf­nah­men von Ciril Jazbec fangen die Stim­mung des Abwar­tens ein und doku­men­tie­ren dabei den Zusam­men­halt einer klei­nen Gemein­schaft zwi­schen Tra­di­tion und Moderne. Obwohl die Zukunft trost­los scheint, bilden die Dorf­be­woh­ner eine starke Ein­heit. Daraus ziehen sie die not­wen­dige Kraft, um die Hoff­nung auf bes­sere Zeiten nicht zu ver­lie­ren. Ciril Jazbec ist 1987 in einem idyl­li­schen Dörf­chen in Slo­we­nien gebo­ren und auf­ge­wach­sen. Vor seinem Foto­jour­na­lis­mus-Stu­dium am London Col­lege of Com­mu­ni­ca­tion hatte er Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten mit dem Schwer­punkt Manage­ment stu­diert. Jazbec arbei­tet seit seinem 20. Lebens­jahr als Wer­be­fo­to­graf für zahl­rei­che slo­we­ni­sche, kroa­ti­sche und bri­ti­sche Agen­tu­ren.

Der Haupt­preis, eine Leica M Kame­ra­aus­rüs­tung im Wert von rund 10.000 Euro und ein Preis­geld in Höhe von 5.000 Euro, und der Nach­wuchs­preis (eben­falls eine Leica M mit Objek­tiv) werden im Rahmen des Foto­fes­ti­vals Ren­con­tres Inter­na­tio­na­les de la Pho­to­gra­phie im fran­zö­si­schen Arles am 03. Juli 2013 ver­lie­hen. An der inter­na­tio­na­len Aus­schrei­bung des Foto­wett­be­werbs hatten sich über 2200 Foto­gra­fin­nen und Foto­gra­fen aus 101 Län­dern betei­ligt. Die meis­ten Bewer­bun­gen gingen dabei aus Deutsch­land, den USA, Russ­land und Ita­lien ein. Zu den Jury­mit­glie­dern gehör­ten in diesem Jahr Karin Rehn-Kauf­mann, künst­le­ri­sche Lei­te­rin der Leica Gale­rie Salz­burg, Dimi­tri Beck, Chef­re­dak­teur des Polka Maga­zins, Markus Scha­den, Ver­le­ger und freier Kura­tor, Bri­gitte Schal­ler, Art Direk­to­rin des LFI Maga­zins, sowie die Foto­gra­fen Klav­dij Sluban und Peter Turn­ley. Die beiden Gewin­ner­se­rien und Bilder der neun Fina­lis­ten des Leica Oskar Bar­nack Prei­ses mit Inter­views und Hin­ter­grün­den sind auch in einer Son­der­aus­gabe des Maga­zins LFI (Spe­cial Edi­tion 2013) abge­druckt.
 

(thoMas)