Foto der Lumix LX5 von PanasonicMit der Lumix LX5 (529 Euro) hat Pana­so­nic heute eine Kom­pakt­ka­mera mit aus­ge­spro­che­nen Weit­win­kel- und mode­ra­ten Tele­fä­hig­kei­ten vor­ge­stellt. Ein Leica-Zoom 2,0–3,3/24–90 mm, dazu ein ver­bes­ser­ter, nicht allzu dicht gepack­ter, 10-Mega­pi­xel-Sensor wollen dem ambi­tio­nier­ten Foto­gra­fen die per­fekte Kamera fürs kleine Gepäck bieten – wir packen eine Erstein­schät­zung dazu:

 
 

Foto: thoMas

 
Auf den Tag genau vor zwei Jahren hat Pana­so­nic mit der Lumix LX3 eine Weit­win­kel-Zoom-Kamera mit ver­gleichs­weise großem Bild­sen­sor vor­ge­stellt, die mich damals ob ihres stim­mi­gen Kon­zep­tes auf Anhieb begeistert hat. Mit der Lumix LX5 nun hat Pana­so­nic das Kon­zept bei­be­hal­ten, die Kamera aber noch ein wenig ver­bes­sert. Hier ist ins­be­son­dere das licht­starke Weit­win­kel­zoom mit dem ein wenig grö­ße­ren Tele-Brenn­wei­ten­be­reich zu nennen: 2,0–3,3/24–90 mm (statt vorher 2,0–2,8/24–60 mm).
 

Foto der Lumix DMC-LX3

Foto der Lumix DMC-LX5 von Panasonic

Lumix LX3 und LX5 im Ver­gleich

 
Die wich­tigs­ten Gemein­sam­kei­ten und Unter­schiede der beiden Modelle auf einen Blick:
 

  LX3 LX5
Sensor 1/1,63“-CCD, 10 Mega­pi­xel 1/1,63“-CCD, 10 Mega­pi­xel
(lt. Pana­so­nic gegen­über LX3-Sensor ver­bes­sert)
Objek­tiv Leica DC Vario-Sum­mi­cron 2,0–2,8/5,1–12,8 mm (= 24–60 mm KB), 8 Linsen in 6 Grup­pen inkl. 4 asphä­ri­scher Ober­flä­chen Leica DC Vario-Sum­mi­cron 2,0–3,3/5,1–19,2 mm (= 24–90 mm KB, Video: 25–95 mm); 10 Linsen in 9 Grup­pen inkl. 3 asphä­ri­scher Linsen, 5 asph. Flä­chen
Bild­sta­bi­li­sie­rung opti­scher Bild­sta­bi­li­sa­tor OIS opti­scher Bild­sta­bi­li­sa­tor Power-OIS (ist effek­ti­ver)
Emp­find­lich­keit Auto / 80 / 100 / 200 / 400 / 800 / 1600 / 3200 (Hoch­emp­find­lich­keits-Modus Auto ISO 1600–6400) Auto / Intel­li­gent-ISO / 80 / 100 / 200 / 400 / 800 / 1.600 / 3.200 / 6.400* / 12.800*(*Pixel mixed rea­dout) (Hoch­emp­find­lich­keits-Modus ISO 1.600–12.800)
Auto­fo­kus Kon­trast-AF gegen­über LX3 40 % schnel­le­rer High­speed-Auto­fo­kus
Ver­schluss­zei­ten 1/2000 – 60 s 1/4000 – 60 s
LCD-Bild­schirm 7,5 cm (3“) LCD, 460.000 Bild­punkte, 3:2-Format; Bild­feld ca. 100 Pro­zent 7,5 cm (3“) LCD, 460.000 Bild­punkte, 3:2-Format; Bild­feld ca. 100 Pro­zent
(High CRI LED-Hin­ter­grund­be­leuch­tung)
Sucher optio­nal opti­sch, auf­steck­bar, 24-mm-Rahmen Elek­tro­ni­scher Auf­steck-Sucher (202k Pixel, 90 Grad kipp­bar)
Opti­scher Auf­steck­su­cher mit 24-mm-Rahmen
Spei­cher intern ca. 50 MB ca. 40 MB
Spei­cher­me­dien SD,SDHC, MMC SD, SDHC, SDXC
Preis (UVP bei Vor­stel­lung) 549 Euro 529 Euro

 
Pana­so­nic hat also ein inter­es­san­tes Kon­zept und eine bis­lang schon sehr gute Kamera im Wesent­li­chen bei­be­hal­ten, aber bei der Neuen da gefeilt, wo es (fürs Foto) inter­es­sant wird: Objek­tiv, Sensor (bzw. Bild­qua­li­tät), Geschwin­dig­keit.
 

Foto: thoMas

 
Was nun die Foto­pra­xis mit der LX5 angeht – ich konnte sie einen Tag lang aus­pro­bie­ren –, so ist sie eine wür­dige Nach­fol­ge­rin der LX3 gewor­den. Kom­pakt, weit­win­ke­lig und mit sehr guten Bil­d­er­geb­nis­sen (die bereits intern wie schon bei der LX3 opti­miert werden, will heißen, die Fotos sind ver­zeich­nungs- und vignet­tie­rungs-kor­ri­giert – siehe die Ein­las­sun­gen beim Raw Photo Processor v3.8.3). Das unter der Ersteinschätzung zur LX3 Gesagte gilt umso mehr für die LX5.

Beson­ders gut gefal­len an der Neuen hat mir – neben dem Objek­tiv – die optio­nal via Menü vor­wähl­bare Stufen-Zoom-Funk­tion: damit werden die Brenn­wei­ten 24, 28, 35, 70 und 90 mm (entspr. Klein­bild) fest vor­ge­ge­ben und per Zoom-Wippe wech­selt man schnell von Brenn­weite zu Brenn­weite; die Abstände sind mir fein genug und das damit weg­fal­lende, sonst meist not­we­nige „Stot­ter-Zoomen“ hin und zurück, bis die pas­sende Brenn­weite ein­ge­stellt ist, finde ich sehr ange­nehm.
 

Foto der Lumix LX5 mit DMW-LVF1 von Panasonic Foto der Lumix LX5 mit DMW-VF1 von Panasonic

Lumix LX5, einmal mit DMW-LVF1, einmal mit DMW-VF1

 
Den Sucher konnte ich nicht aus­pro­bie­ren, aber da es der­selbe ist wie der zur Lumix GF1, den ich durch­blickt habe, gilt meine Einschätzung von dort auch hier: dem elek­tro­ni­schen Sucher DMW-LVF1 mit 202.000 Pixeln (229 Euro) ziehe ich per­sön­lich defi­ni­tiv den opti­schen Auf­steck­su­cher DMW-VF1 (249 Euro) mit 24-mm-Bild­feld vor. Für die genaue Ausch­nitt­kon­trolle gibt‘s ja den Moni­tor, und fürs schnelle Visie­ren gefällt mir der helle, farbrich­tige opti­sche Sucher ein­fach besser. Den­noch, so man­chen wird‘s freuen, denn der elek­tro­ni­sche Sucher zeigt nicht nur 100 % Bild­feld, son­dern auch alle Infor­ma­tio­nen, die sonst der Moni­tor zeigt: Zeit, Blende, Git­ter­ras­ter, Pro­gramm, …
 

Foto der Lumix LX5 in der Hand

 
Weni­ger gut gefal­len hat mir die Kom­pakt­heit, auf die Pana­so­nic so stolz ist: Die LX5 sei kom­pak­ter als die Canon G11, S90, oder auch Samsung. Es geht noch mit der Hand­ha­bung, aber ich wünschte mir ein etwas grif­fi­ge­res Kame­ra­ge­häuse – und bin ange­sichts dessen ver­sucht, auf eine wahr­schein­lich kom­mende D-LUX 5 (Leicas D-LUX 4 ist inner­lich ganz die Lumix LX3) zu hoffen, denn Leicas Gehäuse-Gestal­tung ist auf­ge­räum­ter und zur D-LUX 4 (und dann hof­fent­lich auch zur D-LUX 5 / D-LUX 6) gibt es einen Hand­griff, der die Kamera etwas größer und grif­fi­ger macht.

Die Bild­bei­spiele sind „Schmuck­bil­der“; nett anzu­se­hen, hof­fent­lich, aber nicht zum Pixel-Peepen. Die instal­lierte Firm­ware hatte abso­lu­ten Vor­se­ri­en­sta­tus (v0.2), auch die Kame­ras waren Vor­se­ri­en­mo­delle, und des­halb bat Pana­so­nic darum, noch keine Groß-Ergeb­nisse zu publi­zie­ren. An Seri­en­fer­ti­gung und Firm­ware wird sicher­lich noch gefeilt werden: die Belich­tung meines Exem­plars war ein wenig knapp aus­ge­legt, die Rand­schärfe könnte eine Klei­nig­keit besser sein. Die Ergeb­nisse bei ISO 800 ande­rer­seits fand ich schon beein­dru­ckend gut. Ich bin sicher, in der Serie wird die Bild­qua­li­tät noch eine Ecke besser sein als die der LX3.

In der Summe: die LX5 ist die bes­sere LX3 und beide kommen für mich der idea­len Begleit-Kamera sehr nahe: Mit guter Bild­qua­li­tät im Hem­den­ta­schen­for­mat und mit einer – für mich – völlig aus­rei­chen­den Brenn­wei­ten­spanne.
 

Foto: thoMas

 
Die Lumix LX3 – bzw. deren Für und Wider – war uns übri­gens immer wieder Thema, und was dort gesagt wurde, ist in weiten Teilen auch für die LX5 inter­es­sant und beden­kens­wert:
Die ideale Reisekamera
Die „richtige“ Immer-dabei-Kamera

(thoMas)
 
 
Pro­dukt­fo­tos von Pana­so­nic; Bei­spiel­fo­tos von thoMas.
 

Foto: thoMas

 

(Nach­trag 23.8.2010): Die Stufen-Zoom-Funk­tion bei der LX5 ist natür­lich optio­nal, will heißen, man kann sie im Menü ein- und aus­schal­ten. Das wurde in der Erst­fas­sung des Arti­kels nicht deut­lich, also wurde der Hin­weis oben ein­ge­fügt und das Ganze hier noch­mal erläu­tert.