Foto Andrea Gjestvang, aus der Serie „Everybody knows this is nowhere“Das 3. Lumix Festival für jungen Fotojour­na­lismus (13. – 17. Juni 2012) ist gerade in vollem Gange. Wir waren vor Ort, zeigen Ihnen ein wenig von dem vielen Sehens­werten und möchten Sie zu einem Wochenend-Ausflug dorthin animieren:

60 Reportagen und 22 Multimedia-Stories sind in Hannover derzeit zu sehen; ausgewählt aus 1170 Bewer­bungen. Das verspricht, dass an diesem Wochenende die „Crème de la Crème” der jungen Fotojour­na­lismus respektive der Dokumen­tar­fo­to­grafie zu sehen ist. Mit der Betonung auf „jung”, denn die Bewerber durften nicht älter als 35 Jahre sein.

Und in der Tat werden hier wieder 60 beein­dru­ckende Fotoserien gezeigt. Gut sind sie alle, sehr gut manche, und einige auch heraus­ragend. Wobei es wie immer ist: Was als gut, sehr gut und heraus­ragend empfunden wird, das erlebt jeder anders. Jedenfalls: eine hochka­rätige Ausstellung, deren Besuch unbedingt lohnt, erzählt sie doch viel über diese unsere Welt; oft auch über Ereignisse oder Orte, die wissens- und sehenswert sind, aber sonst kaum Beachtung finden.
 

Foto Reality Scanner

3. Lumix Festival für jungen Fotojour­na­lismus
Blick ins Design Center; vor der Eröffnung

 
 
Foto Reality Scanner

Ausstel­lungs­be­sucher im Deutschen Pavillon
 
 
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Prof. Rolf Nobel während seiner Eröff­nungs­an­sprache

Alle Festival-Fotos: Reality Scanner
Mehr Fotos, auch von den früheren Festivals, unter http://www.flickr.com/photos/realityscans/sets/72157623838857566/

 
Mit freund­licher Erlaubnis von Prof. Rolf Nobel, Fotografie-Professor an der Hochschule Hannover und Leiter des Festivals, dürfen wir hier Auszüge aus seiner Rede anlässlich der Eröff­nungs­ver­an­staltung wieder­gegeben:

Nirgendwo sonst auf der Welt lebt ein Fotofestival dieser Größe derart vom Arbeits­einsatz und Engagement der Studie­renden. Ohne sie würde dieses Festival hier nicht statt­finden können und ohne sie würde es auch nicht den Geist atmen, der von den Besuchern aus aller Welt in der Vergan­genheit so häufig und begeistert gelobt wurde und der dieses Festival in seiner Atmosphäre so einmalig macht. Und Sie können mir glauben, dass meine Kolle­ginnen und Kollegen und ich auch in diesem Punkt mächtig stolz auf unsere Studen­tinnen und Studenten sind.

Für mich zeigt es aber auch, dass junge Menschen durchaus bereit sind, sich zu engagieren, wenn man Ihnen eine Vision und ein lohnens­wertes Ziel gibt und wenn man sie begeistern kann. Und es zeigt weiterhin, dass es nicht der opulenten Finan­zierung einer Elite­uni­versität bedarf, um an einer Hochschule wie unserer Heraus­ra­gendes auf die Beine zu stellen.
 

Foto Andrew Burton, aus der Serie „Occupy Wall Street“

Andrew Burton, aus der Serie „Occupy Wall Street“

Demons­tranten springen während einer Demons­tration gegen die Wall Street über eine Barrikade. Sie haben soeben erfahren, dass die Eigentümer des Zuccotti Parks ihre Forderung zurück­gezogen haben, dass der Park von der New Yorker Polizei geräumt werden soll.
 
 
Foto Andrew Burton, aus der Serie „Occupy Wall Street“

Andrew Burton, aus der Serie „Occupy Wall Street“

Frances Goldin, 87, eine Occupy-Wall-Street-Demons­trantin aus dem New Yorker Viertel Lower East Side, spricht mit der Polizei an der Kreuzung zwischen Exchange Place und Beaver Street im Financial District. 17. November 2011.
 
 
Foto Andrew Burton, aus der Serie „Occupy Wall Street“

Andrew Burton, aus der Serie „Occupy Wall Street“

Zwei Demons­tranten küssen sich während einer unange­kün­digten Razzia der New Yorker Polizei in den frühen Morgen­stunden auf einer Bushal­te­stelle außerhalb des Zuccotti Parks. 15. November 2011.
 
 
Foto Salvi Danés, aus der Serie „Dark Isolation, Tokyo“

Salvi Danés, aus der Serie „Dark Isolation, Tokyo”

Ein Mädchen wartet im Regen.
 
 
Foto Salvi Danés, aus der Serie „Dark Isolation, Tokyo“

Salvi Danés, aus der Serie „Dark Isolation, Tokyo”

Eine Frau entspannt sich in einem Park im zentralen Geschäfts­viertel und verdeckt ihr Gesicht vor der Frühlingssonne.
 
 
Foto Andrea Gjestvang, aus der Serie „Everybody knows this is nowhere“

Andrea Gjestvang, aus der Serie „Everybody knows this is nowhere”

Obwohl William, 19, und seine Freunde das kleine Dorf Bugøynes verlassen haben, treffen sie sich im Sommer auf dem Spielplatz ihrer ehemaligen Schule, um rumzu­hängen und zu feiern. Als 1989 die Fisch­fabrik zumachte, sahen die Bewohner keine Zukunfts­per­spektive mehr und boten das Dorf in der Zeitung zum Verkauf an.
 
 
Foto Andrea Gjestvang, aus der Serie „Everybody knows this is nowhere“

Andrea Gjestvang, aus der Serie „Everybody knows this is nowhere”

Ellen, Ørjan, beide 15, und Marita am Tag ihrer Konfir­mation in Bugøynes.
 
 
Foto andrea gjestvang, aus der serie „everybody knows this is nowhere

Andrea Gjestvang, aus der Serie „Everybody knows this is nowhere”

Silves­terball in der Sporthalle der Oberschule in Vadsø.

 
Wir wissen um die Macht der Bilder, denn Bilder besetzen unsere Köpfe. Ohne Bilder bleibt unsere Erinnerung blass und kontu­renlos. Der Medien­wis­sen­schaftler und Kunst­psy­chologe Rudolf Arnheim war sogar der Meinung, dass es kein Denken ohne Bilder gäbe. Und der Philosoph Walter Benjamin war der Auffassung, dass Vergan­genheit nur im Bild festzu­halten sei. Zwar gäbe es Bilder ohne Geschichte, aber es gäbe keine Geschichte ohne Bilder. In ihrem Buch »Das Leiden anderer betrachten«, in dem die ameri­ka­nische Kritikerin und Essayistin Susan Sontag kurz vor ihrem Tod wieder zu Ihrer Überzeugung von der Kraft der Fotografie zurück­ge­funden hat, sagt sie deshalb:
 

»Die Menschheit schreibt die Geschichte in Worten, aber sie erinnert sich in Bildern.«

 
Und aus all dem schluss­folgert Microsoft-Milliardär Bill Gates:
 

»Wer die Bilder beherrscht, beherrscht die Köpfe.«

 
In der Fotografie wird oft von Foto-Ikonen gesprochen und der Ikono­grafie der Fotografie verdanken wir zahlreiche Bilder, die in unserem Bewusstsein untrennbar mit einem Geschehen verbunden sind.

Kommt das Stichwort spanischer Bürgerkrieg, dann steigt vor unserem inneren Auge das Foto des »Falling Soldier« von Robert Capa auf. Beim zweiten Weltkrieg ist es Jewgeni Chaldeys Bild vom Hissen der Sowjet­flagge auf dem Reichstag oder Joe Rosenthals Pendant dazu, das Foto vom Hissen der US-Flagge auf Iwo Jima. Der Gedanke an den Mauerbau lässt in uns das Foto von Peter Leibing erwachen, in dem ein NVA-Soldat über den Stacheldraht springt, während er seine Kalashnikov von der Schulter reißt. Der Vietnam-Krieg hat Eddie Adams Bild von der Erschießung eines vermeint­lichen Vietcong durch den Polizeichef von Saigon zur Ikone gemacht und ebenso Nick Uts Foto des nackten Mädchens Kim Phuc, das nach einem Napalm-Angriff nackt eine Straße hinunter flüchtet. Symbolbild der Versöhnung mit dem Osten ist das von Willy Brandts Kniefall am Ehrenmahl für die Helden des Warschauer Ghetto-Aufstandes 1943. Die Verstrickung in politische Intrigen und das daraus resul­tierende Scheitern symbo­lisiert der tote Rainer Barschel in der Badewanne des Genfer Luxus­hotels Beau-Rivage.

Sie merken es schon selbst, alle diese histo­rischen Ereignisse und die Entstehung der Foto-Ikonen liegen Jahrzehnte zurück. Sie sind in einer Zeit entstanden, in der die Fotografie auch im News-Bereich noch das beherr­schende Bildmedium war und das Wort Bilderflut noch niemand in den Mund nahm, auch wenn der Kultur­phi­losoph Siegfried Kracauer schon 1927 schrieb:
 

„Noch niemals hat eine Zeit so gut über sich Bescheid gewusst, wenn Bescheid wissen heißt: ein Bild von den Dingen haben.”

 
Heute wird ein einzelnes Bild nicht mehr so leicht zu einer Foto-Ikone. Das jüngste Bild von einem histo­rischen Ereignis, das sich mir ins visuelle Gedächtnis gegraben hat, ist deshalb ein Fernsehbild und seine Entstehung liegt auch schon fast 11 Jahre zurück. Es zeigt ein anflie­gendes Passa­gier­flugzeug, das dann anschließend in einen der Türme des World Trade Centers hinein­fliegt. Aber hier ist es vermutlich nicht die memorable Kraft des Bildes, die diese Erinnerung in mir auslöst, sondern eher die über Tage hinweg immer wieder gebets­müh­lenartig wieder­holten Fernseh­schleifen von dieser Anschlagszene, die sich wie nach einer Gehirn­wäsche in mein Bewusstsein einge­nistet haben.
 

Foto Dimitris Michalakis, aus der Serie „NATO Avenue“

Dimitris Michalakis, aus der Serie „NATO Avenue“

In Abchasien geboren und aufge­wachsen, hat sich dieses Paar nun in Griechenland nieder­ge­lassen.
 
 
Foto Dimitris Michalakis, aus der Serie „NATO Avenue“

Dimitris Michalakis, aus der Serie „NATO Avenue“

Auf der Mülldeponie gefundenes Metall, Kleider, Töpfe und Pfannen stehen in den Parnes-Bergen zum Verkauf bereit.
 
 
Foto Dimitris Michalakis, aus der Serie „NATO Avenue“

Dimitris Michalakis, aus der Serie „NATO Avenue“

Savvina, 10, wächst in der Baracken­siedlung von Elefsina auf.
 
 
Foto Konstantin Salomatin, aus der Serie „The End.“

Konstantin Salomatin, aus der Serie „The End.“

Familie Panteleew: „Das Ende? Pässe? Damit beschäftigen wir uns nicht länger. Wir haben uns entschieden, einfach nur zu leben.“
Siedlung Kremenki, Bezirk Diweewo, Region Nischni Nowgorod.
 
 
Foto Konstantin Salomatin, aus der Serie „The End.“

Konstantin Salomatin, aus der Serie „The End.“

Olga Bunkow.
Siedlung Kremenki, Bezirk Diweewo, Region Nischni Nowgorod.

 
Es wäre ein großartiger Erfolg dieses dritten Lumix Festivals, wenn es einem oder gar mehreren Bildern gelänge, aufgrund ihrer inhalt­lichen und formalen Kraft den Weg in unser Bewusstsein zu finden und zumindest eine Weile unsere Köpfe zu beherrschen. Kandidaten dafür habe ich für mich schon ausgemacht.

… genau darum geht es im Fotojour­na­lismus und das macht ihn so wichtig: Mitzu­helfen, den Menschen den Menschen zu erklären, sie dabei emotional zu berühren und in ihnen Empathie zu erzeugen. »Concerned Photo­graphy« hat das der wohl bedeu­tendste aller Fotojour­na­listen, der Amerikaner Eugene Smith, genannt, »anteil­nehmende Fotografie«.

Wir, die Veran­stalter des Lumix Festivals mögen vielleicht keine Entdecker aufge­hender Stars der Fotojour­na­lis­tenszene sein. Aber eines können wir für uns doch in Anspruch nehmen: Dass viele der hier ausge­stellten Fotografen inzwischen eine steile Karriere gemacht haben und wir diese mit auf den Weg gebracht und ein kleines Stück weit befördert haben. Dominic Nahr und Moises Saman sind mittlerweile Nominees bei der legendären Agentur Magnum, Davide Monteleone, der Gewinner des letzten FreeLens Award ist Mitglied bei der ebenfalls sehr renom­mierten Fotogra­fe­n­agentur Seven geworden. Viele andere Fotogra­finnen und Fotografen, wie z.B. Stephanie Sinclair, haben seitdem bedeutende Preise und Auszeich­nungen gewonnen und renom­mierte Stipendien erhalten und einige der hier ausge­stellten Arbeiten sind mittlerweile veröf­fentlicht worden.
 

Foto Trevor Snapp, aus der Serie „South Sudan“

Trevor Snapp, aus der Serie „South Sudan“

Salva Kir, der Präsident des Südsudans, ruht sich während des letzten Aufenthalts bei seiner Wahlkampftour für die Wahl im April auf einem Sofa aus. Nach einem überwäl­ti­genden Sieg will er den Südsudan entweder für die Unabhän­gigkeit vorbe­reiten – oder für einen neuen Krieg.
 
 
Foto Trevor Snapp, aus der Serie „South Sudan“

Trevor Snapp, aus der Serie „South Sudan“

Mitglieder der Selbst­schutzmiliz „Arrow Boys“ wachen über ein Treffen, nachdem ihr Dorf von der Lord’s Resistance Army angegriffen wurde. Solche Milizen sind in südsu­da­ne­sischen Dörfern entstanden, um die Zivilisten vor den zuneh­menden Angriffen der Lord’s Resistance Army zu verteidigen.
 
 
Foto Trevor Snapp, aus der Serie „South Sudan“

Trevor Snapp, aus der Serie „South Sudan“

Ein Junge verbrennt wenige Tage nach einem Angriff der sudane­sischen Armee Müll neben seinem Haus in Abyei. Die meisten Zivilisten flohen Richtung Süden, weg aus der umkämpften Gegend. Der Nordsudan herrscht nun über die Region, obwohl sie zum angestammten Land eines südlichen Stammes, der Ngok Dinka, gehört.
 
 
Foto Anastasia Taylor-Lind, aus der Serie „Siberian Supermodels“

Anastasia Taylor-Lind, aus der Serie „Siberian Super­models“

Mascha Tsegelnjuk (in orange) lernt an der Model­schule Elite Stars in Nowosibirsk zu posieren.
 
 
Foto Anastasia Taylor-Lind, aus der Serie „Siberian Supermodels“

Anastasia Taylor-Lind, aus der Serie „Siberian Super­models“

Mädchen warten darauf, bei einem Casting von Noah Models Inter­na­tional in einem Kultur­zentrum in Sowetskij Rajon, einem Stadt­bezirk von Krasnojarsk, von inter­na­tionalen Scouts begut­achtet zu werden.
 
 
Foto Anastasia Taylor-Lind, aus der Serie „Siberian Supermodels“

Anastasia Taylor-Lind, aus der Serie „Siberian Super­models“

Nastja Karsan, 18, wird backstage für die Modenschau von Michael van der Ham im Old Billingsgate Market während der London Fashion Week von einem Team aus Visagisten und Haarsty­listen zurecht­gemacht. Februar 2011.
 
 
Foto Anastasia Taylor-Lind, aus der Serie „Siberian Supermodels“

Anastasia Taylor-Lind, aus der Serie „Siberian Super­models“

Zentrum von Nowosibirsk.

 
Aber wir veran­stalten dieses Festival nicht nur, um talen­tierten und engagierten jungen Fotogra­finnen und Fotografen eine Plattform für ihre Arbeit zu bieten.

Die Macht über die Bilder liegt heute in den Händen einer immer kleiner werdenden Gruppe von Medien-Unter­nehmern. Will man dieser Macht etwas entge­gen­setzen, weil man sich nicht von ihr beherrschen lassen will, dann muss man selbst die Bilder beherrschen. Über die Reflexion und den kritischen Umgang mit Bildern müssen wir lernen, diese richtig zu lesen und zu verstehen. Bildkom­petenz zu vermitteln, kann jedoch nicht ausschließlich Aufgabe der Kunst­di­daktik sein, es ist auch eine Aufgabe der histo­rischen und politischen Bildung. Und es ist auch die Aufgabe einer Veran­staltung wie des Lumix Festivals, noch dazu, weil es von einer Hochschule und einem Verband von Fotojour­na­lis­tinnen und –journa­listen veran­staltet wird.

Warum zum Beispiel haben bestimmte Fotografien die Kraft, uns zu berühren – und andere nicht? Hat es nur mit dem Abgebildeten oder auch mit der formalen Gestaltung zu tun? Wie sehen wir ein Bild heute, wie wurde es zur Zeit seiner Entstehung betrachtet? Wie wirkt ein Foto und welche Absichten verfolgt es? Wofür ist es Symbol geworden, was zeigt es uns nicht? Zeigt ein Foto die Realität oder gar die Wahrheit oder nur die Wirklichkeit des Fotografen?

Fotografien besser lesen und verstehen zu können, den Wert und die Qualität guter Fotografie zu erkennen, den Zusam­menhang von Inhalt und Form zu begreifen, auch dazu soll dieses Festival beitragen. Mit Diskus­sionen, Führungen, Gesprächen, Vorträgen und vielen, vielen Bildern. Und deshalb richtet sich dieses Festival nicht nur an Profis, an die Macher und Verwerter von Bildern, sondern an all jene, die täglich mit Fotografien zu tun haben, also letztlich an uns alle.”

(Prof. Rolf Nobel / thoMas)
 
 
Lumix Festival für jungen Fotojour­na­lismus
Ehemaliges Expo-Gelände in Hannover
Bis einschließlich Sonntag, 17. Juni 2012
Täglich von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet

Alle Infor­ma­tionen finden Sie hier:
Lumix Festival
Programm 2012
Alle 60 Ausstellungen in der Übersicht
 

Nachtrag (18.6.2012):

Die Preise beim 3. Lumix Festival für jungen Fotojour­na­lismus, das laut Veran­stalter über 30.000 Gäste besucht haben, wurden wie folgt vergeben (zu den Arbeiten siehe Alle 60 Ausstellungen in der Übersicht und Lumix Festival aktuell – Die Gewinnerarbeiten):
 

Foto: Patrick Slesiona

Am Sonnabend, 16. Juni, um 23 Uhr wurden bei der Abschlussfeier auf dem Expo-Gelände die Preis­träger des 3. Lumix Festivals für jungen Fotojour­na­lismus bekannt­gegeben.
Foto: Patrick Slesiona

 
Der ameri­ka­nische Fotograf Peter van Agtmael (31) erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Freelens Award für seine Reportage „Disco Night Sept. 11“. Die Jury würdigte die intensive und sehr persönliche Ausein­an­der­setzung des Fotografen mit dem Thema Krieg.

Die drei ehren­vollen Erwäh­nungen mit je 1.000 Euro gingen an Tomasz Lazar aus Polen (27) für seine Geschichte „Theater of Life“, Sebastian Liste aus Spanien (27) für „Urban Quilombo“ und Bharat Choudhary aus Indien (33) für „The Silence of ‚Others’“.

Den zweiten Hauptpreis, den Lumix Multimedia Award, der mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro dotiert ist, hat die nieder­län­dische Fotografin Ilvy Njiokiktjien (27) mit ihrer Produktion „Afrikaner Blood“ gewonnen, die über eine Gruppe Südafrikaner berichtet, die immer noch an die Apartheid glauben.

Der zum ersten Mal im Rahmen des Lumix Festivals verliehene Lammerhuber Photo­graphy Award, der mit 5.000 Euro dotiert ist, ging an den ameri­ka­nischen Fotografen Chris­topher Capoz­ziello (32) für die Reportage „The Distance Between Us“ über seinen Zwillings­bruder, der an einer infantilen Zereb­ral­parese leidet.

Der mit 1.000 Euro dotierte Publi­kumspreis der Hanno­verschen Allge­meinen Zeitung (HAZ) ging posthum an den franzö­sischen Fotografen Rémi Ochlik, der kurz nach seiner Festival-Anmeldung in Ausübung seiner Arbeit in Syrien getötet wurde. Den meisten Besuchern gefiel seine Reportage „Arab Spring“ am besten.