FotoDer Schweizer Martin Schadt, Erfinder der flachen Flüssig­kristall- Anzeige (LCD), wurde für sein Lebenswerk jetzt mit dem Europäi­schen Erfin­der­preis 2013 ausge­zeichnet:

Martin Schadt (Schweiz), Erfinder der weltweit ersten flachen Flüssig­kristall-Anzeige, die heute besser bekannt ist als „LCD“ (liquid crystal display), wurde jetzt für sein Lebenswerk mit dem Europäi­schen Erfin­der­preis 2013 ausge­zeichnet. Schadts Techno­logie hat den Weg für Niedrig­energie-Geräte wie Tablet-Computer, Mobil­te­lefone und Flach­bild­schirme geebnet, die inzwi­schen von Millionen Menschen auf der ganzen Welt genutzt werden.
 

Foto von Martin Schadt

Martin Schadt mit einem ersten Proto­typen des von ihm erfun­denen LCDs

 
Schadt fand als Erster heraus, welches Potenzial in Flüssig­kris­tallen vorhanden ist, die ja sowohl die Eigen­schaften von Flüssig­keiten als auch jene von Festkörpern haben. Als Physiker bei F. Hoffmann-La Roche meldete er mit seinem Kollegen Wolfgang Helfrich 1970 das erste Patent für Flüssig­kris­talle an, das dieser Techno­logie zum wirtschaft­lichen Durch­bruch verhalf und die Firma zum Weltmarkt­führer machte: Heute finden sich Flüssig­kristall-Anzeigen in nahezu allen Geräten für alle Bereiche des täglichen Lebens.

Hier des Inter­esses halber die weiteren Preis­träger 2013:

• Industrie: Claus Hämmerle und Klaus Brüstle (Öster­reich) vom Vorarl­berger Möbel­zu­lie­ferer Julius Blum GmbH für ein Dämpfungs­system zum sanften Schließen von Klappen, Türen und Auszügen bei Möbeln (Blumotion).

• Kleine und mittel­stän­dische Unter­nehmen: Pål Nyrén (Schweden) für die Erfindung der Pyrose­quen­zierung – ein wesentlich schnel­leres, einfa­cheres und kosten­güns­ti­geres Verfahren zur Sequen­zierung von DNA-Strängen.

• Forschung: Patrick Couvreur, Barbara Stella, Véronique Rosilio und Luigi Cattel (Frank­reich, Italien), ein Team an der Univer­sität Paris-Sud, für die von ihnen entwi­ckelten Nanokapseln, die 70-mal kleiner als rote Blutkör­perchen und biolo­gisch abbaubar sind und Krebs­zellen vernichten, ohne gesundes Gewebe zu schädigen.

• Außer­eu­ro­päische Staaten: Ajay V. Bhatt, Bala Sudarshan Cadambi, Jeff Morriss, Shaun Knoll und Shelagh Callahan (USA) für die Schaffung und Entwicklung der USB-Techno­logie (Universal Serial Bus).

• Der Gewinner des Publi­kums­preises ist José Luis López Gómez (Spanien), dessen Erfindung, bei Hochge­schwin­dig­keits­zügen statt einer Standard­achse eine „unabhängig geführte” Radkon­struktion zu verwenden, diese Züge zu den bequemsten und sichersten im Eisen­bahn­verkehr gemacht hat.
 
Der Europäische Erfin­der­preis wird seit 2006 jährlich durch das Europäische Patentamt verliehen. Mit ihm sollen Erfinder und Erfin­der­teams ausge­zeichnet werden, die mit bahnbre­chenden Arbeiten Antworten auf die Heraus­for­de­rungen unserer Zeit geben und so zu sozialem Fortschritt, Wirtschafts­wachstum und Wohlstand beitragen. Nominie­rungen können von der Öffent­lichkeit sowie von den Patent­prüfern des Europäi­schen Patentamts und der natio­nalen Patent­ämter Europas einge­reicht werden. Aus den Nominierten werden fünfzehn Finalisten und – in einem späteren Schritt – die Preis­träger von einer inter­na­tio­nalen Jury ausge­wählt, der Experten aus Wirtschaft, Politik, Medien, Wissen­schaft und Forschung angehören. Der Preis wird in fünf Kategorien verliehen: Industrie, Forschung, Kleine und mittel­stän­dische Unter­nehmen (KMU), Außer­eu­ro­päische Staaten und Lebenswerk. In diesem Jahr war erstmals die breite Öffent­lichkeit aufge­rufen, aus den 15 Finalisten den Gewinner des Publi­kums­preises zu küren.

Selbst­dar­stellung des EPA:
Das Europäische Patentamt (EPA) mit Sitz in München und Dienst­stellen in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien ist mit fast 7.000 Mitar­beitern eine der größten Behörden in Europa. Das EPA wurde mit dem Ziel gegründet, die Zusam­men­arbeit zwischen den Staaten Europas auf dem Gebiet des Patent­wesens zu stärken. Über das zentra­li­sierte Anmel­de­ver­fahren vor dem EPA können Erfinder Patent­schutz in den 38 Mitglied­staaten der Europäi­schen Paten­t­or­ga­ni­sation erlangen. Darüber hinaus ist das EPA in Sachen Patent­in­for­mation und Patent­re­cherche weltweit führend.
 
 
Für weiteres Material und Videos siehe: European Inventor Award – Press Chanel

(thoMas)