Eine Webseite mit enormem Zulauf beschäftigt sich auch fotogra­fisch mit der radio­aktiv verseuchten Gegend um Tscher­nobyl. Das ist Dokumen­tar­fo­to­grafie im besten Sinne und ein Beispiel, dass Fotografie weit mehr sein kann als „schön“.

Unter der Überschrift GHOST TOWN – a story about a town that one can ride through with no stoplights, no police and no danger of hitting any living thing (Geister­stadt – eine Geschichte über eine Stadt, die man ohne Ampeln, ohne Polizei und ohne irgend­etwas Leben­diges zu treffen durch­queren kann) findet sich der Start­punkt einer Webseite des Kindes der Geschwindigkeit, das die Todeszone immer wieder auf einem Motorrad durch­quert und diese Fahrten dokumen­tiert.

Die Webseite ist äußerst populär geworden: Vor einer Woche etwa wies der Zähler der Webseite gut eine Million Besucher aus, mittler­weile sind es weit über zwei Millionen. Zwar ist Masse beileibe nicht immer Klasse, doch in dem Fall ist es nicht wie bei der BILD: Die hohe Aufmerk­samkeit steht hier nicht für platte Sensa­ti­ons­mache und Populismus, sondern hinter der Webadresse kiddofspeed verbirgt sich eine sachlich-stille Fotore­portage. Es lohnt sich unbedingt, die Seiten in Ruhe und bis zum Ende durch­zu­lesen. Das lohnt sich übrigens auch für jene, die die Seiten bereits kennen: sie wurden kürzlich aktua­li­siert und mit neuem Bildma­terial ergänzt. (thoMas)