Foto Andreas Seibert, Herr Wang verkauft seine Fische für ¥ 6 (CHF 0.90) pro halbes Kilogramm. Provinz Henan, 2011Im Rahmen eines dokumen­ta­rischen Fotopro­jektes folgte Andreas Seibert dem rund 1000 Kilometer langen Huai-Fluss in China von der Quelle bis zur Mündung:

 
 
 
 
 

Foto Andreas Seibert, Sandabbau am Fluss Huai für die Betonherstellung. Provinz Anhui, 2011

Sandabbau am Fluss Huai für die Beton­her­stellung. Provinz Anhui, 2011
© Andreas Seibert

 
Presse­mit­teilung der Fotostiftung Schweiz:

Andreas Seibert. Huai He – Alles im Fluss

Nach seiner vielbe­achteten Arbeit über das Leben der chine­sischen Wander­ar­beiter («From Somewhere to Nowhere – China’s Internal Migrants», 2008) widmet sich der in Tokio lebende Schweizer Fotograf Andreas Seibert einem neuen brisanten Thema. Mit dem Projekt «Huai He – Alles im Fluss» beleuchtet er die alltägliche Wirklichkeit und die Heraus­for­de­rungen des heutigen China. Im Zentrum steht der rund 1000 Kilometer lange Huai-Fluss, dem Seibert von der Quelle bis zur Mündung entlang gereist ist. Die Fotostiftung Schweiz präsentiert in der Ausstellung «Huai He – Alles im Fluss», kuratiert von Peter Pfrunder, erstmals die Quint­essenz seiner aufwendigen Recherchen.

 

Foto Andreas Seibert, Herr Wang verkauft seine Fische für ¥ 6 (CHF 0.90) pro halbes Kilogramm. Provinz Henan, 2011

Herr Wang verkauft seine Fische für ¥ 6 (CHF 0.90) pro halbes Kilogramm. Provinz Henan, 2011
© Andreas Seibert
 
 
Foto Andreas Seibert, Frau Zhang, 22. In der Stadt Xuzhou leben über 8 Millionen Menschen. Provinz Jiangsu, 2012

Frau Zhang, 22. In der Stadt Xuzhou leben über 8 Millionen Menschen. Provinz Jiangsu, 2012
© Andreas Seibert

 
Der Huai He gehört zu den wichtigsten Flüssen Chinas. Für Millionen von Menschen ist er eine zentrale Lebensader. Gleich­zeitig spiegelt er exemplarisch die Verän­de­rungen und Wider­sprüche des rasanten, ungebremsten Wachstums der chine­sischen Wirtschaft: Obschon sich die Kulturen und Lebens­wirk­lich­keiten in den verschiedenen Provinzen stark unter­scheiden, sind die Menschen und Siedlungen entlang des Huai He überall mit der Tatsache konfrontiert, dass dessen Wasser heute mehr einer giftigen Kloake als einem lebens­spen­denden Element gleicht.

Die während mehreren langen Reisen entstandene Arbeit von Andreas Seibert ist ein dokumen­ta­risches Projekt im klassischen Sinn. Die Eindring­lichkeit seiner Bilder rührt nicht zuletzt daher, dass er dabei einen eigenen ästhe­tischen Ansatz verfolgt. In Seiberts Fotografien erhalten die abstrakten Fakten ein sinnliches Gesicht, das gerade in seiner Ambivalenz zu fesseln vermag. Seine Landschafts­bilder vermitteln trotz allem eine melan­cho­lische Schönheit, und seine Porträts zeigen Menschen, deren Würde und Stolz oftmals die innere Verzweiflung überstrahlt. Der Sinn des Fotografen für besondere Stimmungen und seine spürbare Sympathie für die Menschen, denen er auf seinen Reisen begegnet ist, sind wichtige Kompo­nenten seines lyrischen Dokumen­tarstils.
 

Foto Andreas Seibert, Abwasserbecken einer Lebensmittelfabrik. Provinz Henan, 2011

Abwas­ser­becken einer Lebens­mit­tel­fabrik. Provinz Henan, 2011
© Andreas Seibert
 
 
Foto Andreas Seibert, Schilfbündel werden von einem Lastkahn geladen und auf eine Baustelle gebracht. Provinz Jiangsu, 2011

Schilf­bündel werden von einem Lastkahn geladen und auf eine Baustelle gebracht. Provinz Jiangsu, 2011
© Andreas Seibert

 
Ausstellung:
Andreas Seibert
Huai He – Alles im Fluss
27. Oktober 2012 bis 3. März 2013

Fotostiftung Schweiz
Grüzen­strasse 45
CH-8400 Winterthur (Zürich)
 

(thoMas)