Foto Georg Gerster, Erntemuster in der Pampa, Argentinien, 1967Dem Thema Welternährung widmet sich die Schweizer Ausstellung „Wovon wir leben – Flugbilder von Georg Gerster“:

 
 
 
 
 

Foto Georg Gerster, Versalztes Weizenfeld bei Katanning, Westaustralien, 1989

Versalztes Weizenfeld bei Katanning, Westaus­tralien, 1989
© Georg Gerster

 
Die Fotostiftung Schweiz infor­miert:

Wovon wir leben – Flugbilder von Georg Gerster

Georg Gerster gehört weltweit zu den bedeu­tendsten Vertretern der Flugfo­to­grafie. 50 Jahre nach seinem ersten Fotoflug, zu dem er 1963 im Sudan startete, widmet ihm die Fotostiftung Schweiz in Winterthur eine monogra­fische Ausstellung. Unter dem Titel „Wovon wir leben – Flugbilder von Georg Gerster“ geht es dabei um das Thema Welternährung, ein Schwer­punkt in seinem Schaffen. Neben einigen Ikonen präsen­tiert die Schau auch viele unbekannte Werke.

 

Foto Georg Gerster, Weizenanbau bei Caparroso in Navarra, Spanien 1995

Weizen­anbau bei Caparroso in Navarra, Spanien 1995
© Georg Gerster

 
Fliegen und fotogra­fieren: Schon im 19. Jahrhundert hat die Verbindung dieser techni­schen Errun­gen­schaften eine eigene Kategorie von Bildern hervor­ge­bracht und eine ganz neue Wahrnehmung der Welt eröffnet. Flugbilder vermitteln nicht nur atembe­rau­bende ästhe­tische Erleb­nisse, sie erlauben es auch, geogra­fische, biolo­gische, ökolo­gische, wirtschaft­liche oder politische Zusam­men­hänge zu entdecken, die dem mensch­lichen Auge am Boden verborgen bleiben. Kaum eine fotogra­fische Perspektive ruft so viel Staunen hervor wie die Sicht von oben.

Der Schweizer Georg Gerster (geb. 1928 in Winterthur) hat in einem halben Jahrhundert Flugfo­to­grafie die herkömm­liche Luftauf­nahme zum Flugbild veredelt. Dabei erlangte der promo­vierte Germanist nicht nur technische Meister­schaft. Bei Gerster verbindet sich die Faszi­nation für abstrakte Formen und berau­schende Farben mit dem Drang nach Erkenntnis. Der dem Flugbild eigene Verfrem­dungs­effekt ist ihm nicht Selbst­zweck. Vielmehr nutzt er ihn, um beim Betrachter Respekt für die Schönheit und Einzig­ar­tigkeit unseres Planeten zu wecken. Gerster fördert damit aber auch das Verständnis für gewachsene, jahrtau­sen­dealte Struk­turen und Lebens­formen, und er dokumen­tiert die Auswir­kungen von mensch­lichen Eingriffen in den ökolo­gi­schen Kreislauf. Seine ausführ­lichen Kommentare zu den oft rätsel­haften Bildern zeugen von inten­siver fachlicher Ausein­an­der­setzung mit den sicht­baren Gegeben­heiten.
 

Foto Georg Gerster, Erntemuster in der Pampa, Argentinien, 1967

Erntemuster in der Pampa, Argen­tinien, 1967
© Georg Gerster

 
Die Ausstellung „Wovon wir leben – Flugbilder von Georg Gerster“ widmet sich dem Thema der verfüg­baren Ressourcen – ein Thema, das in der Agenda des 21. Jahrhun­derts ganz oben steht. In den Werken von Georg Gerster findet diese oft nur abstrakt und mit statis­ti­schem Material disku­tierte Heraus­for­derung einen überzeu­genden symbo­li­schen Ausdruck. Dabei rufen seine Bilder, statt mit plaka­tiven Anklagen und Antworten aufzu­warten, immer wieder die Komple­xität des Themas in Erinnerung. Mehr noch: Wer sich in Georg Gersters Arbeiten vertieft, darf sich durchaus von der Schönheit der Oberfläche verführen lassen, darf sich an der Ästhetik der gestal­teten Bilder satt sehen – und wird gerade dadurch erkennen, was auf dem Spiel steht.
 

Foto Georg Gerster, Der Stern von Montady, Département Hérault, Frankreich 1972

Der Stern von Montady, Dépar­tement Hérault, Frank­reich 1972
© Georg Gerster

 
 
Ausstellung:
Wovon wir leben – Flugbilder von Georg Gerster
15. März bis 26. Mai 2013

Fotostiftung Schweiz
Grüzen­strasse 45
CH-8400 Winterthur (Zürich)
 

(thoMas)