Sony will sich, verlustgebeutelt, auf seine Kernkompetenzen besinnen. Und da steht „Digital Imaging“ – Bildsensoren, Bildtechnologien, Digitalkameras, Objektive – ganz oben:

Die japanische Sony Corporation schockte dieser Tage Anleger und Kunden mit einer Gewinnwarnung bzw. mit einem doppelt so hohen prognostizierten Verlust wie erwartet: Rund 520 Mrd. Yen (ca. 4,9 Mrd. Euro) Miese werden im Geschäftsjahr 2011/12 anfallen. Unter dem Motto „Sony will change“ – Sony wird sich ändern – hat nun der neue Chef Kazuo Hirai neue Ideen verkündet, wie er Sony aus dem Tal der Tränen holen will. Dabei will Sony auf folgende Schlüsselbereiche setzen, mit denen das Geschäft wieder angekurbelt wird:

1. Stärkung des Kerngeschäfts (Digital Imaging, Game, Mobile)

In diesen Bereichen will Sony seine Ressourcen, Ausgaben und Entwicklungstätigkeiten konzentrieren. Rund 70 % des Umsatzes und 85 % des Gewinns will Sony hier erwirtschaften.

Kernbereich scheint die Sparte Digital Imaging zu sein bzw. werden zu sollen, denn hier sieht man die Stärken des Unternehmens. Sony will die Forschung und Entwicklung in den Bereichen Bildsensoren, Signalaufbereitung und Objektive verstärken und seine Kompetenzen sowohl im Konsumgüterbereich (Kompaktkameras, Systemkameras, Camcorder) einbringen, wie auch professionellen Kunden nahebringen (professionelle Kameras, Überwachungskameras). Imaging-Technologien sollen daneben auch vermehrt in anderen Geschäftsfeldern, u.a. im Sicherheits- und Medizin-Bereich, Einzug halten.
 

Folie: Sony
 
 
Folie: Sony

Sony setzt seine Hoffnungen auf das Kerngeschäft; und da steht „Digital Imaging“ ganz oben
 
 
Folie: Sony
 
 
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Ehrgeizige Ziele

 
Im Spielebereich setzt Sony auf die PlayStation; die Sparte Mobile (Smartphones) soll schnell wettbewerbsfähige Produkte entwickeln. Auch hier will Sony seine Spiele- und Imaging-Kompetenzen nutzen, um die Gewinne zu steigern bzw. die Verlustzone zu verlassen (Mobil-Bereich).

2. Turnaround beim TV-Geschäft

Die Sparte „Fernseher“ schreibt seit 8 Jahren nur Verluste und soll nun bis März 2014 wieder profitabel werden. Mittel dazu: neue Technologien (u.a. OLED) und verbesserte Bild- und Tonqualität.

3. Erweiterung der Geschäftsbereiche in aufstrebenden Märkten

Hier will Sony seine globale Aufstellung und Markenstärke nutzen, um die Umsätze in den rasch wachsenden Märkten zu steigern.

4. Erschließung neuer Geschäftsfelder und Beschleunigen von Innovationen

Wenig überraschend, will Sony mittel- und langfristig wachsen; hier wird u.a. an den Medizinbereich und an die Filmindustrie (4K-Technologien) gedacht.
 

Folie: Sony

4K-Technologien

 
5. Neuausrichtung des Geschäftsportfolios und Optimierung der Ressourcen

Sony plant, die Kapazitäten für die Bildsensoren-Fertigung auszubauen, will in „mobile Produkte“ investieren und sich in Forschung und Entwicklung u.a. auch dem Medizinsektor besonders widmen.
 

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Andere Geschäftsfelder sollen auf den Prüfstand kommen. Anhand folgender Punkte soll dann entschieden werden, wie die beste Strategie aussieht (inklusive der Möglichkeit, Allianzen einzugehen und Bereiche abzustoßen):

- Verluste bzw. geringe Gewinne
- Geringe Synergien mit dem Kerngeschäft
- Begrenztes Wachstum
- Mehr Wachstumsmöglichkeiten mit Partnern
 

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Neue Organisationsstrukturen bei Sony

 
Schließlich will Sony im Zuge dieses Neujustierung der Geschäftsfelder auch die Hauptniederlassung sowie die Tochtergesellschaften neu organisieren, auf dass die Wirtschaftlichkeit steige. In dem Zuge sollen im Jahr 2012 etwa 10.000 Mitarbeiter aus der Sony Group entlassen werden. In der genannten Zahl sind auch jene Mitarbeiter enthalten, die im Zuge von geplanten Verkäufen und Umstrukturierungen zu anderen Firmen kommen. Sony will sich diverse Maßnahmen überlegen, wie sichergestellt werden kann, dass die Mitarbeiter auch beim neuen Arbeitgeber beschäftigt werden.

Bei all dem setzen Kazuo Hirai und das Management auch auf die von ihnen ausgemachte „Sony-DNA“ – das seien der Wille und der Elan, neue Werte zu schaffen.
 
 
Siehe auch:
Sony Transformation to Revitalize Electronics Business, Generate Growth and Drive New Value Creation (PDF-Datei)
Corporate Strategy Meeting, April 12, 2012
 

(thoMas)